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Achtung! Krugman wettet auf den Grexit – Gegenposition lukrativ..

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Der Anhänger des Trivial-Keynesianismus Paul Krugmann hat in einem Fernsehinterview mitgeteilt, dass er sein Geld in Richtung eines Grexit investiert habe:

„My guess is either in the end they will get this sort of enormous debt relief…or they will have to exit. My money is on exit one way or another“, so Krugman gegenüber dem Fernsehsender CNN.

Für alle Spekulanten ist das eine hervorragende Nachricht: da bekanntlich die Weisheit in universitären Elfebeintürmen gigantisch groß, aber die Praxiserfahrung umso schmaler ist, bieten sich für jeden erfahrenen Spekulanten die Gegenwette an. Wir shorten also die Position von Krugman in der sicheren Erwartung, dass Krugmann auf dem falschen Dampfer ist – schon deshalb, weil die Macher der Eurozone ja den Anspruch haben, dass der Euro „ewig“ und die Währungszone nicht veränderbar ist. Nun, da die Griechen, sagen wir einmal, den Heils-brigenden Massnahmen zugestimmt haben (dazu amerikanische böse Zungen: besser als deutsche Panzer in Athen!), geben also die Gläubiger den Griechen das Geld, damit dann die Griechen die Gläubiger bezahlen können.

Es ist bezeichnend, dass Krugman diese Schneeballsystem seinem Wesen nach nicht begreift und meint, Griechenland würde früher oder später rausgeworfen. Wenn man die Griechen hätte rauswerfen wollen, dann hätte man es jetzt gemacht – nun ist die Kuh von Eis, eine Grundsatzentscheidung ist getroffen. Also: all in gegen Paul Krugman!

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    Demokrat

    20. Juli 2015 15:46 at 15:46

    Krugman wird RECHT BEHALTEN! WER ALL-IN geht kann schon mal INSOLVENZ anmelden! Faule GR-Einigung wird solange halten bis alle GR-IWF-EZB-Schulden auf den Steuerzahler umgewälzt worden ist..Ende 2015 ist es soweit!

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      Rechendussel

      20. Juli 2015 16:12 at 16:12

      Drei Artikel vorher hat der Demokrat sich aber noch darüber beschwert das Investoren welche sich GR-Anleihen vor dem Deal mit GR gekauft haben und da Manipulation vermutet. Das ist doch gut wenn die Anleihen bei privaten liegen die muss man ja nicht retten als EZB/ Regierung. Die EZB wo die Anleihen jetzt sind ist aber viel eher dem sog. Steuerzahler zuzurechnen oder wer ist sonst der letzt endliche Besitzer einer Zentralbank. Aber wahrscheinlich gehen sie davon aus das die EZB die Anleihen einfach den Bürgern ins Depot bucht. Dann ist aber im zweifel das Geschenk der EZB nach dem Bankrot wertlos. Für simple Menschen auch: Wert des Geschenkes 0€ (höchstens ideeler wert)

      Bei seinem Wissen empfehle ich dann alles Geld das er hat entweder bei nem britischen Wettbüro auf den Grexit zu setzten. Vermutlich bei ihrem Horizont würden sie das auch als investieren sehen oder über den Profiweg verkaufen sie GR-Anleihen einfach mit leer oder nen nettes Zertifikatnem Hebel 1 zu 100. Sie werden bestimmt so reich wie Krugmann immer recht hat! Falls nicht ließt man dann wieder so ne weinerliche Story wie im Januar bei der Frankenabwertung:

      Ja woher hätte ich den wissen können das der so abwertet, Haus und Hof und Frau sind weg. Dabei hatte ich doch nur 2000€ investiert (richtig heisst das spekuliert) und hab jetzt 200000 Schulden.

      Also ich bitte sie inständig spekulieren sie mit einem Hebel auf ein Staatsbankrot Griechenlands. Mit einem möglichst grossen Hebel wenn sie so sicher sind! Leihen sie sich am besten von Freunden und Familie Geld. Ist ja vermutlich ihrer Meinung nach eh nix wert (Spekulation meinerseits)
      Wenns gut geht chapoe ich zieh meinen Hut vor ihnen sie sind jetzt reich. Wenns schief geht können sie sich wenigstens darüber freuen mit den Euro welche sie nicht mehr haben in Griechenland zahlen zu können.

