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EU-Kommission äußerst optimistisch für Konjunktur – Flunkern bei der Inflation zur Unterstützung der EZB?

Die EU-Kommission heute ihre Winterprognose vorgelegt, in der von Inflation über Wirtschaftswachstum bis hin zur Arbeitslosigkeit so ziemlich alles zur Sprache kommt. An dieser Stelle möchten wir auf die wichtigsten Aspekte…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die EU-Kommission heute ihre Winterprognose vorgelegt, in der von Inflation über Wirtschaftswachstum bis hin zur Arbeitslosigkeit so ziemlich alles zur Sprache kommt. An dieser Stelle möchten wir auf die wichtigsten Aspekte eingehen. Statt wie im Herbst bisher von einem Wirtschaftswachstum von 1,5% für 2017 in der Eurozone auszugehen, rechnet man jetzt mit einem Plus von 1,6%. Für 2018 erhöht man seine Prognose von 1,7% auf 1,8%. Man spricht von einem robusten Jahresbeginn 2017. Die Staatsverschuldung der Eurozone soll in Relation bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt von 91,5% in 2016 auf 90,4% in 2017 sinken, 2018 auf 89,2%.


Foto: © European Union , 2016

Inflation

Beim Thema Inflation könnte man fast annehmen, dass die EU-Kommission der EZB eine Art moralische Unterstützung zukommen lässt. Denn die EZB pumpt weiter kräftig Geld und lässt den Zins im Negativbereich, obwohl die Inflation das Inflationsziel von knapp unter 2% schon erreicht hat. Wie wir in den letzten Tagen schon berichteten, beharrt die EZB jetzt darauf, dass die Gesamtinflation ohne Energiepreise ja noch nicht so richtig strukturell beim Inflationsziel angekommen ist, und man von daher noch weiter Geld pumpen muss.

Das dürfte natürlich der EU-Kommission mehr als gelegen kommen, dass die EZB als unerschöpflicher Gelddruck-Automat weiter die Konjunktur in Europa anschiebt, ohne dass es irgendwer offiziell so nennen darf (offiziell ist das alles nur „Geldpolitik“). Daher verkündet die EU-Kommission heute zu dem Thema, dass man es ähnlich sieht wie die EZB. Abseits der „volatilen“ Energiepreise sei die Kerninflation noch lange nicht so weit, und würde nur langsam ansteigen. Tja, die Energiepreise sind also neuerdings kein zentraler Bestandteil der Inflation mehr? Wie praktisch… Zitat EU-Kommission:

Inflation dürfte ansteigen
Mit dem jüngsten Anstieg der Energiepreise hat auch die Inflation im Eurogebiet angezogen. Nachdem die Inflation in den vergangenen zwei Jahren ausgesprochen niedrig war, wird nun für das laufende und das kommende Jahr ein Inflationsanstieg prognostiziert, wenngleich das als Preisstabilität definiert Ziel einer Inflation von „mittelfristig unter, aber nahe 2 %“ auch weiterhin nicht erreicht wird. Die Kerninflation, bei der die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise unberücksichtigt bleiben, soll nur allmählich ansteigen. Alles in allem wird erwartet, dass sich die Inflation im Eurogebiet von 0,2 % im Jahr 2016 auf 1,7 % im Jahr 2017 und 1,4 % im Jahr 2018 erhöhen wird. In der EU insgesamt soll sie von 0,3 % im Jahr 2016 auf 1,8 % im Jahr 2017 und 1,7 % im Jahr 2018 ansteigen.

Gesamtlage

Insgesamt ist die EU-Kommission mehr als optimistisch, dass es mit der Wirtschaftslage in der EU bergauf geht. Deutlich abzulesen ist das aus diesem Zitat von heute:

Das reale BIP im Eurogebiet ist in 15 aufeinanderfolgenden Quartalen gewachsen, die Beschäftigung steigt in robustem Tempo und die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, wenngleich sie nach wie vor über ihrem Vorkrisenstand liegt. Angetrieben wird diese Erholung nach wie vor durch den privaten Verbrauch. Das Investitionswachstum setzt sich fort, bleibt aber gedämpft.

