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Aktien im Fokus: Shortie-Vernichter Tesla, Geely, Daimler, Deutsche Bank

Die Chinesen kommen, die Chinesen kommen. Alarm! Am Freitag gab der chinesische Autobauer Geely, der gefühlt gerade überall einsteigt, bekannt offenbar auf einen Schlag 9,69% an Daimler gekauft zu…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Es kam so wie in allen vorigen Quartalen auch. Wir sind zwar auch permanente Mahner und Kritiker in Sachen Tesla, haben aber immer wieder darauf hingewiesen, dass die „Jünger“ von Elon Musk sämtliche schlechten Nachrichten und Aussichten ignorieren, egal, auch wenn sie immer schlimmer werden. Geldverbrennung total, Produktionsverschiebungen, und etablierte Autohersteller, die immer schneller aufholen. Das ist alles egal. Nach den letzten grottigen Quartalszahlen vom 7.Februar rauschte die Aktie wie sonst auch erstmal kurz in den Keller, um dann von Musk´s Jüngern (Pivatanleger wie Analysten) aufgefangen zu werden.

Die Marke von grob gesagt 300 Dollar scheint so eine Art untere Schmerzgrenze sein. Bis dahin, und nicht weiter, ihr bösen Shorties – so scheint das Motto zu lauten. Die Aktie fiel vom 8. auf den 9. Februar von 343 auf 295 Dollar, aber nur kurz. Und heute? Siehe Chart – die Aktie notiert höher als vor den Quartalszahlen, jetzt mit 352 Dollar. Unglaublich. Jüngst wärmte man sich zum Beispiel mit Meldungen auf, dass Tesla in China viele neue Ladestationen gebaut hat, was dem dortigen Absatz helfen werde.

Also: Alles weiter wie gehabt? Bei ständig grottigen Zahlen und Sondermeldungen shorten die Shorties drauf los, um dann voll gegen die Wand zu laufen? Im Chart sieht man die Tesla-Aktie seit Ende Januar. Nach den Quartalszahlen kurz bergab, dann wurden die Shorties ausgeknockt!

Daimler mit Phantom-Angst vor Geely?

Die Chinesen kommen, die Chinesen kommen. Alarm! Am Freitag gab der chinesische Autobauer Geely, der gefühlt gerade überall einsteigt, bekannt offenbar auf einen Schlag 9,69% an Daimler gekauft zu haben. Damit ist man größter Aktionär bei Daimler. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium hört man heute, dass man prüfen wolle, ob alles formal korrekt abgelaufen sei – denn eigentlich hätte Geely bei Erreichen der Schwellen von 3% und 5% melden müssen, dass man so viele Anteile an Daimler besitzt.

Hat man alle Aktien auf einen Schlag gekauft, und von wem? Hat man über den freien Börsenmarkt gekauft, dann hätte man bei Erreichen der Schwellen melden müssen. Und jetzt geht die große Angst um? Dass Geely nun bei Daimler Hochtechnologie abräumt, ist zumindest kurzfristig unwahrscheinlich. Geely-Boss Li Shufu ist offenbar just in diesen Minuten im Bundeskanzleramt zu Gast – wohl als Charmeoffensive? Um zu verkünden, dass man keine Technologie abziehen wolle? Mit knapp unter 10% hätte Geely eh keinen unternehmerischen Einfluss auf Daimler.

Aber wenn die Chinesen weiter aufstocken und im Aufsichtsrat immer mehr Platz einnehmen – wer weiß! Aber Daimler ist nun mal die Ikone der deutschen Autoindustrie. Da ist es kaum vorstellbar, dass auf höchster politischer Ebene eine unternehmerische Einflussnahme zugelassen würde. Egal ob Merkel oder sonst wer im Kanzleramt sitzt. Ein paar heilige Kühe kann die Bundesregierung nicht opfern, schon aus Imagegründen – was würden die Wähler denken… Daimler ist schließlich nicht KuKa. Im Chart Geely (orange) vs Daimler (schwarz) seit 19. Februar. Aktuell läuft Geely viel besser als Daimler.

Geely

Deutsche Bank

Die Aktie der Deutschen Bank steigt heute um 0,75%. Nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass die Bank heute den möglichst zügigen Börsengang ihrer Fondstochter DWS bekannt gegeben hat. Es wirkt so, als wolle man die momentan (noch?) gute Marktlage nutzen, um das IPO noch schnell durchzubringen? Wir haben den entscheidenden Satz fett markiert. Begeisterung im Kurs der Deutsche Bank-Aktie sieht anders aus als das, was da heute abgeht. Zitat Deutsche Bank von heute:

Die DWS (DWS Group SE, die zu einem späteren Zeitpunkt in DWS Group GmbH & Co. KGaA umgewandelt und umfirmiert wird, („DWS“)) hat heute gemeinsam mit der Deutschen Bank bekannt gegeben, dass sie einen Börsengang („IPO“) im geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) anstrebt. Unter Berücksichtigung des Marktumfelds soll der Börsengang im frühestmöglichen Zeitfenster erfolgen. Der geplante Börsengang wird voraussichtlich ausschließlich aus einem Verkauf bestehender Aktien bestehen, die indirekt von der Deutschen Bank gehalten werden. (Über die Alleingesellschafterin der DWS, die DB Beteiligungs Holding GmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Deutschen Bank AG („Deutsche Bank“)). Mit einem verwalteten Vermögen von etwa 700 Mrd. Euro (Stand: 31. Dezember 2017) und Mitarbeitern in 22 Ländern ist die DWS einer der weltweit führenden Vermögensverwalter.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    sonnenstrom

    26. Februar 2018 18:42 at 18:42

    Tesla ist null Euro Wert,…
    Leider gehen unter den germanischen Verbrenner-Jünger Gerüchte um das Tesla natürlich Pleite geht und Investitionen von Tesla mit Geldverbrennen verwechselt werden muss.
    Die so benannten „grottigen Quartalszahlen“ berücksichtigen dann leider auch eher nicht, dass Tesla das umsatzstärkste Quartal in seiner ganzen Firmengeschichte erzielt hat.
    Und da nun auch die Model 3 Produktion wie erwartet anläuft, Verbrenner-Jünger meinen auch “ wie befürchtet anläuft“, wird es mit dem Diesel-Turbo leider etwas mühsam beim hintennachfahren,…man muss ja nicht immer Gewinnen.

    • Avatar

      Bademeister

      26. Februar 2018 19:37 at 19:37

      @Sonnenstrom: Man kann nur pleite gehen, wenn vorher schon was da war, ein Umstand, der in langen Zeiten von Niedrigstzinsen oft vergessen wird!

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Aktien

Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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