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Absturz des Tages: ProSieben – dem Fernsehen sterben die Konsumenten weg

Das Internet ist der Tod des traditionellen Fernsehens, Ausdruck einer „kreativen Zerstörung“..

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ProSieben ist der zweitgrößte private Fernsehsender in Deutschland – aber die Zeiten fĂĽr diesen Kanal waren schon einmal eindeutig besser! So lag man noch in den 1990er-Jahren, also den seligen Zeiten des aufkommenden kommerziellen Fernsehens, bei einem Marktanteil von knapp 10% – um dann kontinuierlich an Marktanteil zu verlieren (derzeit noch ca. 4,5%)


By Fernsehfan2014 – Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36925001

Dabei, und das ist das eigentliche Problem, ist der Fernseh-Markt schrumpfend. ProSieben verliert also faktisch in einem schrumpfenden Markt Marktanteile. Es sind vor allem die JĂĽngeren, die entweder nur noch im Internet unterwegs sind (und eben nicht oder weniger fernsehen) oder eben Streaming-Dienste wie Netflix nutzen. Mit anderen Worten: dem Fernsehen streben tendentiell die Konsumenten weg..

Das zeigt sich auch im längerfristigen Verlauf der ProSieben-Aktie – Ende 2015 lag deren Kurs noch knapp ĂĽber 50 Euro, nun hat sich der Kurs der Aktie fast gedrittelt:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Das also ist ohnehin der Trend – und dieser Trend ist es, der die Investoren mehr und mehr beunruhigt. Heute, nach Vorlage der Zahlen aus dem 3.Quartal (die eigentlich im Rahmen der Erwartung lagen), verliert die ProSieben-Aktie zeitweise mehr als -15%:


(Chart durch anklicken vergrößern)

DafĂĽr sind vor allem zwei Faktoren verantwortlich: erstens der geringere Umsatz in 2018:

„ProSiebenSat.1 passt entsprechend das Ziel fĂĽr den Konzernumsatz im Jahr2018 an: Der Konzern geht nun von einem UmsatzrĂĽckgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich auf rund 4 Mrd Euro aus (2017: 4,1 Mrd. Euro)“
.

Und, fast noch schlimmer, zweitens die verschwurbelt formulierte KĂĽrzung der Dividende:

„Vor diesem Hintergrund passt ProSiebenSat.1 seine Dividendenpolitik an. Der Konzern zielt hierbei auf eine Maximierung der Aktienrendite entlang verschiedener Komponenten, die neben einer attraktiven Dividendenrendite insbesondere eine Steigerung des Ergebniswachstums beinhaltet“.

Im Klartext: weniger Dividende, damit das Ergebnis besser aussieht. ProSieben ist damit nur ein Symbol fĂĽr eine Branche, die tendentiell weniger Zuschauer hat – und daher auch weniger Werbeeinnahmen.

Das Internet also ist der Tod des traditionellen Fernsehens, Ausdruck einer „kreativen Zerstörung“ (Schumpeter). Fragt sich nur, wann irgendwann auch einmal das Internet Opfer einer kreativen Zerstörung sein wird – auch wenn wir uns das heute gar nicht vorstellen können..

4 Kommentare

4 Comments

  1. Gixxer

    8. November 2018 14:51 at 14:51

    Wie hieĂź das Lied aus den 80ern noch mal?

    „Video killed the Radio Star“

  2. x

    8. November 2018 15:32 at 15:32

    Wie sollte man sich auch noch etwas im Free-TV ansehen, wenn die Werbung gefühlt länger ist als der eigentliche Content?

    Da selbe Schicksal wird früher oder später auch Facebook ereilen die immer noch mehr Werbung zwischen Katzenbildchen und Foodporn packen.