Und als würde es aus dem Mund von Wolfgang Schäuble kommen. Der zuständige EU-Kommissar predigt die Strukturreformen, die die Mitgliedsstaaten doch bitte endlich durchführen sollen. Auch könnten die sich nicht darauf verlassen, dass die EZB bis in alle Ewigkeit Geld pumpt (unsere sinngemäße Zusammenfassung):

Der für den Euro und den sozialen Dialog zuständige Vizepräsident Valdis Dombrovskis, außerdem zuständig für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion, erklärte: „Die wirtschaftliche Erholung geht ins fünfte Jahr. In diesen unsicheren Zeiten ist es jedoch wichtig, dass die europäischen Volkswirtschaften konkurrenzfähig bleiben und in der Lage sind, sich sich ändernden Zeiten. Dafür braucht es weiterhin Anstrengungen für Strukturreformen. Wir müssen uns auf integratives Wachstum konzentrieren, so dass alle etwas von der Erholung haben. Jetzt da die Inflation von einem niedrigen Niveau steigt, können wir nicht erwarten, dass der monetäre Stimulus für immer andauern wird. Daher müssen Länder mit hohen Defizit- und Schuldenniveaus weiter daran arbeiten, diese zu senken, um widerstandsfähig gegen wirtschaftliche Schocks zu sein.“

Schulterklopfer für sich selbst

Die EU-Kommission klopft sich gerade mächtig selbst auf die Schulter. Die eigenen Programme seien mit verantwortlich für die konjunkturelle Erholung. Zitat:

Bedingt durch eine Reihe von Faktoren, wie die ausgesprochen niedrigen Finanzierungskosten und die anziehende Weltwirtschaft, wird für die Investitionen auch weiterhin ein moderater Anstieg prognostiziert. Zunehmend gestützt werden dürften die privaten und öffentlichen Investitionen durch die im Rahmen der Investitionsoffensive für Europa finanzierten Projekte, da diese allmählich von der Bewilligungs- in die Implementierungsphase übergehen. Der Prognose zufolge sollen die Investitionen im Eurogebiet im laufenden Jahr um insgesamt 2,9 % und 2018 um insgesamt 3,4 % (in der EU um 2,9 % bzw. 3,1 %) ansteigen, was seit Einsetzen der wirtschaftlichen Erholung Anfang 2013 einen Anstieg um 8,2 % bedeuten würde. Allerdings bleibt die Investitionsquote nach wie vor deutlich unter ihrem Stand zur Jahrhundertwende (20 % im Jahr 2016 gegenüber 22 % im Zeitraum 2000-2005). Diese anhaltende Investitionsschwäche lässt Zweifel an der Nachhaltigkeit der Erholung und dem Wachstumspotenzial der Wirtschaft aufkommen. Nach den umfangreichen Strukturreformen in mehreren Mitgliedstaaten profitieren die Arbeitsmärkte auch weiter stark von der wirtschaftlichen Erholung. Das Beschäftigungswachstum soll nach wie vor relativ solide bleiben, wenngleich es 2017 und 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht an Dynamik verlieren soll. Die Erwerbslosenquote im Eurogebiet soll weiter zurückgehen und sich von 10,0 % im Jahr 2016 auf 9,6 % im laufenden Jahr und 9,1 % im Jahr 2018 abschwächen. Für die EU insgesamt wird mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit von 8,5 % im Jahr 2016 auf 8,1 % im Jahr 2016 und 7,8 % im Jahr 2018 gerechnet. Damit hat die Arbeitslosigkeit den niedrigsten Stand seit 2009 erreicht, bleibt aber weiterhin über dem Vorkrisenniveau.

