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Absturz des Tages: Autozulieferer Leoni – Sinnbild für deutsche Auto-Konjunktur?

Ist der Absturz des Autozulieferers Leoni nur ein Sinnbild für den Abstieg der deutschen Autoindustrie?

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Die Zeiten werden offenkundig immer härter im Auto-Sektor! So vor allem für die Zulieferindustrie, sichtbar nun am Beispiel des nun im SDax gelisteten Unternehmens Leoni aus Nürnberg. Das Traditions-Unternehmen, dessen Ursprünge auf das Jahr 1569 zurück gehen (damals gründete Anthoni Fournier in Nürnberg eine Werkstatt zur Herstellung Leonischer Waren (Erzeugnisse aus Draht) erwirtschaftet mit ca. 86.000 Angestellten einen Jahresumsatz von ca. fünf Milliarden Euro. Aktien von Leoni waren lange im MDax gelistet, aber ein kontinuierlicher Verlust an Marktkapitalisierung sorgte für den Abstieg in den SDax. Seit Abfang des Jahres 2018 geht es für die Leoni-Aktie steil bergab – parallel übrigens zur deutschen Wirtschaft:


(Leoni-Aktie, Chart durch anklicken vergrößern)

Leoni produziert Drähte, Kabel und Bordnetz-Systeme für die Autoindustrie – aber es läuft offenkundig etwas schief bei den Nürnbergern: so gab das Unternehmen heute bekannt, für das 4.Quartal einen Verlust von 19 Millionen Euro erwirtschaftet zu haben und senkte die mittelfrsitige Prognose deutlich. Zugleich will Leoni die Dividende aussetzen – für den Aktienkurs ist das Gift: sie verliert heute ein Viertel ihres Wertes:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Nun hat der Markt sicher keine Jubel-Zahlen erwartet von Leoni, aber vor allem der Ausblick wird von Analysten als „Desaster“ eingestuft.

Nicht viel anders klingt auch die Einschätzung von Vorstandschef Aldo Kamper, der erst seit September 2018 im Amt ist:

„Unser Ergebnis 2018 ist sehr enttäuschend und inakzeptabel. Die Probleme sind deutlich gravierender als bisher sichtbar und die überraschend schlechte Entwicklung im vierten Quartal insbesondere im Geschäftsbereich Wiring Systems verdeutlicht die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Performance-Programms“.

Kampers Schlußfolgerung läßt in schönen Worten Böses erahnen:

„Leoni hat ein enormes Potenzial, aber wir müssen jetzt handeln, um unsere Zukunft zu sichern“.

Diese Aussage deutet darauf hin, dass es für die Firma nun schon ums Überleben geht. Daher sagt Vorstandschef Kamper:

„In den nächsten Monaten werden wir uns darauf konzentrieren, das Unternehmen zu stabilisieren (..). Zudem verordnen wir dem Unternehmen kurzfristig eine noch striktere Kosten-Disziplin. Wir erarbeiten derzeit weitere Performance-Maßnahmen und werden hierzu am 19. März Details erläutern (..).
Unter Berücksichtigung der Cashflow-Situation und der Verschuldungsquote beabsichtigen der Vorstand und Aufsichtsrat eine Abweichung von der bisherigen Dividendenpolitik. Es ist geplant, der Hauptversammlung 2019 die Aussetzung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 vorzuschlagen.“

Ist Leoni vielleicht nur ein Sinnbild für die Rezession der deutschen Autoindustrie – und damit ein „Proxy“ für den Niedergang der so stark auf den Export fixierten deutschen Wirtschaft?

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Aktien

Der „Buffett-Indikator“? Warten auf den großen Knall?

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Warren Buffett hatte schon mehrmals in den letzten Jahren „gejammert“ (auf verdammt hohem Niveau), dass er zwar extrem viel liquide Mittel in seinem gigantischen Gemischtwaren-Konzern „Berkshire Hathaway“ habe. Aber es würden sich keine lohnenswerten Investitionsziele mehr finden lassen.

Wenn die Aktienkurse einfach zu lange zu sehr gestiegen sind, dann sind Bewertungen von normalen Aktiengesellschaften für normal denkende Langfrist-Investoren eben zu teuer. So hatte Buffett sich jahrelang zurückgehalten. Locker könnte er mehrer große Konzerne ohne Kredit und ohne Aktientausch kaufen, sondern einfach mit dem vorhandenen Kontoguthaben. Laut WSJ hat er aktuell 103,6 Milliarden Dollar in der Kasse, und findet keine Unternehmen, dass er für kaufenswert hält.

