Folgen Sie uns

Allgemein

Leinen los für eine noch stärkere Explosion der US-Staatsschulden – wir haben da eine Idee, wer sie finanzieren wird

Im Fiskaljahr 2017, das in den USA bereits endete, hat die US-Regierung 666 Milliarden Dollar mehr ausgegeben als eingenommen. Diese Differenzsumme (Defizit) muss folglich über neue Schulden…

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Im Fiskaljahr 2017, das in den USA bereits endete, hat die US-Regierung 666 Milliarden Dollar mehr ausgegeben als eingenommen. Diese Differenzsumme (Defizit) muss folglich über neue Schulden finanziert werden. Die bevorstehende Steuerreform von Donald Trump, die eher als große Steuersenkung in die Geschichte eingehen wird denn als Reform, dürfte dieses Defizit in ungeahnte Höhen katapultieren.

Wie viele „Freidenker“ in der Geschichte denken zahlreiche Republikaner wie auch ihr Präsident. Senken wir massiv die Steuern, werden die Amerikaner das zusätzliche Geld in der Tasche in den Konsum pumpen. Auch die Unternehmen werden dank drastisch geringerer Steuern deutlich mehr investieren und hochwertige Arbeitsplätze schaffen. All das lässt das Steueraufkommen so weit ansteigen, dass der vorige Steuerausfall kompensiert wird, und vielleicht sogar noch mehr Steueraufkommen entsteht als vorher.

Hier die gestern präsentierten Kernpunkte der US-Steuerreform.

So weit die Theorie. Es gibt aber noch kein Beispiel in der Geschichte der Menschheit, wo solche massiven Steuersenkungen die Steuerausfälle letztlich durch mehr wirtschaftliche Aktivität kompensiert hätten. Eine wunderschöne Theorie, die aber nur eine schöne Illusion ist. Also: Die US-Staatsschulden werden nach allem menschlichem Ermessen noch viel schneller explodieren, als sie das ohnehin schon tun. Denn alleine in den letzten sieben Wochen stiegen sie um 610 Milliarden Dollar.

Inzwischen ist die US-Staatsverschuldung bei 20,45 Billionen Dollar angekommen. 5,6 Billionen Dollar davon sind sogenannte „Intragovernmental Holdings“, also wo der Gläubiger eine staatseigene Institution der USA ist wie zum Beispiel die Notenbank „Federal Reserve“. Von den verbleibenden 14,8 Billionen Dollar werden ca 6,3 Billionen US-Dollar Volumen von ausländischen Gläubigern gehalten. Und unsere Vermutung lautet: Vor allem die ausländischen Gläubiger werden die Trump-Träume von niedrigeren Steuern finanzieren, also wir alle (Europäer, Araber, Asianten etc). Denn die US-Schulden sind breit gestreut auf dem Planeten (siehe folgennde Grafik mit aktuellstem Stand August). China und Japan sind mit Abstand die größten Gläubiger mit jeweils mehr als 1 Billionen Dollar.

In der folgenden Grafik sieht man den dramatischen Anstieg der US-Staatsverschuldung, die sich in den acht Obama-Jahren verdoppelte. Trump gibt Vollgas. Mit seinen Steuersenkungen wird er wohl kaum eine Verdopplung von 20 auf 40 Billionen Dollar schaffen, aber wahrscheinlich hat er ja auch keine acht, sondern nur vier Jahre Zeit (also ein unfairer Vergleich zu Obama). Wie stark genau das jährliche Defizit nach dieser massiven Steuersenkung wächst, wissen wir nicht. Man kann nur mutmaßen, dass es weit über 1 Billion Dollar pro Jahr steigt, und damit auch die jährliche Neuverschuldung des Staates. Wer zahlt das? Wir vermuten wie gesagt, dass es vor allem die ausländischen Gläubiger sein werden.

Warum werden die wohl besonders scharf auf diese zusätzlichen Schuldtitel sein? Nun, in den USA ist die Zinswende längst am Laufen. Die nächste Zinsanhebung steht wohl schon im Dezember an, und in 2018 geht es aller Voraussicht nach weiter. Damit werden US-Schulden gerade stetig attraktiver im Vergleich zu Staatsschulden aus Euroland, aus der Schweiz, Japan usw, wo die Zinsen noch lange Zeit bei Null oder sogar im Minus kleben bleiben. Also, alles auf, lasst uns Trump´s Steuersenkungen finanzieren!?


