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Längste Durststrecke seit der Finanzkrise: Abschwung in der deutschen Industrie ist im Anmarsch – er ist sogar sichtbar

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Der Abschwung in der deutschen Industrie ist im Anmarsch. Ablesen kann man ihn schon seit einiger Zeit, aber heute ist er erneut recht deutlich sichtbar. Es geht um die Auftragseingänge für das Verarbeitende Gewerbe, in dem die Industrie als Schwergewicht enthalten ist.

Die folgende Grafik zeigt: Nach jahrelangen Anstiegen gehen die Auftragseingänge seit Monaten deutlich zurück. Im April war es im Vergleich zum Vorjahr ein Auftragsminus von 0,1%, aber im Vergleich von März 2018 auf April 2018 war es ein Minus von 2,5%. Und das bei eienr Porgnose von +0,8%). Von Februar auf März war es ein Minus von 1,1%. Das ist die längste Strecke von Auftragsrückgängen seit der Finanzkrise!

Dazu sagt das Statistische Bundesamt Zitat:

Im April 2018 verringerten sich die Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Vormonat um 4,8 %, die Auslandsaufträge fielen um 0,8 %. Dabei verringerten sich die Auftragseingänge aus der Eurozone um 9,9 %, die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland nahmen um 5,4 % gegenüber März 2018 zu. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im April 2018 um 2,5 % höher als im Vormonat. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Rückgang von 5,6 %. Im Bereich der Konsumgüter fielen die Aufträge um 2,2 %.

Industrie Auftragseingänge

Es ist also vorwiegend die Eurozone, die für die Schäche bei den Auftragseingängen verantwortlich ist – nicht etwa die USA aufgrund des Handelsstreits!

Und was sagen die aktuellen Umsätze? Die sehen derzeit noch gut aus, weil die schwächeren Aufträge ja erst verzögert sichtbar werden, wenn sie in reale Produktion umgesetzt werden. Im Monatsvergleich ergibt sich ein Plus von 0,3%. Die Grafik zeigt es, die Umsätze steigen noch.

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    globalvoterorg

    7. Juni 2018 17:32 at 17:32

    Abschwung ist untertrieben! D wird, systematisch, von der Regierung Merkel und derer Dominanz in die Tonne getreten
    Die Morgenthau, Hooton, Kalerghi Pläne wirken, wie schleichendes Gift. Dieselbige SPD, mit Schröder, hat in der Schaffung der Agenda 2010 die “Übermacht” Illusion (Exportweltmeister!) wie einen Köder ausgelegt! Das dt. Volk ist voll darauf abgefahren (Mutti Merkel) “Was sind wir doch die Besten!” Dabei wurde D, hinlänglich, unbemerkt “der Teppich unter den Füßen gezogen”. Mit VW, Deutscher Bank (Coba), Mercedes (Zulieferindustrie!), Russlandssanktionen, EURO Rettungsschirme, GR/PT/ESP, trilateraler germanischer Todesstoß, nicht zuletzt die Abschaffung der Wehrpflicht(!), der Asylantentsunamis (Schwächung der Sozialstruktur), das EU-Projekt, wurde D (Die Wohlfühlgesellschaft, in der wir so gerne leben!), zielsicher, angezählt. Das bewirkte die Illusion der Immobilienblase, die bald zum Platzen gebracht wird! End game! Lange vorher, aber, liebe Mitbürger, wurde die DM abgeschafft und die Wiedervereinigung “gefeiert”! Damit wurde D, Osten und mit der EU, Süden! “Meister” Kohl hat dem dt. Volk die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit mittels einer, im GG vorgesehenen, Verfassung gebenen Versammlung vorenthalten! Wobei er und Genscher, nebenbei bemerkt, die Ostgebiete, ohne Not, abgab!!!
    Ein Opfer, um die lfd. Verfassung (GmbH) als Knechtschaftinstrument der Dominanz zu installieren. ABSCHWUNG !? Zynismus, aus!
    These, Antithese, Synthese, daraus ist die Gesichte gestrickt, seit 100 Jahren +! Cui Bono!?

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      Bernd

      7. Juni 2018 23:32 at 23:32

      Vorsicht beim Lesen! ;) Zum Artikel: Es muss erst schlechter werden bevor es besser wird!

