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Air Berlin-Aktie immer noch bei 0,40 Euro, Lufthansa-Aktie legt weiter zu, Ryanair sieht deutsche Verschwörung

Die Air Berlin-Aktie verliert heute nochmal 20% auf 0,40 Euro. Aber immerhin ist sie nicht bis kurz vor die Null-Linie abgestürzt. Das ist das Erstaunliche nach der gestrigen Insolvenzverkündung…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Air Berlin-Aktie verliert heute nochmal 20% auf 0,40 Euro. Aber immerhin ist sie nicht bis kurz vor die Null-Linie abgestürzt. Das ist das Erstaunliche nach der gestrigen Insolvenzverkündung. Gestern -38%, heute nochmal -20% in der Aktie. Die Umsätze in der Aktie sind heute noch fast genau so hoch wie gestern. Aber warum fällt sie nicht auf eine Spanne von 1-2 Cents?

Es scheinen immer noch viele Spekulanten zu glauben, dass nach der Filetierung von Air Berlin unterm Strich noch ein werthaltiges Unternehmen übrig bleibt. Aktuell hat die Firma noch einen Börsenwert von 57 Millionen Euro. Kann die insolvente Air Berlin aus dem Verkaufserlös die 150 Millionen Euro an die Bundesregierung zurückzahlen? Und was bleibt dann überhaupt noch von Air Berlin übrig?

Es ist kaum vorstellbar, dass nach den wohl anstehenden Teilverkäufen von Flugzeugen und Landerechten nächstes Jahr noch so eine Art neu auferstandene Mini-Airline übrig bleibt. Aber der Fakt bleibt: Momentan lebt die Aktie noch als wohl extremes Zocker-Objekt, bei dem jeder Cent rauf oder runter enorme prozentuale Ausschläge darstellt.

Wie auch gestern bleibt heute die Lufthansa-Aktie der große Gewinner. Sie legt seit gestern 13 Uhr zu von 19,75 auf heute 20,75 Euro, wobei sie vorhin schon bei 21,08 Euro lag.

Ryanair

Der Billig-Konkurrent Ryanair will gegen die staatliche Finanzspritze von 150 Millionen Euro vorgehen. Aus Sicht der Konkurrenz von Air Berlin ist so ein Protest mehr als verständlich, denn schließlich erlaubt der Staat hierüber einem schlecht wirtschaftenden kauptten Anbieter im Markt zu bleiben. Eigentlich aber müssen ungesunde Anbieter aus dem Markt verschwinden. Ryanair sieht sogar eine künstlich herbeigeführte Insolvenz, damit die Lufthansa möglichst günstig an Flugzeuge und Landerechte kommt. Denn so muss man eben nicht die Schulden von Air Berlin mit übernehmen.

Künstlich herbeigeführte Insolvenz? Nun, so weit würden wir nicht gehen, aber natürlich ist es aus der Sicht von Lufthansa wünschenswert möglichst günstig an Flugzeuge und Landerechte zu kommen. Das ist rein marktwirtschaftlich nicht verwerflich, dass man möglichst günstig einkaufen will. Aber ob der deutsche Staat oder wer auch immer so einen Plan hegte, das hört sich nun wirklich weit hergeholt an.

Ryanair spricht sogar von einer „offensichtlichen Verschwörung“ aus Bundesregierung, Air Berlin und Lufthansa, damit diese eine schuldenfreie Air Berlin übernehmen könne. Die Stellung eines Insolvenzantrags unter diesen Gesichtspunkten verstoße gegen deutsche und EU-Wettbewerbsregeln. Durch ein zukünftiges Monopol der Lufthansa müssten die deutschen Kunden zukünftig höhere Preise zahlen, so Ryanair. Man habe das Bundeskartellamt aufgefordert endlich wach zu werden. Zitat Ryanair:

Ryanair has today (15 Aug) lodged competition complaints with the German Bundeskartellamt and the European Commission regarding the obvious conspiracy playing out in Germany between the German Government, Lufthansa and Air Berlin to carve up Air Berlin’s assets, while excluding major competitors and ignoring both EU competition and State Aid rules. Given the fact that the German Government is centrally involved in these manoeuvres, the Bundeskartellamt is likely to struggle to get out of bed. On this basis, and bearing in mind the scale of the market shares and the European implications involved, it is all the more important that the European Commission takes immediate and decisive action.