Die US-Staatsverschuldung von 1980 bis November 2017. Ein Anstieg von 900 Milliarden auf 20,45 Billionen US-Dollar.

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Feldmaen

    3. November 2017 10:35 at 10:35

    Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse ergeben sich daraus ein paar Ungereimtheiten. Durch die Steuersenkung soll die Binnennachfrage angekurbelt werden und das Außenhandelsdefizit gesenkt werden. Das bedeutet es fließen weniger Dollar von den USA ins Ausland. Des Weiteren sollen im Ausland geparkte US Dollar zurück in die USA fließen. Darüber hinaus soll die Staatsverschuldung gegenüber dem Ausland steigen, d.h. noch mehr Dollar nach Amerika zurückgehen. Würde das nicht innerhalb der USA höchst inflationär und für den Rest der Welt deflationär wirken? Oder habe ich einen Denkfehler? Irgendwo müssen die Dollars doch herkommen, wenn die FED sie schon nicht mehr drucken will und ihr Bilanz reduziert. Und dann noch eine Zinswende? Das passt doch alles nicht zusammen, aber vielleicht kann mich jemand aufklären!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      3. November 2017 10:39 at 10:39

      @Feldmaen, das ist richtig! Die Dollars würden aus dem „Rest der Welt“ abgesaugt und in die USA „hineingesaugt“ – inflationär für die USA, deflationäre für die Anderen! Aber: so wie es aussieht, ist die Sache die, dass die Steuern von 12% auf Auslands-Dollars anfallen, unabhängig davon, ob diese Dollars in die USA transferiert werden oder eben nicht – und ich habe das Gefühl, dass die Wall Street das irgendwie so nicht wahrgenommen hat..

    • Avatar

      Gerd

      3. November 2017 11:03 at 11:03

      „Durch die Steuersenkung soll …das Außenhandelsdefizit gesenkt werden.“

      Glaube ich nicht, dass das die Absicht sein soll. Da sehe ich, wenn überhaupt, den Wirkungsmechanismus genau anders herum.

      • Avatar

        Feldmaen

        3. November 2017 11:11 at 11:11

        @Gerd, können sie das weiter Erläutern?

        • Avatar

          Gerd

          3. November 2017 13:45 at 13:45

          Feldmaen, bin wieder da.
          Warum ich das nicht glaube. Gerne versuch ich zu erläutern.

          Die Kurzform:
          Der erste Teil des Satzes lautete: „Durch die Steuersenkung soll die Binnennachfrage angekurbelt werden….“
          Durch Ankurbelung der Binnennachfrage kann in der Regel ein ExportÜBERSCHUSS verringert werden. Der Output der Unternehmen kann weg vom Ausland hin zu den im eigenen Land Nachfragenden geleitet werden. Also kann genau das nicht der Königsweg für die USA sein.

          Die ausführlichere Erklärung:
          a) Das Außenhandelsdefizit wollte Trump ursprünglich u.a. mittels Verhängung von Importzöllen in den Griff kriegen. Er bemängelte zudem unfaire Handelspraktiken und auf Europa/Deutschland bezogen einen zu niedrigen Eurokurs. Nicht über die Binnenkonjunktur.

          b) Ausführlicher
          Weil es fast allen bekannt ist, erläutere ich es an einem Land, wo die Verhältnisse andersherum sind.
          Der (für Deutschland) zu niedrige Eurokurs sowie die Exportlastigkeit der deutschen Wirtschaft sind (außer, dass wir natürlich die besten Produkte auf der ganzen Welt produzieren) Ursache für unseren Handelsbilanzüberschuss.

