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Europas Krisenbank Nummer 1: Zahlen für 2016 veröffentlicht – hier das Desaster im Detail

FMW-Redaktion

Die Banca Monte dei Paschi di Siena ist zwar nicht besonders groß im Vergleich zu einer Deutschen Bank oder Societe Generale, aber als kaputteste der kaputten Banken in Italien derzeit doch die Krisenbank Nummer 1 in Europa, da sie der erste Dominostein ist, der immer noch kurz davor steht Italien und danach Europa erneut arge Probleme zu bescheren in Sachen „Finanzmarktstabilität“. Nun liegen für die Monte dei Paschi die Zahlen für 2016 vor.

In der Grafik unten können Sie die Detaildaten sehen, auch im Vergleich zum Jahr 2015. Der Verlust liegt bei 3,38 Milliarden Euro. Aus dem operativen Geschäft liegt der Verlust bei 2,86 Milliarden Euro. Die Abschreibungen auf kaputte Kredite lag in 2016 bei 4,5 Milliarden Euro. Wenn man sich die Zahlen genauer ansieht, fällt auf: Ohne das ganze Problem mit den Krediten (wie ärgerlich…) gibt es doch ganz nette Einnahmen. Aus Zinsen flossen letztes Jahr netto 2,02 Milliarden Euro Ertrag, aus Gebühren und Kommissionen 1,84 Milliarden Euro.

Wären die Abschreibungen aus kaputten Krediten nicht in diesem Ausmaß vorhanden, sähe es gar nicht so gruselig aus im sonstigen Kerngeschäft. Aber wie es nun mal so ist: Kredite sind „das klassische Kerngeschäft“ einer jeden Bank. Mit einer Kernkapitalquote zu Ende Dezember 2016 von nur noch 8% liegt man deutlich unter den Vorgaben der EZB. Immer noch nicht final beschlossen ist die Rettung durch den italienischen Staat, für die man sich in Rom und Brüssel eine faulen Kompromiss einfallen lassen muss – die Rettung muss durchgehen, ohne dass man die Eigentümer der Bank (oft kleine Bankkunden) zu arg an der Rettung beteiligt.

Auch Italiens Nummer 1 Unicredit hat seine Jahreszahlen gemeldet. Der Verlust von 11,8 Milliarden Euro war aber in dieser Höhe schon erwartet worden, weil die Bank bereits selbst eine Summe in dieser Größenordnung in den Raum gestellt hatte. Ins letzte Quartal fiel ein Nettoverlust von satten 13,6 Milliarden Euro. Anfang der Woche hatte Unicredit damit begonnen eine Kapitalerhöhung über 13 Milliarden Euro durchzuführen. Zusammen mit Kostenreduzierungen (14.000 Mitarbeiter entlassen bis 2019) könnte man sich mit Ach und Krach noch selbst über Wasser halten.


Die Jahreszahlen der Monte dei Paschi. Zum Vergrößern bitte anklicken.



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1 Kommentar

  1. Fehlen den italienischen Banken nicht insgesamt ca. 150 Mrd. Eigenkapital? Und befindet sich das Land nach dem gescheiterten Referendum nicht bereits im Wahlkampf?
    Draghi hilf!!!

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