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Achtung: 400 neue Trump-Wähler in Hamburg?

Ja, lesen Sie, staunen Sie, verzweifeln Sie (so wie wir). Ganz bewusst verwenden wir an dieser Stelle diesen übertriebenen Verweis, um auf eine Entwicklung aufmerksam zu machen, die vielen wohl nicht…

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Von Claudio Kummerfeld

Ja, lesen Sie, staunen Sie, verzweifeln Sie (so wie wir). Ganz bewusst verwenden wir an dieser Stelle diesen übertriebenen Verweis, um auf eine Entwicklung aufmerksam zu machen, die vielen wohl nicht aufzufallen scheint. Es werden nämlich nicht nur Niedriglohn-Jobs und einfache Tätigkeiten nach Asien verlagert. Was sagt man dazu: Nach einem erst vor Kurzem angekündigten massiven Stellenabbau in der Triebwerkswartung wird Lufthansa Technik, der Reparatur-Arm der Lufthansa, am Hauptstandort Hamburg wohl weitere 400 Mitarbeiter „abbauen“ – diesmal im Bereich Flugzeugüberholung.

donald-trump
Donald Trump. Foto: Gage Skidmore/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Sparte sei defizitär. Laut Unternehmenssprecher gegenüber dem NDR habe man sich nach langen Verhandlungen mit Verdi nicht über eine Lösung für das Personal einigen können. Keine Branche sei so stark dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt wie die Luftfahrt. Und die Unternehmensstandorte der Lufthansa Technik in Ungarn, auf Malta und auf den Philippinen seien bei der Wartung von Flugzeugen einfach deutlich billiger bei den Personalkosten. Verdi sagte dazu gestern man habe Lufthansa Technik für eine Jobgarantie angeboten die Personalkosten um 7% zu senken. Lufthansa Technik habe aber auf eine Reduzierung von 11% bestanden um den Standort rentabel zu bekommen.

Verdi verwies auch auf den bitteren, verdammt bitteren Umstand, dass die Wartungsexperten des Hauptstandorts Hamburg es waren, die die neuen Kollegen in Übersee erst schulten und halfen dort die Standorte aufzubauen. Nun würden sie durch diese Kollegen komplett ersetzt. Tja, wie nennt man das? Dumm gelaufen? Das eigene Grab geschaufelt? Frage: Wenn einer dieser abgebauten Mitarbeiter beim Jobcenter vorspricht, wird es sinnvoll sein ihn in einen Raum zu setzen vor einen 20 Jahre alten PC um dort PC-Fortbildung zu machen, oder Bewerbungstrainings?

Was soll ein extremst hochqualifizierter Flugzeugingenieur sagen, wenn ihm vermutlich geraten wird: Mach eine Weiterbildung, erweitere Dein Wissen, dann findest Du einen neuen Job? Wer hat wohl mehr Fachkenntnisse als jemand, der Flugzeuge auseinanderschraubt, wartet, und wieder zusammensetzt? Was soll man den Mitarbeitern noch beibringen auf der Skala der Fortbildungsmaßnahmen? Wie man hört, will Lufthansa Technik diese 400 Mitarbeiter womöglich nicht entlassen, sondern in anderen Unternehmensteilen wie dem Umbau von Flugzeugen für VIP´s einsetzen.

Das klingt gut, aber so oder so: Wenn sie dort unterkommen, blockieren sie diese Jobs, weil neuen Bewerbern, die eventuell bereits hochgradig qualifiziert wurden, der Zugang zu diesen Jobs verwehrt wird. So oder so bleibt jemand auf der Strecke, der jahrelang teuer ausgebildet wurde oder studieren musste. Es ist ein Märchen, dass eben nur die einfachen Tätigkeiten nach Asien abwandern. Hierzulande müsse man nur genug qualifizieren, fortbilden, immer weiter lernen und sich verbessern, dann würden hierzulande auch in Zukunft die guten hochbezahlten Jobs erhalten bleiben. So lautet ja bisher das unausgesprochene Versprechen von Politik und Ökonomie-Experten.

