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Air Berlin: Die Auswirkungen des „abgekarteten Spiels“ für den deutschen Luftverkehr

Die Filetierung von Air Berlin kommt nun in ihre Endphase. Oder wie der Chef von Ryanair es sagt: „Das war eh ein abgekartetes Spiel“. Ob es so war, ist zumindest jetzt nicht zu beweisen. Aber immerhin, es kommt…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Filetierung von Air Berlin kommt nun in ihre Endphase. Oder wie der Chef von Ryanair es sagt: „Das war eh ein abgekartetes Spiel“. Ob es so war, ist zumindest jetzt nicht zu beweisen. Aber immerhin, es kommt wohl so, wie erwartet, dass die Lufthansa sich den größten Anteil sichert. Air Berlin veröffentlichte gestern, dass der Board of Directors der Airline am 25. September (also nächsten Montag) zu den Bieterangeboten beraten werde. Anschließend solle der Stand des Bieterverfahrens der Öffentlichkeit vorgestellt werden. In den letzten Tagen sickerte schon mehr als deutlich durch, dass die Bieter kein Interesse an den Langstreckenflügen von Air Berlin haben.

Das Aus des Standorts Düsseldorf für die Langstrecke scheint nach diversen Gerüchten so gut wie ausgemacht zu sein. Ähnlich sieht es aus für den zweiten Langstrecken-Standort Berlin. Wie man aus Verhandlungskreisen hört, soll die Lufthansa, die wohl wie erwartet einen bedeutenden Teil der Flotte übernimmt, vorhaben die bisherigen Direktflieger (ab Berlin und Düsseldorf) nach Frankfurt lotsen zu wollen. Dort kann man die bisherigen Air Berlin-Langstreckenkunden wunderbar in die eigenen großen Langstreckenflieger unterbringen, und so die eigene Auslastung auf der Langstrecke drastisch erhöhen.

Für die Lufthansa ist das genial. Nervig, lästig und ein großer Zeitnachteil ist das für Passagiere, die bisher direkt ab Berlin und Düsseldorf Langstrecke geflogen sind. Sie werden nun „Zubringer-Passagie“, die stets einen Zwischenstopp in Frankfurt einlegen müssen. Man munkelt schon jetzt, dass es am Montag am Flughafen Berlin-Tegel zu einem großen Chaos kommen könnte, wenn der Aufsichtsrat seine Gesprächsinhalte veröffentlichen wird.

Wenn klar wird, dass die Langstrecken-Piloten wohl komplett arbeitslos werden, könnten diese von jetzt auf gleich wie schon vor Kurzem plötzlich krank werden. Das Chaos wäre erneut perfekt. Berlin und Düsseldorf werden damit wohl zu Zubringer-Flughafen ähnlich wie Hamburg abgestuft. In Berlin werden die Verwaltungsmitarbeiter der Airline wohl zu allergrößten Teilen ihre Jobs verlieren. Denn bei einer Aufteilung von Maschinen und Crews auf wahrscheinlich Lufthansa, Condor und easyjet können diese drei die Verwaltungsaufgaben bequem von ihrem bestehenden internen Personal erledigen lassen.

Nochmal zusammengefasst

Verlierer dieser Filetierung sind die Langstreckenpiloten von Verwaltungsmitarbeiter von Air Berlin, die wohl zu allergrößten Teilen ihre Arbeitsplätze verlieren werden. Klare Verlierer sind die Luftfahrtstandorte Berlin und Düsseldorf. Ebenfalls stark benachteiligt sind die bisherigen Direktflieger ab Berlin und Düsseldorf.

Gewinnener sind aus deutscher Sicht die Airlines Lufthansa und Condor, wenn denn die Aufteilung so geschieht wie man es an allen Ecken munkelt. Hauptprofiteur ist der Luftfahrtstandort Frankfurt, weil Lufthansa und Condor dort ihren Sitz haben. Die Auslastungen des Flughafens und der Airlines dürfte deutlich zunehmen. Der Luftfahrtstandort Deutschland gewinnt in gewisser Weise, weil zwei deutsche Anbieter stärker da stehen als vorher. Air Berlin selbst war ohnehin schon jahrelang „todkrank“. Der Gewinner ganz vereinfacht ausgedrückt heißt „Standort Frankfurt“.

