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Achtung, Zombies! Videoausblick

Gestern hat Jerome Powell ziemlich klar eine Zinssenkung für Ende Juli angekündigt. Was aber werden die Folgen sein?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Gestern hat Jerome Powell ziemlich klar eine Zinssenkung für Ende Juli angekündigt – das gestern Abend veröffentlichte FOMC-Protokoll war dann kaum weniger eindeutig in dieser Richtung. Was aber werden die Folgen sein? Die Aktienmärkte der Wall Street feiern mit neuem Allzeithoch (S&P 500 erreicht die 3000er-Marke), und an den Anleihemärkten versteilt sich die Zinskurve dramatisch nach der voherigen Invertierung. Was aber kann eine Zinssenkung wirklich bewirken in einem Umfeld, in dem die Finanzkonditionen (Verfügbarkeit von Krediten) so lax sind wie seit dem Jahr 1993 nicht mehr, bei gleichzeitiger Rekordverschuldung der US-Unternehmen? Faktisch bringen solche Zinssenkungen der Realwirtschaft wenig, sorgen aber für eine Zombifizierung – das wird sichtbar in Europa, wo imemr mehr hochriskante Unternehmensanleihen (Junk Bonds) negative Renditen haben..

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Von Joel Friesen – https://www.flickr.com/photos/joelf/168770688/in/photostream/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1742788

17 Kommentare

17 Comments

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    Harry D. Bean

    11. Juli 2019 09:01 at 09:01

    Mal wieder ein sehr guter Kommentar!!! Vielen Dank.

  2. Avatar

    Hesterberg

    11. Juli 2019 09:08 at 09:08

    Guten Morgen Herr Fugmann,
    Sie sprechen mir mal wieder in allen Punkten aus der Seele. Ich kann nicht begreifen, wie die Märkte in der gegenwärtigen Situation eine Zinssenkung um lächerliche 0,25% feiern können. Dieser Schritt kann praktisch überhaupt nichts mehr bewirken. Auch eine Zinssenkung um 0,50% könnte inzwischen keine sinnvollen Impulse mehr für die Wirtschaft anschieben. Das Blatt ist bereits ausgereizt. Nicht einmal eine vorteilhafte psychologische Komponente kann ich erkennen, im Gegenteil.
    Die Märkte erkennen die Gefahren erstaunlicherweise immer viel zu spät, sonst würden wir eine Flucht in die Edelmetalle und eine Flucht aus dem Euro längst sehen. Anstelle dessen werden weiter viel zu teure Immobilien und Aktien gekauft oder das Geld verzehrt sich scheibchenweise auf Girokonten, Sparkonten oder in festverzinslichen Anlagen.

  3. Avatar

    Roberto

    11. Juli 2019 10:41 at 10:41

    Die Notenbanken fürchten eine Rezession mehr als der Teufel das Weihwasser.
    Warum ? Was wissen die, was wir nicht wissen ?
    Wenn wir wüssten was die Notenbanken dieser Welt wissen, würden wir dann vielleicht genauso handeln ?
    Ich finde das Szenario aktuell gruselig. Die Rally ist schon die längste ever und man steht an ATH´s und die Notenbanken wollen Zinsen senken. Woow !!!
    ich bin mir zwar nicht sicher, aber mein Gefühl sagt mir, das sämtlich vorherigen Zinssenkungen wohl niemals am ATH vorgenommen wurden, weshalb in der Vergangenheit auch die Kurse anschließend gestiegen sind.
    Wie verhält es sich mit den Kursen die schon ATH stehen und eine Zinssenkung kommt ?
    Vielleicht ein Frage an den Meister Herrn Fugmann. Da gibts bestimmt Charts mit den Zinssenkungen der Vergangenheit.
    VG
    Roberto

    • Avatar

      Michael

      11. Juli 2019 12:17 at 12:17

      @Roberto, es gab massive Zinssenkungen in folgenden Zeiträumen:

      01.2001 bis 06.2003 von 6,50 auf 1,0%
      09.2007 bis 12.2008 von 5,25 auf 0,25%

      DOW und S&P 500 befanden sich bei Beginn der Zinssenkungen nahe am oder auf ATH und sind analog zu den Zinssenkungen in diesen Zeiträumen konstant abgestürzt, bis die Zinsen wieder erhöht wurden.

