Devisen

Effekte verantwortungsloser Geldpolitik

Von Michael Leist

Die Schweizer ziehen die Reisleine. Beim absehbaren Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB will die Schweizer Notenbank SNB nicht mitmachen. Dies wäre aber erforderlich gewesen, um den ausgegebenen 1,20 Mindestkurs von Euro-Franken aufrechtzuerhalten. Mit der heutigen Bekanntgabe der SNB den Märkten wieder den Preis für den Franken auszuhandeln zu lassen, schoss der Franken-Euro bis an die 1,14 Marke.

Kurzfristig hatte sich damit das Verhältnis der Währungen zueinander nahezu umgekehrt. Aktuell verteuert sich der Franken zum Euro „nur“ um fast 17 %. Was wir heute in Folge dessen beim DAX erleben, ist aber nicht die Konsequenz eines starken Franken, sondern die Konsequenz eines schwachen Euros!!! Betrachtet man nämlich die Performance des DAX in US-Dollar (siehe Abb.), so stellt man fest, dass der DAX seit Dezember letzten Jahres in einem Abwärtstrend gefangen ist. Da die Unternehmensanteile der Deutschen jedoch nicht mehrheitlich von ihnen gehalten werden, könnte man daher auf den Verdacht komme, dass sich der Haupteigentümer, also der ausländische in USD denkende Anleger, beim DAX Investment zurückhält.

Doch wie beim Tanken an der Zapfsäule, verdeckt ein gleichzeitig fallender Euro für uns die eigentliche Dramatik des Augenblicks. Wer also als DAX-Anleger auf einen Window-Effekt gehofft hatte, muss feststellen, dass sich seine Vermögenswerte in Euro marginal aufblähen, während sie in der Weltleitwährung an Wert verlieren.
Man sagt Zeit ist Geld, und das stimmt (z.B. der Zeitwert eines Derivates). Doch im Umkehrschluss ist damit das Papier-Geld auch nur die Zeit die man benötigt, um die Werthaltigkeit seines Pfandes zu prüfen. Denken Sie einmal darüber nach…
Die Alternativwährung Gold steigt heute in der Spitze derweil um 2% zum USD und um 3,1% in EUR.

DAX in USD



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