      Die Deutschen sind nur in einer Sache Weltmeister und das ist die “Nabelschau”. Dabei gibt es drei Gruppen. Ein Vertreter der ersten Gruppe ist der hiesige Kommentator der sagt “Wir armen Deutschen, die ganze Welt hat sich gegen Uns verschworen und will Uns auslöschen obwohl wir doch so schlau und gut sind.” Die zweite Gruppe ist die derjenigen die alles deutsche für schwer belastet halten wie Atommüll oder gefährlich wie tollwütige Hunde. Die Dritte und größte Gruppe ist die derjenigen denen alles scheißegal ist, so lange jeden Monat die staatlichen Alimente oder das Gehalt auf dem Konto sind, um sich in dumpfbräsigem Konsum zu berauschen. Allen drei Gruppen ist der Mangel an Selbstreflektion und selbstständigen Handeln gemein. Hauptsächlich sind sie GEGEN Alles und wissen nicht WOFÜR sie sind, bis ES ihnen jemand sagt dem sie dann folgen. Die Deutschen haben sich bereits zwei mal in jüngster Geschichte in ähnliche Situationen manövriert und tuen dies jetzt zum dritten mal; mir scheint dies das Resultat einer besserwisserischen naiven Selbstverliebtheit als Konsequenz einer träumerischen Nabelschau zu sein. Wenn das Wesen an dem die Welt genesen soll von einer derart kindlichen Naivität, wie der deutschen, geprägt ist dann muss es zwangsläufig in einer Welt von Wölfen vergehen. Ob links, rechts, oben oder unten, alle Deutschen sind in dieser Beziehung gleich. “So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten, was durch die schwache Kraf entspringt, …”

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        Markus Fugmann

        7. Juni 2018 23:48 at 23:48

        @Bernd, sehr schöner Kommentar!

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        Petkov

        8. Juni 2018 08:09 at 08:09

        Lieber Bernd, auch ich habe Ihren Beitrag genussvoll gelesen und kann mich inhaltlich nur anschließen, mit einer kleinen, aber doch bedeutsamen Bemerkung: Sie haben versucht, die Deutschen zu charakterisieren, aber das daraus entstandene Profil trifft auf ganz viele Völker zu, wenn nicht auf die Menschheit allgemein. Ich selber bin ein relativ junger Ausländer, weder in DE geboren noch da aufgewachsen, weder eingebürgert noch mit irgendwelchen Bestrebungen eingebürgert zu werden. Allerdings bin ich mitten drin in der gutbürgerlichen deutschen Gesellschaft verankert (das viel missbrauchte und missverstandene Wort „integriert“ will ich gar nicht in den Mund nehmen). Ich beschäftige mich sehr oft und gerne mit der deutschen Gesellschaft, um besser darin zu funktionieren, aber auch um besser auf negative Entwicklungen reagieren zu können. Ich kenne mehrere Mentalitäten sehr gut, verstehe sie auch und das hilft mir, ein unfassenderes Bild von der Gesellschaft zu zeichen.

        Tauschen Sie in Ihrem Beitrag „Deutsche“ durch „Amerikaner, Franzosen oder Spanier“ aus und der erfahrene Historiker Hr. Fugmann wird Ihnen ebenfalls zum Kommentar gratulieren.

        Die Frage ist, was müsste man dazunehmen, um eine nur auf Deutschland fokusierte Betrachtung zu erreichen? Meine aktuelle Sicht ist folgende:

        1. Eine grundsätzlich fehlende Reflexionsfähigkeit kann ich den Deutschen micht bescheinigen. Am besten reflektiert man z.B. auf einer bequemen Couch, nachdem man am vollen Kühlschrank vorbeigekommen ist :-) diese Voraussetzung ist in Deutschland noch erfüllt (aber gefährdet). Oft driftet die deutsche Selbstreflexion ab und wird zu einer Nabelschau. Aber das ist nicht weiter dramatisch und kein rein deutsches Phänomen.

        2. Die Deutschen sind unumstritten mit der Tugend Tatendrang gesegnet. Sie packen gerne Sachen an, auch gemeinsam.

        3. Die Deutschen sind durchaus verantwortungsbewusst und hier kommen wir zum springenden Punkt. Den Deutschen wurde eine geschichtliche Verantwortung eingetrichtert, die schon lange überdacht gehört. Es geht keineswegs darum, die Geschichte zu vergessen, sondern einen zukunftsfähigen Umgang damit zu finden. Die Welt hat sich seitdem sehr stark verändert und wird es weiter tun, aber die anerzogenen, oft reaktiven Verhaltensmuster sind immer noch wie aus der Zeit der Besatzungsmächte.