This manufactured insolvency is clearly being set up to allow Lufthansa to take over a debt-free Air Berlin which will be in breach of all known German and EU competition rules. Now even the German Government is supporting this Lufthansa-led monopoly with €150m of State Aid so that Lufthansa can acquire Air Berlin and drive domestic air fares in Germany even higher than they already are. German customers / visitors will suffer higher air fares to pay for this Lufthansa monopoly.

Der deutsche Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig sieht das alles ziemlich entspannt. So sagte er heute früh dem ZDF, dass Klappern zum Handwerk gehöre. Damit meint er die klaren Worte von Ryanair. Die These von Ryanair sei abwegig. Außerdem werde Air Berlin nicht von einer einzelnen Airline komplett übernommen. Dadurch werde der Wettbewerb gesichert.

Die EU-Kommission soll angeblich bereits dabei sein diese 150 Millionen Euro-Spritze des deutschen Staats zu prüfen, ob sie überhaupt zulässig ist. Ein offizielles Statement dazu gibt es aber noch nicht.


Die Air Berlin-Aktie seit Januar.

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Christoph

    16. August 2017 15:04 at 15:04

    Ryanair kann man schon verstehen, wenn erst die Insolvenz bekannt gegeben wird und ein paar Stunden später der beste verkehrsminister aller Zeiten vor die Kameras tritt und sagt, die Gespräche mit der Lufthansa über den Kauf von AirBerlin-Teilen ist schon weit vorangeschritten.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Netflix und Tesla bringen gute Laune

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Netflix hat gestern Abend tolle Zahlen geliefert, und bei Tesla gibt es ein neues hohes Kursziel.

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Aktien

Börse: Die Stimulus-Schecks und der große Börsen-Hype

Wiederholt sich das Muster an der Börse aus der ersten Corona-Welle? Damals stiegen Kleininvestoren ein, und nun kommen neue Schecks!

Wolfgang Müller

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Was sich im letzten Sommer durch die großzügigen Schecks der US-Regierung zur Unterstützung der Arbeitslosen an der Börse gezeigt hat, wiederholt sich mit den 600 Dollar-Schecks seit Jahresanfang in verschärfter Form. Man zockt mit dem staatlichen Geld immer zügelloser, in Pennystocks und in Optionen. Jetzt kommt bald die Aufstockung auf 2000 Dollar durch die Biden-Regierung – wird dies der Höhepunkt der Manie der Börse?

Börse: Corona und die Generation RobinHood

Es war ein großes Thema im Coronajahr 2020, die allein schon beim Neobroker RobinHood auf 13 Millionen, vorwiegend junger Anleger angewachsene Schar neuer und junger Investoren, die ihre Freizeit genutzt haben, um nahezu gebührenfrei an der Börse zu zocken. Zunächst mit den großen Aktien aus dem „Stay-at-Home-Umfeld“, Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft, Nvidia, oder Zoom und natürlich Tesla. Aber da dies so gut geklappt hatte, dann auch mit Hebelprodukten aus dem Optionsbereich. Was die Stillhalter dazu genötigt hatte, teure Aktien zur Absicherung auch noch nachzukaufen, Stichwort Gamma-Absicherung. Die Hausse nährte ständig die Hausse. Dies ist natürlich den großen Häusern in den USA nicht verborgen geblieben. Goldman Sachs holte sich die Liste der meist nachgefragten Aktien bei den Billigbrokern und bei den Favoriten der Hedgefonds – und siehe da, die Lieblinge der RobinHoodies schlugen die Benchmark und die Profis um Längen.

2020: S&P 500, plus 16 Prozent – Hedgefonds plus 40 Prozent – und die RobinHooder plus 80 Prozent. Dies ist natürlich nicht die Performance der Depots, sondern die Berechnung der Performance der Favoriten.

Das neue Thema Pennystocks

Das Jahr 2021 entwickelt sich in Teilbereichen noch extremer als das Jahr 2020. Die jungen Spekulanten hatten bemerkt, dass sich nach den Wahlen im November und der großen Impfstoffstory ein Favoritenwechsel ergeben hat, weg von Big Growth und Value, hin zu kleinen Nebenwerten. Überaus deutlich ersichtlich an der Performance des Russel 2000, der allein von Anfang November bis dato von 1520 auf 2150 Punkte gestiegen ist. Ein Index, wohlgemerkt, in dem sich so viele Titel befinden, die gar keine Gewinne machen, seit Jahren „Zombies“ genannt. Manch erfahrener Börsianer wird sich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, angesichts der Kurssprünge einiger kleiner und eigentlich unbekannter Aktien aus dem Feld der Pennystocks.

