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Air Berlin-Aktie: Ein Hoffnungsschimmer ?

FMW-Redaktion

Seit Wochen und Monaten regnet es schlechte Nachrichten für die Air Berlin-Aktie. Grottenschlechte Zahlen, und dann ein Übernahmegerücht durch die Lufthansa, das bisher nur ein Gerücht geblieben ist. Nur an der allgemeinen Zusage des Großaktionärs Etihad den Laden erst einmal weiter stützen zu wollen, klammert man sich fest. Dann kam vor Kurzem noch bedrückenderweise hinzu, dass bekannt wurde, dass Air Berlin bei den Ländern Nordrhein-Westfalen sowie Berlin nach Staatsbürgschaften gefragt hatte.

Während diese gerade geprüft werden, kommt nun endlich mal eine kleine positive Botschaft. Air Berlin-Chef Thomas Winkelmann sagt nämlich gegenüber dem „Tagesspiegel“, dass eine Absicherung von Krediten durch die öffentliche Hand doch nicht mehr nötig sei. Als Grund dafür nannte er, dass die Leasingkosten für einige Flugzeuge zuletzt gedrückt werden konnten. Auch habe man Büroflächen in der Berliner Zentrale verkleinert. Damit werde das Unternehmen um 50 Millionen Euro entlastet.

Letztes Jahr machte die Airline 782 Millionen Euro Verlust, 2015 waren es -447 Millionen, 2014 -376 Millionen. Da ist so eine Ersparnis von 50 Millionen Euro wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das grundlegende Problem für Air Berlin ist also mit dem Verzicht auf eine Staatsbürgschaft nicht gelöst. Sonst könnte der Aktienkurs heute gerne mal kräftig ansteigen. Aber im Rahmen der üblichen Schwankung seit den letzten vier Wochen um die 0,95 Euro-Marke herum legt die Aktie heute gerade mal um 3,5% zu.

Wie gesagt: Gerade erst vor einer Woche hatte Winkelmann auf der HV gesagt man lote mit dem Antrag auf eine Staatsbürgschaft alle Möglichkeiten aus, für alle Fälle, wie er sagte. Da muss diese vorher genannte Ersparnis ja fast über Nacht geschafft worden sein. Was bleibt, sind wie in den letzten Wochen auch die stille Hoffnung auf die Übernahme durch die Lufthansa, und dass Etihad sich erst einmal an seine Zusagen hält.

Berlin Tegel

Aktuell zeigt sich ein bizarres Bild bei Air Berlin in Sachen „Flughafen Berlin Tegel“. Dort muss man noch durchhalten, bis endlich mal (in 100 Jahren?) der BER eröffnet wird. Eigentlich arbeiten ja alle großen Airlines mit Drehkreuzen, und versuchen mit Zubringer-Flügen die großen Maschinen auf den Drehkreuzen voll zu bekommen. Bei Air Berlin läuft es anscheinend in Tegel genau andersrum!? Thomas Winkelmann sagte nämlich zu dem Thema, dass jedes Prozent weniger Umsteigepassagiere in Tegel Air Berlin um rund zwei Millionen Euro im Jahr entlasten würde. Man konzentriere sich bei neuen Strecken erst mal auf Düsseldorf, da dieser Flughafen für einen Umsteigebetrieb ausgelegt sei. Aber eben nicht Berlin-Tegel. Air Berlin verdiene deutlich besser, wenn Passagiere auf Strecken innerhalb Europas direkt von und nach Berlin fliegen, als dort umzusteigen, so Winkelmann.


Die Air Berlin-Aktie seit Februar. Der starke Ausbruch Anfang Mai war dem Übernahme-Gerücht geschuldet, dass die Lufthansa einsteige. Bislang blieb es aber bei einem Gerücht.



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