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Europa

„Konspirieren“ die deutschen Statistiker mit Mario Draghi? Ein Hinweis zu den Erzeugerpreisen

Heute hat das Statistische Bundesamt Detaildaten zu den aktuellsten Erzeugerpreisen veröffentlicht. Die Preise der Industrie sind eine Art Frühindikator für die Verbraucherpreise/Inflation. Genau hier hatte Mario Draghi…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Heute hat das Statistische Bundesamt Detaildaten zu den aktuellsten Erzeugerpreisen veröffentlicht. Die Preise der Industrie sind eine Art Frühindikator für die Verbraucherpreise/Inflation. Genau hier hatte Mario Draghi gestern versucht den Ansprung der Inflation kleinzureden. Der liege ja nur am kräftigen Sprung der Energiepreise. Ansonsten sei die Inflation noch nicht so richtig in Fahrt gekommen, weshalb man (ohhh Wunder) kräftig weiter Geld drucken und die Zinsen niedrig halten muss. Denn es geht ja nicht um die Stützung der Konjunktur, was Draghi gar nicht darf. Nein, es geht immer noch um die Rettung der Preisstabilität (Inflationsziel 2%).

Dazu meinen wir: Naja Herr Draghi, die Energiepreise sind nun mal fester Teil des „Warenkorbs“ für die Inflationsberechnung. Schließlich waren es ja auch die Energiepreise, die den Absturz der Inflation ausgelöst ursprünglich hatten. Aber jetzt wo der selbe Faktor die Inflation wieder ansteigen lässt, betrachtet man den Ölpreis eher als Sonderfaktor? Naja… ein wenig helfen scheint heute das Statistische Bundesamt. Gut, unsere „Verschwörungstheorie“ steht auf etwas wackligen Füßen. Aber es fällt schon auf, dass das Bundesamt in seiner heutigen Veröffentlichung ausführlich darauf eingeht, dass die Erzeugerpreise im Gesamtjahr 2016 (als Jahresdurchschnitt) um 1,7% zurückgegangen sind im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2015. So lautet die große Headline der heutigen Veröffentlichung „Erzeugerpreise 2016: – 1,7 % gegenüber 2015.“

„Mann o Mann“ mag man da sagen, so rosig sieht es dann mit diesem Frühindikator für die Inflation in Deutschland doch nicht aus? Hat Mario Draghi also doch recht? Ist die Inflation in Deutschland mit +1,7% also nur Augenwischerei, ein Ausrutscher nach oben? Die Auflösung folgt hier. Nach reichlich Rumreiten auf dem rückläufigen „Jahresdurchschnitt“ erwähnt das Bundesamt etwas später im Text, dass die Erzeugerpreise im Dezember 2016, also im aktuellsten Monat, im Vergleich zum Dezember 2015 um 1% gestiegen sind. Und genau das ist eigentlich die normale Betrachtungsmethode, nämlich stets der aktuellsten Monat mit dem entsprechenden Monat des Vorjahres zu vergleichen. Dieser Anstieg ist der beste Wert seit Januar 2013. Auch wenn man nach Ende eines vollen Jahres ebenso Jahresdurchschnitte erwähnt, kann der geneigte Beobachter beim Lesen der Headline oder der ersten Zeilen der offiziellen Veröffentlichung doch glatt zum Schluss kommen, dass die Erzeugerpreise aktuell rückläufig sind. Das Gegenteil ist der Fall. Zitat:

Veränderungen im Dezember 2016
Im Dezember 2016 lagen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte um 1,0 % höher als im Dezember 2015. Dies war die höchste positive Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr seit Januar 2013 (+ 1,5 %). Gegenüber dem Vormonat November stiegen die Erzeugerpreise um 0,4 %. Die Preise für Energie lagen im Dezember 2016 um 0,2 % höher als im Vorjahresmonat. Gegenüber November 2016 stiegen sie um 0,5 %. Mineralölerzeugnisse waren um 10,8 % teurer als im Dezember 2015, elektrischer Strom um 4,5 %. Erdgas war hingegen um 9,4 % billiger. Ohne Berücksichtigung von Energie lagen die Erzeugerpreise um 1,2 % höher als im Dezember des Vorjahres. Gegenüber November 2016 stiegen sie um 0,3 %.

