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Trotz starker Zuflüsse in Aktien: Fed bremst Rally Aktien: Bärenmarktrally läuft aus, sagt Bank of America

Aktien Wall Street

Kommt die Jahresendrally für Aktien – oder läuft sie sogar schon? Immerhin haben die Aktienmärkte seit dem Tief Mitte Oktober bereits deutlich zulegen können, aber da gibt es einen wichtigen Bremsfaktor: die US-Notenbank Fed. Würden Aktien weiter steigen, animiert das die dadurch sich wohlhabender fühlenden Konsumenten zu mehr Konsum – mit der Folge einer wieder steigened Inflation. Das versucht die US-Notenbank zu unterbinden – und droht daher mit weiteren Zinsanhebungen, um die Aktien-Euphorie zu bremsen.

Wie Bloomberg nun unter Berufung auf Aussagen der Bank of America berichtet,  strömten die Anleger aufgrund von Anzeichen für eine Abkühlung der Inflation so schnell wie seit etwa acht Monaten nicht mehr in Aktien. Doch die Strategen der Bank of America Corp. warnen davor, dass die Rally bei Aktien aufgrund von Ertragsrisiken für Unternehmen und anhaltend hawkisher Haltung der Zentralbanken verpuffen wird.

Aktien verzeichnen Zuflüsse – aber die Fed bremst die Rally

Globale Aktienfonds verzeichneten in der Woche bis zum 16. November Zuflüsse in Höhe von 22,9 Milliarden Dollar, so die Bank in einer Mitteilung unter Berufung auf Daten von EPFR Global. Ein niedriger als erwartet ausgefallener US-Inflationsbericht in der vergangenen Woche schürte zunächst Wetten, dass die Federal Reserve eine Verlangsamung des Tempos der Zinserhöhungen signalisieren könnte.

Doch die Rally amerikanischer Aktien verlor an Dynamik, da die Fed-Mitglieder wie James Bullard noch mehr Spielraum für Zinserhöhungen angedeutet hatten, bevor sie eine deutliche Verlangsamung bei den Verbraucherpreisen sehen. Die Strategen der Bank of America unter der Leitung von Michael Hartnett sagen einen Kurswechsel der US-Notenbank erst für Juni oder Juli 2023 voraus. Es sei ein „großer Fehler“, vorher einen Kurswechsel der Fed zu erwarten.

Aktien Bärenmarktrally

Der S&P 500 hat seit Januar nicht mit einer Bewegung von mindestens 1% in beide Richtungen geschlossen

„Ohne eine frühere Änderung der Geldpolitik der Fed liegt ein großer Teil der Bärenmarktrally hinter uns“, schrieben sie in einer Notiz vom 17. November.

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Die Marktvolatilität hat sich nach wilden Ausschlägen zu Beginn des Jahres beruhigt. Der S&P 500 Index hat nun zum ersten Mal seit Januar in fünf aufeinanderfolgenden Sitzungen weder mit einem Plus noch mit einem Minus von mehr als 1% geschlossen – und Händler erwarten, dass die Schwankungen in den kommenden Wochen noch weiter zurückgehen werden.

Wall Street: Morgan Stanley’s Wilson sieht Turbulenzen für Aktien im Jahr 2023

Die Aussichten für das nächste Jahr haben sich erneut eingetrübt: Marktstrategen wie Michael Wilson von Morgan Stanley warnen vor schwächeren Unternehmensgewinnen, die zu weiteren Verlusten für Aktien führen könnten, bevor es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Erholung kommt. Das Team der Bank of America sagte auch, dass die Gewinne der US-Unternehmen „ironischerweise“ unter Druck bleiben werden, selbst wenn die Inflation zurückgeht. Sie empfehlen, Anleihen in der ersten Hälfte des Jahres 2023 zu halten, während Aktien in den letzten sechs Monaten des nächsten Jahres attraktiver würden.

Globale Rentenfonds verzeichneten in dieser Woche Zuflüsse in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar, während 3,7 Milliarden Dollar aus Barmitteln abgezogen wurden, wie die Daten der Bank of America zeigen. In Europa kam es die 40. Woche in Folge zu Abflüssen aus Aktienfonds – die längste in der Geschichte, so die Bank.

In den USA wurden sowohl Large Caps als auch Small Caps, Value- und Growth-Aktien gekauft. In den Sektoren Technologie und Gesundheitswesen gab es die meisten Zuflüsse, während bei Kommunikationsdiensten, Versorgern und Immobilien geringe Abflüsse zu verzeichnen waren.

FMW/Bloomberg



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5 Kommentare

  1. Warum folgen die Märkte überhaupt diesem FED-Gequake?
    Wenn immer schön weiter gekauft worden wäre, hätten wir trotz Inflation weder Kapitalvernichtung noch Rezession, denn die Bilanzen wären ja überall rosig.
    Wenn man investiert und von steigenden Kursen profitiert, kann man ja trotzdem warten, bis die Inflation zurückgeht, bis man dann einen Teil der Gewinne in Konsum umsetzt. Dass man sich das von der FED sagen lassen muss… Die Klugen machen es ohnehin so und die anderen sollen doch jetzt die teuren Preise bezahlen, jedem das Seine.

  2. „In Europa kam es die 40. Woche in Folge zu Abflüssen aus Aktienfonds – die längste in der Geschichte, so die Bank.“…wenn das stimmen sollte, so muss man sagen halten sich die europäischen Indizes sehr gut…Dax gerade mal minus 11 % und CAC nur minus 9,5%…für diese lange Zeit von Abflüssen ist das doch sehr human…

  3. Hallo Herr Fugmann, vor knapp einem Jahr haben die USA ihre Schuldenobergrenze aufgestockt um eine Staatspleite zu verhindern. Laut meine Berechnungen und Daten die ich dem Netz entnehmen kann, müssten die USA die neu Gesetze Obergrenze in diesem Dezember wieder erreichen. Könnten Sie dieses Thema in ihren Videos mal wieder aufgreifen?

  4. Vanessa. Es geht dabei nicht um eine Staatspleite, sondern lediglich um eine künstlich gesetzte Obergrenze. Würde diese nicht erhöht, hätte die Regierung als Folge nur weniger Geld zum Ausgeben und müßte sparen.

    1. Stimmt so auch nicht. Mit sparen alleine kann man ja die Zinsen gar nicht bezahlen. Schon gar nicht in ein paar Jahren, wenn die günstigen Staatsanleihen dann auch noch auf den aktuellen Zinssatz angepasst werden wird es eng. Zudem steht eine Rezession an, was verminderte Steuereinnahmen zur Folge hat. Außerdem werden die Sozialabgaben steigen, da die Arbeitslosigkeit steigt. Eine Erhöhung der Schuldobergrenze von ca. 2 Billionen würde alleine für die Zinsen im kommenden Jahr genutzt werden müssen. Die USA haben ein Zinsniveau von 2008 erreicht, aber die Schulden sind dreimal so hoch.
      Nun stellt sich mir auch die Frage, ob es möglich wäre einen Teil vom Gold zu verkaufen um an Geld zu kommen. Die USA können aber kein Gold verkaufen. Es würde das gleiche Bild wie bei FTX ans Licht kommen. Mit dem Gold wird an den Terminbörsen wie wild gezockt. Sollten die Staaten jetzt wirklich alle ihr Gold physisch geliefert haben wollen dann würde ein riesiges Loch klaffen.
      Man kann nur reich werden, wenn man schlauer ist als die Anderen oder wenn man korrupt ist. Ein schlauer Weg aus dieser Miesere erschließt sich mir nicht…

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