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Airbus, Allianz, Mercedes – wie man Riesengewinne trotz Corona macht

Airbus A350

Gewinne ohne Ende. Man sieht es derzeit, und das zum Ausklingen der Coronakrise: Die Gewinne der großen Konzerne sprudeln kräftig, oft sieht man sogar Rekordgewinne! Exemplarisch sieht man dies derzeit bei großen Schwergewichten wie Allianz, Airbus und Mercedes. Dabei müsste die Lage dank Corona, Lieferengpässen, wenig Flügen, Nullzinsen etc doch eigentlich mies sein? Dies ist aber nur die oberflächliche schnelle Betrachtung. Bei genauerem Hingucken ist die enorme Steigerung der Gewinne recht gut nachvollziehbar.

Airbus glänzt mit Rekordgewinn

Der europäische Flugzeugbauer Airbus meldete gestern seine Jahreszahlen für 2021. Im Gesamtjahr erzielte Airbus einen Rekordgewinn von netto 4,2 Milliarden Euro! Verdanken tut man dies einer Mischung aus Kosteneinsparungen und einer gestiegenen Zahl von Auslieferungen – 8 Prozent mehr Maschinen als im Vorjahr. Noch 2020 verbuchte Airbus einen Verlust von 1,13 Milliarden Euro. Die Aufträge stiegen in 2021 um 86 Prozent auf 62 Milliarden Euro. Airbus sagt dazu, dass die starken Ergebnisse die höhere Zahl an ausgelieferten Verkehrsflugzeugen wiederspiegeln, aber auch das gute Abschneiden der Sparten Helikopter, Raumfahrt und Verteidigung. Auch die Bemühungen um mehr Kostenkontrolle und Wettbewerbsfähigkeit würden sich in diesem Ergebnis zeigen.

Allianz ebenfalls mit Rekordgewinn

Der große deutsche Versicherungskonzern Allianz hat heute die Jahreszahlen veröffentlicht. Auch hier sieht man einen operativen Rekordgewinn, nämlich 13,4 Milliarden Euro, ein Plus von 24,6 Prozent gegenüber 2020. Der auf die Aktionäre entfallende Jahresüberschuss ging um 2,9 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro zurück, was auf eine einmalige Rückstellung in Höhe von 3,7 Milliarden Euro vor Steuern zurückzuführen ist. Diese Rückstellung wurde in Erwartung von Vergleichen mit Großanlegern des AllianzGI U.S. Structured Alpha Fonds und im Hinblick auf die laufenden Gespräche mit US-Regierungsbehörden gebildet, wodurch der Jahresüberschuss der Allianz-Gruppe für 2021 um 2,8 Milliarden Euro gesenkt wurde. Aber wie hat man es geschafft operativ einen Rekordgewinn zu erwirtschaften? Dies begründet die Allianz mit einem starken Wertzuwachs im Lebens-, Kranken- und Asset Management-Geschäft sowie stark verbesserten Margen und einer Produktivitätssteigerung in der Schaden- und Unfallversicherung. Man demonstriere damit die „globale Leistungsfähigkeit des Portfolios“.

Mercedes glänzt ebenfalls

Am 11. Februar meldete Mercedes seine vorläufigen Jahreszahlen. Müsste das Geschäft in den letzten Monaten nicht besonders schlecht gelaufen sein wegen der Engpässe vor allem bei Halbleitern? Nein, dem ist nicht so. Wenn die Kunden Angst vor langen Lieferzeiten haben, zahlen sie auch höhere Preise für die Autos, die gerade noch zu haben sind? Mercedes sagte am 11. Februar in seiner Ad Hoc-Mitteilung, dass das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars & Vans die Prognosespanne von 10 bis 12 Prozent übertroffen hat mit einer bereinigte Umsatzrendite von wohl 12,7 Prozent. Dies wird wohl ein bereinigter Betriebsgewinn (EBIT) von 14 Milliarden Euro sein nach 6,8 Milliarden Euro im Jahr 2020.

Trotz anhaltender Engpässe bei der Versorgung mit Halbleitern hat das vierte Quartal 2021 laut Mitteilung bei Mercedes-Benz Cars & Vans eine starke bereinigte Umsatzrendite von 15,0 Prozent aufgewiesen, die auf eine „solide Nettopreisgestaltung“, einen guten Produktmix und eine günstige Gebrauchtwagenperformance zurückzuführen sei. Die starke Profitabilität des Pkw-Geschäfts habe auch zu einem soliden Free Cashflow des Industriegeschäfts geführt, der über der Unternehmensprognose lag. Mercedes sagte zum tollen finanziellen Erfolg im letzten Jahr, dass man seine Strategie weiterhin mit vollem Tempo umsetze. Die Ergebnisse seien zurückzuführen auf stark nachgefragte Produkte und den Fokus auf profitables Wachstum sowie Kostendisziplin.

Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Was also ist das Erfolgsgeheimnis der großen Konzerne zum Ausklang der Coronakrise, warum sprudeln die Gewinne mehr denn je? Vereinfacht ausgedrückt: Kosten runter, Effizienz rauf, dazu eine explodierende Nachfrage vor allem aufgrund von Nachholeffekten, nach einer langen Zeit von Lockdowns und diversen sonstigen Corona-Restriktionen. Man kommt also kräftiger und gesünder aus der Krise heraus.



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