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Devisen

Großer Appell zur Abschaffung des Euro, bevor es unkontrolliert knallt

Redaktion

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am

Wie oft gab es schon an wie vielen Orten negative Aussagen über den Euro. Gescheitert, kaputt, funktioniert nicht, wird auch in Zukunft nicht funktionieren. Das Kernproblem ist, dass man bei Einführung der Gemeinschaftswährung 19 unterschiedlichen Volkswirtschaften die selbe Währung und das selbe Zinsniveau überstülpte. Entschieden wird über diese Währung und den Leitzins nur noch von einer zentralen Institution, nämlich der EZB in Frankfurt.

Man hätte aber zuerst die 19 Volkswirtschaften angleichen müssen in Sachen Steuersystem, Arbeitsmarkt, Wettbewerbsfähigkeit uvm. Erst danach hätte man sie mit einer Gemeinschaftswährung ausstatten dürfen. Aber man machte es andersrum, vor allem aus politischen Gründen. Wohl mehr als jemals zuvor, eindringlicher und klarer als jemals zuvor weist der Bestsellerautor Marc Friedrich in einem aktuellen Videobeitrag auf die grundsätzlichen Probleme des Euro hin.

Er ruft dazu auf den Euro so schnell wie möglich halbwegs kontrolliert abzuwickeln, bevor es völlig unkontrolliert einen großen Knall gibt. Seine Analyse, dass derzeit die einzelnen Bürger in Europa den Preis für dieses fehlgeschlagene Projekt einer gemeinsamen Währung zahlen, ist inhaltlich gut nachvollziehbar. Die Italiener beispielsweise kämpfen mit einer extrem schwachen Wirtschaftslage, weil sie ihre Währung nicht abwerten können.

Die deutschen Sparer haben gleichzeitig keine Zinsen mehr für ihre Altersvorsorge – dafür aber brummt die Exportwirtschaft in Deutschland – das sollte man dazu natürlich auch erwähnen. Aber im Großen und Ganzen leiden die meisten Euro-Mitglieder unter dem festen Währungskorsett! Das Video ist auf jeden Fall sehenswert, weil es das Problem als Gesamtbild beschreibt.

https://youtube.com/watch?v=mRxoFUNBE5Y

Marc Friedrich über den Euro
Marc Friedrich.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    tm

    5. Februar 2019 17:15 at 17:15

    „Er ruft dazu auf den Euro so schnell wie möglich halbwegs kontrolliert abzuwickeln, bevor es völlig unkontrolliert einen großen Knall gibt.“

    Wenn das möglich wäre, könnte ich mich vielleicht damit anfreunden. Ich fürchte aber, schon die ernsthafte Diskussion darüber würde genau den Knall auslösen, der dadurch verhindert werden soll.

    Ich bin aber auch gar nicht so sicher, ob Arbeitsmarkt und Steuersystem überall gleich sein müssen. McPomm unterscheidet sich ökonomisch auch recht deutlich von BW oder NRW. Aber klar, wenn es keinen Wechselkurs gibt, muss es andere Ausgleichsmechanismen geben.

    Wie sahen die Wachstumsraten in Italien eigentlich vor dem Euro aus? Und würde die Lira wirklcih abwerten? Immerhin erwirtschaftet Italien einen durchaus hohen Leistungsbilanzüberschuss.

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    Marko

    5. Februar 2019 18:34 at 18:34

    Und was war „vorher“, vor dem EUR ?

    Welche Instution hat „vor dem EUR“ entschieden, wie es mit Europa „weitergeht“, dreimal dürft Ihr raten … :D

    „Man hätte aber zuerst die 19 Volkswirtschaften angleichen müssen in Sachen Steuersystem, Arbeitsmarkt, Wettbewerbsfähigkeit uvm…“

    Also hätte dann Deutschland sagen müssen : Wir geben denen Geld, weil wir zu stark für die anderen sind ?

