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Ab morgen arbeitet der Steuerzahler endlich für die eigene Tasche – von 1 Euro bleiben nur 45,4 Cent

Von einem Euro bleiben genau 45,4 Cents übrig, über die der Bürger selbst bestimmen kann. Verdammt wenig! Diesen Tag, ab dem man „für sich selbst“ arbeitet, bezeichnet der Bund der Steuerzahler als…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ja, das klingt unglaublich. Wenn man nämlich auf seine Lohnabrechnung schaut und dort auf die tatsächlich gezahlte Einkommensteuer blickt, ist die in Relation zum Einkommen bei vielen Menschen vielleicht bei 20% oder 30%. Aber wenn man mal so richtig nachdenkt: Man zahlt tonnenweise indirekte Steuern auf Benzin, Tabak, Alkohol, Flüge und und und. Außerdem zahlt man erneuerbare Energien über künstlich verteuerte Strompreise, was man noch weniger mitbekommt.


Bei Wolfgang Schäuble klingelt die Kasse. Foto: EPP / Wikipedia (CC BY 2.0)

Hinzu kommen natürlich noch Sozialabgaben wie die Arbeitslosenversicherung und und und. Natürlich erhält man für diese Abgaben auch Versicherungsschutz – was genau so eine Gegenleistung ist wie staatliche Leistungen für die Einkommensteuer (Feuerwehr, Polizei etc). Aber dennoch gehören all diese Kosten zu einem Block von Abgaben, die zwangsweise zu zahlen sind. Und diese Abgaben nehmen stetig weiter zu. So eine Gesamtrechnung präsentiert der „Bund der Steuerzahler“ regelmäßig. Durch die steigende Abgabenlast verschiebt sich der Zeitpunkt in einem Jahr, ab dem der Bürger wirklich für sich selbst arbeitet, immer weiter nach hinten.

Man kann es ganz einfach definieren. Nur mit diesem Teil seines Einkommens kann der Bürger selbstbestimmt tun, was er will! Und rein rechnerisch aufs ganze Jahr gesehen beginnt der Bürger genau ab morgen dem 19. Juli in diesem Jahr für sich selbst zu arbeiten. Von einem Euro bleiben genau 45,4 Cents übrig, über die der Bürger selbst bestimmen kann. Verdammt wenig! Diesen Tag, ab dem man „für sich selbst“ arbeitet, bezeichnet der Bund der Steuerzahler als „Steuerzahlergedenktag“. Zitat:

Das gesamte Einkommen, das die Steuer- und Beitragszahler vor diesem Datum erwirtschaftet haben, wurde rein rechnerisch an den Staat abgeführt. Damit liegt die Volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote im Jahr 2017 bei voraussichtlich 54,6 Prozent – diese Quote ist so hoch wie noch nie! Von jedem verdienten Euro bleiben also nur 45,4 Cent zur freien Verfügung übrig. Die hohe Quote resultiert vor allem auch aus heimlichen Steuererhöhungen. Denn die allgemein gute Lohn- und Einkommensentwicklung treibt die Bürger in immer höhere Steuersätze. Wo genau und wie sehr der Staat seine Bürger sonst noch belastet, belegt unser „BdSt-Belastungs-Check 2017“. Deshalb konfrontieren wir die Politiker vor allem im Bundestagswahlkampf mit den drei drängendsten steuerpolitischen Problemen und formulieren konkrete Lösungsvorschläge.

Sogar Institutionen wie IWF und OECD sind sich einig, dass die Abgabenlast in Deutschland viel zu hoch ist. Laut Bund der Steuerzahler hätte eine alleinstehende Person 6.680 Euro pro Jahr mehr in der Tasche, wenn die Abgabenlast in Deutschland so hoch wäre wie im Schnitt aller OECD-Staaten. Nur im OECD-Staat Belgien ist die Belastung mit Abgaben höher als in Deutschland! Erst jüngst hatte der IWF gefordert Deutschland müsse die Sozialabgaben senken, weil sie vor allem Geringverdiener belasten würden.

