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Konjunkturdaten

Trotz rückläufiger Lagerbestände: Ölpreis schwächelt im Fegefeuer der Nachrichtenlage

Eigentlich sah es gestern um 17 Uhr deutscher Zeit doch so schön aus für die Öl-Bullen. Die Öl-Lagerbestände in den USA gingen mit -6,3 Millionen Barrels sogar noch etwas stärker zurück als es…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Eigentlich sah es gestern um 17 Uhr deutscher Zeit doch so schön aus für die Öl-Bullen. Die Öl-Lagerbestände in den USA gingen mit -6,3 Millionen Barrels sogar noch etwas stärker zurück als es vorher durch die API-Daten zu erwarten war. Genau so eine Nachricht brauchten die Öl-Bullen für steigende Kurse. Also gab es einen raschen Anstieg im WTI-Ölpreis von 45,72 auf 46,50 Dollar.

Dann aber begann die rasante Abwärtsfahrt innerhalb von 2 1/2 Stunden runter auf 45,17 Dollar. Dann ging es weiter über Nacht auf jetzt knapp unter 45 Dollar. Dies lag daran, dass gestern neben den EIA-Daten für die Lagerbestände auch Daten zur Ölproduktion und zum Export für die USA veröffentlicht wurden. Die Produktion stieg auf Wochenbasis um 1% auf 9,34 Millionen Barrels pro Tag. Binnen 12 Monaten ist das nun ein Anstieg von 10%.

Das „U.S. Census Bureau“ hat ebenfalls Daten veröffentlicht. Demnach sind US-Ölexporte im Mai gegenüber April von 1,00 Millionen Barrels pro Tag auf 1,02 Millionen gestiegen. Diese beiden Infos brachten den Kurssturz ins Laufen. Eigentlich sind (vor allem durch die Äußerungen der OPEC) die Lagerbestände seit Wochen im Fokus des Marktbeobachter. Denn die OPEC sagte mehrmals ganz klar, dass für zukünftige Entscheidungen zu Produktionskürzungen entscheidend sei, wie sich weltweit die Lagerbestände entwickeln. Und da die USA nun mal die verlässlichsten Daten liefern und ein entscheidender Markt sind, liegt hier der Fokus der Beobachtungen.

Aber für jetzt haben die Produktions- und Exportdaten die schönen Rückgänge bei den US-Lagern für den Verlauf des Ölpreises neutralisiert. Hinzu kommt nach die gestrige Nachricht vom italienischen Ölkonzern ENI. Man gab bekannt, dass man in Ghana das „Sankofa“-Ölfeld in Betrieb genommen habe, aus dem wohl täglich 45.000 Barrels Öl gefördert werden können. Also noch mehr Angebotsmenge auf dem Weltmarkt!

Morgan Stanley übrigens sagt jüngst, dass ein WTI-Ölpreis zwischen 46 und 50 Dollar mittel- und langfristig die US-Produzenten (gemeint sind die Fracker) davon abhalten werde ihre Produktion auszuweiten. Die Preise müssten schon nah an die 40 Dollar-Marke heranrücken, damit die US-Produktion zurückgeht, so Morgan Stanley. Na, da meinen wir aber, dass die meisten Fracker gerade bei neuen Bohranlagen ihre Gewinnschwelle in den letzten beiden Jahren so drastisch gesenkt haben, dass diese Zahlen eher tiefern angesetzt werden müssten. Aber hier einen Branchendurchschnitt festzulegen, ist bei der privat und dezentral organisierten US-Fracking-Industrie unmöglich.

Der Ölpreis scheint erst einmal seinen Aufwärtstrend beendet zu haben.


Der WTI-Ölpreis seit dem 27. Juni.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände +4,4 Mio Barrels (jetzt 486,6 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 486,6 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von 4,4 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -1,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit -0,3 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +2,8 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +2,6 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (-0,3 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit -7 Cents bei 52,43 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Konjunkturdaten

US-Verkäufe bestehender Häuser besser

Markus Fugmann

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Die Verkäufe bestehender US-Häuser (Dezember) sind mit +0,7% auf eine Jahresrate von 6,76 Millionen deutlich besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war -2,0% auf eine Jahresrate von 6,55 Millionen; Vormonat war -2,2% auf eine Jahresrate von 6,71 Millionen).
Die Daten aus dem Dezember sind Transaktionen, die in der Regel im November abgeschlossen und dann im Dezember finalisiert werden..

Die Verkäufe bestehender Häuser machen etwa 90% des amerikanischen Immobilienmarkts aus und sind daher von besonderer Bedeutung!

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Konjunkturdaten

US-Einkaufsmanagerindizes: zweitbester Wert seit sechs Jahren!

Markus Fugmann

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Soeben wurde die Einkaufsmanagerindizes für die USA (Markit PMI; Januar) veröffentlicht:

Verarbeitendes Gewerbe: 59,1 (Prognose war 56,5; Vormonat war 57,1)

Dienstleistung: 57,5 (Prognose war 53,6; Vormonat war 54,8)

Gesamtindex: 58,0 (Vormonat war 57,1)

Auffallend: die Input-Kosten steigen so stark wie seit dem Jahr 2009 nicht mehr!

 

Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

“US businesses reported a strong start to 2021, buoyed by hopes that vaccine developments will mean the worst of the pandemic is behind us, and
that the new administration will provide a stable and supportive environment for stronger economic growth. Output growth accelerated in January to the second-fastest in almost six years, and business optimism about the year ahead surged higher. Over the past three months, business sentiment has been running at its highest since the start of 2015. “However, capacity constraints are biting amid the growth spurt. Not only have the last two months seen supply shortages develop at a pace not previously seen in the survey’s history, but prices have also risen due to the imbalance of supply and demand. Input cost inflation consequently also hit a survey high and exerted further upward pressure on average selling prices for goods and services. “There was also disappointing news on the labour market, as near-term concerns over the impact of the pandemic, notably on demand for consumer-facing services, and rising costs led to the weakest employment reading since July.”

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