Obwohl andere Medien es derzeit genau gegenteilig formulieren, möchten wir meinen, dass der Luftfahrtstandort Deutschland als Gesamtgebilde damit deutlich eingeschränkt wird. Denn abgesehen von München müssen von nun an alle Reisenden, die Europa verlassen wollen, dies über einen Zubringer tun. Da bleibt in der Regel Frankfurt, oder man sucht sich ausländische Zubringer wie Amsterdam, London, Paris oder Kopenhagen. Die dürften somit auch von der Air Berlin-Pleite profitieren.


Bald kein gewohnter Anblick mehr. Flieger mit Air Berlin-Logo. Foto: Ken Fielding/http://www.flickr.com/photos/kenfielding (CC BY-SA 3.0)

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Steve

    23. September 2017 14:31 at 14:31

    Also bitte ! BITTE !

    Als ob es nur LH condor und air Berlin gäbe um.ins Ausland zu kommen !?

    Andere Anbieter werden sich die (günstigen ) slots in Ddorf und Berlin schnappen.
    Die (einstiegs)Gehälter der Piloten werden vielleicht ein zwei Jahre mal gleich bleiben (100000€+).

    Aber Hy ..die Piloten wollten doch so wieso mit55 in Rente . Tadaaa

    Btw Europa (ausland) zählt auch nicht zur Langstrecke . Teilweise nicht mal zur Mittelstrecke .

    Wenn LH merkt das die Geschäftsleute nicht erst nach ffm tingeln (6 Stunden Umweg) werden die sich schon bewegen .

    Wenn aiR Berlin weg ist , kam man dann auch die Preise erhöhen . tadaaa

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Hans-Werner Sinn: Warum die Inflation ausbleibt, und wann sie kommt

Claudio Kummerfeld

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Der ehemalige Chef des ifo-Instituts, hoch angesehene und bekannteste Ökonom Deutschlands Hans-Werner Sinn (hier jüngst im Gespräch mit Marc Friedrich) hat aktuell der Mission Money ein ausführliches Interview gegeben. Ein echter zweiter Lockdown müsse in Deutschland vermieden werden, so der Appell von ihm.

Die deutsche Wirtschaft wird laut Hans-Werner Sinn die zweite Corona-Welle überleben. Aber es werde eine große Pleitewelle geben. In einem ersten Schritt würden zahlreiche Unternehmen in die Insolvenz gehen, die bis jetzt dank ausgesetzter Insolvenzpflichten viel neue Schulden angehäuft hätten. Und erst in einem zweiten Schritt würde es dann die Banken hart treffen, weil die ja in Folge der Insolvenzen die Kreditausfälle zu verkraften hätten.

Hans-Werner Sinn mit Schwerpunktthema Inflation

Ein zentral wichtiges Thema im folgenden ausführlichen Interview ist die möglicherweise anstehende Inflation in Europa und Deutschland. Hans-Werner Sinn äußert sich hierzu ausführlich. Vor Corona habe die Geldmenge der EZB 3,2 Billionen Euro betragen, seitdem sei bis heute 1 Billion Euro dazugekommen. Bis Sommer 2021 werde die Summe auf 5,4 Billionen Euro anwachsen. Es entstehe ein gigantischer Geldüberhang.

Hans-Werner Sinn erklärt ausführlich seine große Sorge vor der anstehenden Inflation. Zunächst erklärt er ausführlich, warum es bislang trotz Geldschwemme keine Inflation in Form von Preisexplosionen gebe (ab Minute 23 im Video). Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant. Das zusätzlich geschaffene oder besser gesagt in den letzten Monaten nicht ausgegebene Geld sei nicht aktiv, weil es herumliege. Bei den Bürgern auf den Sparkonten oder im Tresor. Bei den Banken liege es laut Hans-Werner Sinn herum zum Beispiel auf deren Zentralbankkonten. Es werde nicht vollständig als Kredit an Wirtschaft oder Verbraucher herausgereicht. Daher wirke die gestiegene Geldmenge nicht inflationär. Denn in Krisenzeiten würden sich die Menschen nicht trauen Geld auszugeben.

Aber nach der Krise, wenn es zum Beispiel einen Impfstoff gegen Corona gebe und die Wirtschaft wieder boomt, dann steige auch wieder der Optimismus bei den Menschen. Gewerkschaften würden höhere Löhne verlangen, die Unternehmen würden die Preise anheben usw. Die Inflation könne dann sehr leicht über das 2 Prozent-Ziel der EZB ansteigen. Dann müsse die EZB die Zügel anziehen. Aber dann stehe man vor einem gewaltigen Problem. Hierzu wollen wir die wirklich sehr interessanten und aufschlussreichen Ausführungen von Hans-Werner Sinn nicht vorwegnehmen. Schauen Sie bitte das Video! Nur so viel. Er erläutert auch dann möglicherweise anstehende Folgeeffekte wie dann platzende Luftbuchungen und ein Bankensterben.

Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: https://www.hanswernersinn.de/de/Bildarchiv

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Lockdown: Was läuft falsch bei den Corona-Maßnahmen?

Markus Fugmann

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Heute dürften in Deutschland und Frankreich neue Beschränkungen und Corona-Maßnahmen bis hin zum Lockdown verkündet werden. Im Grunde reagieren die durch die starken Anstiege alarmierten Regierungen in Europa alle ähnlich. Nach Informationen des Informations-Mediums für Intellektuelle, also bild.de, dürfen ab 04.November in Deutschland sich maxiximal zehn Menschen treffen, die wiederum maximal aus zwei Haushalten stammen dürfen.

Lockdown, Corona-Maßnahmen und Anreizkonflikte

Viele Menschen gehen davon aus, dass die Corona-Maßnahmen schon gerechtfertigt seien – auf der anderen Seite gibt es jene, die das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen latent verharmlosen – und nicht selten eine Verschwörung der Eliten vermuten zur Entmündigung der Bürger. Symbol dafür ist ihnen der Lockdown.

Nun müssen die Regierungen die Bevölkerung schützen – aber sind die getroffenen Maßnahmen gerechtfertigt? Professor Christian Rieck macht auf zwei zentrale Probleme der Maßnahmen deutlich, die häufig entweder zu „Überreaktionen“ oder zu „Unterreaktionen führen.  Es gebe viele „Anreizkonflikte“, die zu problematischen Reaktionen der Betroffenen führen, so Rieck.

In folgendem Video erklärt er, was er damit meint:

 

Lockdown und Corona-Maßnahmen - sind sie gerechtfertigt?

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Daniel Stelter: Die Zeitbombe tickt für Deutschland! Was jetzt passieren muß

Markus Fugmann

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Daniel Stelter zählt fraglos zu den besten Köpfen in Deutschland: Er zeigt immer wieder, dass das scheinbar so reiche Land in Wirklichkeit gar nicht so reich ist – und vor allem ab dem Jahr 2030, wenn die Babybommer in Rente gehen, die demografischen Probleme faktisch zu einer Unfinanzierbarkeit der Rentenversprechen führen.

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe Deutschlands

Was also tun? Als Pionier das Klima retten, wie Bundesregierung und EU propgaieren durch eine „Klimaplanwirtschaft„? Überall mehr Staat angesichts der massiven Einbrüche der Wirtschaft in der Coronakrise? Daniel Stelter plädiert für das Gegenteil: für einen funktionierenden Kapitalismus – denn die weiter ausgreifenden Versuche des Staates, die Wirtschaft zu lenken, wird die Wirtschaftstätigkeit bremsen statt zu beschleunigen.

Kürzlich hat Thorsten Polleit in seinem Buch  „Der Antikapitalist: Ein Weltverbesserer der keiner ist“ genau darauf aufmerksam gemacht: der Kapitalismus ist nicht unser Problem, sondern die Lösung – wenn man ihn denn funktionieren lassen würde. Aber der Ruf nach staatlicher Lenkung wird gerade in der Coronakrise immer lauter, immer tiefer mischt sich die „Obrigkeit“ in die Wirtschaft ein (etwa indem man die Insolvantragspflicht aussetzt und damit Zombie-Firmen weiter durchschleppt). Man kauft Zeit durch staatliche Rettungsmaßnahmen, ohne diese Zeit für Reformen zu nutzen. Alle reden „vom Verteilen und Besteuern“, statt die Wohlstandmehrung im Fokus zu haben – so formuliert es Daniel Stelter.

Fakt ist: „Die Lasten steigen, während unsere Wirtschaftskraft sinkt“, so der Ökonom. Also müsste die Struktur geändert werden – etwa bei der tickende Zeitbombe, der Rente. Hier schlägt Daniel Stelter einen Staatsfonds im Stile Norwegens vor, bei dem der Staat jedem Bürger unter 65 Jahren 25.000 Euro schenkt, die dann in die Finanzmärkte investiert werden. Auch in der EU müsste sich einiges ändern – und hier hat Stelter einen ungewöhnlichen Vorschlag: Deutschland und die andere Euro-Länder sollten sich auf Kosten der EZB entschulden können!

In folgendem Video fasst Stelter das zusammen, was für Deutschland und die Lösung seiner Probleme jetzt zwingend notwendig wäre:

 

Daniel Stelter über die tickende Zeitbombe in Deutschland

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