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Absturz des Tages: Dax-Schwergewicht Bayer

FMW-Redaktion

Der amerikanische Konzern Monsanto ist gerade bei Umwelaktivisten und anderen Klardenkenden nicht gerade sehr beliebt: man stellt vorwiegend Planzenschutzmittel her und ist beim Thema genveränderte Lebensmittel ganz weit vorne. Hurra, wenn´s schee macht, wie einst eine Dame aus der Lindenstraße meinte. Andere aber meinen, macht eher krank – aber das ficht Monsanto nicht so wirklich an. Dass Landwirtschaft übrigens auch ohne Gifte funktionieren kann, zeigt das Beispiel Kuba: abegschottet von anderen Märkten durch das US-Embargo mussten die Kubaner Wege finden, auch ohne Chemieeinsatz auszukommen – heraus gekommen ist eine Landwirstchaft, die ganzheitlich funktioniert, etwa, indem man Schädlinge dadurch reduziert, indem man ihre natürlichen Feinde fördert.

Das alles ist aber im Westen nicht der Fall – daher wissen die Wenigsten, wie eine Tomate wirklich schmeckt, schmecken kann (das konnte man lange noch etwa in Osteuropa erleben, wo es keine so ausgeprägte Lebensmittelindustrie gibt!).

Wie auch immer: Monsanto hat Probleme seit die Rohstoffpreise einknickten, das Geschäft läuft nicht mehr so wunderbar rund – und da denkt sich Bayer: das könnte man doch kaufen. Mit einer Übernahme würde Bayer dann ein Viertel des weltweiten Marktes für Pflanzneschutzmittel beherrschen, ganz wundervoll – dann nämlich käme der Tod schon wieder vorwiegend aus Deutschland..

Monsanto hat derzeit eine Marktkapitalisierung von gut 42 Milliarden Dollar – und soviel, wenn nicht viel mehr, müßte Bayer wohl auf den Tisch legen. Bayer selbst hat eine Marktkapitalisierung von ca. 80 Milliarden, man bräuchte als fremdes Geld um die Übernahme stemmen zu können, womöglich durch eine Kapitalerhöhung. Und solche Botschaften hören die bereits real existierenden Aktionäre nicht so gerne, weil es den Wert ihrer eigenen Aktien reduziert. Daher der Einbruch der Aktie heute Morgen:

Bayer190516

Letzte Woche sorgte das Gerücht einer möglichen Übernahme bereits für Druck auf die Bayer-Aktie, jetzt die Bestätigung von Übernahmegesprächen sowohl durch Bayer als auch durch Monsanto. Man darf einmal die Frage stellen, warum die Amerikaner die Übernahme eines für sie strategisch eigentlich wichtigen Konzerns zulassen (wenn sie es denn zulassen): wohl nicht aus reiner Freundschaft gegenüber den deutschen Partnern, sondern weil man mit dem berüchtigten „stupid german money“ so wundervolle Geschäfte tätigen kann.

Na dann ab in eine strahlend schöne, aber leicht genetisch veränderte Zukunft!



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1 Kommentar

  1. Hallo Redaktion,
    wenn’s erlaubt ist, ein positiv gemeintes Smiley :-)
    LG

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