Devisen

Agiert China wegen der Fed?

Von Markus Fugmann

Was derzeit passiert, erinnert doch sehr stark an die Ereignisse im Januar, als die Schweizer Notenbank den Euro-Franken-Mindestkurs von 1,20 aufhob, weil sie glaubte, die Risiken nicht mehr kontrollieren zu können, wenn die EZB ihr QE-Programm starten würde. Das sendete Schockwellen um den Globus, die jedoch viel unbedeutender sind als die Konsequenzen der Aktionen der chinesischen Notenbank.

Goldman Sachs hat in einer Mitteilung an seine Kunden nun die nachvollziehbare These aufgestellt, dass China agiert, um nicht nach einer Zinsanhebung durch die Fed reagieren zu müssen:

“This is about Fed liftoff most obviously and further dollar strength. It certainly makes sense for China’s policy makers to buy some flexibility ahead of Fed liftoff, in particular since the fix had become very peg-like in its stability in recent months.”

Man macht also im Vorfeld einer Zinsanhebung durch die Fed eine Aktion, die dann – sollte die Fed wirklich die Zinsen anheben – eine Reaktion unter Druck verhindert und schafft sich somit eine gewisse Flexibilität angesichts der von China erwarteten Dollar-Stärke. Goldman erwartet, dass der Yuan zum US-Dollar bis Ende 2017 um weitere 20% aufwerten wird.

Laut Insider-Angaben gibt es innerhalb der chinesischen Regierung starke Kräfte, die eine Abwertung des Yuan von mindestens 10% durchsetzen wollen. Dazu zählt vor allem das chinesische Handelsministrium, das auf seiner Webseite die erneute Abwertung des Yuan heute hymnisch begrüsste. Tenor: Chinas Wirtschaft ist nicht mehr stark, warum sollte dann der Yuan stark sein?



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