Fed vor Zinserhöhung, Trump vor einem Beben! Die zehnjährige US-Anleiherendite erreicht heute 5,03 %, der höchste Stand seit der Finanzkrise 2007. Vor vier Wochen sah man noch 4,67 %. Im Chart sehen wir den Verlauf seit den 1990er-Jahren. Dieser langfristige Verlauf lässt den gigantischen Anstieg seit 2022 erkennen! Die Märkte kompensieren die Anleger für eine viel zu hohe Inflation. Und die immense Neuverschuldung der US-Regierung und die große Konkurrenz durch hunderte Milliarden an Emissionen von KI-Konzernen bringen ebenfalls immensen Aufwärtsdruck für die Renditen!
US-Rendite über 5 % – Fed vor Zinserhöhung
Die Märkte zeigen die Richtung für die Zinsen. Vor allem die hohe Inflation in den USA, die aufgrund der aktuell ansteigenden Ölpreise noch weiter ansteigen dürfte, drängt auch die Zentralbanken dazu, ihre Zinsen anzuheben. Die EZB hat nun schon zwei Mal angehoben seit Juni. Die Fed dürfte morgen Abend ihre Zinsen erstmals seit drei Jahren wieder erhöhen.
Und das unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh, der explizit von Donald Trump ausgesucht wurde für diesen Posten. Und Trump hat sich was dabei gedacht. Immer wieder hatte Trump den vorigen Fed-Chef Jerome Powell massiv beleidigt, weil der sich Trumps Wunsch nach sinkenden Zinsen nicht beugen wollte. Trump will, dass die Zinsen so niedrig wie nur irgendmöglich sinken, damit sich die Amerikaner möglichst günstig verschulden können, was die Konjunktur noch stärker anheizen soll. Nur das interessiert ihn. Eine viel zu hohe Inflation scheint ihn nicht zu interessieren.
Warsh demonstriert morgen Unabhängigkeit?
Kevin Warsh zeigt aber seit Wochen Unabhängigkeit, wie bereits Jerome Powell. Aus Warsh´s Äußerungen erkennt man, dass er eher dazu tendiert die Zinsen anzuheben um die Inflation zu bekämpfen, die mit 3,4 % einfach zu hoch ist (Ziel 2 %), als Folge des Iran-Kriegs. Grotesk: Trump bestritt gestern, dass die hohe US-Inflation (hohe Dieselpreise an US-Tankstellen) etwas mit „seinem“ Iran-Krieg zu tun hat. Die hohe Inflation sei Folge des Ukraine-Kriegs.
Trump´s Wut
Wenn Warsh, wie es die Märkte fest erwarten, morgen die Fed-Zinsen wirklich erhöht, stellt er sich vollkommen gegen die Doktrin von Donald Trump. Und dessen Wut dürfte dann grenzenlos sein. Was wird er tun? Dem unbeugsamen Jerome Powell versuchte Trump schon Untersuchungen anzuhängen wegen einer angeblich zu teuren Renovierung der Fed-Zentrale. Bei Warsh dürfte Trumps Wut noch größer sein, weil er Warsh ja gerade erst ins Amt gehievt hatte, und wohl davon ausging, dass der tun würde, was Trump wünscht. Ob Trump dann in irgendeiner Weise gegen Warsh vorgehen wird? Das wäre eine weitere Beschädigung der „Institution“ der Unabhängigkeit der Fed, wie es schon in Sachen Powell der Fall war.
Die US-Konjunktur brummt noch auf Hochtouren dank KI-Boom. Aber vor allem mit dem Iran-Krieg steht sich Trump sozusagen selbst im Weg. Diese Inflationsursache wäre nicht nötig gewesen, und könnte auch sofort verschwinden, wenn er den Iran-Krieg beendet. Massiv steigende Anleiherenditen und bald steigende Fed-Zinsen verteuern die Kreditkosten für Verbraucher und Unternehmen. Und sie verteuern auch die Neuverschuldung der US-Regierung, was ihre Haushaltslage immer dramatischer macht. Der US-Finanzminister gibt inzwischen annualisiert 1,247 Billionen Dollar für Zinsen auf Staatsschulden aus. Gelder, die Amerikaner als Steuern zahlen, gehen an die Gläubiger, und nicht in Straßen, Brücken, Schulen.
