Ist das der große FOMO-Mittelzufluss? Grandios gut laufende Aktienmärkte, da möchte doch jeder Anleger gerne dabei sein? Offenbar auch aus Angst, noch mehr Gewinne zu verpassen (FOMO), haben Anleger im letzten Jahr in einem gigantischen Ausmaß Geld in ETF (börsengehandelte Fonds) investiert, die in Europa verwaltet werden.
2025 war ein Rekordjahr für den europäischen Markt mit Zuflüssen von insgesamt 330,6 Milliarden Euro. Dadurch erhöhte sich das in europäischen ETFs verwaltete Vermögen auf 2,57 Billionen Euro. Aktien waren im Jahresverlauf der beliebteste Anlagemarkt für ETF mit Nettomittelzuflüssen von 249,3 Milliarden Euro, was ein Plus von 15,9 % gegenüber 2024 entspricht. Dies zeigen aktuellste Daten vom größten europäischen Vermögensverwalter Amundi.
Bei Aktien-ETF war eine Rotation zu beobachten. Anleger haben einen ausgewogeneren Ansatz bei ihren Allokationen verfolgt, anstatt sich wie im letzten Jahr auf Anlagen in den USA zu konzentrieren. Der Schwerpunkt der Zuflüsse lag auf Europa, globalen und Schwellenländer-Indizes.
ETF auf europäische Aktien verzeichneten 2025 Rekord-Nettozuflüsse von 65,8 Milliarden Euro, ein Plus von 23,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Entscheidung Deutschlands, die Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur zu erhöhen, sowie das breitere Engagement Europas zur Stärkung der strategischen Autonomie des Kontinents, trugen laut Aussage von Amundi zu den Kapitalzuflüssen in europäische Aktien-ETF bei.
Angesichts des politischen und makroökonomischen Umfelds verfolgten Anleger einen differenzierteren Ansatz für Europa und investierten in erheblichem Umfang in Industrie, Verteidigung, Informationstechnologie und Finanzwerte. Europäische Sektor-ETF sammelten über 35,5 Milliarden Euro ein, wobei der Großteil der Mittel in Industrieunternehmen (+13,3 Milliarden Euro) floss, gefolgt von IT (+8,9 Milliarden Euro) und Finanzwerte (+7,3 Milliarden Euro). Gefragt waren ebenfalls ETF auf Aktien aus dem Verteidigungssektor (+10 Milliarden Euro).
Ab Mai kam es zu einer Erholung bei den Zuflüssen in US-Aktien-ETFs. Angetrieben wurde diese durch die starke Markterholung nach dem Ausverkauf am „Liberation Day” Anfang April und durch die starken Gewinne der Technologieriesen. Die 37,2 Mrd. Euro, die 2025 in US-Aktien-ETFs flossen, blieben jedoch hinter den Zuflüssen in Welt-Aktien (+63,3 Mrd. Euro), All-Country-World (+42,7 Mrd. Euro) und Schwellenländer-Indizes (+33,3 Mrd. Euro) zurück, so Amundi.
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