Aktien

Aktien: Die Rally aus übergeordneter Sicht

Klar sind die Aktien im Verlauf der 27 Prozent-Hausse des Jahres 2019 teuer geworden, klar gibt es eine Riesen-Schere zwischen den Aktienbewertungen und den Gewinnen in der Realwirtschaft – aber es gibt eben auch ein paar Argumente, die diese Lage einigermaßen sinnvoll erklären können.

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Aktien: Die Gründe für eine Katastrophenhausse

Kann sie tatsächlich Realität werden – oder stecken wir bereits drin – in einer aus fundamentalen Gründen geradezu irrealen Katastrophenrally, die von Hannes Zipfel und mir in der letzten Woche skizziert wurde? Unglaublich, aber einige Prämissen haben sich in letzter Zeit tatsächlich weiter in Gang gesetzt.

Hier noch einmal die Rahmenbedingungen für eine mögliche Fortsetzung der Hausse an den Börsen:

Zinssenkungen, eine immerhin schwach wachsende Weltwirtschaft, die Pause im Handelsstreit, keine Inflation, die Verstärkung von TINA (Alternativlosigkeit der Aktien) und Euphorie der Anleger – so könnte man die Zutaten für ein derartiges und seltenes Szenario salopp umschreiben, solange externe Schocks ausbleiben (die üblichen „unknown unknowns“).

In den letzten Tagen hat sich so etwas wie Gewissheit bei den Investoren entwickelt, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China zumindest bis zu den Wahlen auf Eis gelegt werden könnte. Auch im Hinblick auf Zölle gegenüber der EU ist es in letzter Zeit ruhig geworden. Dazu geht der US-Wahlkampf geht bald in seine heiße Phase.

Die Euphorie der Anleger hinsichtlich der Aktien hat deutlich zugenommen. Was für Deutschland jetzt noch fehlt, ist ein Überwinden des Allzeithochs von 13559 Punkten im Dax, damit entstünde allein schon ein neues Kaufsignal – so absurd es sich aus fundamental-logischer Sicht auch anhören mag.

Was ist aber der Hauptgrund für die diesjährige Rally der Aktien an vielen Börsen, insbesondere an den europäischen, bei denen es zum Beispiel für den Anstieg des italienischen Leitindex MIB um bisher 30 Prozent angesichts eines Nullwachstum gewiss keinen streng wirtschaftlichen Grund geben kann. Ebenso dürfte der Handelsstreit dort nicht der Treiber gewesen sein.

TINA – Es gibt keine, oder zumindest wenige Alternativen

Nachdem ich schon mehrere Aktienzyklen hautnah miterleben durfte, muss ich feststellen, dass diese Hausse, allein schon was die Dauer betrifft, unter einem anderen Stern steht. Was hat denn die Aktienrallys seit dem Zweiten Weltkrieg stets beendet? Es waren stets Zinsanstiege von mehreren 100 Basispunkten, zumeist in Folge von Inflation,  die anschließend zu einem unvermeidlichen Absturz in die Rezession führten.

Derzeit aber ist die Lage völlig anders: In Europa und in Japan haben wir Minuszinsen, einen negativen Realzins – und in den USA ein Zinsniveau, welches gerade einmal die Inflationsrate ausgleicht. Hinzu kommt eine sehr geringe Inflation – was vordergründig auch stets das Argument der EZB ist für immer mehr geldpolitische Stimuli. Es besteht also TINA, wie es sie in der Vergangenheit noch nicht gegeben hat. Alle konservativen Kapitalsammelstellen in den westlichen Staaten laufen langsam in existenzielle Nöte, wenn es um die Erzielung von Rendite geht.

Was sollen denn Pensionsfonds, Versicherungen oder auch Stiftungen machen (ich kenne persönlich Verwalter von kirchlichen Stiftungen, die über den Notstand klagen), um Einnahmen zu erzielen? Immobilien sind unglaublich teuer geworden. Und weil es in Europa keine Zinsen mehr gibt, kann man nicht einmal mehr ein KGV für die europäischen Anleihemärkte berechnen.

Das ist die bittere Wahrheit!  Im Dax aber gibt es eine Dividendenrendite von 3 Prozent, selbst im S&P 500 liegt diese bei circa 1,8 Prozent. Wenn es also keinen Zinsanstieg ( zumindest bei den Kapitalmarktzinsen) und keine deutlich steigende Inflation gibt, bleibt den Vermögensverwaltern derzeit kaum eine Alternative, als im Aktienmarkt zu verbleiben. Soll etwa eine deutsche Allianz auslaufende 10-jährige deutsche Staatsanleihen (mit drei Prozent Verzinsung) durch neue Staatsanleihen mit Minusverzinsung ersetzen? Dann kann sie aus den Einnahmen bald nicht einmal mehr die Heizkosten ihrer Verwaltungspaläste bezahlen, geschweige denn die Verträge ihrer Kundschaft erfüllen.

Da kann man als Pessimist täglich Dutzende von Argumenten und Charts heranziehen, die beweisen, warum Aktien überbewertet sind. Das Ganze hat aber dann keine Bedeutung, wenn es – anders als in früheren Zeiten – derzeit schlicht keine Alternative gibt. Was wäre denn passiert, wenn Allianz oder Münchner Rück in diesem Jahr ein paar Milliarden ihrer Kundengelder am europäischen Geldmarkt geparkt hätten? Millionenverluste! Welcher Vermögensverwalter kann es sich leisten, bei Minuszinsen mehrere Monate sein Kapital zu parken?

