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Achtung Öl-Trader: Heute nochmal positionieren vor dem Doha „Oil Freeze“ am Sonntag?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Sonntag ist es endlich so weit, der „große Tag“ ist gekommen. Übermorgen trifft sich Doha (Katar) ein Großteil der weltweit wichtigsten Ölproduzenten der OPEC und Nicht OPEC-Staaten. Großspurig bereits im Februar verkündeten Produzenten wie Russland, Saudi-Arabien und Venezuela eine Einfrierung der Fördermenge auf Januar-Niveau. Irgendwie förderten aber Länder wie Russland munter weiter neue Rekorde. Dann aber rangen sich in den Wochen danach immer mehr Staaten zu einem großen Treffen durch mit dem Ziel eine möglichst global wirksame Einfrierung der Öl-Fördermenge zu erreichen.

Wir haben in den letzten Wochen oft darüber berichtet, nun gibt es nichts Neues mehr zu bewerten. Jetzt heißt es abwarten, was am Sonntag verkündet wird. Jüngst kamen sogar aus Russland, dem wichtigsten Player außerhalb der OPEC, die offenen Worte, dass es sich bei diesem Treffen und einer möglichen Vereinbarung eher um ein „Gentleman´s Agreement“ handeln wird als um eine ernsthafte verbindliche Vereinbarung. Saudi-Arabien und Kuwait ließen auch durchblicken sie würden (eigentlich so richtig) nur am Oil Freeze teilnehmen wollen, wenn denn der Iran mitmacht.

Da jeder Beobachter weiß, dass der Iran nicht teilnehmen wird bei dieser Konferenz und auch diverse Male feststellte, dass er seine Fördermenge in den nächsten Monaten weiter kräftig steigern wird, wird es interessant sein zu sehen, wie die Saudis sich aus der Affäre ziehen wollen. Kaum vorstellbar, dass sie vor versammelter Runde nicht mitmachen. Es wird wohl, so darf man es erwarten, eine große Vereinbarung zur Einfrierung der Fördermenge auf dem aktuellen Niveau geben. Blitzlichtgewitter, jede Menge Gruppenfotos, Händeschütteln, strahlende Gesichter. Aber ob sie auch wirklich etwas bewirkt, darf bezweifelt werden.

Die Teilnehmer werden den Pressevertretern verkünden wie stolz und glücklich sie sind, dass jetzt endlich die Öl-Fördermenge nach oben gedeckelt ist. Aber, wie wir ja oft schon berichtet haben: Viele Produzenten, die Sonntag in Doha anwesend sein werden, haben seit Anfang des Jahres ihre Produktionsmengen weiter ausgebaut, und frieren jetzt auf Rekordniveau ein. Die Russen fördern auf einem „Post Sowjet“-Allzeithoch, ein Rekordniveau seit 1987. Der Irak fördert auch ständig mehr, nachdem die Ölförderung im sicheren Süden des Landes immer mehr anläuft.

Viele große Banken, zuletzt noch gestern, gehen von steigenden Ölkursen nach Sonntag aus, weil ja logischerweise die Produktion nicht weiter steigt. Gegenteilig hierzu gibt es auch viele genau so schlaue Köpfe, die darauf hingewiesen haben, dass ja auf Rekordniveau eingefroren wird und Länder wie der Iran eh nicht mitmachen. Vielerorts ist von einer reinen PR-Show die Rede, oder wie es jüngst ein Fondsmanager sagte, ab Montag gäbe es für Öl-Trader die beste Chance aller Zeiten für das Tradermotto „Kauf die Hoffnung, verkauf die Tatsachen.“ Damit spielt man darauf an, dass die Kurse aufgrund großer Hoffnung auf Sonntag bezogen schon sensationell gut gelaufen sind.

So verrückt, wie der Ölmarkt die letzten Monate gelaufen ist, sind ab Montag kräftige Kursausschläge in beide Richtungen möglich. Wir haben unsere Sichtweise oft kundgetan, dass aus fundamentaler Sicht (Öl-Angebotsmenge vs Nachfragemenge) so hohe Preise riskant sind, um es mal zurückhaltend auszudrücken. Aber sei es drum, Sonntag sind wir alle schlauer. Positionieren Sie sich heute noch vor dem „Oil Freeze“, oder bleiben Sie flat und schauen sich das Spektakel erstmal ohne offene Position an? Seit der ersten kleinen Oil-Freeze-Ankündigung aus Februar hat Öl jedenfalls schon kräftig zugelegt, von unter 30 auf jetzt um die 40,50 Dollar.

Ölpreis
Der Ölpreis seit Oktober 2015.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Peter

    15. April 2016 16:16 at 16:16

    Obwohl ich mittel- und langfristig bullisch für Öl bin, so könnte es am Montag in der Tat ein „Sell the fact” (nachdem „Buy the rumor“ gut geklappt hat) geben.
    Ich schaue es mir Montag an und gehe bei Übertreibung in die jeweils andere Richtung.
    Alles andere halte ich für Casino, aber wer es mag…
    PS: Schön dass Ihr heute nicht mehr so überzeugt schreibt, die Richtung (down) zu kennen.
    THX P.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      15. April 2016 16:18 at 16:18

      @Peter, beim Öl-Trading sind Überzeugungen eher hinderlich :)

  2. Avatar

    Marko

    15. April 2016 17:07 at 17:07

    Da sagt der Herr Fugmann ein wahres Wort,

    Logik ? Fundamental-Daten ?
    Überzeugungen : „jetzt ist schon wieder eine Öl-Klitsche pleite gegangen“ . Öl fällt, Überversorgung der Märkte…

    Das kann sehr viel Geld kosten. Öl ist eine Zockerbude, zwar nicht mehr ganz so schlimm wie im Januar/Februar… aber : so sind „die“ halt… ;)
    Und : beim Öl kann man es ja machen… :D

  3. Avatar

    Marko

    15. April 2016 17:28 at 17:28

    Den Ölpreis kann man leichter manipulieren, auf lange Sicht gesehen, ist der Weg klar…

    Ich glaube nicht, dass sich Saudi-Arabien in einem längeren Zeitfenster niedrige Öl-Preise leisten kann und wird. Ich meine damit Preise klar unter 30 USD

    Das würden die zwar niemals zugeben, aber immerhin : ein paar Fracking-Buden haben die schon über den Jordan springen lassen.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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