Jedenfalls nicht zu den aktuellen Börsenkursen, möchten wir hinzufügen! Die letzte große Übernahme tätigte Buffet vor drei Jahren mit dem Luftfahrt-Zulieferer Precision für 32 Milliarden Dollar. Kann oder darf man den stetig wachsenden Cash-Berg von Warren Buffett´s Unternehmen als „Buffett-Indikdator“ bezeichnen? Je länger er wartet und nichts mehr dazukauft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es kräftig knallt an der Börse?

Nein, diese Analogie ist wohl nicht ganz passend. Aber egal. Fakt ist, dass er wartet. Und er ist Fundamental-Investor. Er will also Unternehmen kaufen, bei denen die Relation von Unternehmenswert und Gewinn (KGV) stimmt. Also sind ihm diese aktuellen Bewertungen zu teuer. Wenn die Gewinne der Konzerne nicht gerade reihenweise explodieren, bekommt Buffett nur wieder bessere Bewertungen für Käufe nach stark gefallenen Aktienkursen.

Vor dem Platzen der Dotcom-Blase hatte er sich auch mit Käufen zurückgehalten. Buffett erwähnt auch aktuell, dass es jede Menge Leute aus der Private Equity-Branche gebe, die die Preise extrem in die Höhe treiben würden. Und natürlich verfügen sie insgesamt gesehen über viel gigantischere Geldsummen als Warren Buffett. Und woher kommen diese Gelder seit ein paar Jahren vermehrt? Von großen Kapitalsammelstellen wie Fonds, die dank Abschaffung von Zinsen (vereinfacht ausgedrückt) nach Anlageobjekten suchen, wo es noch Rendite zu holen gibt.

Und so haben diese Private Equity-Jungs jede Menge Geld, und wissen nicht mehr wohin damit. Also wird gekauft was zu bekommen ist? Da will Buffett wohl nicht mit machen. Sollte der normale gediegene Privatinvestor, der auf lange Sicht orientiert ist, mit neuen Aktienanlagen warten bis nach dem großen Knall? So wie es Warren Buffett vermeintlich auch tut?

Warren Buffett
Warren Buffett.

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Aktien

Zwei Aktien im Fokus: Wirecard und Tesla

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Seit dem 8. Februar hat Wirecard keine offizielle Erklärung mehr zum Thema Financial Times, angebliche Buchungstricks und Kursmanipulationen veröffentlicht. An dem Tag hatte Wirecard übrigens verkündet, dass man rechtlich gegen die FT und ihre „unethische Berichterstattung“ vorgehen werde. Auch wies man die Anschuldigungen eindeutig zurück.

In einem heutigen Interview des Wirecard-Chefs Markus Braun mit der „FAZ“ heißt es plötzlich nicht mehr, dass man gegen die FT rechtlich vorgehe. Die Formulierung lautet aktuell, dass man „prüfe“, ob die Form der Berichterstattung der FT angemessen war, gerade im Hinblick darauf, wie man gegen die Verleumdung von Mitarbeitern vorgehen könne. Aha. Auf einmal will man prüfen statt klagen. Auch eine klare Zurückweisung der FT-Vorwürfe gibt es jetzt auf einmal nicht mehr. Jetzt heißt es nämlich nur noch, man müsse untersuchen, ob die Darstellung in den Artikeln (der FT) stark übertrieben waren. Ah ja, ok. Das heißt? War doch was dran an den Vorwürfen?

Immer noch betont Braun, dass nach einer internen Untersuchung an den Vorwürfen nichts dran sei. Die Veröffentlichung des externen Prüfberichts könne sehr schnell gehen. Bislang war da aber von mehreren Wochen die Rede. Er werde aber keinen Zeitraum nennen. Aber es werde (bei der Anwaltskanzlei in Singapur) mit Hochdruck am Bericht gearbeitet.

Zum Aktienkurs zeigt sich Braun nach wie vor mehr als optimistisch. Das Geschäft laufe super. Und er sei sicher, dass sich die Unternehmensentwicklung auch bald wieder im Aktienkurs zeigen werde, wenn die Vorwürfe aufgeklärt seien. Diese Aussage (so meinen wir) lässt darauf deuten, dass er sich wirklich sicher zu sein scheint, dass die Prüfung der Anwälte positiv für Wirecard ausfällt. Sonst hätte er wohl ein echtes Rechtfertigungsproblem. Die Wirecard-Aktie hat sich seit ein paar Tagen über 100 Euro beruhigt, und notiert aktuell bei über 114 Euro. Nach wie vor warten die Börsianer auf die Veröffentlichung der Kanzlei-Analyse aus Singapur (Chart seit Dezember).