          Um den abzubauen, wird Deutschland immer wieder von vielen offiziellen Seiten (von außerhalb und auch von innerhalb) aufgefordert, den deutschen Verbrauchern mehr Geld zum Konsumieren zu belassen. Zum Beispiel durch höhere Löhne. Aber auch durch Steuersenkungen. Weil das nämlich über den Verbrauch die Binnenkonjunktur ankurbeln soll. Zur Ankurbelung der Binnenkonjunktur gehört auch die Forderung an die öffentliche Hand, endlich die notwendigen und längst überfälligen Infrastrukturmaßnahmen anzugehen. Der Bagger und sonstwas, den z.B. Liebherr in Deutschland für derartige Maßnahmen verkaufen kann, muss nicht in die USA verkauft werden – und den Erlös hat das Unternehmen trotzdem.
          Nebenbei kann der Deutsche bei brummender Binnenkonjunktur und mit mehr Geld in der Tasche dieses zusätzlich auch in anderen Ländern ausgeben (und sei es für Urlaub), was sich wiederum senkend auf den Handelsbilanzüberschuss auswirkt – und bei den begünstigten (Urlaubs)Ländern zu einer Senkung des Defizits.
          .
          Nun muss man das ganze auf den Kopf stellen, dann erhält man das ungefähre Resultat für die USA:

          Aus USA-Perspektive bewirkt eine Belebung der Binnenkonjunktur demnach keine Verringerung ihres Handelsbilandefizits. Wenn, dann eine Verschlechterung.

          Da zudem die anderen Maßnahmen, insbesondere auch die Kapitalrückholung, in der Tendenz einen höheren Dollarkurs zur Folge haben, verschlechtern sich die Exportaussichten der USA sogar.

          • Avatar

            Feldmaen

            3. November 2017 17:08 at 17:08

            Jetzt verstehe ich sie, so hab ich es nicht gesehen. Mein Gedanke war, dass die erhöhte Binnennachfrage dazu führt, das weniger Produkte aus dem Ausland importiert werden. Das ist natürlich nicht richtig, denn das passiert nur wenn das Angebot im Binnenmarkt steigt und die Nachfrage bedienen kann, somit weniger Produkte aus dem Ausland eingeführt werden müssen. Das wird aber bei den billigen Produkten aus dem Ausland, im Vergleich zu USA, wohl kaum passieren. Also führt die Rückführung des Dollars über kurz oder lang dazu, dass das Handelsdefizit der USA weiter ansteigt. Bin mal gespannt!

          • Avatar

            Gerd

            3. November 2017 19:23 at 19:23

            Ihr Gedanke ist ja so verkehrt gar nicht. Wenn man nicht nur die Binnennachfrage stärkt sondern den gesamten Binnenmarkt, also auch die Angebotsseite wettbewerbsfähig macht, könnte eine Volkswirtschaft im Prinzip sogar ohne Außenbeiträge auskommen. Das heißt, es müsste auch nichts importiert werden, was überhaupt zu einem Defizit führen könnte.

            Eines noch im Blick halten. Alle Aussagen beziehen sich meistens jeweils auf einen für sich allein betrachteten Parameter. Unter der Bedingung, dass alle anderen unverändert bleiben (ceteris paribus).

            Im Zusammenwirken kann das Ergebnis abweichend sein.
            Also. „…Rückführung des Dollars (führt) über kurz oder lang dazu, dass das Handelsdefizit der USA weiter ansteigt.“ Die Aussage ist zu gewagt.

            Wenn man den einzelnen Parameter „Devisenkurs“ für sich allein anschaut, würde ein steigender Dollar wegen der nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Produkte aufgrund des Umrechnungskurses zu einer Ausweitung des Defizits führen. Das wars aber auch schon.

            Ob aber der Dollar im Zusammenspiel mit den amderen Parametern wegen der Dollarrückführung überhaupt so deutlich steigt, ist noch offen. Vielleicht wirken weitere, jetzt nicht erkennbare Ereignisse dem Dollaranstieg von vornherein entgegen.
            Und wiederum zusätzlich ergänzende Maßnahmen überkompensieren evtl. den Nachteil aus dem Dollaranstieg. Etwa Einfuhrzölle, und seien sie auch gering, um niemand zu verschrecken.