Vorleistungsgüter waren im Dezember 2016 um 1,1 % teurer als im Dezember 2015. Gegenüber dem Vormonat November stiegen diese Preise um 0,4 %. Metalle insgesamt kosteten 5,3 % mehr als im Dezember 2015 (+ 1,7 % gegenüber November 2016). Dabei war Walzstahl um 6,2 % teurer als im Vorjahr, Nicht-Eisenmetalle und Halbzeug daraus sogar um 10,7 %. Die Preise für Betonstahl waren um 19,7 % höher als im Vorjahresmonat. Dagegen kosteten Futtermittel für Nutztiere 4,9 % weniger als im Dezember 2015. Auch Getreidemehl war billiger als im Vorjahresmonat (– 5,6 %).

Die Preise für Verbrauchsgüter waren im Dezember 2016 um 2,1 % höher als im Dezember 2015 und stiegen gegenüber November 2016 um 0,5 %. Nahrungsmittel kosteten im Jahresvergleich 3,1 % mehr (+ 0,9 % gegenüber November 2016). Einen besonders starken Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wies wieder Butter mit einem Plus von 39,7 % auf (+ 0,1 % gegenüber November 2016). Zucker kostete 10,9 % mehr als im Vorjahresmonat, allein gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 3,6 %. Fleisch ohne Geflügel war um 10,8 % teurer als im Dezember 2015 (+ 2,1 % gegenüber November 2016). Auch Milch war teurer als im Vorjahresmonat (+ 5,1 % gegenüber Dezember 2015), gegenüber November 2016 stiegen die Milchpreise um 6,4 %.

Daten + Grafiken: Statistisches Bundesamt

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    leser

    20. Januar 2017 16:20 at 16:20

    „Nein, es geht immer noch um die Rettung der Preisstabilität (Inflationsziel 2%).“

    Teuerung von 2% = Preisstabilität? = Orwellscher Neusprech oder Mario’s Märchenstunde.

    • Avatar

      gerd

      20. Januar 2017 17:15 at 17:15

      Teuerung von 2% = Preisstabilität?=…Marios Märchenstunde,

      sagen wir, was es ist, eindeutige Volksverdummung, um nicht Volksvera…zu sagen.

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Europa

Exporte: Die Stimmung ist prächtig! Alles eitel Sonnenschein?

Claudio Kummerfeld

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Die deutschen Exporte sind ein Hort der Glückseligkeit, zumindest wenn man nach den aktuellen Exporterwartungen der deutschen Industrie geht. Heute ganz frisch für den Monat September veröffentlichte Umfragedaten vom ifo-Institut (2.300 befragte Unternehmen) zeigen, dass der Index der Exporterwartungen aktuell bei einem Wert von +10,4 liegt, nach +5,5 im August. Im absoluten Tief der Coronakrise im April war es ein Wert von -49,6. Der Chart, der bis 2014 zurückreicht, zeigt den Verlauf der Erwartungen an die Exporte sehr gut. Das Tal ist in V-Form durchschritten, und die Erwartungen steigen weiter an. Die Stimmung ist so gut wie seit Oktober 2018 nicht mehr. Der Aufschwung der Industrieproduktion in vielen wichtigen Abnehmerländern kommt der deutschen Exportwirtschaft dabei zu Gute, so das ifo-Institut.