        Die Kombination aus 1, 2 und 3 ist eine Beschreibung, die zwar etwas oberflächlich ist, aber auf hohe Zustimmung überall auf der Welt stoßen würde. Die Deutschen sind erpicht, etwas zu verändern oder zu verbessern, sie können aber leider nur von einer teilweisen Betrachtung des Ganzen ausgehen. Der Rest ist verpönt, „darüber redet man nicht“.

        Sie sagen, es mangelt in Deutschland an Selbstreflexion. Ich sage, es mangelt vor allem an einer freien Diskussionskultur. Wie kann man eine extrem globalisierte und vernetzte Welt vernünftig analysieren, wenn die Themen Politik, Religion, fremde Kulturen etc. nur stark eingeschränkt durchdrungen werden dürfen? Das klingt für mich eher nach dem „typisch deutschen Problem“. Die von Ihnen angesprochenen Aspekte sind ebenfalls richtig, aber eher universal.

        Schöne Grüße

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    Arthur

    7. Juni 2018 20:54 at 20:54

    Für Diejenien die es immer noch nicht begriffen haben und sich in ihrer Komfortzohne einigeln, es steht im politischen Drehbuch, der Untergang ist das Ziel auf das hingarbeitet wird und Europa, dabei explizit Deutschland wird zum dritten mal das Schlachtfeld der Auseinandersetzungen sein an dem sich die Finanzelite ergötzt und weiter bereichern wird.

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      guguk

      9. Juni 2018 20:23 at 20:23

      Sie haben es erfasst, so ist das Ziel.
      Das Schlachtfeld ist zubereitet, was noch fehlt ist der Funke am selbst gemachten Pulverfass und diese Zündung wird sehr bald erfolgen, sobald sich der Wind in den Leitmedien dreht und alles Sozialistische zum Sündenbock für die angerichtete Misere gemacht und der Sturm der Entrüstung das Feuer entfacht und der gewünschte Bürgerkrieg ganz Europa verwüstet.
      Danach wird der Sozialismus International für immer vom Erdboden getilgt sein und die neue Weltordnung kann umgesetzt werden.
      Kapitalismus pur. Oder besser, eine Plutokratie wird herrschen über alles.
      Mir ist es fast egal, den ich kann diese heuchelnden und verlogenen Sozen absolut nicht ausstehen!
      Hinfort mit diesem Geschmeiss.
      Mögen die Spiele beginnen!

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    globalvoterorg

    11. Juni 2018 03:48 at 03:48

    Die “Ist mir egal” Truppe macht einen gewaltigen Denkfehler. Der Opportunist, der Schweigegeld Empfänger wird sich stark wundern, wenn die Krise, die da kommt, auch Ihnen das “Gewerbe” hintertreibt. Die angestrebte “Virtuelle DiktaturTotal Orwell 3.0” braucht, die “Genossen Vasallen”, nämlich, nicht mehr! 99.999% werden von der Neuen Machtmatrix erfasst. Da sind die meisten Trittbrettfahrer nicht mehr dabei! Bei der konzipierten Diktatur werden die Pfaffen und IM´s arbeitslos. Beichte und Überwachung macht, dann, “Big Brother” selbst!
    Die industrielle Revolution 4.0 wird noch ein Paar “Gecks” draufhaben. 20/30% der jetztigen Bevölkerung (Harz IV + Co.) braucht`s nimmer. Die Roboter übernehmen. Warum sollte auch die absolute Elite/Dominanz (0,001%), all diese, weiter, durchfüttern!
    Da die große Mehrheit der Wahlbürger, eh nicht kapiert, was läuft, hatten wir die “Qualitative Demokratie”, mit Mehrstimmenwählrecht entwickelt. Ca 20% hätten 80% der Stimmen und wäre mit Sicherheit die bessere Alternative, als von 0,001% kommandiert zu werden. “ABER, das geht ja doch garnicht”! Wer nicht hören will, muß fühlen! Wer zu spät kommt, bestraft das Leben.

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Coronakrise: EU-Kommission erwartet Einbruch von -8,7% – Italien dramatisch

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Aufgrund der Coronakrise wird die Wirtschaft innerhalb der Eurozone um -8,7% zurück gehen – so die jüngste Prognose der EU-Komission. Damit sieht die EU-Komission die Entwicklung noch skeptischer als in ihrer Prognose aus dem Frühjahr, als man noch mit -7,7% rechnete. Etwas optimistischer ist nun allerdings der Ausblick auf die dann nach der Coronakrise (sofern es keine zweite Welle gibt, siehe unten) folgende Erholung. So heißt es bei der EU-Kommision im Wortlaut:

“Die EU-Wirtschaft wird in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie trotz der raschen und umfassenden politischen Reaktion sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene eine tiefe Rezession durchmachen. Da die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie langsamer gelockert werden als in unserer Frühjahrsprognose angenommen, werden die Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit im Jahr 2020 stärker sein als erwartet.