            Aber auch eben eine steigende Binnennachfrage muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass Amerika (noch) weniger ins Ausland exportiert und deshalb das Handelsbilanzdefizit vorhersehbar steigt. Nur, dass es deshalb sinkt, halte ich (ceteris paribus) für unwahrscheinlich. Aber das will Trump damit sicherlich auch nicht erreichen.

  2. Avatar

    Schnutzelpuh

    3. November 2017 12:42 at 12:42

    Aber nach Trump lebt ja die ganze Welt auf Kosten der USA. Was ist jetzt richtig?

  3. Avatar

    Günther

    3. November 2017 13:13 at 13:13

    Hallo,
    ich will ja hier nichts mieß machen aber:
    Als Bush in der Finanzkrise 2008 die hälfte der Staatsschulden hatte wurde auch schon geschrieben das geht nicht mehr weiter – heute sieht man es ging.
    Anscheinend ist da immer noch Luft nach oben – wer weiß wie lange.
    MfG

  4. Avatar

    V

    3. November 2017 14:04 at 14:04

    Ihr Pfeil ist zu flach! Er muss höher zeigen, denn Zins- und Zinseszinseffekt ergibt eine Exponentialkurve!

  5. Avatar

    Columbo

    3. November 2017 16:30 at 16:30

    Hat nicht Herr Riße hier mal gesagt, Staatsschulden in eigener Währung seien keine Schulden?

  6. Avatar

    Herr Schröder

    3. November 2017 16:54 at 16:54

    Die FED kann so viel sie will und so oft sie einfach neue Dollars drucken.

    Wäre ein Defizit wirklich ein Problem hätten es die Märkte längst signalisiert.

    Man kann ja auch immer schön sehen, wie der Yen als safe haven genutzt wird und die Japsen haben eine BIP Defizit von >200%

  7. Avatar

    Gerd

    3. November 2017 20:02 at 20:02

    Feldmaen, je öfter ich mir Ihren Satz im Eingangskommentar auf der Zunge zergehen lasse, um so mehr gelange ich zu der Auffassung, dass Sie das Richtige gemeint haben könnten. Mit den Steuersenkungen sollen (mindestens) zwei separate Ziele erreicht werden

    Klaro, er will die Binnennachfrage ankurbeln. Das war ihr erster Halbsatz.
    Und mit den Steuersenkungen, welche auf die Unternehmen entfallen, zielt er nicht als erstes auf die Erhöhung derer Gewinne ab – nein, er will sie dadurch wettbewerbsfähiger machen, dem Inland und dem Ausland gegenüber. Und das wiederum könnte das Defizit senken. Genau das sagen Sie ja mit Ihrem zweiten Halbsatz, selbst wenn Sie die Unternehmen nicht konkret erwähnten.

    Ich hatte Ihren Satz fälschlich so verstanden, als wenn er über die Steuersenkungen die Binnennachfrage stärken wollte und mittels derer dann das Handeslbilanzdefizit senken.

    Sorry, ich glaube, ich schreibe eventuell wirklich zuviel.
    Aber ein angenehmes Wochenende wünsche ich Ihnen

    • Avatar

      Michael

      3. November 2017 21:22 at 21:22

      Und mit den Steuersenkungen, welche auf die Unternehmen entfallen, zielt er nicht als erstes auf die Erhöhung derer Gewinne ab – nein, er will sie dadurch wettbewerbsfähiger machen, dem Inland und dem Ausland gegenüber.
      Das mag als schöne volkswirtschaftliche Theorie funktionieren. Es mag auch Trumpies Intentionen entsprechen. Aber funktioniert das so in der Praxis? Würden die Unternehmer die niedrigeren Steuern wirklich für Preissenkungen nutzen, denn nur die machen sie wettbewerbsfähiger? Oder für Investitionen in effizientere Technik ( = mehr Produktion zu gleichen Kosten oder gleiche Produktion zu noch weniger Kosten). Oder würden sie gar freiwillig ihren Arbeitern und Angestellten höhere Löhne und Gehälter bezahlen? Oder einfach nur in den oberen Etagen absahnen, um noch reicher zu werden?
      Die Möglichkeiten sind vielschichtig und ambivalent. Ich würde hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit jedoch eher die primitivste davon bevorzugen, die egoistische Gier nach noch mehr persönlichem Reichtum. Also Gewinnmaximierung…