  4. Avatar

    Gixxer

    11. Juli 2019 11:03 at 11:03

    Jochen Stanzl hierzu:

    „Jede Zinssenkung die von der amerikanischen Notenbank bislang durchgeführt wurde, obwohl es keine Rezession in der amerikanischen Wirtschaft gab, … führte das statistisch betrachtet immer übergeordnet zu Kursgewinnen am Aktienmarkt.“

    Quelle:
    https://www.youtube.com/watch?v=mBJaot7ppSc

    • Avatar

      Roberto

      11. Juli 2019 11:28 at 11:28

      @Gixxer, das war nicht meine Frage. Meine Frage lautete, ob bei den Zinssenkungen in der Vergangenheit die US Märkte auch am ATH standen ?
      Wenn die Kurse schwächelten und weit weg waren von den ATH´s und die Rezession quasi einpreisten und dann von der FEd die Zinsen gesenkt wurden, dann ist es fast logisch das es danach zu Kursgewinnen geführt hat. ABER wie verhält es sich wenn die Kurse am ATH stehen ?
      Denn ich kann mich nicht daran erinnern, das die vergangenen Zinssenkungen am ATH durchgeführt wurden.

      • Avatar

        Gixxer

        11. Juli 2019 12:16 at 12:16

        Das sollte auch nicht als Antwort auf Ihren Kommentar verstanden werden, sondern nur als allgemeiner Hinweis.
        Herr Fugmann hat ja auch auf das Video von Herrn Stanzl hingewiesen (https://finanzmarktwelt.de/aktienmaerkte-allzeithochs-und-gewinnwarnungen-ich-erwarte-keinen-crash-132722/), leider hatte ich es bei meinem Kommentar noch nicht gesehen.

        Ich bin aber voll und ganz bei Ihnen, am ATH wurde ein Zinssenkung vermutlich noch nie vorgenommen, es gibt daher wohl keine Vergleiche aus der Vergangenheit hierzu.
        Ich kann mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, dass das (nicht nur auf Sicht von ein paar Tagen) gut gehen kann.

      • Avatar

        Michael

        11. Juli 2019 12:37 at 12:37

        @Roberto, Ergänzung: Sowohl vom zeitlichen Verlauf, als auch vom Chartbild her wäre etwa im Zeitraum 2015 bis 2016 eine größere Korrektur fällig gewesen. Doch dann kam dieser seltsame Trump-Effekt und eine noch nie dagewesene Hausse.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      11. Juli 2019 12:28 at 12:28

      Hallo @ Roberto. Die von Ihnen gestellte Frage ist für den letzten Zyklus recht einfach zu beantworten. Die Fed senkte am 18.9. 2007, inmitten der Krise, ihren Leitzins um 50 Basispunkte von 5,25 auf 4,75 Prozent. Der S&P 500 sprang an diesem Tage vom Tief bei 1476 Punkten auf 1519 Punkte zum Tagesschluss. Er stieg mit zum 10. Oktober auf sein Hoch bei 1562 Punkten und hielt sich noch ein paar Wochen zwischen 1450 und 1515 Punkten (10.12.), ab Ende Dezember ging es bergab, richtig heftig aber erst im Herbst 2008, bis zum absoluten Tief am 6. März 2009 bei 666 Punkten. Ergo: Nach der ersten Zinssenkung ging es nochmal ein paar Wochen nach oben, so die Fakten.
      Viele Grüße

  5. Avatar

    joralari

    11. Juli 2019 13:05 at 13:05

    Hallo Herr Fugmann,
    die Anmerkung, dass die Infos und Zusammenhänge in Ihren Videos für den Day-Trader nich zwangsläufig zu gebrauchen sind, hat mir in den letzten Jahren gefehlt. Ich bin zwar heute auch noch ein Verlust-Trader aber nur in kleineren Größen.. Die Informationen und Zusammenhänge fließen heute in den Gesamtkontext und nicht direkt ins Day-Trading.

    Heute bin ich der Meinung, dass auch Ihre Videos dazu beitragen, dass short squeeze’s entstehen und der Markt einfach nicht fallen will ;P

  6. Avatar

    joralari

    11. Juli 2019 13:49 at 13:49

    Ein Punkte wieso ein Korrektur zulässig ist:
    In den letzten Jahren sind vielleicht ein paar Leichen zu viel im Keller verscharrt worden.