In der Sommerprognose 2020 wird davon ausgegangen, dass die Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets 2020 um 8,7 % schrumpfen und 2021 dann um 6,1 % wachsen wird. Die Wirtschaft der EU insgesamt dürfte 2020 um 8,3 % schrumpfen und 2021 um 5,8 % wachsen. Der für 2020 prognostizierte Abschwung könnte also deutlich ausgeprägter sein als noch im Frühjahr vorhergesehen: Damals lagen die Prognosen bei minus 7,7 % für das Euro-Währungsgebiet und minus 7,4 % für die EU insgesamt. Gleiches gilt für die Erholung im kommenden Jahr, die der Sommerprognose zufolge etwas schwächer ausfallen dürfte als im Frühjahr angenommen.”

Bislang sieht die EU-Komission also nicht gerade eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste “V-Erholung” nach der Coronakrise – geht aber dennoch davon aus, dass der Tiefpunkt bereits überschritten sein dürfte:

“Erste Daten für Mai und Juni deuten jedoch darauf hin, dass das Schlimmste überstanden sein könnte. Es wird erwartet, dass die Erholung in der zweiten Jahreshälfte an Schwung gewinnt, aber unvollständig bleibt, und dass sich die Lage in den Mitgliedstaaten uneinheitlich darstellt.

Der Schock für die EU-Wirtschaft ist insofern symmetrisch, als die Pandemie alle Mitgliedstaaten getroffen hat. Jedoch dürften – sowohl im Hinblick auf den Produktionsrückgang 2020 als auch auf die Erholung 2021 – große Unterschiede zutage treten. Diese Uneinheitlichkeit wird der Sommerprognose zufolge stärker ausgeprägt sein als noch im Frühjahr erwartet.”

All diese Prognosen basieren jedoch auf der Annahme, dass es keine zweite Welle der Corona-Infektionen geben wird:

“Ausmaß und Dauer der Pandemie und der möglicherweise notwendigen künftigen Eindämmungsmaßnahmen sind nach wie vor nicht absehbar. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass die Maßnahmen weiter gelockert werden und es nicht zu einer zweiten Infektionswelle kommt. Es besteht ein erhebliches Risiko, dass der Arbeitsmarkt sich langfristig schlechter entwickelt als erwartet und Liquiditätsengpässe für viele Unternehmen dazu führen, dass ihre Zahlungsfähigkeit gefährdet wird.”

Auffallend ist, dass die Entwicklung in Deutschland nun seitens der EU-Kommission nun sogar (gegen den Trend!) etwas weniger negativ eingeschätzt wird als noch in der Frühjahrsprognose – während wohl Italien am stärksten von der Coronakrise mit -11,2% betroffen sein wird:

Die Prognose der EU-Kommission für die Wirtchaften der vercshiedenden Länder in der Coronakrise

All das dürfte die Fliehkräfte in der Eurozone noch verstärken. Die Tendenz zeigt etwas, das für die Coronakrise generell zu gelten scheint: die Schwachen (hier: Länder) leiden deutlich stärker als die Starken. Ob und wie lange dieses Auseinanderklaffen beim Wohlstand der Länder und Gesellschaften zu kitten ist, muß sich noch erst zeigen..

Die Coronakrise verstärkt ie Fliehkräfte in der Eurozone

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Industrieproduktion: Hurra, es geht aufwärts (inklusive tatsächliche Lage)

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Schon gestern konnte man bei den Auftragseingängen der Industrie bundesweit freudige Medienberichte lesen (tja, aber nicht bei uns). Denn die Meldungen von 10 Prozent Steigerung bei den Auftragseingängen machten die Runde. Das stimmt zwar auch, aber halt eben nur im Vergleich von einem Monat zum nächsten. Um zu sehen, ob sich die Industrieproduktion aber wirklich schon von der Coronakrise erholt hat, ist (nach unserer kleingeistigen Meinung) der Vergleich zum selben Monat im Vorjahr sinnvoll, und nicht der Monatsvergleich.