Nur der gestrige Verweis von Lufthansa Technik, dass die Standorte zum Beispiel auf den Philippinen anscheinend genau so gut sind, nur eben deutlich kostengünstiger, sollte ein Weckruf sein. Wie hoch will man Flugzeugmechaniker und Ingenieure noch schulen um ihnen sichere Arbeitsplätze anbieten zu können? Nicht jeder Arbeitnehmer hierzulande kann als App-Entwickler arbeiten!

Wir haben auch keine Antwort, wie die Lösung dieses Problems aussehen soll. Die Antwort darauf muss die Politik finden, denn dafür wird sie bezahlt. Einfach nur ausbilden und fortbilden ist selbst für extrem hochqualifizierte Experten offensichtlich keine Jobgarantie, wie man sieht! Wieso schrieben wir am Anfang des Artikels von „verzweifeln“? Nun, wir verzweifeln daran eine Lösung zu finden, wie so hoch qualifizierte Arbeitnehmer vergleichbar gute Jobs neu finden sollen, wenn auch in anderen Hochtechnologie-Bereichen fast nur abgebaut wird. Aber nochmal: Wir sind nicht die Politik – die muss Lösungen finden, die über „Weiterbildungsmaßnahmen im Jobcenter“ hinausgehen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer offensiven Industriepolitik, der offensiven und umfangreichen Förderung ganz neuer Industrien, wo man ganz vorne sein kann? Wir haben zwar derzeit fast Vollbeschäftigung, aber ähnlich wie in den USA sind neu geschaffene Arbeitsplätze eher gering bezahlte Dienstleistungsjobs, und dazu noch oft Zeitarbeit. Neue Standorte bei Lufthansa Technik entstehen derzeit eher im Ausland. Komischerweise hat man sich für die Märkte Nord- und Südamerika gerade die Karibik-Insel Puerto Rico ausgesucht, die zwar zollrechtlich zu den USA gehört, aber halbwegs eigenständig ist.

Die Insel ist wirtschaftlich gerade pleite gegangen – Massenarbeitslosigkeit, Schließungen, Inselflucht Richtung US-Festland. Dort dürfte es mit Lohnkosten und Gewerkschaften deutlich weniger Probleme geben als in Miami oder Atlanta. Auch im vorhin schon erwähnten Bereich Triebwerksüberholung verzichtet die Lufthansa wie es aussieht auf betriebsbedingte Kündigungen. In den nächsten 5-8 Jahren sollen 700 Stellen durch die natürliche Fluktuation wegfallen. Das heißt: Mitarbeiter die in Ruhestand gehen, werden nicht durch neue ersetzt. Wo zwar niemand entlassen wird, können folgerichtig junge gut ausgebildete Experten nicht nachrücken. Wo sollen die alle unterkommen? Alle ab zu Starbucks? Denn dort wird ja kräftig expandiert im Filialnetz?

Ein Donald Trump würde jetzt sagen „ich hole euch diese Jobs zurück“. Doch das ist wenig realistisch. Wie sieht die Lösung aus? Die Politik muss eine Lösung finden.

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Claudius

    17. November 2016 09:50 at 09:50

    Sicherlich ist die pure Floskel von Protektionismus falsch. Ich komme jedoch immer wieder zum gleichen Schluss. Unsere Eliten setzen BIP pro Kopf (Durchschnitt = statistische Illusion) = mit Wohlstand und Zufriedenheit der Bevölkerung gleich. Genau dieser Gleichung widerspricht die Wahl Trumps gewaltig. Ist es nicht so, dass jeder mit der Hälfte des BIP auch sehr gut leben könnte, wenn er sicher sein könnte auch in 10 Jahren noch Arbeit zu haben, wenn er ruhigen Gewissens eine Familie gründen könnte und einfach optimistisch in die Zukunft blickt? Denn dann konsumiert und investiert der Normalbürger auch, wenn die Erwartung nach unten ist spart er.
    Kurz ist ein Russe unglücklicher als ein Amerikaner? Letzterer hat ein höheres BIP pro Kopf. Ich glaube die Zufriedenheit in Russland größer. Man könnte auch andere Länder anstatt Russland anführen, die Aussage ist jedoch die gleiche. Eine gesunde Autarkie = Grundbedürfnisse des Menschen, sollten in der Heimat hergestellt werden, um für die Masse der Bevölkerung auch die Jobs bereitzustellen, dann habe ich sozialen Frieden, auch wenn es 20-40% teurer ist, eine funktionierende Gesellschaft ist mir das jedoch wert.