Risiken

Beim Thema „Risikofaktoren“ für die konjunkturelle Entwicklung ist klar, dass Brexit + Trump erwähnt werden. Zitat:

Da noch nicht ganz klar ist, welchen Weg die neue amerikanische Regierung in zentralen Politikbereichen einschlagen will, in diesem Jahr in Europa zahlreiche Wahlen stattfinden und die Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich im Rahmen des Artikels 50 bevorstehen, ist die diesjährige Winterprognose mit außergewöhnlich großer Unsicherheit verbunden. Auch wenn sowohl die Aufwärts- als auch die Abwärtsrisiken zugenommen haben, dominieren doch weiterhin die Abwärtsrisiken. Kurzfristig könnte sich der Konjunkturimpuls in den Vereinigten Staaten stärker auf das Wachstum auswirken als derzeit erwartet. Mittelfristig stellen die Spätfolgen der jüngsten Krisen, das im Vereinigten Königreich durchgeführte Referendum zum Austritt aus der Europäischen Union, die möglichen Störungen des Handels, eine schnellere Verschärfung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten und die damit möglicherweise einhergehenden schädlichen Auswirkungen auf die Wirtschaft von Schwellenländern wie auch die möglichen Folgen des hohen und weiter wachsenden Schuldenstands Chinas ein Risiko für die Wachstumsaussichten dar.






Material: EU-Kommission

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US-Häusermarkt kurz vor Katastrophe – einen Hoffnungsschimmer gibt es

Claudio Kummerfeld

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Typische Bauweise am US-Häusermarkt

Am US-Häusermarkt könnte in den nächsten Wochen und Monaten eine Katastrophe eintreten. Millionen Amerikanern droht Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung. Denn zum einen endet im März eine Frist von maximal 12 Monaten, die es Hausbesitzern erlaubte ihre Hypothekenzahlungen auszusetzen, wenn sie durch die Corona-Pandemie in Not geraten. Kreditnehmer, die sich zu Beginn des Programms angemeldet hatten, könnten ab März 2021 von einer Zwangsvollstreckung bedroht sein.

Noch wichtiger für den US-Häusermarkt ist: Die landesweit gültige vorübergehende Aussetzung der Zwangsräumungen (mit dem Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen) endet am 31. Dezember. Der Zeitpunkt ist fast schon dramatisch, da gut 12 Millionen Amerikaner zu diesem Zeitpunkt Ansprüche auf Arbeitslosenunterstützung verlieren dürften.

Der US-Kongress könnte eigentlich für eine Verlängerung von Nothilfen sorgen. Aber zum Jahreswechsel befindet sich Washington DC mitten in einer toten Phase, wo Joe Biden zwar schon gewählt, aber eben noch nicht im Amt ist. Alles hängt in der Schwebe. Erst vor Kurzem wurden vom staatlichen „US Census Bureau“ Umfragedaten veröffentlicht aus dem Befragungszeitraum 28. Oktober bis 9. November, welche die Dramatik am US-Häusermarkt aufzeigen.

Etwa 5,8 Millionen Personen gaben demnach an, dass ihnen in den nächsten zwei Monaten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine Zwangsräumung oder Zwangsvollstreckung droht. Das macht ein Drittel der 17,8 Millionen Erwachsenen in Haushalten aus, die mit Miet- oder Hypothekenzahlungen in den USA im Rückstand sind.

Gut die Hälfe der Haushalte in Staaten wie Nevada oder Florida, welche derzeit mit ihren Zahlungen im Rückstand sind, sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für ihre Zwangsräumung im Januar. Florida ist am Schlimmsten betroffen mit 51,2 Prozent (bei der vorigen Umfrage nur 32 Prozent). Das bedeutet de facto, das gut 3,5 Prozent aller Haushalte in Florida glauben, dass sie in den nächsten zwei Monaten von einer Zwangsräumung betroffen sein könnten.

Hoffnung für US-Häusermarkt dank Joe Biden?

Joe Biden wird am 20. Januar als US-Präsident seine Arbeit aufnehmen. Vorher kann er nichts machen. Er kann eine Last-Minute-Rettung für den US-Häusermarkt sein – kann, aber nicht muss. Die Demokraten möchten die US-Bevölkerung richtig kräftig unterstützen mit neuen Staatshilfen. Aber die Republikaner, die in den letzten Monaten ebenfalls schon gigantischen Rettungssummen zustimmten, zeigten sich zuletzt eher ablehnend. Und jetzt wo ihr Kandidat Donald Trump die Präsidentschaftswahl verloren hat, können sie sich im Kongress in die Blockierer-Haltung begeben. Aber kann Joe Biden mit einer auch von den Republikanern akzeptierten neuen Finanzministerin Janet Yellen (ehemalige Notenbankchefin) doch noch neue Rettungs-Billionen aus dem Kongress rausklopfen?