Und genau wie gestern bei den Auftragseingängen wird es wohl auch heute Jubelmeldungen in den großen Medien geben. Denn die Industrieproduktion ist im Mai gegenüber April um 7,8 Prozent gestiegen (erwartet +10 Prozent), so die staatlichen Statistiker. Aber auch hier zeigt der Vergleich zu Mai 2019, dass die Industrieproduktion immer noch satte 19,3 Prozent niedriger ausfällt. Auch die folgende Grafik, die bis 2012 zurückreicht, zeigt das Tal, aus dem die Industrie (offiziell ausgedrückt “Produktion im Produzierenden Gewerbe”) noch herausklettern muss.

Die Statistiker beziffern das noch aufzuholende Volumen in der Industrieproduktion genau. So sagen sie heute, dass der Produktionsindex seit dem Beginn der Coronakrise mehrere Monate in Folge gefallen sei. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen, sei die Produktion im Mai 2020 um 19,0 Prozent zurückgegangen. Neben dem Jahresvergleich ist in diesem Sonderfall auch diese Betrachtungsweise (Vergleich zu Februar, vor dem Ausbruch der Krise) eine nach unserer Meinung sinnvolle Betrachtung der Lage, und nicht immer der Monatsvergleich, mit dem man schnelle und einfache Jubelmeldungen bringen kann!

Der Chart zeigt die Industrieproduktion seit 2012

Hier weitere Aussagen vom Statistischen Bundesamt im Wortlaut:

Im Vergleich zum Vormonat ist die Industrieproduktion (Produzierendes Gewerbe ohne Energie und Baugewerbe) im Mai 2020 um 10,3 % gestiegen, sie liegt jedoch noch 22,5 % unter dem Niveau vom Februar 2020. Innerhalb der Industrie nahm die Produktion von Vorleistungsgütern um 0,1 % ab. Bei den Konsumgütern stieg die Produktion um 1,4 % und bei den Investitionsgütern um 27,6 %. Außerhalb der Industrie lag die Energieerzeugung 1,7 % höher als im Vormonat. Die Bauproduktion stieg um 0,5 %. In der Automobilindustrie ist die Produktion – nach einem sehr niedrigen Produktionswert im April 2020 – im Mai wieder deutlich angestiegen. Sie liegt aber noch knapp 50% niedriger als im Februar 2020.

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Autoindustrie im Keller – ist die Lage wirklich so düster?

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Die Autoindustrie steckt derzeit tief im Keller: Es waren schockierende Zahlen vom Verband der Automobilindustrie für das Autoland Deutschland, die der Verband der Automobilindustrie am Freitag für das bisherige Produktionsjahr 2020 präsentierte. Man muss schon Jahrzehnte in die Vergangenheit blicken, um auf ähnliche Produktionsziffern zu kommen. Aber gibt es bei starken Einbrüchen nicht auch eine zweite Seite der Medaille?

Autoindustrie: Die Zahlen des Verbandes für Deutschland

Bereits am Freitag hatte FMW über diese Zahlen berichtet: Ein Rückgang der der Pkw-Zulassungen im ersten Halbjahr um 35 Prozent auf 1,21 Millionen Pkw.

Auch im Juni gab es noch keine große Verbesserung für die Autoindustrie – laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden immer noch 32,3 Prozent weniger Autos zugelassen als im Vorjahresmonat. Spielte hier der erhöhte Mehrwertssteuersatz (bis 30.Juni) noch eine Rolle?

Für das Gesamtjahr rechnet der Automobilverband mit etwa 2,8 Millionen verkaufter Pkw in Deutschland, was einem Minus von 800.000 Autos gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Und für die Welt?

Die Zahlen für die ersten fünf Monate zeigen auch einen happigen Einbruch der Pkw-Zulassungen:

Europa minus 43 Prozent, China minus 27 Prozent und die USA mit minus 23 Prozent.
Aber auch für das Gesamtjahr soll es ein annus horribilis für die Automobilindustrie werden:

  • China minus 2 Millionen auf 19 Millionen Pkw
  • USA minus 3 Millionen auf 13,9 Millionen
  • Europa minus 3,8 Millionen auf 12 Millionen Autos
  • Für die Welt-Pkw-Produktion hieße das einen Rückgang um 17 Prozent auf 65,9 Millionen Einheiten gegenüber dem Vorjahr.

Auch wenn es im zweiten Halbjahr eine Entspannung geben sollte, so reicht dies natürlich nicht aus, um den Einbruch der Autoindustrie infolge des Lockdowns ausgleichen zu können. Natürlich alles unter der Prämisse, dass es zu einer Eindämmung von Covid-19 in den Industrieländern kommt.