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Sparverträge: BaFin rät Kunden zu aktivem Vorgehen gegen Banken

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Sparverträge sind seit Jahren ein heißes Thema bei Banken, und zwar wegen den in den „guten alten Zeiten“ versprochenen hohen Zinszahlungen. Heute dann der Hammer! Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang ist das, was von Seiten Deutschlands oberster Finanzaufsicht BaFin da heute veröffentlicht wurde. Es geht um Prämiensparverträge, welche die Bankkunden sorgfältig überprüfen sollen. Viele ältere Verträge enthalten laut BaFin Zinsanpassungsklauseln, mit denen Banken die zugesicherte Verzinsung einseitig abändern könnten. Diese Klauseln sind laut Bundesgerichtshof (BGH) seit 2004 unwirksam.

Aber kurz ein Schritt zurück. Die letzte Zeit hat die BaFin alles andere als geglänzt. Das Wirecard-Desaster war nur die Spitze. Die BaFin-Vizepräsidentin Elisabeth Roegele spielte zum Beispiel beim CumEx-Skandal eine zweifelhafte Rolle. Sie war vor ihrer BaFin-Zeit Chefjuristin der Dekabank, als diese auf Gewinne aus Cum-Ex-Geschäften klagte (mehr Details dazu hier). Von daher kann man es als Image-Maßnahme ansehen, dass gerade Frau Roegele explizit mit Namen zitiert wird, wenn die BaFin heute betroffenen Sparern dazu rät, jetzt selbst aktiv auf ihre Banken zuzugehen und sich erläutern zu lassen, welche Klausel ihre Sparverträge ganz konkret enthalten.

Runder Tisch über Sparverträge gescheitert – BaFin rät Kunden zur Offensive gegen Banken

Der nächste Schritt müsse dann laut heutiger Aussage der BaFin sein zu prüfen, ob diese Klauseln rechtskonform seien. Bei Fragen zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche oder zur Unterbrechung etwaiger Verjährungsfristen rät Frau Roegele den Kunden, sich bei Bedarf an eine Verbraucherzentrale oder auch einen Rechtsanwalt zu wenden. Das ist echt der Hammer. Die BaFin rät aktiv Bürgern dazu sich im Kampf gegen Banken an Anwälte oder Verbraucherschützer zu wenden? Bislang hielt sich die BaFin aus sowas doch raus?

Die BaFin geht davon aus, dass Banken und Sparkassen oft falsche Zinsklauseln verwendet und den Kunden zu wenig Zinsen gutgeschrieben haben. Betroffen seien laut BaFin-Statement insbesondere langfristig variabel verzinste Sparverträge aus 2004 und früher. Ein Runder Tisch, den die BaFin zum Thema Prämiensparen Ende November 2020 unter anderem mit den Verbänden der Kreditwirtschaft und Verbraucherschutzorganisationen einberufen hatte, habe leider keine kundengerechten Lösungen gebracht. Neben ihrem Verbraucheraufruf prüfe man deshalb jetzt auch konkrete verwaltungsrechtliche Optionen, mit denen das Ziel ausreichender Kundeninformation erreicht werden könne. Bereits im Februar 2020 hatte die BaFin die Banken aufgefordert, auf die betroffenen langjährigen Kunden zuzugehen und ihnen eine Lösung anzubieten.

Was soll man dazu sagen? Der gute Herr Hufeld (BaFin-Chef) und die gute Frau Roegele wollen wohl in der Öffentlichkeit endlich auch mal Pluspunkte sammeln, als oberste Beschützer der kleinen Leute mit Sparkonto? Zum Thema Prämiensparverträge liefert die BaFin auch folgende Erläuterung, im Wortlaut:

