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Aktuelle UK-Daten: Industrie dank schwachem Pfund mit Wachstum, Handelsbilanzdefizit aber immer krasser!

Das britische Außenhandelsdefizit hat sich binnen eines Quartals um 5,7 auf 10,5 Milliarden Pfund erhöht. Die Importe stiegen um 3,3%, während die Exporte um 0,5% fielen. Und das bei dem immer noch extrem schwachen Pfund! Der Importanstieg geht zurück...

FMW-Redaktion

Das britische Außenhandelsdefizit hat sich binnen eines Quartals um satte 5,7 Milliarden Pfund auf 10,5 Milliarden Pfund erhöht. Die Importe stiegen um 3,3%, während die Exporte um 0,5% fielen. Und das bei dem immer noch extrem schwachen Pfund! Der Importanstieg geht zurück auf die Einfuhr von Maschinen, Autos, Öl und Chemieprodukten. Die Exporte nur von Waren stiegen um 0,6%. In EU-Staaten stiegen sie sogar um 5,7%. Das zeigt dann doch, wie wirksam das schwache Pfund sein kann. Die Charts zeigen für Großbritannien genau entgegengesetzt zu Deutschland ein strukturelles Defizit im Außenhandel. Die Importe (obere Linie) sind immer relativ konstant höher als die Exporte.

Somit fließt unterm Strich aus der Volkswirtschaft immer mehr Geld ab ins Ausland. Dieses Geld konnten Staat, Unternehmen und Verbraucher aber nicht verdienen, und müssen daher Schulden machen. Die dritte Grafik ist sehr aufschlussreich und zeigt das Innenleben der britischen Wirtschaft. Seit 2015 zeigt sie pro Monat mit einem Balken oben in gelb die Außenhandelsüberschüsse der Briten im Dienstleistungsbereich, und unten in blau die Defizite im Warensektor. Die Defizite bei Waren übertreffen aber stets das Plus bei den Dienstleistungen, wodurch unterm Strich ein Defizit entsteht (Linie).

Die Bautätigkeit auf der Insel ist von März 2016 auf März 2017 um 2,4% gestiegen. Immer noch ein beachtliches Plus nach +0,9% aus dem Vormonat, bei den Brexit-Vorzeichen.

Das produzierende Gewerbe in Großbritannien zeigt sich ebenfalls robust. Es wächst von März 2016 auf März 2017 um 1,4%. Die tatsächliche Industrieproduktion, die den Kern des produzierenden Gewerbes bildet, leistet zu dem Plus den stärksten Beitrag mit +2,3%. Vor 1,4% lag die Gesamtzahl im Februar noch bei +2,5%. Im Juni 2016, also zum Zeitpunkt des Brexit-Votums, lag der hier dargestellte Produktionsindex bei 104 Punkten. Jetzt aktuell liegt er auf dem selben Niveau. Die Annahme lautet, zumindest von unserer Seite aus betrachtet: Abwärtstendenzen ausgelöst durch Brexit-Ängste und reale Brexit-Probleme werden bis dato aufgefangen durch das schwache Pfund, das die britischen Exporte unterstützt!



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1 Kommentar

  1. Offen gesagt, halte ich es für ambitioniert, von einem schwachen Pfund zu sprechen, gerade da an den Börsen ja die Zukunft gehandelt wird. Angesichts der Probleme, die dem nun bald „freien“ Separatisten-Inselchen bald blühen dürften und dessen Wirtschaftsleistung sollte die Parität bzw. Umkehr des Verhältnisses GBPEUR eigentlich Programm sein.

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