Die Bewertung der Zahlen

Wie so oft bei Zahlen aus der Realwirtschaft, so auch in der Autoindustrie: Vor Einbrüchen wird das Bild lange Zeit schön gemalt, und wenn es dann zu heftigen Einschnitten kommt, mit Entlassungen, malt man den Zukunftsteufel an die Wand, allein schon um Umstrukturierungen und Entlassungen zu begründen.

Für die Börse sind aktuelle Konjunkturzahlen oft Schnee von gestern. Wer sich mit Aktienmärkten über einen längeren Zeitraum beschäftigt, wird realisiert haben, dass man mit Pressemeldungen am Markt für eine Anlageentscheidung wenig anfangen kann. Das Allermeiste steckt schon in den Kursen drin, was zählt ist die langfristige Perspektive. Diese ist nunmal unsicher und kann nicht einmal von Firmeninsidern zuverlässig prognostiziert werden. Deshalb bin ich immer etwas skeptisch, wenn von Verbänden Daten, gespickt mit Prognosen, präsentiert werden. Das gilt auch für die Autoindsutrie.

Könnte es nicht sein, dass der Automobilverband mit seiner Präsidentin Hildegard Müller (ehemalige Staatsministerin im Bundeskanzleramt) und ihrem Lamento deutlich machen will, wie wichtig zum Beispiel eine staatliche Abwrackprämie wäre, allein um Arbeitsplätze zu sichern? Könnte da nicht etwas Frustration dahinter stehen, nachdem der Bundestag vor Wochen eine solche Unterstützung abgelehnt hat? Klar:  wie leben im Zeitalter des automobilen Umbruchs mit großen Kosten, aber auch mit großen Unsicherheiten.

Der Automobilbestand als Ganzes

Der Weltfahrzeugbestand hat bereits die unglaubliche Zahl von 1,3 Milliarden Kfz erreicht, erst vor zehn Jahren hat man die Miliardengrenze überschritten. Da das Durchschnittsalter der Fahrzeuge kaum über 20 Jahre erreichen dürfte, läge damit die Zahl der Verschrottungen bei bis zu 40/50 Millionen Einheiten pro Jahr. Klar kann man in einer Krise die Autos etwas länger nutzen –  aber wie lange?

Das bedeutet, dass hierdurch ein großer Ersatzbedarf entsteht, auch wenn es in China erhebliche Überproduktion gegeben hat, aber schließlich ging dort der Fahrzeugabsatz jetzt schon bald drei Jahre hintereinander nach unten.

Die Entwicklungsländer streben nach Motorisierung, in welcher Form auch immer. Und gerade in Coronazeiten wurde das Auto als persönlicher Schutzraum entdeckt. Millionen Menschen führen gerade Urlaubsreisen mit dem Kfz durch.

Fazit: Die Lage der Autoindustrie ist perspektivisch gar nicht so düster

Desto stärker der Einbruch im Jahr 2020, desto größer der Nachhol- und Ersatzbedarf 2021/22. Außer Covid-19 siegt auf ganzer Linie und die Erholung der Wirtschaft 2021 erweist sich als zu frühe Hoffnung. Der deutsche Pkw-Bestand von über 47 Millionen zugelassener Pkw jedenfalls hatte schon im Jahr 2019 ein Durchschnittsalter von 9,5 Jahren. Und das ist ein Hoffnungszeichen für die Autoindustrie!

„Zurück ins Jahr 1975“, lautete eine Schlagzeile in der Welt, die aktuellen Kfz-Zahlen betreffend. Gerade das zeigt aber, welcher Nachholbedarf sich in rascher Zeit aufbauen wird, gerade wenn man sich an diese Zeit verkehrstechnisch erinnern kann (in Deutschland 19,8 Millionen zugelassene Pkw – oder gar an die Zahl der damals lebenden Menschen und den Grad der Motorisierung!

Wenn man jetzt das Argument anführt, die Menschen hätten doch erhebliche finanzielle Einbußen wegen Corona durch Arbeitslosigkeit und Verdienstausfälle: Sicher, jedoch wird bereits ein Großteil der Fahrzeuge geleast und auf Kredit gekauft – im Jahr 1975 war es genau anders herum, da wurden die Pkw in der Masse bar bezahlt. So düster also sieht es doch gar nicht aus für die Autoindustrie..

Ist die Lage der Autoindustrie wirklich so düster?

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