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10 Kommentare

  1. Man sollte allerdings den Fehlschluß vermeiden, Alternativlosigkeit mit Risikolosigkeit gleichzusetzen.

  2. Man braucht doch gar nicht viel Fantasie um die unendliche Housse der Aktien zu begründen. Man nehme einfach mal eine Nationalbank mit ihrer Gelddruckmaschine und kaufe sich in alle wichtigen Branchen dieser Welt über Aktien ein. Gläubiger die einen Rückzahlungstermin anmahnen gibt es dann ja auch nicht, oder? Auch Insolvenzen sind keine Probleme für gedrucktes Geld…
    Dann kommt so langsam die unendliche Geschichte an die Oberfläche die zeigt, dass sich der grösste Staat dieser Erde über viele Stillhalter in die wichtigsten Konzerne und Technologien dieser Welt eingenistet hat und weiter tut… Das ergibt eine Strasse aus Seiden, mit liebevoll lächelnden neuen Besitzer der Westtechnologien, aber ein Drache sobald man etwas von ihnen will.
    Gelddrucken gibt es in der Theorie der Ökonomen gar nicht, deshalb existiert auch keine längst überfällige Reaktion auf die aktuellen Vorgänge.
    Ich setze mich dafür ein, dass die Leute an den Spitzen von Nationalbanken dringend einen Intelligenztest absolvieren sollten.

  3. Ich würde einen Handwerker als Notenbankchef vorschlagen, der wüsste nämlich ganz genau, dass man aus Nichts ohne Arbeit Nichts machen kann. ( Gelddrucken ohne Hinterlegung eines Gegenwertes )

  4. Also normalerweise löst der Aktienmarkt als Vorläufer die Rezession aus.Jetzt unterdrückt man die Aktienkorrektur, wenn dann die Rezession trotzdem kommt, werden die Aktien nachträglich im so heftiger reagieren.

  5. Man kann es auch als Zweikampf zwischen Notenbanken und Konjunktur ansehen. Die letzte Geldflut der Notenbanken hat offensichtlich die Manager wieder optimistischer in die Zukunft sehen lassen, und so zu einem Stop der Wirtschaftsschrumpfung geführt. Man darf die Psychologie dabei nicht unterschätzen. Ob aber die Weltwirtschaft wirklich mit dieser Geldflut noch einmal in ein nachhaltiges Wachstum gepusht werden kann, ist zu bezweifeln. Wenn die realen Wirtschaftsdaten keine deutliche Verbesserung anzeigen, oder vielleicht sogar schlechter werden, dann dürfte es ungemütlich an den Börsen werden. Die Frage ist, wieweit die Notenbanken es noch treiben wollen, und wie groß der daraus resultierende Effekt ist. Beim Helikoptergeld als ultimative Kapitulation wäre dann wohl der Ofen aus – nur mit dem Ende einer Hyperinflation statt einer Deflation in Richtung Depression.

  6. @ Columbo. Richtig , wenn Alle etwas hoch bewertetes kaufen, nur weil alles Andere noch höher bewertet ist, wird dieses ALTERNATIVLOSE sehr schnell ALTERNAIVLOS.
    Vor allem US Aktien sind nicht mehr erste Priorität u.gemäss J. Gundlach werden diese am meisten leiden wenn es korrigieren sollte. Können sich dann die andern Regionen abkoppeln? Die letzte kleine Immokrise in den USA hat doch im 2008 auch die ganze Aktienwelt erschüttert. Die Trump- Blase wird den ganzen Erdball
    erschüttern.

  7. Herr Müller, sie meinen immer wieder, dass es nur bei einer Rezession abwärts gehen wird. Es ist aber doch so, dass die Rezession erst nach dem Abschwung an den Börsen sichtbar wird. Wie soll das dann also gehen? Irgendwas muss sich vom anderen abkoppeln!

    1. @Gixxer
      Ich glaube wir müssen uns von jeglichen Regeln verabschieden. Die Aktienkurse bleiben in jedem Falle oben. Bei einer atomaren Auseinandersetzung zwischen USA und China oder beim Verglühen der Erde in der Sonne, gäbe es vielleicht eine klitzekleine Korrektur. Bei einer Besetzung der Erde durch Aliens hingegen würden die Kurse stark steigen.

      1. …. weil die Erde wieder eine Zukunft hätte????

  8. @Gixxer. Hallo, ich glaube Sie haben mich etwas missverstanden. Korrekturen an den Aktienmärkten bis zum Bärenmarkt passieren öfters, ohne dass es anschließend zu einer Rezession kommt. Aber dass eine Rezession ins Haus steht, ohne dass es vorher zu einem Aktieneinbruch kommt, wäre schon äußerst ungewöhnlich. Meines Wissens nach gab es in den letzten Jahrzehnten nur einen Fall, in dem Rezession und Aktieneinbruch im selben Monat starteten. Die Erklärung ist relativ einfach. In einem Großunternehmen gibt es so viele Aktionäre, die natürlich merken, wenn es zu so einem starken Geschäftseinbruch kommt, wie er bei einer richtigen Rezession der Fall ist. Selbst der Pförtner oder die Logistiker merken, wenn die Umsätze einbrechen. Von der Einkaufsseite, der Verwaltung oder den Personalern gar nicht zu reden. Und so viele richtige Rezessionen gab es auch noch nicht in unserem Leben. In den USA waren es in über 100 Jahren gerade mal 12.
    Grüße

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