Hier aktuelle Vorschläge vom Bund der Steuerzahler auszugsweise im Wortlaut:

Der Einkommensteuertarif muss reformiert werden, damit vor allem die Mittelschicht in Deutschland spürbar und umfassend entlastet wird. „Es darf nicht sein, dass Facharbeiter mit Berufserfahrung oder gut verdienende Angestellte in den Spitzensteuersatz rutschen, ohne tatsächlich Topverdiener zu sein. Denn der Spitzensteuersatz greift heute bereits beim 1,3-fachen des Durchschnittseinkommens eines Vollzeiterwerbstätigen“, kritisiert BdSt-Präsident Reiner Holznagel.

Er ist weder zeitgemäß noch verfassungsfest: Nach einem Vierteljahrhundert hat der Solidaritätszuschlag ausgedient und gehört bis Ende 2019 abgeschafft, wenn die Finanzhilfen für den „Aufbau Ost“ ohnehin auslaufen. Der Zuschlag muss für alle Steuerzahler – egal, wie viel sie verdienen – und auch für Unternehmen abgeschafft werden. „Das Soli-Ende ist kein Wahlkampfgeschenk, sondern nur die Einlösung eines alten Versprechens“, betont BdSt-Präsident Holznagel. Die Rahmenbedingungen sind günstig wie nie: In diesem Jahr kann der Bund erstmals mit Steuereinnahmen jenseits der 300 Milliarden Euro rechnen. Jetzt wäre die komplette Soli-Abschaffung finanzierbar, ohne die Schwarze Null im Bundeshaushalt zu gefährden.

Steuern und Abgaben machen das Wohnen immer teurer. Ob Grundsteuer, Grunderwerbsteuer, hohe Stromnebenkosten oder steigende Müllgebühren: Der Staat ist der Kostentreiber Nummer 1 für Miete oder Eigenheim. Statt Mieter, Eigentümer und Investoren mit immer neuen Vorschriften und höheren Belastungen zu gängeln, sollte der Gesetzgeber für steuerlich günstiges Wohnen sorgen. Dies kann durch bessere steuerliche Rahmenbedingungen gelingen.


Grafik: Bund der Steuerzahler.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    leser

    18. Juli 2017 18:50 at 18:50

    Ein schönes jährliches Ritual, ohne jegliche Konsequenz. Ein kurzer Aufreger im Sommerloch.

    Die Partei, die folgende Punkte in ihr Programm schreibt (und das dann auch umsetzt!!) hat meine Stimme sicher:

    1. Verbot der Schuldenaufnahme (Bund, Länder, Kommunen)
    2. Keine Schattenhaushalte, Haftungsverpflichtungen (ESM etc.), verdeckte Steuern (GEZ)
    3. Strikte Begrenzung der Steuerlast auf 25% der Einnahmen (alle Einnahmen). Es ist so zu wirtschaften, das eine angemessene Reserve für Unvorhergesehens vorgehalten wird.
    4. Durchsetzung der 25% bei allen Steuerpflichtigen (auch Amazon & Co.)

    Ich sehe weit und breit keine politische Kraft, die das auch nur ansatzweise will. Also bleibt’s bei DDR 2.0.

    • Avatar

      Bauer

      19. Juli 2017 13:32 at 13:32

      Die Steuern müssen endlich gesenkt werden. Die Abschaffung des Soli sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer sind sofort umsetzbare Maßnahmen. Zusätzlich sind EEG-Umlage und Rundfunkbeitrag abzuschaffen. Das reicht aber nicht aus, um etwa der kalten Progression Herr zu werden. Hierfür braucht Deutschland endlich eine grundlegende Steuerreform, die das Steuerrecht radikal vereinfacht und entbürokratisiert. Die xxx will einen vereinfachten Stufentarif und das Familiensplitting.

      Wer hat das wohl gesagt ?

      • Avatar

        joah

        19. Juli 2017 14:08 at 14:08

        Na wer wohl: die Partei, die es nachher auch nicht umzusetzen gedenkt. Was sonst.