Warsh muss Zinsen erhöhen – sonst…
Ja, die Entwicklung bei den Fed-Funds-Futures deutet auf eine hohe Wahrscheinlichkeit – 93,5 % – für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte in dieser Woche hin, aber genau darauf haben sich die Anleger bereits eingestellt. Das ist nicht das, was die Fed angekündigt hat, so sagt es aktuell Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst beim Broker Swissquote.
Die Fed – unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh – hat aufgehört, die Märkte in Richtung einer bestimmten geldpolitischen Entscheidung zu lenken. Kevin Warsh hat das Konzept der „Forward Guidance“ abgeschafft und lässt die Anleger nun im Unklaren darüber, wie der nächste Schritt der Fed aussehen wird.
Daher spiegeln die impliziten Wahrscheinlichkeiten, die sich aus der Aktivität an den Fed-Funds-Futures ergeben, nun die Frage wider: „Was würden Sie tun, wie würden Sie auf die Daten und die allgemeinen wirtschaftlichen bzw. geopolitischen Faktoren reagieren, wenn Sie an der Stelle der Fed-Vertreter wären?“, wohl wissend, dass Sie nicht im Sitzungssaal sitzen und über die Zinsentscheidung abstimmen werden, so Ipek Ozkardeskaya. Die Fed-Vertreter werden dies tun, und die Entscheidung könnte anders ausfallen, als Sie es erwarten. Das ist ein Risiko, das man bei dieser – und zukünftigen – FOMC-Sitzungen im Auge behalten sollte.
Ich glaube nicht, so Ipek Ozkardeskaya, dass Kevin Warsh mutig genug ist, sich gegen die Markterwartungen zu stellen, und ich denke, dass wir an diesem Mittwoch die Anhebung um 25 Basispunkte bekommen werden (denn wenn die Fed die Zinsen unverändert lassen würde, könnten wir einen generellen Einbruch des US-Dollars erleben und die Renditen könnten aufgrund explodierender Inflationserwartungen weiter in die Höhe schnellen, während die Märkte einbrechen – das braucht niemand). Es ist besser, diese Anhebung um 25 Basispunkte durchzuführen und weitere Turbulenzen an den Märkten zu vermeiden – und dem „Big Boss“ zu erklären, dass ein zusätzlicher Ausverkauf an den Märkten politisch nicht gerade vorteilhaft wäre, wenn die Energiepreise so hoch sind und die Kreditkosten stark zu Buche schlagen. Das würde die Zinsstrukturkurve nur steiler machen und die Lage verschlimmern, so Ipek Ozkardeskaya.
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Wenn Trump die Zwischenwahlen verliert ist er am Ende…
Der US-Staat finanziert sich stark über kurzfristige Anleihen. Eine Zinsanhebung der FED würde das deutlich teurer machen und damit Trumps politischen Spielraum einschränken. Die 10jährigen Anleihen dürften Trump dagegen nach der Wahl egal sein, da er eh nicht wiedergewählt werden kann.
Ob Trumps Aktienanlagen aktuell unter Druck stehen, wäre auch wichtig zu wissen. Bei seinen Energieaktien dürfte der Golfkrieg Gold sein. Bei seinen KI-Aktien könnte es dagegen Probleme geben, auch wegen der hohen Zinsen am langen Ende.
Mir leuchtet einfach nicht ein, wie eine Anhebung des Leitzins um 0.25 die Inflationserwartung des Marktes signifikant beiinflussen können.
Die Anleiherenditen fallen dann? Weil die Inflationserwartung niedriger wird?
Ich vermute der Inflationsfuture ist durch die hohe US Verschuldung mit Rollnotwendigkeit bereits vorgegeben.
Die Kredite für US innen werden teurer ja. Aber am Schuldenstand ändert das nichts. Aber die Wirtschaft könnte dippen, wenn man das will…