Wirecard

Tesla

Das in den USA stark beachtete Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ hat seine Empfehlung für das Modell 3 von Tesla zurückgezogen. Als Grund nennt man Probleme mit dem Lack, nicht fest sitzenden Außenteilen und defekte Scheiben. Tesla selbst sagt dazu, dass man bereits Fortschritte bei der Behebung solcher Mängel erzielt habe. Das Problem ist, dass der E-Autohersteller seine Produktionsmenge quasi mit Brachialgewalt hochgefahren hatte, um eigene Ziele zu erreichen und vor allem die Erwartungen der Börse zu befriedigen. Denn die Börsianer hatten sensationelle Mengensteigerungen schon lange im Vorweg im Aktienkurs von Tesla eingepreist, und machen daher logischerweise Druck.

So hatte Tesla auf seinem Produktionsgelände nahe San Francisco beispielsweise eine zusätzliche Fertigungslinie in einem großen Zelt hochgefahren (kein Witz). Zahlreiche Berichte und Aussagen ehemaliger Mitarbeiter aus den letzten Monaten zeichnen ein chaotisches Bild. Dass deshalb die Qualität leidet, ist nicht zwangsläufig zu erwarten, aber dennoch ist dies keine Überraschung. Elon Musk hatte quasi das Blaue vom Himmel versprochen, und musste irgendwann auch mal liefern.

Im vorletzten Quartal hatte Musk völlig überraschend einen fetten Gewinn für Tesla präsentiert, und vor drei Wochen für das letzte Quartal erneut. Ob die glanzvolle Gewinnstrecke anhält, darf bezweifelt werden. Aber zumindest die letzten beiden Quartale stach Musk seine Kritiker aus. Aktuell aber reist die Verkündung von „Consumer Reports“ die Tesla-Aktie nach unten. Gestern verlor sie im laufenden Handel von 301 auf 291,23 Dollar zum  Handelsschluss. Laut ganz aktueller Indikation soll die Aktie heute bei 294,50 Dollar in den US-Handel starten. Im Chart sieht man die Tesla-Aktie seit Juni. Die beiden Aufwärtspfeile zeigen den Verlauf nach der Verkündung der letzten beiden Quartalszahlen. Aktuell sieht die Tendenz zumindest negativ aus. Aber man unterschätze nie das Potenzial der Musk-Jünger, die den Kurs immer wieder hochbringen.

Tesla-Aktie

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Deutsche Telekom: Erwartungen leicht übertroffen und höhere Dividende

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Die Deutsche Telekom hat heute früh ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 20,26 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 19,16/erwartet ca 20).

Der Gewinn (EBITDA bereinigt) liegt bei 5,649 Milliarden Euro (Vorjahresquartal 5,015/erwartet 5,6).

Der „bereinigte Konzernüberschuss“ sinkt im Jahresvergleich aber von 2,66 Milliarden auf 796 Millionen Euro. Grund dafür ist, dass man im 4. Quartal 2017 aufgrund der US-Steuerreform von einem positiven Einmaleffekt in Höhe von 1,7 Milliarden Euro profitierte. Deswegen der große Gewinn im Vorjahresquartal. Rechnet man die 1,7 Milliarden Euro raus, ist die Differenz zum aktuellen Ergebnis kaum noch vorhanden.

Die Dividende soll von 65 Cent auf 70 Cent je Aktie steigen.

Der freie Cashflow steigt im Jahresvergleich von 1,09 auf 1,47 Milliarden Euro.

Die Anzahl der Mitarbeiter sinkt binnen 12 Monaten von 217.349 auf 215.675.

Im Unternehmen zeig man sich zufrieden. Zitat:

„Wir haben unsere Versprechen gehalten und sind auch 2018 weiter gewachsen“, sagte Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. „Unser Wachstumsprofil mit einer starken Präsenz auf beiden Seiten des Atlantiks zusammen mit unserer enormen Investitionskraft ist in der Branche einzigartig.“ Erneut stiegen die Investitionen des Konzerns auf einen Rekordwert. Der Cash Capex vor Ausgaben für Mobilfunkspektrum erreichte 12,2 Milliarden Euro. Damit investierte der Konzern in den vergangenen vier Jahren weltweit mehr als 46 Milliarden Euro. Davon rund 21 Milliarden Euro in Deutschland. Hinzu kamen mehr als 14 Milliarden Euro für Mobilfunklizenzen. Der Erfolg dieser massiven Investitionen zeigt sich an den zahlreichen gewonnenen Netztests in den vergangenen Jahren und vor allem im ungebrochen starken Kundenwachstum, auf beiden Seiten des Atlantiks.

Deutsche Telekom
Foto: Qualle CC BY-SA 3.0

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