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      rote_pille

      17. November 2016 13:27 at 13:27

      Wieviele Amerikaner ziehen nach Russland und wieviele Russen nach Amerika…

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      sabine

      17. November 2016 18:46 at 18:46

      Wird das Wort „Trump“ oder „Trumpwähler“ in der Presse jetzt das Wort „Hitler“ oder Nazi ersetzen?
      a) Wär erfreulich. Es ist ja doch nur oft Werbung für die braunen Sozialisten.
      b) Es wird ja auch mal Zeit, das sich das/was ändert.
      c) Man muß ja nicht nach Rußland, um deren gute Ideen zu übernehmen. Auch ich finde die Jagd nach Höchstmengen an Dollars unmenschlich und alles erwürgend. Aber wie bei allen Süchten, der Süchtige merkt es erst zu spät.

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    Nobbi

    17. November 2016 10:13 at 10:13

    sehr guter artikel!
    In Zukunft wird das ganze Problem noch durch die zunehmende Robotorisierung verschlimmert.. dann werden reihenweise Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor wegfallen.. Fabriken.. LKWs usw.. wer wird dann für diese Leute aufkommen? Es muss vermutlich eine Form von bedingunslosem Grundeinkommen geschaffen werden. Ob dies dann aber schon nachhaltig sein kann oder auf ultra pump laufen muss, bleibt abzuwarten.. Jedenfalls wird die zunehmende Technologisierung mehr Arbeitsplätze vernichten als schaffen.

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    nixisfix

    17. November 2016 10:28 at 10:28

    Das ist nur der Anfang der Probleme in der europäischen Flugzeugindustrie. China eröffnete Anfang November in der südlichen Stadt Zhuhai die international Messe der Flugzeug- und Weltraum- Industrie. Dort gab Guo Bozhi (General Manager des staatlichen Flugzeugherstellers Chinas, COMAC) bekannt, dass COMAC zusammen mit dem russischen Flugzeughersteller United Aircraft Corp (UAC) gemeinsam einen Langstrecken Jet entwickeln und bauen werden. Der Betrieb wird als 50:50 Joint Venture Unternehmen mit Sitz in Shanghai dieses Jahr starten.
    Diese Zusammenarbeit bringt China und Russland einen weiteren Schritt näher und wird vermutlich eine große Konkurrenz für die Flugzeugbauer AIRBUS aus Europa und BOEING aus USA werden.

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    Martin Ebner

    17. November 2016 10:30 at 10:30

    Die Lösung ist doch ganz einfach: radikale Absenkung der Lohnkosten und allgemeine Verschlechterung der Lebensqualität – so dass man den Rest der Welt auf Slum-Niveau unterbieten kann und irgendwann als Werkbank für chinesische Hightech-Firmen attraktiv wird. Siehe das Beispiel Puerto Rico.
    Wer in letzter Zeit an deutschen Schulen, Bahnhöfen, Krankenhäusern oder anderen jämmerlichen Einrichtungen für Normalbürger vorbeigekommen ist, weiß, dass in diese Richtung bereits intensiv gearbeitet wird…

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    leser

    17. November 2016 10:55 at 10:55

    Bitte nur ein einziges Beispiel, wo „die Politik“ schon einmal funktionierende Lösungen gefunden hat! Die Politik ist hierzulande eine Negativauswahl, oftmals ohne oder mit zweifelhaften Abschlüssen, oftmals ohne jede praktische Berufserfahrung, geschweige denn unternehmerischer Erfahrung. Und von dort soll die Lösung kommen? Never ever.

