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Aktien

Aktien, Immobilien, Anleihen – teuer, teurer, am teuersten

Wolfgang Müller

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am

Im Land des Sparweltmeisters Deutschland liegen 2,5 Billionen Euro auf nahezu unverzinslichen Konten, selbst in den USA ist es bereits eine zweistellige Billionensumme in Dollar. Und hierzulande soll es noch schlimmer kommen, denn der Bundesverband Volks- und Raiffeisenbanken hat bereits angedeutet, die Minuszinsen, die ihnen die Europäische Zentralbank (EZB) aufbrummt, an die Kunden weiterzugeben. Doch wohin mit dem Geld auf der Suche nach Rendite? Investieren in Aktien, Anleihen, Immobilien? Hier ein kleiner Vergleich der Anlageklassen.

Der Immobilienboom in Deutschland

Niedrigzinsen und Wohnungsnot treiben Preise und Mieten in die Höhe, aber wie lässt sich das Betongold bewertungstechnisch mit den beiden anderen Anlageklassen vergleichen? Indem man den Kaufpreis der Immobilie durch die erwartete Netto-Jahresmiete teilt. Dabei kommt man in bestimmten Regionen schon auf stattliche Kennziffern. Wie das Marktforschungsinstituts F+B berechnete, müssen Investoren in München durchschnittlich 7068 Euro pro Quadratmeter für eine Wohnimmobilie bezahlen bei einer durchschnittlichen Jahresmiete von 197 Euro pro Quadratmeter. Dies ergibt ein KGV von 36, im Vergleich dazu Immobilien in Köln (KGV 30).

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Die Anleihenblase

Was die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank verursacht hat, lässt sich am besten ermessen, wenn man sich das Kurs-Gewinnverhältnis der Zinspapiere ansieht. 95 Prozent der deutschen Staatsanleihen notieren derzeit unter Null, ergo lässt sich gar kein KGV mehr berechnen. Ähnliches gilt auch für Unternehmensanleihen, bei denen es schon ein Volumen von 600 Milliarden Euro in Europa gibt, ohne eine positive Verzinsung. Weicht man auf Unternehmensanleihen mit niedrigem Rating aus, bekommt man im Schnitt mickrige 0,72 Prozent und ein astronomisches KGV von 139. Selbst in den USA, dem Staat, in dem immerhin eine Phase von neun Zinsanhebungen realisiert wurde, liegt das KGV für die 10-jährige US-Treasury nicht mehr weit entfernt von 50.

Vermeintlich günstige Aktien

Auch wenn es die Bären sicherlich nicht mehr lesen wollen, wirkt das Aktien-KGV dagegen richtig preiswert. Der S&P 500 mit einem KGV von 18, der Dax mit 13, selbst die Nasdaq ist gegen den Rentenmarkt als günstig anzusehen, auch wenn mancher reflexartig an die Wirkung der „Buybacks“ denken wird. Der Knackpunkt ist aus meiner Sicht, dass die Umlagesysteme auf Rendite angewiesen sind und man im Gegensatz zu den früheren Zyklen nicht so einfach mal ein halbes Jahr im Zinsbereich ausharren kann, bis sich eine Konjunktur wieder gefangen hat. Es ist das große Experiment der Notenbanken.

Fazit

Die Stabilität der Aktienmärkte ist wohl aus der Not geboren, der Renditevorteil zu den anderen Anlageklassen ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings schwindet der Vorteil in Windeseile bei einer Rezession oder bei einem Anstieg der Inflation. Ich habe schon mehrfach darauf hingewiesen, dass bei fast allen Einbrüchen der Aktienmärkte in den letzten Jahrzehnten ein starker Anstieg der Zinsen infolge des Inflationsanstiegs vorausging. Vielleicht will Mario Draghi deshalb größeren Inflationsspielraum bei der Zinspolitik der EZB zulassen – dann kann man die Leitzinsen noch länger im Tief verharren lassen.

Zusammengefasst gilt also immer noch das Akronym mit den vier Großbuchstaben, welches schon mehr als genug breitgetreten wurde – klingt eigentlich ganz harmlos.

Worin sein Geld investiern? Aktien, Immo oder Anleihen?
Aktien? Immobilien? Anleihen? Wohin mit dem Geld? Beispielfoto von den Volks- und Raiffeisenbanken. Beratung zur Vermögensplanung mit dem „VR-FinanzPlan“. Foto: Bundesverband der Deutschen
Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V

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Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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am

New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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