    Ich betone Geld, wie soll eine „Wettberbsfähigkeitsangleichung “ sonst noch funktionieren ? Deutschland „finanziert“ dann Europa ? Das sind doch tolle Aussichten, was hat das mit Marktwirtschaft zu tun ? Ist das dann Hartz 4, Version 2.0 für Europa ? Oder wir gründen dann sie Sowietunion 2.0 ?

    Fakt ist :

    Deutschland ist die klare Nummer 1, innerhalb Europas. Es gibt, so gesehen „keinen Gegner“.

    Fakt ist : Deutschland sitzt, da wo hin gehört, im Zentrum , im Herzen Europas. Die EZB gehört genau dahin, wohin sie hingehört.

    Fakt ist : Gegenüber Deutschland, hat kein Staat Europas, wirtschaftlich gesehen, auch nur den Hauch einer Chance

    Und dann soll Deutschland , die Ihre DM freiwillig „aufgegeben“ haben, sagen, alles klar, die anderen, die können das ? Das ist naiv, sorry.

    Wer „wollte“ eigentlich den EUR, bzw. die Abschaffung der DM ?

    Wer wollte , das der „EUR“ in einem bestimmten Land , nebst einer bestimmten Stadt „residieren“ sollte ? Das war garantiert nicht Deutschland.

    Mit anderen Worten : Eine eventuelle Neueinführung DM würde gar nichts, und zwar gar nichts ändern ! – Ganz im Gegenteil : Der „Druck“ auf die „Südländer“ würde noch mehr steigen !

    Weil : dann wäre die „Mama EZB“ nicht mehr da… Die Südländer wären auf sich alleine gestellt.

    Die „Sudländer“ und „unabhängig“ durch eine „eigene Währung“ ? Wers glaubt… ? :D

    Die „Wachstumsraten“ der „Südländer“ würden sich dadurch erklären, inwiefern man noch ein paar Nullen, an deren „Klopapierwährung“ daraufhauen könnte. Aber : Diese Zeiten sind vorbei ! Und Irgendwann ist mit den „Nullen“ Schluss….

    Und dann… ? – Zurück zum EUR/DM ? :D

    Versteht Ihr das ? Es gibt kein zurück aus dem EUR ! Der einzige Staat, der aus dem EUR austreten kann, und dies jederzeit, ist nun mal Deutschland, schaut Euch doch mal den „Hühnerhaufen“ GB an, o.k. die treten nicht aus dem EUR aus, aber… :D

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    Hesterberg

    5. Februar 2019 19:19 at 19:19

    Klasse! Tolles Video!
    Alles schon bekannt, aber Herr Friedrich hat das Thema noch einmal so sympathisch, so eindrucksvoll dargelegt. Ein Wachrüttler! Und solche Videos muss es immer und immer wieder geben, damit der schläfrige Deutsche zu einem Franzosen wird und auf die Straße geht. Noch bevor es zu diesem gigantischen Zusammenbruch kommt, der kommen muss!
    Die Rückkehr zu den alten europäischen Währungen wäre im Prinzip nicht einmal besonders schwierig. Es wäre ein bürokratischer Kraftakt, na klar. Die Bevölkerungen der EURO-Zone könnten und würden sich hier leicht und gerne wieder auf nationale Währungen umstellen. Nur Brüssel, die EZB und die Politik können und wollen es nicht. Sie sitzen eben alle lieber bequem in ihren Sesseln und träumen weiter schon von ihren üppigen Pensionen, die sie auch dann bekommen werden, wenn der große Zusammenbruch kommt. Dafür werden sie dann schon sorgen.

    • Avatar

      Ralf Schmitt

      5. Februar 2019 23:30 at 23:30

      @Hesterberg: Es gibt sie. Schau einfach mal bei Marc Friedrich im YouTubeKanal nach. Die besten Videos weit und breit.