Diese prima Stimmung bei den Erwartungen an die Exporte ist schon erstaunlich, so möchten wir anmerken, bei den aktuellen Massenentlassungen bei den Auto-Zulieferern (hier eine kleine Übersicht). Und auch die großen Autohersteller selbst bauen weiter ab, siehe aktuell MAN und Daimler. Hier weitere aktuelle Detailaussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

In der Chemischen Industrie erwarten deutlich mehr Unternehmen im vierten Quartal, dass ihre Exporte zunehmen. Gleiches gilt für die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen. Auch die Automobilbranche rechnet mit Umsatzzuwächsen beim Auslandsgeschäft. Der Maschinenbau hingegen erwartet vorerst keine größeren Sprünge, dort zeigen sich die Unternehmen eher zurückhaltend. Mit deutlichen Einbußen beim Export rechnen die Hersteller von Bekleidung, Lederwaren und Schuhen.

Chart zeigt Erwartungen an die deutschen Exporte

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Europa

ifo Index etwas schwächer als erwartet, aber fünfter Anstieg in Folge

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für September veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 93,4 (Prognose war 93,8; Voromonat August war 92,6)

– aktuelle Lage 89,2 (Prognose war 89,5; August war 87,9)

– Erwartungen: 97,7 (Prognose war 98,0; Voromonat war 97,5)

Fünfter Anstieg in Folge beim ifo Index

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

 

„Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 93,4 Punkte gestiegen, nach 92,5 Punkten im August. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Situation abermals positiver als im Vormonat. Zudem erwarten sie eine weitere Erholung ihrer Geschäfte. Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich trotz steigender Infektionszahlen.

Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindikator merklich gestiegen. Deutlich weniger Unternehmen schätzten ihre aktuelle Geschäftslage schlecht ein. Zudem erwarteten mehr Industriefirmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage weiter verbessern wird. Insbesondere die Elektroindustrie ist optimistisch.

Im Dienstleistungssektor ging der Index hingegen zurück, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen jedoch als minimal besser.

Im Handel hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Die Händler waren merklich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Zusätzlich gehen viele von ihnen von einer weiteren Belebung in den kommenden Monaten aus.

Im Bauhauptgewerbe ist der Index erneut gestiegen. Der Indikator zur aktuellen Lage kletterte auf den höchsten Wert seit März dieses Jahres. Der Ausblick ist weiterhin pessimistisch, aber etwas weniger als im August.“

 

Der ifo Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Einkaufsmanagerindex – Dienstleister schrumpfen, Gewerbe stark

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für September) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 53,7 (Prognose war 54,1; Vormonat war 54,4)

Verarbeitendes Gewerbe: 56,6 (Prognose war 52,5; Vormonat war 52,2)

Dienstleistung: 49,1 (Prognose war 53,0; Vormonat war 52,5)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 48,5 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 51,9)

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt:

 

„Während die aktuellen PMI-Daten zeigen, dass die deutsche Wirtschaft im September insgesamt auf Wachstumskurs geblieben ist, liefen die Trends auf Sektorenebene jedoch zunehmend auseinander. So vermeldete der Dienstleistungssektor erstmals seit drei Monaten wieder Geschäftseinbußen, was bedeuten könnte, dass die Erholung hier wegen der weiter geltenden Abstandsregeln, der starken Verunsicherung in der Wirtschaft und der Ungewissheit der Beschäftigten hinsichtlich der weiteren Jobentwicklung ihren Höhepunkt bereits überschritten haben dürfte. Im Gegensatz dazu erholte sich die Industrie – nicht zuletzt dank der wieder anziehenden Exportnachfrage – weiter im Eiltempo. Produktion und Auftragseingang wiesen hier abermals starke Zuwächse aus, was mit dazu beitrug, dass sich der Stellenabbau verlangsamte. Die steigenden Infektionszahlen decken sich mit der etwas weniger optimistischeren Stimmung im Servicesektor. Demgegenüber konnten die Industrieunternehmen scheinbar jegliche Sorgen hinsichtlich potenzieller Restriktionen im In- oder Ausland abschütteln, sodass die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist hier wieder so positiv ausfielen wie zuletzt vor über zweieinhalb Jahren.”

 

Die deutsche Wirtschaft mit mühsamer Erholung

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