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Indizes

Achtet auf die Signale! Auffällige Muster der US-Berichtssaison

Warum es an der Wall Street derzeit nicht so richtig gut läuft..

Markus Fugmann

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am

US-Firmen übertreffen die Gewinnerwartungen – aber das reicht nicht..

 

Die US-Berichtssaison ist nun in Fahrt gekommen – und es gibt auffällige Muster, wie die Aktien der berichtenden US-Konzerne bislang reagiert haben. Fraglos zählen die Quartalszahlen der US-Firmen zu den wichtgisten Treibern der US-Aktienmärkte, vielleicht sind sie sogar der Wichtigste. Ca. 20% der S&P 500-Unternehmen haben nun ihre Zahlen vorgelegt, drei Viertel davon haben die Erwartungen in Sachen Gewinn übertroffen.

Nun könnte man meinen: ist doch ganz stark, die Aktienmärkte gehen nach oben wenn ca. 75% der berichtenden Unternehmen die Erwartungen übertreffen! Aber da gibt es einen kleinen Haken, und dieser Haken heißt: Umsatz! Die US-Unternehmen übertreffen zwar die Gewinnerwartungen, aber eben nicht die Umsatzerwartungen. Und während die Gewinne nicht zuletzt wegen der US-Steuerreform sprudeln, sieht das mit den Umsätzen anders aus. Denn bei den Umsätzen haben nur 58% der  bisher berichtenden US-Unternehmen die Erwartungen übertroffen – das ist der niedrigste Wert seit sechs Quartalen. Zu bedenken ist, dass die Erwartungen gerne niedrig angesetzt werden im Vorfeld, sodass eine so hohe Quote an Unternehmen, die die Erwartungen nicht übertreffen, durchaus auffällig ist. Während man am Gewinn durch „kreative Bilanzierung“ frisieren kann, ist das bei den Umsätzen schon deutlich schwieriger – mithin sagt also der Umsatz mehr aus als der erzielte Gewinn!

Aber es ist wohl auch der zukünftige Gewinn der US-Unternehmen, der die Investoren verunsichert. Vor allem die immer wieder berichteten gestiegenen Material- und Lohnkosten, die noch weiter nach oben gehen dürften, reduzieren den Gewinn und drücken auf die Margen – Tendenz steigend, weil Trumps Handelskrieg die Lieferketten zerstört, die dann mit hohem finanziellen Aufwand neu aufgestellt werden müssen. Dazu sorgt Trumps Anti-Immigrationspolitik für steigende Löhne, da immer weniger „billige“ Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden.

 

Das Muster: Aktien fallen nach Vorlage ihrer Zahlen

Ein Muster der begonnen US-Berichtssaison ist auffällig: die Aktien jener US-Firmen, die ihre Zahlen gemeldet haben, sind nach Verkündung ihrer Zahlen durchschnittlich um -0,7% gefallen. Das war im ersten und zweiten Quartal noch anders!

Die Amerikaner haben bekanntlich für alles Statistiken – auch für die Reaktion der Aktien jener Unternhemen, die bislang in dieser Berichtssaison ihre Zahlen gemeldet haben:

 

(Chart: Bespoke Investment Group)

Aktien von Firmen, die die Erwartungen übertrafen, stiegen bislang durchschnittlich in einer ersten vorbörslichen Reaktion um +0,8%, verloren dann aber im weiteren Handel nach Handelseröffnung wieder 0,34%. Diejenigen Firmen, die die Erwartungen ziemlich genau trafen, verloren durchschnittlich -1,46% und fielen dann nach Handelsbeginn weitere -0,42%. Und jene Firmen, die die Erwartungen verfehlten, verloren zu Handelsbeginn durchschnittlich -5,45% und gaben dann weitere -0,24% ab.

 

Sell the news ist das dominante Motiv

Wir sehen also durchgängig ein Muster „sell the news“ – ob die Erwartungen übertroffen, getroffen oder unterboten wurden – nach Handelsbeginn ging es stets durchschnittlich nach unten. Das deutet darauf hin, dass die Toleranz der Investoren immer weiter abnimmt – und erklärt, warum derzeit gut 70% der S&P 500-Aktien unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt handeln.

Was die Wall Street jetzt dringend braucht, sind bärenstarke Zahlen von Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung, die das bisherige schwache Muster durchbrechen könnten. Ob das gelingt, werden wir schon in dieser Woche sehen: zehn der 30 US-Konzerne, die im Dow Jones gelistet sind, werden in dieser Woche ihre Zahlen vorlegen – darunter Caterpillar (Dienstag),  Boeing (Mittwoch),  Microsoft (Mittwoch) und Intel (Donnerstag). Jetzt kommt es also wesentlich darauf an, dass auch die Umsätze über den Erwartungen liegen und nicht nur die Gewinne!