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    Michael

    18. Juli 2017 22:14 at 22:14

    19. Juli ist schon echt krass! Ohne die Entwicklung die letzten Jahre im Auge zu behalten, ging ich nach wie vor in etwa vom 03 bis 05.Juli aus, v. a. deswegen, weil staatliche Rekordeinnahmen ohne Ende zu verzeichnen sind.
    Das sind nun schon wieder weitere 4% mehr Repressalien ohne Investitionen in sinnvoll nachvollziehbare Projekte (Infrastruktur, Kindergärten, Schulen, F&E in Zukunftstechnologien, Umweltschutz etc.)
    Im Mittelalter beklagte man sich in Friedenszeiten über den „Zehnten“, in Kriegszeiten über 70 bis 90%. Zurecht! Aber heute, in Zeiten von Rekordeinnahmen, relativem Frieden und hoher Transparenz fast 55% abzuräumen, ist einfach unverschämt!
    Vor allem, wenn es von denen abgeräumt wird, deren Kontingent seit langem erschöpft ist.

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      Gixxer

      19. Juli 2017 00:00 at 00:00

      Ich will wieder einen König oder Kaiser und nur noch den „Zehnten“ zahlen…

    • Avatar

      Emm wie Meikel

      19. Juli 2017 04:10 at 04:10

      Wenn das mal reicht (55%). Berücksichtigt man weiters die horrende Gebühren-/Abgabenlast sowie die zahllosen indirekten Steuern steigt die Gesamtbelastung, je nach Einkommen, rasch auf 70 bis 80%. „Working poor“.

      So sinnvoll die Vorschläge vom Bund der Steuerzahler auch klingen. Wenn das Money erstmal in die Taschen der Regierung fließt (etwa der Soli), wird jegliches Vorhaben, diesen Fluss zum Versiegen zu bringen, ignoriert oder eiskalt abgeschmettert. Dann werden auch alle Versprechen, wie es würde nur temporär erhoben (und ähnliches blabla) in den Wind geblasen.

      Ein anderer beliebter und bei Politikern seit jahrzehnten bewährter Trick ist es, einen Zitzentrichter der Melkmaschine unter großem Getöse und Gejubel abzumachen, dafür jedoch an anderer Stelle still und leise zwei neue Trichter anzubringen, um noch mehr Milch abzusaugen.

      • Avatar

        joah

        19. Juli 2017 14:12 at 14:12

        …bis die dann mal einen Bullen erwischen. :-)

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    Dreistein

    19. Juli 2017 09:01 at 09:01

    Das mit den 45,4 Cent kann man so nicht stehen lassen.Der Staat greift sich mehr ab.
    Warum hat man Arbeitgeber und Arbeitnehmer (für den Arbeitenden) Abgaben aufgeteilt?
    Der Arbeitgeber zahlt die gleiche Last bis auf die Steuer nochmals, damit werden die Abgaben
    verschleiert. Dieses macht aber gleichzeitig die Arbeit in Deutschland teuer.
    Geht man von einem Stundenlohn von 19,20€ aus ledig keine Kinder macht das Brutto
    3175,00€ die Abgaben belaufen sich auf 1205,85€ also 37,97% wenn ich nun die MwSt. 19%
    hinzu rechne bin ich schon bei 56,97% Abgabenlast. Da ist aber die Energiesteuer für Benzin, Strom noch nicht drin auch die GEZ sowie eine Sektsteuer, Pfeffersteuer, Tabaksteuer, Autosteuer usw. alles noch nicht mit drin.
    Der Arbeitgeber zahlt Brutto 3791,74€ das wäre der Stundenlohn Brutto wenn man nicht aufteilt in Arbeitgeber und Arbeitnehmer da dieser Betrag maßgebend ist. Danach sieht die Abgabenlast noch bescheidender aus und der Stundenlohn wäre nun der reale. Stundenlohn = 22,56€ und die Abgaben
    liegen dann bei 1822,59€=48,07% und nun noch die MwSt. 19% macht 67,07% Abgabenlast.
    Sagen wir mal rund 70% Steuerlast / Abgabenlast und das soll der Arbeitnehmer natürlich nicht auf seinen Lohnstreifen sehen / begreifen.
    Wir gehen bis Mitte Ende September für den Staat arbeiten und 30 Cent bleiben vom Euro übrig.
    Die Wirtschaft ruft noch frech die Löhne sind zu hoch, nein die Steuern müssen runter.