  3. pedro

    9. November 2018 01:51 at 01:51

    ….tja, und täglich werden’s mehr, die diese Schranzenmedien weder sehen noch ertragen könnn/wollen, entsagen sich diesen Schundscmierkomödien mit ihren Gehirnwäscheprogrammen! Weiter so!
    Meine TV-Glotzkiste ist schon längst im Innenhof in tausend StĂĽcke geflogen, Bingo! FĂĽr den Dreck und MĂĽll zahl ich schon seit nunmehr 18 Jahren nicht ’nen einz’gen Cent mehr, arschileggen!

  4. Sabine

    9. November 2018 08:49 at 08:49

    a) Mir sagen Kollegen dauernd, TV werde immer langweiliger, es gäb nix wirklich durchschlagendes. Deswegen haben sie wohl den Raab wiedergeholt. Und Wettendas sollte ja auch wieder von Gottschalk gerettet werden. Bis dann der liebe (ölige) Lanz ihm dem Todesstoß gab. Sollte er bei anderen Sendungen auch machen.
    Und wenn ich bei Frontal höre, Dieselautos seien „Dreckschleuder“, kommt mir vor lauter Schleim sowieso das K.. Sind den Weicheiern Atomkraftwerke lieber, auf deren Reste man dann tausende Jahre aufpassen muĂź? Unsere Nachfolgegenerationen werden jubeln. Gott sei Dank waren unsere Vorgänger-Generationen netter und haben eher Kultur als so immensen Dreck hinterlassen!

    b) Ich finde, das Problem ist, daĂź die Film-Hersteller selbst dauernd TV schauen und dann neue Filme machen. D.h. – es erlebt kaum mehr jemand etwas. Schon mal gegessen. Sieht man an den politisch korrekten Langweilern wie Tatort & Co. Die versuchen, alte Erfolge neu zu „präsentieren“. Iiiiihh!

    b) NatĂĽrlich ist auch die Whatsapp-Konkurrenz ĂĽbergroĂź. Und das Internet. Ich habe TV-Zuschauer nie verstanden. Warum muĂź ich warten, wenn ein Film kommt, meine Zeit einteilen, hetzen, das ich den und den Film nicht verpasse, wenn ich mir im internet alles anschauen kann, wann ich nur will! Auch Nachrichten. Wie hier!
    Es ist mir wirklich ein richtiges Rätsel.

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Aktuell: Pulverfass Italien, Problemkind Apple, Trump feiert globale Steuersenkung

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Die EU-Kommission hatte heute Vormittag Italien die erwartete Ohrfeige verpasst. Den Haushaltsplan Italiens lehnte man ab, und will nun ein Defizitverfahren gegen Rom einleiten. So weit, so gut. Der Anleihemarkt hatte das schon erwartet, und so war die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen gestern bis auf 3,69% gestiegen.

Heute nun sank die Rendite auf aktuell 3,53%. Das ist eigentlich erstaunlich – aber vermutlich geht es hier um den Marktmechanismus „kauf das GerĂĽcht, verkauf die Fakten“. Nur dass es hier umgekehrt ging. Die Anleger hatten erst Anleihen verkauft (Rendite rauf), und sind nun wieder ein wenig optimistischer (Anleihen kaufen, Rendite fällt). Dabei ist die Situation weiterhin ein echtes Pulverfass.

Laut „La Stampa“ habe Italiens Innenminister Matteo Salvini seine Kompromissbereitschaft gegenĂĽber BrĂĽssel signalisiert. Man könne bei den Ausgaben fĂĽr das BĂĽrgereinkommen und die Rente einiges ĂĽberdenken. Das hilft erstmal der Rendite. Aber halt. Inzwischen hat Salvini diesem Medienbericht widersprochen. Ăśber das Defizitziel von 2,4% werde man nicht diskutieren. Er sei lediglich offen fĂĽr eine mögliche Diskussion ĂĽber die geplanten Investitionen im neuen Haushalt.