Kann Joe Biden auf den allerletzten Drücker Ende Januar Millionen Amerikaner und den US-Häusermarkt vor einem Kollaps retten? Oder kommt alles ganz anders, und dank im Dezember beginnenden Impfungen erholt sich die Konjunktur in den USA derart schnell, dass viele Amerikaner neue Jobs erhalten? Die Banken verzichten auf Zwangsräumungen, und die überschuldeten Hausbesitzer, die auf dem letzten Loch pfeifen, dürfen in ihren Häusern bleiben? Das wäre auch möglich. Aber es wird eine verdammt enge Kiste!

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Free Lunch-Sozialismus in der Coronakrise auf dem Vormarsch

Claudio Kummerfeld

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Im Sozialismus der Moderne soll das Geld vom Himmel regnen

In den USA gibt es das Sprichwort, dass es keinen Free Lunch gibt. Sinngemäß übersetzt: Für alles muss irgendwie letztlich doch von irgendwem bezahlt werden. Wer ideologisch voll auf Sozialismus getrimmt ist, sieht das aber wohl grundsätzlich anders. Ökonomisch glauben zum Beispiel die Verfechter der Modern Money Theorie (MMT – hier dazu ein interessanter Text), dass man einfach als Staat unbegrenzt Geld druckt beziehungsweise immer weiter Schulden aufnimmt, und damit alle Probleme lösen kann. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass die derzeitigen Staatenlenker und Notenbanker in Europa auch MMT-Verfechter sind?

Sozialismus: MMT und das Wunder-Märchenland

Wer eh schon an MMT als Wundermittel zur Lösung aller Probleme denkt, und dem Sozialismus zugeneigt ist, der kann auf folgende Idee kommen. Hey, die Europäische Zentralbank (EZB) kauft doch seit Jahren mit Billionen selbst gedruckter Euros die Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsstaaten auf. Und die Mitgliedsstaaten als Eigentümer der EZB könnten doch dafür sorgen, dass die EZB einfach als Gläubiger auf die Rückzahlung der Schulden verzichtet. Man druck Geld, kauft die eigenen Schulden, und erlässt sich dann selbst die Schulden. Ein in sich geschlossener Kreislauf von Geld, das vom Himmel regnet und alle Probleme löst.

Was für ein Märchen-Wunderland. Aber halt. Wenn die EZB die Schulden der Länder erlässt, hat sie selbst ja Verluste in ihren Büchern. Und die Verluste würden buchhalterisch auf die Mitgliedsstaaten umgelegt, womit sie nach gerade erst erlassenen Schulden wieder neue Schulden hätten. Tja, eben doch kein Free Lunch? Außerdem können die Staaten der EZB dank ihrer Unabhängigkeit keine Anweisungen erteilen. Aber halt, war da nicht gerade erst was in Sachen EZB und Schuldenerlass?

EZB soll auf Rückzahlungen von Anleihen verzichten

Erst letzte Woche berichteten wir über die Forderung der in der italienischen Regierung sitzenden Fünf-Sterne-Bewegung Richtung EZB. Sie solle doch bitte gegenüber Italien auf die Rückzahlung der gehaltenen Anleihen verzichten, die im Zuge der Coronakrise aufgenommen wurden. Mal ehrlich: Selbst wenn die EZB das machen würde, müsste man das für alle Euro-Länder tun, und gleich danach wäre der Ruf laut nach Erlass aller gehaltenen Forderungen in den Büchern der EZB. Heute nun fordert Riccardo Fraccaro, ein Staatssekretär und enger Berater des italienischen Minsterpräsidenten Conte laut Berichten das selbe.

Auch er ist von der Fünf-Sterne-Bewegung. Die EZB könne so viel Geld drucken wie sie wolle. Die Geldpolitik müsse die expansive Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten in jeder möglichen Weise unterstützen, zum Beispiel per Schuldenerlass, oder über eine ewige Laufzeitverlängerung. Tja, Sozialismus pur, möchte man sagen. Erst Schulden machen, dann nicht zurückzahlen wollen. Woher das Geld kommt, dass es keinen Free Lunch gibt? Dass irgendwann bei maßlosem Gelddrucken Inflation und Hyperinflation anstehen, und dass man Schulden auch zurückzahlen muss – egal.