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    Ratlos

    17. November 2016 10:57 at 10:57

    Die Situation ist perspektivisch gesehen noch viel schlimmer. Der 3D-Drucker wird sich in den nächsten Jahren auch im Privatbereich durchsetzen, was zu erheblichen kosten- und personalsenkenden Effekten frühen. Handel und Logistik werden massiv davon betroffen sein. Ganze Handelsströme werden „zusammenbrechen“ (dies gab es in der Geschichte ja schon häufiger). Dann ist die Blockchain-Technologie zu nennen, die mir „Himmelangst“ macht und ich nur hoffen kann, dass es sich um einen aktuellen Hype handelt. Und was sagt unsre Elite dazu??? Nichts und nichts!!!

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    frank.trg

    17. November 2016 11:18 at 11:18

    Mir ist eh schleierhaft wieso man nicht mehr Druck auf diese Unternehmen ausübt.? Lufthansa ist ein urdeutsches Unternehmen und macht seinen Hauptumsatz und Hauptgewinn in Deutschland mit vielen Deutschen Kunden. Wie wäre es wenn man ihnen mit Entzug der Lizenz für Deutschland droht? Nicht dass ich mir das wünsche, aber sie verhandeln ja auch knallhart und drohen mit Jobverlagerung. Gut dann machen wir es eben wie Trump. Ihr könnt eure Flugzeuge gerne in Ungarn warten, dann könnt ihr aber auch gleich dort bleiben und mit versuchen mit den Ungarn euer Geld zu verdienen.

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    gerd

    17. November 2016 11:19 at 11:19

    „Achtung: 400 neue Trump-Wähler in Hamburg?“

    Das hängt sicherlich nicht nur vom Finanziellen ab.

    Ein kinderloses Ehepaar oder ein Single denkt da tendenziell etwas kurzfristiger als ein Ehepaar, welches Kinder im Kindergartenalter hat oder sich den Kinderwunsch gerne erst noch erfüllen möchte.
    Letztere müssen davon ausgehen, dass ihre Kinder, wenn sie um die 20 Jahre alt sind, in (nach unseren Maßstäben) Unfreiheit werden leben müssen. Besonders wenn es Frauen sind.

    Ersatzweise würden die ggf. statt Trump auch Frau Petry wählen.

    „Ein Donald Trump würde jetzt sagen „ich hole euch diese Jobs zurück“.“

    Ich hole E U C H diese Jobs zurück. Und mit e u c h meint Trump bestimmt nicht die Migranten, sondern die Einheimischen. Er holt sie (auch) von den Migranten zurück.
    Das heißt, die Jobs, die jetzt Migranten innehaben, stehen den Einheimischen zu mindest zur Verfügung.
    Das beginnt beim Tellerwäscher über Ärzte und Ingenieure
    bis hin zu einer Migrationsbeauftragten. Wobei ich nicht weiß, ob die Amis für ihre Regierung sowas Unsägliches wie eine Migrationsbeauftragte überhaupt bezahlen.

    „Doch das ist wenig realistisch.“
    Ich sehe das also sogar auch ein ganz klein wenig als realistisch an.

    Und seien wir mal ehrlich, 400 hochqualifizierte Ingenieure in Deutschland. Da gibts doch jetzt ein Hauen und Stechen drum, bei den Arbeitgebern.
    Schließlich kommen auf jeden mindestens 5 sog. „offene Stellen.“

  9. Avatar

    SMArtTrader

    17. November 2016 11:31 at 11:31

    Ich finde, dieser Bericht zeigt sehr schön, dass es schlicht naiv ist anzunehmen, dass „Die Politik“ auch nur ein bisschen was an der grundsätzlich fundamentalen Natur der Dinge ändern kann.

    Alles in diesem Universum, einfach alles ist in seinem Kern oder vollzieht sich als Welle. Sei es Energie, sei es „das Leben“ oder selbst die Charts – alles Wellen.

    Und so ist es auch beim Arbeitsmarkt!