  4. Avatar

    Hans Kolpak

    20. Juli 2017 07:31 at 07:31

    Es ist jedem Menschen selbst auferlegt, seine individuelle Abgabenlast zu reduzieren. Anregungen hierzu habe ich zuhauf geliefert:
    http://www.dzig.de/search/node/Staatsquote

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Corona-Hilfen: Ausfallzahlungen im November, und eine ganz wichtige Änderung!

Claudio Kummerfeld

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am

Neue Corona-Hilfen vom Bund

Aufgepasst liebe Selbständige und Unternehmer, es tut sich was bei den Corona-Hilfen des Bundes. Es ist ja inzwischen bekannt, dass die Bundesregierung betroffene Unternehmer mit bis zu 75 Prozent der Umsätze aus November 2019 entschädigen will, wenn sie jetzt im November 2020 durch Betriebsschließungen Umsatzeinbußen erleiden. Dies soll für Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern gelten. Für Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern gibt es gestaffelt Erstattungen von 70 Prozent und weniger. Vor allem die Gastronomie wird wohl profitieren, aber auch Freizeiteinrichtungen, und womöglich deren Zulieferbetriebe. Details werden gerade noch geklärt. Diese Corona-Hilfen sind sehr wichtig. Sonst hätte dieser neue kleine Lockdown, der ab Montag startet, wohl endgültig viele Unternehmen finanziell ruiniert.

Die genauen Details der neuen Hilfen sollen laut Olaf Scholz noch veröffentlicht werden auf https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de . Noch ist die Seite nicht auf aktuellem Stand, aber aus den ganz frischen Aussagen der beiden Minister hört man, dass die beiden Ministerien genau in diesem Minuten die Details ausarbeiten. Also sollte man morgen oder am Wochenende diese Seite mehrmals besuchen und nach neuesten Infos Ausschau halten. Anträge sollen schnell bearbeitet werden. Wir empfehlen die nächsten Tage auch immer einen Blick zu werfen auf die Webseiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Corona-Hilfen mit kleinem, aber sehr wichtigem Detail

Aber ein wichtiges Detail bei den Corona-Hilfen wird für viele Unternehmer eine große Erleichterung darstellen, um jetzt weiter durchhalten zu können. Denn bisher galt die ziemlich unsinnige und unfaire Regelung, dass die KfW-Schnellkredite in der Coronakrise nur für Unternehmen zugänglich waren, die mindestens 10 Mitarbeiter haben. Jetzt liest man im offiziellen Infotext des Bundeswirtschaftsministeriums (siehe hier), dass der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten zugänglich gemacht werden soll. Diese winzige Änderung bei den Corona-Hilfen kann für viele kleine Unternehmer die Rettung bedeuten, zumindest in Sachen Liquiditätshilfe. Hier weitere Details im Wortlaut vom Ministerium:

Es hat sich als unvermeidlich erwiesen, für die Dauer der nächsten vier Wochen auch viele Unternehmen zu schließen, um auf diese Weise Kontakte im erforderlichen Umfang zu reduzieren. Das betrifft unter anderem Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs und Diskotheken, aber auch Dienstleistungsbetriebe, Messen, Kinos, Freizeitparks oder Fitness-Studios. Viele von ihnen haben Vorbildliches bei der Umsetzung von Hygiene- und Abstandskonzepten geleistet und seit Ausbruch der Pandemie schwere Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

Die Bundesregierung wird diese Betriebe umfassend unterstützen, um ihnen den Fortbestand in dieser schweren Zeit zu erleichtern:

Wir gewähren den von temporären Schließungen erfassten Unternehmen eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, die bis zu 75 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats erfasst;

Wir werden die Leistungen der Überbrückungshilfe verlängern und für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche wesentlich verbessern;

Wir öffnen den KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten;

Die Regelungen gelten unter anderem für Unternehmen, Selbständige und Soloselbständige. Insbesondere auch in der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft.