Also: Warum bleibt die Rendite auch aktuell noch bei 3,53%? Sieht der Markt (noch) nicht, dass der Streit zwischen Rom und Brüssel jederzeit in die nächste Eskalationsstufe springen kann? Für Spekulanten wäre das eine Chance. Aber wie gesagt, es ist ein Pulverfass. Hier kann man als Trader unmöglich etwas planen, und muss halt eine pure Spekulation eingehen.

Apple

Der Gigant unter den Auftragsfertigern fĂĽr Elektronik „Foxconn“ will laut Medienberichten im nächsten Jahr ca 2,5 Milliarden Euro einsparen. Nur der fĂĽr die iPhone-Herstellung zuständige Geschäftsbereich solle ca 760 Millionen Euro einsparen. In den letzten Tagen hatten bereits mehrere Apple-Zulieferer ihre Erwartungen spĂĽrbar zurĂĽckgeschraubt. Das lässt mehr als jemals zuvor darauf schlieĂźen, dass Apple ein Absatzproblem bekommen dĂĽrfte. Sind die iPhones doch langsam zu teuer geworden? Die Apple-Aktie ist in den letzten Wochen sehr stark gefallen, von 233 Dollar Anfang Oktober auf gestern 177 Dollar. Heute geht es in der New Yorker Vorbörse mal 1% nach oben. Aber das muss noch keine Trendwende bedeuten.

Globale Steuersenkung

Donald Trump ist aktuell mehr als begeistert ĂĽber eine „globale Steuersenkung“. So bezeichnet er die massiv gefallenen Ă–lpreise. Sie bescheren seinen Wählern natĂĽrlich sinkende Benzinpreise. Genau das hatte er ja mehrfach in den letzten Monaten von der OPEC gefordert. Die ist aber der falsche Adressat fĂĽr Dankesbriefe, da die OPEC gerade verzweifelt versucht den Ă–lpreis hochzubekommen. Nein, Donald Trump sollte sich eher bei den heimischen Frackern bedanken, die pumpen wie wild. Trump dankt in seinem Tweet ausdrĂĽcklich Saudi-Arabien. Eine Hommage an seinen Buddy Kronprinz bin Salman? Auch tweetet Trump zum Schluss noch, dass der Ă–lpreis noch weiter fallen solle. Momentan verliert er gut 40 Cent. Nun wartet man gespannt auf die Ă–l-Lagerdaten, die um 16:30 Uhr veröffentlicht werden (wir berichten gleich darĂĽber).

Donald Trump
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Aktuell: Es geht bergab! Apple -4%, Nasdaq -2,1% – und Ă–l geht auch den Bach runter

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Jetzt gewinnt die Fahrt gen SĂĽden an Geschwindigkeit, aber so richtig. Nachdem es gestern schon nicht gut aussah, geht Apple heute den Bach runter mit -4,2%. Der Nasdaq wird mit runter gezogen auf aktuell -2,1%. Jetzt sind alle wichtigen US-Aktienindizes negativ im Jahr 2018. Im Chart haben Apple (orange) verglichen mit dem Nasdaq seit 2015. Apple trifft es aktuell besonders hart, dass Goldman die Aktie nun das zweite Mal in einer Woche abgestuft hat (von 222 auf 209, und jetzt auf 182 Dollar). Aktuell notiert die Aktie bei 178 Dollar.

Apple vs Nasdaq

Der simple Grund für den Absturz am gesamten Markt? Nach der Angst der letzten Tage kommen jetzt wohl die Verkäufer, die keine Lust haben die Verluste weiter auszusitzen. Lieber jetzt mit geschrumpften Gewinnen oder akzeptablen Verlusten aussteigen, als nochmal 10% oder 20% tiefer enttäuscht aus dem Markt gehen. So einfach kann Börsenpsychologie sein, und so einfach kann daraus eine Lawine entstehen! Kann, nicht muss! Aber die Charts sehen nicht gut aus für die Bullen.