Der „plan“-mäßige Weg in den Sozialismus

Bernd Riexinger als Parteichef der Linken verkündet eine klare, ganz offene Forderung, die letztlich nichts anders ist als der direkte Weg in den Sozialismus. Das Wort Enteignung klingt natürlich verführerisch für alle Menschen, die kein Wohneigentum besitzen, sondern mieten. Wer würde sich nicht gerne vom „Joch“ des bösen Vermieters lösen, an den man jeden Monat einen beträchtlichen Teil seines Einkommens abführen muss? Dass der Vermieter für die Erstellung der Immobilie vielleicht einen Kredit aufgenommen hat, und dass laufende Kreditraten, Instandhaltungen, städtische Leitungsverlegungen an der Straße uvm sehr viel Geld kosten, das erwähnt Bernd Riexinger nicht.

Denn diese Kosten trägt der Vermieter, welche letztlich durch die monatlichen Mietzahlungen finanziert werden. Im Sozialismus sagt man sich wohl: Der böse Vermieter kassiert pro Monat 800 Euro Miete, und hat also auch 800 Euro Gewinn für sich selbst. Dass nach Kreditkosten, Instandhaltung, Müllabfuhr, Gärtner, Hausmeister uvm bei vielen Vermietern kaum oder nur wenig übrig bleibt, passt da natürlich nicht ins Bild. Dass Ersteller von Immobilien teuer erkaufte Grundstücke über höhere Wohnungsmieten refinanzieren müssen – egal. Für Bernd Riexinger ist es ganz einfach. Alles verstaatlichen, so scheint die Devise zu sein.

Am besten alle Wohnungen und auch alle Grundstücke in Staatseigentum überführen, dann hat man alle Probleme Wohnungsmarkt gelöst? Die tatsächliche und nachhaltige Lösung des Problems wäre es, dass Staat und vor allem private Vermieter die Zahl neuer Wohnungen so derart stark erhöhen, dass mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Dann fallen die Wohnungsmieten von ganz alleine – Angebot und Nachfrage! Berlin (man lebt eh auf Kosten der anderen Bundesländer über den Länderfinanzausgleich) müsste deutlich mehr Bauland zur Verfügung stellen, und das möglichst günstig, mit möglichst wenig Bürokratie. Aber nein, man bestraft lieber die bestehenden Vermieter.

Vermieter enteignen, weil sie nicht so agieren wie gewünscht

Diese Woche trat beim Berliner Mietendeckel die zweite Stufe in Kraft. Daraufhin kündigten große Vermieter in Berlin an neue Investitionen auf dem Berliner Wohnungsmarkt stoppen zu wollen. Die Lösung im Sozialismus lautet bei so etwas: Funktioniert unsere Maßnahme nicht wie gewünscht, setzen wir eben eine noch größere Maßnahme oben drauf. So fordert Bernd Riexinger daher eindeutig die Enteignung der Vermieter. Natürlich ist das verfassungsrechtlich ein noch weiterer Weg als der Mietendeckel.

Aber hey, der wurde ja auch bereits umgesetzt in Berlin. Der Staat soll es halt selbst richten. Selbst bei einer Enteignung (spielen wir das Szenario mal durch) müsste die Stadt Berlin die Wohnungseigentümer entschädigen. Dadurch würde die Verschuldung der Stadt Berlin deutlich ansteigen. Aber halt… wenn wir eh schon beim Thema EZB sind… die EZB könnte doch diese neuen Berliner Anleihen einfach aufkaufen, und auf ihre Rückzahlung verzichten? Wäre doch echt super? Ein Free Lunch im Märchenland des Sozialismus.

