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Airlines und Flughäfen: Das große Desaster und die Hilfsmaßnahmen

Airlines und Flughafenbetreiber in der Bredouille

Bevor wir zu Airlines und Airports kommen: Die Gastronomie wird im laufenden November gerade kräftig gerettet, mit bis zu 75 Prozent Entschädigung der Einnahmeausfälle. Aktuell wird bekannt (siehe hier), dass Gastronomen ihre Einnahmen aus den Außer-Haus-Verkäufen von Speisen und Getränken im November offenbar nicht mit den staatlichen Hilfen verrechnen müssen, die sie wegen des November-Shutdowns erhalten. Dies wird der Gastronomie sicher noch ein Stück weiter helfen.

Airlines leiden

Die zweite Corona-Welle mit immer neuen Restriktionen überall in Europa trifft die Airlines richtig heftig, und in dessen Folge natürlich auch die Flughäfen, Reisebüros und Reiseveranstalter. Erst Mitte Oktober erwähnten wir, dass sich die Coronakrise für die Branche nach den ersten großen staatlichen Hilfen noch lange nicht entspannt haben dürfte. Die Logik ist einfach: Wer will beim Flug in den Urlaub am Flughafen, im Flugzeug und am Urlaubsort immer wieder Maske tragen? Und je stärker nun die zweite Corona-Welle rollt, desto mehr verliert man als williger Flug-Konsument die Lust am Fliegen und Urlauben in der Ferne. Die Fluggastzahlen dürften im 4. Quartal 2020 und auch im ersten Quartal 2021 ziemlich mies bleiben – so darf man es mit gesundem Menschenverstand annehmen.

Lufthansa mit Verlusten und negativem Winter-Ausblick

Die Airlines leiden. Bereits am 21. Oktober hatte die Lufthansa vorab ihre erneut gruseligen Zahlen vermeldet. Es ist im dritten Quartal ein Verlust von 1,26 Milliarden Euro geworden. Heute nun wurde diese Zahl von 1,26 Milliarden Euro Verlust bestätigt. Insgesamt waren es aber 2 Milliarden Euro Verlust, weil noch Abschreibungen auf stillgelegte Passagierjets und Finanzgeschäfte zur Absicherung der Treibstoffpreise dazu kamen. Zum kurzfristigen Ausblick sagt die Lufthansa heute folgendes, Zitat:

Für die kommenden Wintermonate wurde ein weitgehendes Herunterfahren des Betriebs beschlossen. Im Winterflugplan werden 125 Flugzeuge weniger einge­setzt als ursprünglich vorgesehen. In administrativen Bereichen werden nur noch betriebsnotwendige, rechtlich vorgeschriebene und im Zusammenhang mit der notwendigen Restrukturierung stehende Aktivitäten stattfinden. “Wir stehen am Beginn eines Winters, der für unsere Branche hart und herausfor­dernd sein wird. Wir sind fest entschlossen, die notwendige Restrukturierung zu nutzen, um unseren relativen Wettbewerbsvorteil weiter auszubauen. Es bleibt un­ser Anspruch, auch nach der Krise weiter die Nummer eins unter den Airline Grup­pen in Europa zu sein.”, sagt Carsten Spohr.

Fraport meldet Verlust

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat erst gestern seine jüngsten Finanzergebnisse veröffentlicht. Der Konzern-Umsatz ging in den ersten neun Monaten 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 53,8 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro zurück. Das Konzern-EBITDA für die ersten neun Monate lag bei –227,7 Millionen Euro (9M 2019: +948,2 Millionen Euro). Das EBIT lag bei –571,0 Millionen Euro (9M 2019: +595,3 Millionen Euro) und das Konzern-Ergebnis belief sich auf –537,2 Millionen Euro (9M 2019: +413,5 Millionen Euro). Der Blick auf das dritte Quartal zeigt laut Fraport, dass die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen greifen würden. Während das Konzern-EBITDA im zweiten Quartal noch bei –107 Millionen Euro lag, wurde im dritten Quartal ein positives Konzern-EBITDA vor Sondereinflüssen von 29,2 Millionen Euro erzielt. Die zwischenzeitliche Erholung der Passagierzahlen habe ebenfalls zu dieser Entwicklung beigetragen. Unter Berücksichtigung der Aufwendungen für personalwirtschaftliche Maßnahmen lag das Konzern-Ergebnis im dritten Quartal bei –305,8 Millionen Euro. Wir meinen: Jetzt im vierten Quartal dürfte es aufgrund der zweiten Corona-Welle und neuen Lockdown-Restriktionen vor allem in Europa wieder bergab gehen für die Airlines und damit auch für Anbieter wie Fraport, die dem Geschehen quasi hilflos ausgeliefert sind.

FTI

Im März hatte die Bundesregierung einen gigantischen Staatsfonds ins Leben gerufen, der offiziell Wirtschaftsstabilisierungsfonds genannt wird, der ein Gesamtvolumen von 600 Milliarden Euro erreichen kann. Hierüber soll in der Coronakrise unter anderem sehr selektiv Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung gestellt werden. So bereits geschehen bei der Lufthansa mit einem Gesamtpaket von 9 Milliarden Euro oder der TUI mit 3 Milliarden Euro. Jetzt wird bekannt, dass laut Business Insider Deutschlands drittgrößter Reiseveranstalter FTI 235 Millionen Euro als Darlehen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds erhalten soll.

Kommt morgen der große Wurf für Airlines und Flughafenbetreiber?

Am morgigen Freitag will die Bundesregierung einen Luftverkehrsgipfel veranstalten. Denn die Lage bei Airlines, Flughafenbetreibern, Reisebüros etc ist prekär. Es war abzusehen. Die zweite Corona-Welle rollt, und es müssen wohl erneut Milliarden-Rettungen her. Erhält allen voran die Lufthansa erneut eine Geldspritze? Verkehrsminister Andreas Scheuer soll schon ein Rettungspaket in Milliardenhilfe planen. Werden auch andere betroffene Unternehmen bedacht werden? Wie gesagt, Reiseveranstalter und Flughafenbetreiber hängen auch voll am Tropf der Flugbranche. Man könnte zum Beispiel vermuten, dass mehrere Flughafenbetreiber in Deutschland mit Rettungsgeldern bedacht werden, um eine Grundinfrastruktur für den Flugbetrieb aufrecht erhalten zu können.



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