Auch der Ă–lpreis geht weiter den Bach runter

Aber auch Öl leidet. Wenn die Aktien einbrechen, weil die Analystenwelt (ganz plötzlich) nicht mehr an ein tolles Fortsetzen des Wirtschaftsbooms glaubt, bedeutet das auch weniger Nachfrage nach Öl. So fällt der Ölpreis heute auch, und zwar unter die Marke von 55 Dollar (WTI-Öl). Diese Marke hatten wir gestern schon besprochen. Sie war extrem wichtig, weil der Ölpreis nach seinem zwölf Tage langen Absturz dort halt gemacht hatte letzte Woche. Der Ölpreis crasht gerade durch auf aktuell 54,06 Dollar. Wahnsinn! Der Chart zeigt den Verlauf seit 9. November. Jetzt ist aus charttechnischer Sicht gut Platz nach unten vorhanden!

Ă–lpreis

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Hat die Deutsche Bank ein 150 Milliarden Dollar Geldwäsche-Problem?

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Rollt da ein gewaltiges Problem auf die Deutsche Bank zu? Eigentlich (!) waren doch alle Skandale abgearbeitet, so dachte man. Aber nach dem Skandal ist vor dem Skandal? Es geht um den Zeitraum von 2007 bis 2015. Die größte dänische Bank „Danske Bank“ wollte wohl unbedingt neues Geschäft im Baltikum und in Russland mitnehmen, und drĂĽckte wohl alle drei Augen zu.

Gigantische Geldbeträge wurden jahrelang aus Russland und angrenzenden ehemaligen Sowjetrepubliken auf die Dankse-Filiale in Estland eingezahlt. Estland ist ein winziges Land, und daher sollte eigentlich auch das Geschäftsvolumen in Estland bei Danske winzig sein? Aber nein. Ein Volumen von 234 Milliarden Dollar, welches dort durchgeschleust wurde, stammte nach Ermittlungen in Dänemark offenbar größtenteils aus dubiosen Quellen aus Russland. Es soll um Geldwäsche gehen.

Offensichtlich ging es darum dubiose Rubel zu waschen, und sie in sauberen Anlagen in Euroland und im Dollar-System unterzubringen. Die Danske Bank bediente sich beim Weiterleiten der Gelder nicht nur beim US-Giganten JP Morgan, der diesen Kontakt schon 2013 abbrach. Wie Berichte jetzt zeigen, soll die Deutsche Bank offenbar der Hauptabwickler dieser Aktivitäten gewesen sein, um die Gelder von der Danske weiterzuleiten in die große weite Welt.

Schlimmer wird es noch dadurch, dass wohl die Deutsche Bank-Tochter in den USA der Abwickler fĂĽr Danske gewesen sein soll, wobei es das Volumen 150 Milliarden Dollar erreicht habe. Damit wäre die US-Justiz fĂĽr diesen Fall wohl „mal wieder“ zuständig? Was kommt da noch auf die Deutsche Bank zu? Wieder Milliarden-BuĂźgelder? Wir wissen es nicht, dazu steht dieser Skandal zumindest in Sachen Deutsche Bank noch ganz am Anfang. Der Danske-Skandal an sich ist in Dänemark schon seit Monaten ein riesiges Politikum!

Puhhhhhh, da steht womöglich wieder was ins Haus für die Deutsche Bank. Was genau, wie schlimm es wird, das weiß noch niemand. Daher versuchen wir gar nicht erst zu mutmaßen. Ob das der Aktie gut tun wird? Da können Sie sich ja ihre eigenen Gedanken machen! Die Deutsche Bank-Aktie fällt heute insgesamt um 0,65%. Seitdem diese Nachricht vorhin raus kam, ist die Aktie nur um 5 Cents gefallen auf jetzt 8,55 Euro. Also, alles halb so wild? Kein echtes neues Problem? Wir haben da so unsere Zweifel.

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank-TĂĽrme in Frankfurt. Foto: Nordenfan / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

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