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        Demokrat

        20. Juli 2015 16:55 at 16:55

        @ Rechendussel… dass die EZB Euros druckt wissen sie oder nicht? Dass der Euro in der jetzigen Form eine Fehlkonstruktion ist, schreien mittlerweile alle Spatzen vom Dach. Wenn die EZB weiterhin alle Schrottpapiere von allen Ländern aufkauft, die wirtschaftlich die Schulden bis in die Ewigkeit nie zurück zahlen werden, wird die Bilanz der EZB irgendwann in die Luft explodieren. Raten sie mal, wer dann als Dummer dastehen wird, als Besitzer der EZB… oder warum ist Schäuble für den GREXIT? Ich mag Schäuble zwar nicht aber er hat 100% recht, was Griechenland angeht!

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    Chris

    20. Juli 2015 16:13 at 16:13

    Ich bin gerne ein gelehriger Schüler,auch von Gelehrten,welche mich die letzten 2Jahre mit ihren Beurteilungen heftige Verluste haben einfahren lassen!Ich denke aber trotzdem nicht,dass Ihnen,Herr Fugmann zusteht einen Wirtschaftsnobelpreisträger,auch wenn das nicht zwangsläufig ein Über-Alles Erhabener-Titel(siehe Barack Obama)darstellt als Trivialkeynesianer zu verunglimpfen!Der €uro,wird als übergeordneter Verhinderer Europas scheitern.Unsere,aus dem kommunistischen Machtbereich stammende Weltökonomin wird das zeitnah auch noch erkennen.Es wird Sie allerdings nicht sonderlich jucken.da Sie ja fett pensionsberechtigt&nicht prekär rentenversichert ist&mit ihrem Herrn Sauer süss&glücklich bis ans Ende Ihrer Tage leben kann.Und wenn Sie nicht stirbt,kann Sie noch in 100Jahren dem deutschen Michel den Varoufuckisstinkefinger zeigen!(Leicht verändertes Märchen!)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      20. Juli 2015 16:22 at 16:22

      @Chris, aber es ist Trivialkeynesianimsus – wer die Schriften von Krugman liest, kann das bestätigen. Und der Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften ist der Minderwertigste aller Nobelpreise – das sieht man schon an den einzelnen Würdenträgern (markowitz etc.). Warum ist das so? Weil die Wirtschaftswissenschaft (zumindest große Teile davon) nicht kapiert, dass sie eine Sozialwissenschaft ist – und keine Naturwissenschaft. Um das zu kaschieren, gibt es ja so viel Mathematik in der Wirtschaftswissenschaft. Aber wenn die Grundannahmen falsch sind, sind die Zahlen, die auf der falschen Annahmen basieren, eben auch falsch.
      Vergleiche dazu Karl-Heinz Brodbeck: Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie
      Darin ist so ziemlich die gesamte Methodik, auf die sich auch Krugman beruft, klar und eindeutig wiederlegt!

