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Dank dem Steuerzahler: HSH Nordbank bereitet sich mit netten Zahlen auf Privatisierung vor

Die HSH Nordbank hat ihre Halbjahreszahlen vorgestellt. Wenn man die Zahlen so betrachtet, erkennt man auf den ersten Blick Daten einer gesunden Bank mit einer sehr guten Kapitalausstattung…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die HSH Nordbank hat ihre Halbjahreszahlen vorgestellt. Wenn man die Zahlen so betrachtet, erkennt man auf den ersten Blick Daten einer gesunden Bank mit einer sehr guten Kapitalausstattung (harte Kernkapitalquote 18,9%). Der Gewinn im ersten Halbjahr vor Steuern lag bei 173 Millionen Euro nach 171 Millionen Euro vor einem Jahr. Die Bilanzsumme, die man aufgrund der faulen Schiffskredite immer weiter versucht zu reduzieren, sank gegenüber Ende 2016 von 84,4 auf 79,3 Milliarden Euro. Die Mitarbeiterzahl sinkt ebenfalls von 2.164 auf 2.030.

Beim Abbau des Schrotts (faule Kredite) macht die HSH nach eigenen Aussagen gute Fortschritte. Zitat:

Die Bank hat ihre Strategie zur nachhaltigen und signifikanten Verringerung des Non-Performing Exposures (NPE) weiter konsequent vorangetrieben. Zum 30. Juni betrug das NPE-Volumen im Konzern 11,9 (14,6) Mrd. Euro, auf die Abbaubank entfielen davon 11 Mrd. Euro, auf die Kernbank 0,9 Mrd. Euro. Damit einhergehend wurde die NPE-Quote deutlich auf 14,6 Prozent, nach 17,5 Prozent zum 31. Dezember 2016, gesenkt.

Dem leistungsgestörten Kreditvolumen stand eine umfassende Risikovorsorge gegenüber, so dass sich eine abermals klar verbesserte Abschirmungsquote (Coverage Ratio, ermittelt aus dem Verhältnis der gebildeten Risikovorsorge zum NPE) im Konzern von 56 (31.12.2016: 48) Prozent ergab. Allein für das notleidende Shipping-Exposure in Höhe von 8,5 Mrd. Euro (davon 7,7 Mrd. Euro in der Abbaubank und 0,8 Mrd. Euro in der Kernbank) errechnete sich eine Coverage Ratio von 61 (31.12.2016: 60) Prozent.

Da die HSH Nordbank mitten im Bieterprozess steckt, und wohl just in diesem Tagen konkrete Angebote von möglichen Käufern erwartet, macht Vorstandschef Ermisch auf schöne Welt, und zeichnet die Bank in rosigen Farben. Das wäre wohl auch gut für die Steuerzahler im Norden, da ansonsten dank EU-Vorgaben die Bank zwangsweise abgewickelt werden müsste, wodurch der ganze Rest dem Steuerzahler als weitere Belastung bliebe.

Laut Ermisch sei die Kernbank ordentlich saniert worden, und die Kapitalausstattung der HSH sei „bärenstark“. Der geschäftliche Anker im Markt sitze fest! Es gäbe außerdem ein fulminantes Tempo beim Abbau von Altlasten. Das hört sich doch alles total super an, möchte man meinen. Aber warum sieht es so super aus? Ja, weil die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein mit 10 Milliarden Euro Bürgschaft quasi den Schrott aus den Büchern ziehen, und weil die beiden Bundesländer darüber hinaus die „hsh portfoliomanagement“ gründeten, eine Gesellschaft, die mit der HSH Nordbank überhaupt nichts zu tun hat.

Diese neue Gesellschaft (Abwicklungsanstalt) hatte am 1. Juli 2016 der HSH Nominalschulden von 4,1 Milliarden Euro abgekauft, um sie noch weiter zu entlasten. Man kaufte diese Schulden der HSH für einen angeblich realistischen Restwert von tatsächlich nur 2,4 Milliarden Euro ab. Als Sicherheit dienten 253 Schiffe, die hinter den Krediten standen. Hier verbuchte die Anstalt (also der Steuerzahler) vor Kurzem einen Verlust von 505 Millionen Euro. Dieser resultiere „vor allem aus der Risikovorsorge auf das übernommene Portfolio notleidender Kredite.“

Also hat letztlich der Steuerzahler die HSH so weit saniert, dass sie nun gut da steht, und vermeintlich einen glücklichen Investor findet, der sie kauft. Laut Vorgaben der EU-Kommission muss beim Verkauf der gesunden HSH und der Bad Bank der HSH (faule Kredite) unterm Strich ein positiver Preis erzielt werden, den der Käufer zahlt. Die Bad Bank der HSH hat ihren Halbjahresverlust binnen Jahresfrist gesteigert von 41 Millionen auf 348 Millionen Euro.

Ermisch sieht laut aktuellster Aussage eine deutliche Erholung am Schifffahrtsmarkt. Ob er das nur sagt, um potenzielle Käufer der HSH heiß zu machen? Denn am 11. August erst sagte die „hsh portfoliomanagement“, also die Abwicklungsanstalt der Länder, dass man nicht davon ausgehe, dass sich die Schifffahrtsmärkte kurzfristig erholen werden. Dieses Jahr hatte die HSH zwei Hamburger Reedern Schulden von insgesamt 1,2 Milliarden Euro erlassen. Es stünden nun laut HSH-Finanzvorstand Gatzke weitere Forderungsverzichte durch die HSH bevor, die aber kleiner sein werden als diese beiden großen Fälle.

Hier noch ein Auszug aus dem HSH-eigenen Interview mit Bankchef Ermisch zu den Halbjahreszahlen:

Und was heißt das konkret?
STEfAN ERMISCH Die Bank ist viel effizienter geworden, die Prozesse sind sicher und auf aktuellem Stand. Die HSH Nordbank hat sich enorm entwickelt. Auf das, was wir bereits erreicht haben, können wir durchaus stolz sein – die Privatisierung ist nun der letzte Schritt. Die HSH Nordbank ist eine nach vorne gerichtete Bank, die einem Investor Freude machen wird.

Gibt es denn schon einen investor?
STEfAN ERMISCH Der Verkaufsprozess, den die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein steuern, läuft nach Plan, wichtige Meilensteine wurden erreicht. Es gibt eine Reihe ernsthaft er Interessenten, die wir mit vielen Informationen versorgen. Man darf eins nicht vergessen: Mit der HSH Nordbank steht eine Bank in einer wirtschaft lich attraktiven Region in einem der politisch stabilsten Länder der Welt zum Verkauf – so eine Gelegenheit gibt es nicht oft .

Was sind die nächsten Schritte im verkaufsprozess?
STEfAN ERMISCH Nachdem sich die Bieter unsere Bank intensiv angesehen haben, werden diese bei den Ländern bis Ende Oktober verbindliche Angebote abgeben. Danach verhandeln die Länder mit den Interessenten, um in diesem wahrlich nicht trivialen Eigentü- merwechsel bis Ende Februar 2018 zu einem Ergebnis zu kommen

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

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