Das extremste und am meisten zitierte Beispiel ist eine Firma aus der Medizintechnik, Signal Advance. Infolge einer Verwechslung aufgrund eines Musk-Tweets: „Buy Signal“ hatte sich der Pennystocks schlicht verdreiundzwanzigfacht. Nicht ganz so extrem, aber immerhin auch schon mit 120 Prozent plus, notierte GameStop, eine Firma aus der Videobranche. Ob Energiesektor, Elektromobilität, Wasserstofftechnologie, Solar oder sogar Aktien, die sich der Pleite genähert haben, Hauptsache billig, dann wird damit herumgezockt.

Das Volumen der gehandelten Billigaktien hatte bereits im Dezember die Billionengrenze erreicht.

Stimuli, oder die staatliche Quelle für das Zocken

Wie bereits angedeutet, viele Anleger hatten anscheinend nur darauf gewartet, dass der Staat ihnen endlich die lange erwartete Unterstützung mittels der 600 Dollar-Schecks zusandte. Der Beweis für diese Annahme ist der Anstieg des Handelsvolumens bei Pennystocks – Over the counter (OTC), also außerbörslich, der sich nach dem Erhalt der Schecks glatt fast versechfacht hatte.

Was bedeutet dies für die nahe Zukunft? Der neue US-Präsident hat letzte Woche sein 1,9 Billionen Dollar schweres Stimulusprogramm angekündigt, welches noch der Billigung durch den Kongress bedarf.

Eine Aufstockung um 1400 Dollar und es könnten weit über 100 Millionen Amerikaner in den Genuss der staatlichen Stimulus-Schecks geraten.

Wird sich das Verhalten der neuen Generation Anleger ein weiteres Mal wiederholen und das Geld unmittelbar wieder an der Börse landen, bei Werten, von denen unsereins noch gar nichts gehört hat?

Ein nochmaliger kurzfristiger Boom?

Daran sieht man einmal mehr, warum statistische und saisonale Annahmen stets mit Vorsicht zu genießen sind. Jedes Jahr, jeder Zyklus ist anders und bietet ständig Überraschungen. Wer hätte vor einem Jahr daran gedacht, dass kleinste Anlegergruppen mit staatlicher Stütze einen Einfluss auf die Kurse an der Börse ausüben können?

Fazit

Wieder ein Zeichen für eine Bubble an der Börse, die aber wie immer erst dann festgestellt wird, wenn sie geplatzt ist? Jede Übertreibung ist anders als die vorherige und die aktuelle Phase ist durch Umstände befördert worden, die es in dieser Kombination auch noch nicht gegeben hat. Die Notenbanken haben durch ihre Marginalisierung des Zinses den Aktienmarkt zu einer dominanten Anlageklasse gemacht, dann haben die neuen Broker die Handelsgebühren abgeschafft und das Handeln mit ganz niedrigen Beträgen möglich gemacht und zuletzt hat Vater Staat auch noch das nötige Spielgeld zur Verfügung gestellt, ungewollt. 2020 war es die Arbeitslosenunterstützung, die in manchen Staaten über 4000 Dollar pro Monat betragen hat, mehr als der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit verdienen konnte. Dann kamen die 600 Dollar-Schecks und jetzt die nochmalige Aufstockung durch die neue US-Regierung.

Was mich wieder einmal in meiner These bestätigt, wann der Rally an der Börse sehr deutlich der Stecker gezogen werden könnte: Wenn die Wirtschaft ohne staatliche (Not-)Versorgung läuft, das Zinsniveau nur ein wenig weiter ansteigt und zusätzlich den jungen Zockern die staatlichen Schecks verwehrt werden.

Der Einfluß der Stimulus-Schecks auf die Börse

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Netflix auf Computer schauen - Beispielbild

Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 6,64 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 5,47/Erwartungen 6,6). Im aktuell laufenden Quartal soll der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar liegen.

Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

Netflix sagt aktuell, dass man keine externe Finanzierung mehr benötige, und über Aktienrückkäufe nachdenke. Das und das Nutzerwachstum lassen die Aktie gut da stehen. Sie steigt aktuell nachbörslich um 11 Prozent!

Grafik zeigt Netflix-Quartalszahlen im Detail

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