      • Avatar

        Chris

        20. Juli 2015 17:04 at 17:04

        Herr Krugmann.Ich bin einigermassen gebildet,habe vor allem ein hohes Allgemeinwissen,altersbedingt auch ohne die zahllosen Socialmedias &stimme Ihnen in ihrer prompten,inhaltlich meist nachvollziehbaren Bewertung von eher manchmal lebensfremden Ökonomen,Wirtschaftswissenschaftlern,Politikern(a la Claudia Roth,ohne irgendwelchen Abschluss besitzende Labertaschen)weitgehend zu.Was mir seit sehr langer Zeit sehr missfällt,und mich deswegen auch so verbittert,ist die meist kritiklose ,manchmal schon euphorisch begleitende Hinnahme der gesetzlosen Massnahmen der Politik&der Notenbanken.Kein Individuum kann in die Zukunft sehen&dementsprechend seine Lebensplanung optimal ausrichten.Dass die „grenzwertig-kriminelle“ Finanzindustrie,dasunternimmt&von demokratisch gewählten Regierungen einen Freibrief dafür erhält,ist der Anfang vom Ende demokratischer Strukturen!P.s.Vielleicht geht es uns viel zu lange schon viel zu gut,so dass wir Sehnsucht nach dem Gegenteil haben!Ich gehöre der „goldenen Generation“an,welche nie Krieg&Verderben,sondern nur Wirtschaftswachstum&selbstzugestaltendes Glück kennt.Von daher habe ich biologisch eigentlich nichts zu befürchten.Ich bin aber kein Egoist,sondern Vater von 3Kindern&wünsche &erwarte,dass Ihnen ähnliche Chancen geboten werden&keine €urofetischisten Deutschland in die nächste Kapitulation führen.Heute ist übrigens das richtige Datum dafür1

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          20. Juli 2015 17:12 at 17:12

          @Chris, Herr Krugman oder Herr Fugmann??
          Spaß beiseite: ich verstehe Ihre Motivation, empfehle aber, ohne Besserwisserei, das Buch von Brodbeck (Die fragwürdigen Grundlagen der Ökonomie) – das hilft enorm, die Dinge klarer zu sehen..

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Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Extrem schwach! Der Amazon-Effekt in brutaler Klarheit

Claudio Kummerfeld

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USA Flagge und Adler

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht mit einem Zuwachs von 245.000 Stellen für November, was deutlich schlechter war als erwartet (Prognose 470.000). Bezüglich der Gesamtzahl von 245.000 neuen Stellen gab es einen Abbau von 99.000 Stellen beim Staat. Somit gibt es im November 344.000 neu geschaffene Stellen im Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es insgesamt einen Zuwachs von nur 55.000 Stellen. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung bei +1.000. Auf dem Bau waren es +27.000 Stellen, und in der Industrie +27.000. Die folgende Grafik zeigt die gesamten Daten für das Verarbeitende Gewerbe im November.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Grafik zeigt US-Arbeitsmarktdaten für November im Detail

Verbleibt bei den neu geschaffenen Stellen im November noch ein Plus von 289.000 Stellen im US-Dienstleistungssektor. Ein sehr schwacher Wert nach +783.000 im Oktober. Der Einzelhandel baute 34.700 Stellen ab. Das ist dramatisch, wo der Sektor doch als einer der Jobmaschinen gilt. Elektronikgeschäfte bauten netto 11.300 Stellen ab, Sport- und Buchgeschäfte 12.100 Stellen, und Kaufhäuser sowie große Supercenter (Walmart etc) verloren netto 20.800 Stellen. Gleichzeitig explodieren die Neueinstellungen bei Amazon und Co (also vor allem Amazon). Alleine im November wurden netto 81.900 neue Kurierfahrer eingestellt, und 36.800 Mitarbeiter in Warenlagern.

Grafik zeigt Details zu Job-Änderungen im US-Einzelhandel

Der Sektor „Professional and Business Services“ konnte 60.000 Stellen hinzugewinnen (sehr schwach), wobei hier alleine fast 70.000 neue Jobs bei Zeitarbeit und Hilfsarbeit entstanden. Andere Teilsegmente in dem Bereich bauten also eher Stellen ab. Der Bereich „Pflege und Bildung“ ist mit nur +54.000 Stellen auch sehr schwach dabei. Wobei der Bereich Bildung 5.700 Stellen abgebaut hat. Die Pflege schuf 59.600 neue Stellen. Der mit Abstand größte Einzelposten, wenn es um das schnelle Schaffen neuer Jobs in den USA geht, ist in der Regel der Bereich „Freizeit und Bewirtung“, also Restaurants, Freizeitparks etc.  Hier ist die Schaffung neuer Stellen im November extrem schwach ausgefallen mit gerade mal +31.000. Innerhalb dieses Segments wurden bei Restaurants und Bars sogar 17.400 Stellen abgebaut. Die zweite Corona-Welle lässt grüßen.

Grafik zeigt Details zu verschiedenen US-Jobdaten

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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