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Achtung Herr Draghi: Deutsche Importpreise im April +6,1%, die wichtigste Preisgruppe sogar mit +7,5%

FMW-Redaktion

Es läuft wie in den letzten Monaten auch. Die vorlaufenden Indikatoren wehen volle Kraft in Richtung deutlich steigender Verbraucherpreise (Inflation). Durch Einsparungen und Effizienzsteigerungen können so starke Zuwächse dauerhaft nicht vom Einzelhandel abgefedert werden, so stark der Wettbewerb bei Supermärkten etc auch sein mag – das ist zumindest unsere Meinung.

Aber zu den Daten. Im April 2017 stiegen die Preise für Importgüter in Deutschland gegenüber April 2016 um 6,1%. Im März waren es auch 6,1%, im Februar 7,4%. Die wichtigste Preisgruppe innerhalb der Importpreise steigt sogar um 7,5%, nämlich die Preise für sogenannte Vorleistungsgüter. Dabei handelt es sich um Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden. Für ein Land ohne Rohstoffe wie Deutschland müssen so ziemlich alle Rohstoffe importiert werden, bevor sie hier zu Endprodukten verarbeitet werden. Daher sind diese Preise für die Industrie entscheidend.

Rohkaffee legt zum Beispiel im Preis nur in diesem Jahresvergleich um 17,8% zu, Aluminium um 19,3%, Nickel um 14,6% usw. Während Getreide nur um 1,8% zulegt, wird Schweinefleisch um 32,1% teurer. Von den Energiepreisen brauchen wir erst gar nicht sprechen. Importierte Steinkohle beispielsweise wird um 61,1% teurer und Rohöl um 36,2%. Da sage mal jemand es gäbe keine Preissteigerungen, die für eine Zinswende sprechen würden. Aber ach ja, Energiepreise gehören offiziell nicht zur Kerninflation, weil sie laut EZB zu stark schwanken. Was für ein Quatsch – wir können es nur immer wieder betonen.

Zitat Statistisches Bundesamt von heute früh:

Gegenüber April 2016 verteuerten sich insbesondere chemische Grundstoffe (+ 10,6 %), die mit bedeutsamem Gewicht in den Index eingehen. Auch Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (+ 27,8 %) sowie Nicht-Eisen-Metalle und Halbzeug daraus (+ 16,3 %), darunter vor allem Rohkupfer (+ 21,6 %)und Rohaluminium (+ 19,3 %), waren erheblich teurer als im April 2016. Dies galt auch für importierte Eisenerze (+ 57,0 %) und Nicht-Eisen-Metallerze (+ 27,2 %). Dagegen sanken unter anderem die Preise für Düngemittel und Stickstoffverbindungen (– 2,8 %).

Hier weitere wichtige Aussagen in Kurzform:

Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im April 2017 um 3,8% höher als im April 2016.

Eingeführte Investitionsgüter verteuerten sich um 0,3% gegenüber April 2016.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren gegenüber April 2016 um 5,4% teurer.

Importierte Verbrauchsgüter verteuerten sich gegenüber April 2016 um 3,1%.



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