    Ich erinnere mich noch gut an „den Lehrermangel“, „den Ärztemangel“, „den Fachkräftemangel“, usw. usf.

    Allen diesen Mangelerscheinungen liegt die Tatsache zu Grunde, dass die Gesellschaften in ihren Entwicklungen immer Über- und Unterschüsse produzieren. Und das meint nicht nur Waren und Dienstleistungen, sondern natürlich auch Arbeitskräfte.

    Mal werden wie verrückt Lehrer ausgebildet, weil „die Politik“ mit Zeitverzug merkt, dass sich da ein Unterschuss (Mangel) beginnt zu entwickeln. Wenn die Lehrer dann einsatzbereit sind, haben sich aber die Rahmenbedingungen schon wieder derart verändert, dass der einstige Magel zu einem Überschuss / Überangebot an in diesem Bsp. Lehrern wurde.

    Es ist wohlfeil „der Politik“ abzuverlangen, sie solle all diese Wellenbewegungen in allen Dimensionen und Bereichen richtig „vorhersehen“ und rechtzeitig handeln – und dann auch noch so genau vorherbestimmen, dass genau nur so viele ausgebildet werden, wie dann in 5 oder 10 Jahren auch wirklich vom Arbeitsmarkt in einem bestimmten Land gebraucht werden.

    Sorry, aber das ist einfach zu einfach. Die Welt in der wir leben mag technischer geworden sein.

    Im Inneren ist diese Welt eine evolutionäre Umgebung in der es IMMER darum ging und immer darum gehen wird sich anzupassen um zu überleben.

    Wenn die Natur (Evolution) den Eisbären eine dicke Fettschicht und Fell gibt, um mit Kälte besser als andere umzugehen und plötzlich erwärmt sich das Klima, dann nützt es nichts, „die Natur“ anzuprangern und sich bei ihr auszuweinen!

    Anpassen oder untergehen!

    PS: Ich bin kein Fundamentalist oder Radikaler und ich bin auch der Meinung, dass wir ein sozialeres politisches Umfeld brauchen, aber in diesem Punkt muss man auch mal ganz grundsätzlich ehrlich sein: Die Politik – egal wer – wird das nicht lösen! Wie auch!

    Es ist systemimmanent, dass es Gewinner und Verlierer von Entwicklungen gibt und wenn wir Menschen nicht mal Wahlen richtig vorhersagen können, wie denn dann bitte die gesellschaftlichen Entwicklungen Jahrzehnte im Voraus?

  10. Avatar

    gerd

    17. November 2016 12:29 at 12:29

    Das eine:
    Was Sie beschreiben, umfasst grob gesagt das, was in der Tat auch unter dem Begriff „Schweinezyklus“ im Agrar- und Wirtschaftsleben bekannt geworden ist.

    Das andere:
    „Wenn die ..Evolution den Eisbären .. Fell gibt, um mit Kälte besser ..umzugehen und plötzlich erwärmt sich das Klima, dann nützt es nichts, „die Natur“ anzuprangern …“

    Und ob es auf längere Sicht was nützt, wenn wir beispielsweise nun stattdessen die Eisbären nach Deutschland einladen, um ihnen die Veränderungen in der Heimatregion zu ersparen?
    Ich glaube nicht. Die einheimische Tierwelt bekäme die größten Probleme. Besonders die kleineren Tiere, die sich nicht wehren können. Den ganz großen Tieren, welche oft selbst die Neigung haben sich raubtierhaft zu verhalten, würden die Eisbären nur selten was anhaben können.

  11. Avatar

    Z0P0

    17. November 2016 13:03 at 13:03

    Es gibt noch jemanden in Deutschland der Flugzeugwartung im großen Stil anbietet ( sitzt weiter Elbaufwärts) und hat letzte Woche die verbesserten Wettbewerbsbedingingen mit der IGM durch einen Zusatztarifvertrag angenommen. Ergebniss ist durchschnittlich ca. 10% Lohnverzicht. Eigentümer sind Singapore und Airbus…
    Wir brauchen uns keinen Illusionen hingeben, das war erst der Anfang.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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