  4. Avatar

    Kritisch on fire

    5. Februar 2019 19:36 at 19:36

    EWG/EU und deren Erweiterungsschritte, ab 2004 bis 2013 und die Geplanten – ein wirkliches Friedensprojekt. Darüber stülpt man dann noch eine Gemeinschaftswährung und alles wird gut. Soweit die hervorragende Idee. Am Ende sollten die „Vereinigten STAATEN von EUROPA“ stehen. Leider haben die Treiber dieses im Grundsatz sehr guten Projektes vergessen diesem Projekt auch die nötige Zeit einzuräumen um den unglaublich hohen Unterschieden der „NEUEN“ im Bereich WIRTSCHAFT, INFRASTRUKTUR, STEUERRECHT, LEBENSSTANDARDS, etc. etc. die notwendige Zeit einzuräumen um sich anzupassen, anzunähern, ehe sie in der Gemeinschaft aufgenommen werden können. Hätte man doch nur durch gezielten, unterstützenden „Wirtschafthilfen“ es den Staaten ermöglicht sich selbst dem EU-Standard (meinetwegen zu 70%) anzunähern.
    Nein, man legt Wert auf Wahrung der Menschen-Gesellschafts- und Justizrechte, , ein glaubhaftes demokratisches System und glaubt den Angaben in den Bewerbungsunterlagen(was ja am Beispiel Greichenland wohl nicht so ganz gestimmt haben dürfte).
    Was aber durch eine gewisse Arroganz wenig interessiert sind die Kosten die entstene wenn man diese und jene Länder an den EU-Standard anpassen muss. Die Bewerberländer wären ja schön blöd nicht in die EU zu wollen – es werden doch alle Kosten durch EU-Subventionen getragen, die man bei Nichtbeitritt selbst bezahlen müsste.
    UND, D ist und war in der Vergangenheit immer der größte Unterstützer von Neuzugängen. Dies mit einer gewissen Selbstüberschätzung ihrer Wirtschaftskraft (man hat wohl aus den Kosten der Wiedervereinigung wenig bis gar nichts gelernt). Fakt ist aber, dass die Überschüsse in D auch nur durch 0-Zins erwirtschaftet werden konnten und der Tatsache, dass die Renten-u. Sozialleistungen Schritt für Schritt abgebaut werden. Ob das der richtige Weg der, wie von MaRKO zitiert, Nr. 1 der EU ist wage ich zu bezweifeln.

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    Dreistein

    6. Februar 2019 10:50 at 10:50

    @Kritisch on fire, Zitat: Fakt ist aber, dass die Überschüsse in D auch nur durch 0-Zins erwirtschaftet werden konnten und der Tatsache, dass die Renten-u. Sozialleistungen Schritt für Schritt abgebaut werden. Die 0-Zins der EZB hat nichts mit den Exporten Deutschland zu tun. Bei den Sozialleistung-Beschneidung bin ich bei ihnen.
    Sie haben die Frage falsch gestellt, Was passiert oder wo sind die deutschen Überschüsse??? EU-weit gesehen stecken sie in den Target2 Salden oder meinen sie Das Ausland hat hier in Deutschland für knapp 1Billion Euro Immobilien gekauft. Was ist mit den deutsch /amerikanischen Überschüssen die wir haben?? Früher haben wir im Gegenzug Gold bekommen oder auch nicht da ein Teil immer noch nicht in Deutschland ist. Die Golddeckung ist ja bekanntlich aufgehoben aber wo sind die Überschüsse? Kann es sein das Deutschland seine Überschüsse nicht nur verschenkt sondern auch noch die Schulden dafür hat? Fragen über Fragen. Deshalb darf Deutschland auch Exportweltmeister sein mit dem wenigsten Median-Besitz. Kein Dax-Wert ist mehr in rein deutschen Besitz sollte auch zu denken geben.

    • Avatar

      Kritisch

      6. Februar 2019 11:46 at 11:46

      @Dreistein! Die Antwort auf ihre Fragen, resp. Feststellungen ist die eklatante Misswirtschaft der letzten 10-12 Jahre – sowohl in der EU wie auch speziell von Fau Merkel. Es wird einfach alles am Altar des politischen Machterhalts geopfert.

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Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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