Ein Prämiensparvertrag ist eine langfristige Sparform mit variabler Verzinsung und gleichbleibender Sparleistung. Kunden erhalten zusätzlich zum Zins eine Prämie, die meist nach der Vertragslaufzeit gestaffelt ist. Viele Kreditinstitute verwendeten in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) Zinsanpassungsklauseln, die ihnen einräumten, über Änderungen der vertraglich vorgesehenen Verzinsung mit unbegrenzt einseitigen Ermessensspielräumen zu entscheiden. Diese Praxis erklärte der BGH 2004 für unwirksam und äußerte sich auch in späteren Entscheidungen in 2010 und 2017 zu den Anforderungen an solche Klauseln. Dennoch bestehen weiterhin Unsicherheiten, wie Kreditinstitute mit den Anforderungen der BGH-Rechtsprechung umzugehen haben. Hinweise dazu liefert ein Urteil, welches das Oberlandesgericht (OLG) Dresden im April 2020 auf die Musterfeststellungsklage der Verbraucherzentrale Sachsen getroffen hat. Es stellt etwa klar, dass die Verzinsung sich an einem angemessenen, langfristigen, öffentlich zugänglichen Referenzzinssatz orientieren muss und monatlich anzupassen ist. Als angemessen sieht das OLG Dresden beispielsweise die 9- bis 10-jährige Zeitreihe der Deutschen Bundesbank WX 4260 (damalige Bezeichnung) an. Die Entscheidung ist bislang nicht rechtskräftig; es wurde Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Weitere Musterfeststellungsklagen sind anhängig.

Sparverträge werden oft in Beratungsgesprächen abgeschlossen
Beispielfoto einer Beratung in einer Volksbank. Foto: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken

weiterlesen

Allgemein

Deutschland: Restaurants und Hotels bis 10.Januar geschlossen

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

In Deutschland werden laut einem Insider sowohl Gastronomie als auch Hotels bis zum 10.Januar geschlossen bleiben – darauf haben sich laut diesem Insider die Bundesregierung und die Bundesländer verständigt. Am 04.Januar sollen dann Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten zusammen kommen um das weitere Vorgehen zu beraten. Diese Entscheidung soll heute Nachmittag verkündet werden.

Also die nächste Hiobsbotschaft für Gastro und Hotels..

weiterlesen

Allgemein

Zinseszinseffekt: So verdoppeln Sie Ihr Depot binnen weniger Jahre – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

Albert Einstein bezeichnete ihn einst als 8. Weltwunder. Für Starinvestor Warren Buffett gilt er als wichtigster Erfolgsfaktor beim Investieren. Die Rede ist vom Zinseszinseffekt. Es kommt nicht von Ungefähr, dass diese beiden Genies dem Zinseszins eine so hohe Bedeutung beimessen. Denn er verhilft selbst bei kleinen investierten Beträgen über einen längeren Zeitraum zu großen Erfolgen. Folgende kleine Geschichte veranschaulicht den Effekt des Zinseszinses:

Die Legende vom Reiskorn

Die beeindruckende Wirkung des Zinseszinseffektes war offenbar bereits den alten Persern bekannt. Von ihnen stammt die Legende vom Reiskorn. In dieser forderte der König seine Untertanen auf ihm die Langeweile zu vertreiben. Wer es schafft, sollte eine Belohnung erhalten.

Ein kluger Höfling brachte dem König daraufhin das Schachspiel bei. Der König war begeistert ob der neuen Zerstreuung und wollte den Höfling belohnen. Dieser sprach: „Ich möchte nichts weiter als ein paar Reiskörner. Ich möchte, dass ihr mir das Schachbrett mit Reis füllt. Legt ein Reiskorn auf das erste Feld und dann auf jedes weitere Feld jeweils die doppelte Anzahl an Reiskörnern.“

Der König wunderte sich über den bescheidenen Wunsch seines Dieners und sagte sogleich die Belohnung zu. Er dachte wohl an ein kleines Säckchen voller Reis. In Wahrheit hätte er aber dank der 64-maligen Verdopplung mehr Reis gebraucht, als auf der ganzen Erde wächst.

Wie ist eine solche Fehleinschätzung möglich?

Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut in Prozentrechnung. Diese Art der Verzinsung ist in unserer Evolutionsgeschichte erst seit wenigen hundert Jahren von Bedeutung. Deshalb unterschätzen wir genau wie der persische König systematisch die Macht des Zinseszinses. Investmentgewinne von 5% locken nur wenige hinter dem Ofen hervor. Doch über einen…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage