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Hanjin-Liquidierung: Größte Schifffahrtspleite aller Zeiten, und merkwürdige Kursanstiege der Konkurrenz

Die größte Reederei Südkoreas (große Exportnation) und siebtgrößte Reederei der Welt Hanjin wird nun endgültig liquidiert, also abgewickelt. Der Laden wird dicht gemacht, und alles was noch da ist, wird in…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die größte Reederei Südkoreas (große Exportnation) und siebtgrößte Reederei der Welt Hanjin wird nun endgültig liquidiert, also abgewickelt. Der Laden wird dicht gemacht, und alles was noch da ist, wird in Cash umgewandelt um die Gläubiger zu bedienen. Das ist der letzte Akt, nachdem das Unternehmen am 31. August 2016 Insolvenz angemeldet hatte. Seitdem bestand die Hoffnung, dass man sich im Rahmen des Insolvenzverfahrens „restrukturieren“ könne. Also Mitarbeiter teilweise entlassen, Kosten senken, Schulden strecken usw. Wichtig ist aber heute, dass ein südkoreanisches Gericht nun zum letztendlichen Schluss gekommen ist, dass die sofortige Liquidation der Firma den Gläubigern mehr Geld einbringt, als wenn man den Laden noch länger am Leben halten würde. Also war der Rest tot mehr wert als lebendig. So ist es eben.

In den letzten Jahren konnte die Branche solch ein Deaster stets vermeiden, weil große Player kleine Player in ihre Flotte ingegrierten. Die Hamburger Reederei Hapag Lloyd beispielsweise ist trotz ständiger Gewinnsorgen in den letzten Jahren auch immer weiter gewachsen durch Zukäufe (Kanada) und Fusionen (Südamerika und Naher Osten). So wurden bei Hapag beispielsweise Chilenen und Araber zu bedeutenden Anteilseignern des Konzern (alte Aktien tauschen gegen neue Aktien des Gesamtkonzerns). Durch die ständigen Fusionen und Käufe konnte die Krise der Branche in der Außendarstellung überdeckt werden. Dass Hanjin nach der Pleite im August jetzt endgültig dicht gemacht wird, zeigt wie kaputt die Branche 10 Jahre nach der Finanzkrise immer noch ist.

Richtig ernsthaft hat sich bei den großen Reedereien (Moeller-Maersk zu aller erst) wohl niemand Gedanken gemacht, dass es mal angebracht wäre eine Zeit lang keine neuen Schiffe zu bestellen. Genau so hatten auch koreanische Großwerften lange Zeit ihre Werftkapazitäten nicht angepasst, und sind jetzt zu dramatischem Schrumpfen gezwungen. Hanjin hatte zuletzt beim Insolvenzantrag eine Schuldenlast von 5,37 Milliarden Dollar genannt. Das Verscherbeln der Schiffe bringt nur ein klein wenig Cash in die Kasse. In Finanzkreisen munkelt man, das vor allem die großen Pötte (ca 150 Mio Euro Neubauwert) für um die 30 Millionen Euro zu Cash gemacht werden.

Hanjin´s Schiffe gelten sind modern und groß, also voll auf der Höhe der Zeit. Daher verschwinden die Kapazitäten dieser Schiffe durch die Liquidierung von Hanjin nicht vom Markt, sondern fahren in Kürze nur unter der Flagge der Konkurrenz weiter über die Weltmeere. Mehr als interessant ist die Reaktion der Aktienkurse von Hanjin´s Konkurrenten. Wir schauen hier mal exemplarisch auf Moeller-Maersk und Hapag-Lloyd (Nummer 1 und 5 in der Branche). Nach dem Insolvenzantrag von Hanjin am 31. August 2016 stiegen die Kurse der beiden Konkurrenten an den folgenden Tagen ein klein wenig an, um dann wieder an Kraft zu verlieren. Die Euphorie über das de facto Ausscheiden eines großen Konkurrenten auf der „Hauptroute“ zwischen Asien und Europa hielt also nur kurz an.

Dann ab dem 8. November, wo Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, ging es ähnlich wie mit dem Gesamtmarkt auch bei diesen beiden Aktien kräftig bergauf. Sieht man diese Aktien nur als normalen Teil des gesamten Aktienmarktes, ist diese Bewegung nachvollziehbar. Aber man bedenke: Donald Trump hat dem globalen Freihandel und Welthandel den Krieg erklärt! Und er hat kurz nach seiner Amtsübernahme sofort das Asien-Freihandelsabkommen TPP gekündigt. Noch desaströser könnte es eigentlich nicht sein für die Aktien von Reedereien, die nur vom globalen freien Warenverkehr leben. Deswegen ist es doch recht verwunderlich, dass die Aktien der beiden einfach so mit gestiegen sind. Aber so ist es nun mal. Die Börse hat immer recht, oder der Aktienkurs lügt nicht… oder wie war das Sprichwort nochmal ?


Die Aktie der weltweit größten Container-Reederei Moeller-Maersk seit Anfang August 2016.


Die Aktie der weltweiten Nummer 5 der Container-Reedereien Hapag-Lloyd seit Anfang August 2016.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    randy hofbeck

    17. Februar 2017 16:48 at 16:48

    kann es eventuell auch sein, dass im finanzwesen, speziell an den börsen eine grosse zahl von schwachköpfen tätig sind ?

  2. Avatar

    frank.trg

    17. Februar 2017 21:00 at 21:00

    naja so ungewönlich ist das auch nicht. Ein großer Konkurrent ist weg vom Markt. Für die Überlebenden bleibt also mehr vom Kuchen, deshalb steigen die Kurse…

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da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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