Die beschlossenen Maßnahmen zeigen, dass wir unsere Unternehmen nicht allein lassen, sondern zielgerichtet unterstützen. Hierzu stellen wir Mittel bis zu einer Höhe von 10 Milliarden Euro bereit.

Hier weitere aktuelle Aussagen aus der vorhin gelaufenen PK von Olaf Scholz und Peter Altmaier, in Kurzform zusammengefasst:

Der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft will man auch über den November hinaus eine Perspektive aufzeigen. Und auch der Gastronomie will man helfen die anstehende harte Zeit zu überstehen. An Einzelheiten arbeite man jedoch noch. Auch will man eine Verlängerung der „Überbrückungshilfe III“ bis ins nächste Jahr hinein erreichen. Und bis zu 300.000 Euro sollen auch über Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereitgestellt werden können.

Hier die PK im Video:

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Christine Lagarde: Headlines zur EZB-Pressekonferenz – sehr dovish!

Markus Fugmann

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Die wichtigsten Aussagen der EZB-Chefin Christine Lagarde auf der EZB-Pressekonferenz – wie wird sie sich zu den ökonomischen Perspektiven durch die neuen Lockdowns äussern?

– Lagarde und Vize de Guindos betreten den Saal – beide mit Mundschutz..

– Neue Corona-Welle: Wirtschaft verliert an Fahrt, klare Verschlechterung des Ausblicks, vor allem im Dienstleistungsbereich

– Konsumenten halten sich zurück

– Inflation geringer aufgrundd fehlender Nachfrage

– FMW: jetzt das Übliche Loblied auf die EZB-Maßnahmen (gähn..)

– Risiken klar abwärtsgerichtet

– EZB wird im Dezember auf die neue Entwicklung reagieren und dabei auch Wechselkurs berücksichtigen

– Corona-Maßnahmen bringt „headwinds“ für wirtschaftlichen Ausblick (FMW: wo ist bloß die viel besungene „V-Erholung“?)

– Inflation dürfte negativ bleiben wegen deutscher Mehrwertsteuersenkung und niedrigem Ölpreis (FMW: Brent Öl fällt gerade erstmals seit Mai unter die Marke von 37 Dollar)

– Banken zeigen bei Kreditvergabe strengere Kriterien aufgrund steigender Risiken

– jetzt kommt der schon rituelle Aufruf Lagardes zu fiskalischen Maßnahmen, diese sollten zielgerichtet sein

– Lagarde jetzt über „Next Generation EU“ – wie Daniel Stelter sagen würde die „Klimaplanwirtschaft“

– Lagarde „hat“ fertig, jetzt kommen Fragen, natürlich alle virtuell..

—-

– Lagarde: für nächste EZB-Sitzung im Dezember werden alle Instrumente untersucht – das wird bereits vorbereitet, damit die EZB bei der Erholung (der Vermögenspreise…?) helfen kann

– FMW: Lagarde bisher sehr dovish, das bringt auch den Ölpreis so unter Druck, der Euro jetzt unter 1,17

– Lagarde: morgen kommen BIP-Zahlen, diese „könnten positiv überraschen“ (Prognose ist +15%), aber für das 4.Quartal sieht es nicht gut aus

– Lagarde zu Inflation: wir die derzeit negative Inflation nicht Deflation, weil es ein Sondereffekt der Pandemie ist

– Lagarde: Dass die Staaten der Eurozone Anleihen mit Gemeinschaftshaftung ausgeben, hat die Wahrnehmung der Eurozone verändert

– Lagarde: haben auf dieser Sitzung nicht über Veränderung der Geldpolitik diskutiert

Hier der Live-Feed zur EZB-PK:

Chrstine Lagarde - die Aussagen auf der EZB-Pressekonferenz

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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am

Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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