    Zweiter Punkt:
    Die Großen hatten bei dem Hin und Her in den letzten Jahren keine Möglichkeit Gewinne zu sichern. Fallen die Kurse, dann wurde vieles auf Luft gebaut und die Kurse fallen noch tiefer.

    Der wichtigste Punkt steht in der Bibel:
    Sprüche 16,4: Alles hat der HERR zu seinem bestimmten Zweck gemacht, sogar den Gottlosen für den Tag des Unheils.

    • Avatar

      joralari

      11. Juli 2019 13:51 at 13:51

      *nicht* zulässig ist.

  7. Avatar

    Roberto

    11. Juli 2019 13:56 at 13:56

    @Michael und @Wolfgang. Vielen Dank für die Antworten.

  8. Avatar

    Beobachter

    11. Juli 2019 15:50 at 15:50

    @ Roberto, die Frage könnte man auch anders stellen:
    Wie reagiert der Markt wenn : Die Börsen schuldengetrieben 300 bis 400% gestiegen sind.
    Der historisch längste Zyklus an einer Korrektur gehindert wird.
    Ein US Präsident wegen seiner Widerwahl kurzfristig alle ökonomischen
    Gesetze aushebeln will, obwohl jeder Anfänger weiss, dass das langfristig
    sehr negativ sein wird.
    Die Frage ist einfach zu beantworten, eine nur annähernd ähnliche Situation hat es noch nie gegeben, also ein erstmaliges Experiment mit ungewissem Ausgang. Der Ausgang ist aber nur für Schönredner ungewiss,
    FÜR REALISTEN WIRD DER AUSGANG DESASTRÖS, ungewisseste nur der Zeitpunkt.

  9. Avatar

    Roberto

    11. Juli 2019 17:07 at 17:07

    @Beobachter, ja genau. so sehe ich das im Kern auch. Als Draghi letztens wieder davon sprach weitere Lockerungsmaßnahmen in Betracht zu ziehen ist mir die Kinnlade runtergefallen. Wir sind seit 10 Jahren damit beschäftigt die Krise zu bewältigen und stellen jetzt fest das wir weiter mit lockerungsmaßnahmen hantieren müssen ??? Das ist ein Armutszeugnis für die EZB…10 Jahre mit allem was geht gekämpft um festzustellen das alles nix genützt hat. ich bin wirklich mehr als erstaunt das die Märkte das irgendwie anders sehen als ich und haussieren als ob es kein Morgen gäbe. Ich glaube in dieser Beziehung werde ich wohl dumm sterben…:-))

  10. Avatar

    Negan

    11. Juli 2019 18:31 at 18:31

    Ich verstehe die kritische Auseinandersetzung mit dem Verhalten der Märkte aber nicht die Kritik an der EZB. Soll sie die Zinsen erhöhen?
    Zitat „Ihr wichtigstes Ziel ist die Preisstabilität, mit der das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt werden.“
    Was sind bei der derzeitigen Inflation die angemessenen Maßnahmen? Kritisieren kann jeder. Und jeder ist auch als Trainer der Nationalmannschaft besser als Löw.

  11. Avatar

    Altbär

    12. Juli 2019 10:05 at 10:05

    @ Negan, Das Problem ist,dass alle Notenbanken die Zinsen nicht mehr erhöhen können ,weil die lange Tiefzinspolitik Fehlallokationen brachte.Die Tiefzinnspolitik war gedacht als Zeitgewinn um dieVerschuldung zu reduzieren, aber wegen des billigen Geldes wurde genau das Gegenteil erreicht.Statt das Abwertungsspiel u.die Billigzinsorgie weiterzuführen müssten jetzt die Notenbanken den Fehler einsehen u.
    gemeinsam das Spiel zu beenden bevor der Markt es mit aller Gewalt der Ökonomie macht.
    FMW hat einmal ein gutes Sprichwort zitiert, ich glaub es war von Ewald Mises.
    Es gibt zwei Möglichkeiten schuldengetriebenes Wachstum zu beenden,
    1. Man bringt Opfer u. macht es selber oder
    2.Der Markt macht es später mit aller Brutalität.

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