 

 

 

 

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Aktien

Dax mit Crash? Mögliche Ausweitung der EZB-Maßnahmen, Ideen zu SAP und Allianz

Redaktion

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Gibt es im Dax einen neuen Crash? Diese Frage bespricht Manuel Koch im folgenden Video mit einer Expertin. Auch Thema seines Videos sind die ganz frisch verkündeten neuen Rettungsgelder für die Wirtschaft, damit der anstehende kleine Lockdown im November verkraftet werden kann. Wichtig ist auch die heute angedeutete Ausweitung der EZB-Maßnahmen im Dezember.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Die Aktien der Allianz seien eine Short-Chance per Stop-Sell-Order. Die Aktien von SAP seien ein Kauf per Stop-Buy-Order. Beide Ideen werden ausführlich begründet.

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Finanznews

Aktienmärkte: Erholung – aber dickes Warnsignal! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte erholen heute sich nach dem gestrigen herben Abverkauf – aber dennoch ist das, was gestern passiert ist, ein wichtiges Warnsinal!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte erholen sich nach mdem gestrigen herben Abverkauf heute – aber dennoch ist das, was gestern passiert ist, ein wichtiges Warnsinal: es gibt an den Märkten keine Fluchtmöglichkeiten mehr! Denn gestern fiel alles: die Aktienmärkte, aber auch Gold und Bitcoin – während Aneihen zwar zunächst zulegen konnten, dann aber auch diese Gewinne wieder abgaben (untere Grenze bei Renditen). Die einzige Fluchtmöglichkeit ist nun noch der (ziemlich ungeliebte) US-Dollar. Das bedeutet: wenn Panik aufkommen sollte, besteht ein großes Potential für eine Art „Aufwärts-Crash“ beim Dollar, weil dann alle durch die gleich Tür müssen. Nach wie vor gilt: solange nicht klar ist, was durch oder mit der US-Wahl passiert, sind Rallys der Aktienmärkte „gedeckelt“..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

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Aktienmärkte: Stimulus – so sicher wie das Amen in der Kirche

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Im Artikel von Hannes Zipfel („Der Stimulus kommt garantiert!“) wird auf die überragende Bedeutung der Stimuli seitens der US-Regierung sowie der Federal Reserve hingewiesen: Ohne diese Billionen würden die so essenziellen Aktienmärkte der USA auf ganz anderen Höhen (oder besser: Tiefen) stehen.

Hierzu noch ein paar ergänzende Bemerkungen: Die Stimuli müssen kommen, angesichts der aufflammenden Pandemie, so dass der neuen (oder alten) US-Regierung sowie der Notenbank gar nichts anderes übrig bleibt, als zu „stimulieren und zu drucken“, was das Zeug hält.

Warum die Aktienmärkte Recht haben, wenn sie den Stimulus als sicher ansehen

Die offizielle Zahl der US-Arbeitslosen beträgt derzeit immer noch um die 11 Millionen Menschen. Wenn deren Unterstützung ausbleibt, wird der Konsum leiden, der 70 Prozent des US-BIP ausmacht. Die Erholung des Arbeitsmarkt wird durch die Infektionszahlen bestimmt,  und Fed-Chef Jerome Powell betont es immer wieder gebetsmühlenartig: Seinen gesetzlichen Auftrag, die Erreichung von „Maximum Employment.“

Die Coronakrise hat die amerikanischen Aktienmärkte in Mitleidenschaft gezogen: diese haben immer mehr an Marktkapitalisierung hinzugewonnen in den letzten Jahren und bringen inzwischen fast 40 Billionen Dollar auf die Waage und sind somit eine wichtige Quelle der US-Macht.

Dementsprechend ist ein nachhaltiges Absacken der Aktienmärkte nicht nur ein Problem für die oberen 50 Prozent und die Wall Street, sondern auch für die Renten-Sparpläne 401k, die Millionen Pensionäre versorgen müssen. Das ist also eine Doppel-Achillesferse der Vereinigten Staaten.

Sollte es nach einem Regierungswechsel zu einer Verweigerung der Unterstützung durch den Staat kommen, hat die blockierende Partei meiner Meinung nach bereits jetzt den schwarzen Peter für die nächsten (in 23 Monaten stattfindenden) Midterm Elections. Man hätte dann einen Schuldigen für das Elend der unteren Schichten – und was wird die Wall Street und das große (Spenden)Kapital machen für die Gouverneure und Senatoren, die mit dafür verantwortlich sind? Den Kapitalhahn zudrehen, beziehungsweise dies androhen, so wie man es im Dezember vor der großen Steuerreform gemacht hat. Ruckzuck war die Reform vor Weihnachten durch.

„Money makes the world go round“, …..wenn Konsum und Wall Street tangiert werden….auch die Demokraten und selbstverständlich die Republikaner sitzen auf Bergen von Aktien und profitieren direkt, wenn die Aktienmärkte steigen.

Die Wahl rückt angesichts der Situation im vierten Quartal 2020 fast ein bisschen in den Hintergrund.

Die Aktienmärkte erwarten weitere Stimulus-Maßnahmen

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