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Dass sich die Wohnungskrise in Berlin durch den Mietendeckel eher noch verschärft hat, das darf man als Verfechter des Sozialismus natürlich sofort den bösen Vermietern anlasten? Denn die wollen bei sinkenden Mieteinnahmen und staatlichem Eingriff in die Vertragsfreiheit keine neuen Wohnungen mehr in Berlin bauen? Welch ein Wunder, wer hätte damit rechnen können? Das ist ja gleich noch ein Argument für die Verstaatlichung der gesamten Wohnungsindustrie. Lassen wir einfach alles den Staat machen. Wohnungen bauen und vermieten, und das schön günstig. Aber warum macht die Stadt Berlin das nicht schon längst in großem Stil?

Niemand hindern sie daran. Man sieht, sie kann es nicht. Dabei regieren die Linken in Berlin doch, und sind nicht in einer Opposition, wo sie hilflose Zuschauer sind. Nein, man drangsaliert lieber die private Wohnungswirtschaft. Dabei könnte man parallel zu den Privaten durch ein massives Überangebot an neuen staatlich gebauten Wohnungen dafür sorgen, dass auch bei den privaten Vermietern durch freie Marktmechanismen die Mietforderungen sinken. Denn wie gesagt, wenn mehr Wohnungen als Wohnungsssuchende vorhanden sind, werden die Vermieter zwangsläufig ihre Mietforderungen senken.

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Konsumklima stürzt ab, Aussichten am Arbeitsmarkt besser – wie kann das sein?

Claudio Kummerfeld

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Menschen in Schlange mit Einkaufswagen

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat heute ihre Meldung für das Konsumklima in Deutschland (Verbraucherstimmung) veröffentlicht. Dem normalen Menschenverstand folgend sinkt das GfK-Konsumklima. Für Dezember zeigt man einen Wert von -6,7 Punkten, und damit 3,5 Punkte weniger als im November. Es ist logisch, dass die Stimmung der Konsumenten sinkt, wenn der zweite Lockdown voll in Gange ist – sei es auch nur ein sanfter Lockdown mit geschlossener Gastronomie. Der Lockdown light habe die Verbraucherstimmung im November laut GfK spürbar gedämpft. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung wie auch die Anschaffungsneigung müssen – wie schon im Vormonat – Einbußen hinnehmen. Hier ein Auszug aus der Meldung der GfK:

„Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe treffen – ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus – das Konsumklima schwer“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen. Die als Folge der zunehmenden Verunsicherung erneut gestiegene Sparneigung hat ebenfalls zum Rückgang des Konsumklimas beigetragen.“

Stimmung am Arbeitsmarkt verbessert sich

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute sein aktuellstes Barometer für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht. Demnach verbessert sich die Stimmungslage sogar. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer (besteht aus zwei Komponenten, aktueller Beschäftigung und Entwicklung der Arbeitslosigkeit) ist im November um 0,4 Punkte auf 100,5 Punkte gestiegen. Damit verbleibt der Frühindikator im leicht positiven Bereich. Warum? Nun, dazu gibt die IAB eine klare Aussage. Die Beschäftigung werde im zweiten Lockdown nicht noch einmal einbrechen. Wichtig hierfür seien die (staatlichen) Stützungsmaßnahmen für die Betriebe und ihre jetzt bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Die Perspektive auf einen Impfstoff mache die Unternehmen zuversichtlicher.

Das verstärke noch einmal ihre Bereitschaft, die Beschäftigten zu halten. Dennoch belaste die weltweite zweite Corona-Welle die Erholung, und die sich durch die Corona-Krise beschleunigenden Transformationsprozesse in der Wirtschaft würden große Herausforderungen darstellen. Und relativ günstige Aussichten zeigt das IAB-Arbeitsmarktbarometer für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Die entsprechende Komponente hielt sich auf dem Vormonatsstand von 102,1 Punkten. Zu beachten sei, dass der Befragungszeitraum schon in der ersten Novemberhälfte endete, als eine Verlängerung des Lockdowns noch nicht absehbar war.

Also: Die staatlichen Arbeitsmarkt-Forscher sehen die Stimmung deswegen verbessert, weil auf der einen Seite die Befragung schon endete, bevor eine Lockdown-Verlängerung absehbar war – und weil auf der anderen Seite die Wirtschaft vom Staat mit Rettungsgeldern geflutet wird, sodass Entlassungen nicht notwendig sind.

Arbeitsmarkt-Barometer der IAB steigt

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