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Aktien

Aktien sind keine Spekulation – aber sind sie wirklich „alternativlos“?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Sind Investments in Aktien Spekulation? Wenn man etwwa eine Wirecard um 09.00Uhr kauft und dann um 10.30Uhr wieder verkauft – dann ist das natürlich Spekulation. Aber die allermeisten Privatanleger halten Aktien deutlich länger und wollen vor allem die Dividende einstreichen – gewissermaßen als Ersatz für die Abschaffung des risikolosen Zinses.

Wer Geld auf dem Girokonto hat oder in festverzinsliche Wertpapiere hat, der verliert über die Jahre Geld – sagt Stefan Riße (der einst bei FMW Videos machte und seit einiger Zeit für den Vermögensverwalter Arcatis tätig ist). Riße zitiert den alten Börsen-Spruch: „wer Anleihen hat, will ruhig schlafen, wer Aktien hat, will gut leben“.

Riße plädiert für Aktien – und stellt sich damit gegen die in Deutschland vorherrschende Spekulations-Feindschaft (die in Deutschland tief verwurzelte historische Ursachen hat). Der aktuelle Abverkauf der Aktien wegen des Coronavirus sei ein „willkommener wash out“ – aber langfristig führe an guten Aktien eben kein Weg vorbei.

Rißes Aussagen machen durchaus Sinn, haben allerdings ein „Geschmäckle“ von Merkels „alternativlos“. Richtig ist: Aktien haben in der Vergangenheit eine überrragende Performance – es ging trotz zwischenzeitlicher Crashs (Dotcom-Blase, Finanzkrise etc.) stets nach oben. Aber: seit der Finanzkrise wachsen die Schulden schneller als die Wirtschaft – und vor allem die Verschuldung der US-Unternehmen ist massiv gestiegen.

Und so könnte es durchaus sein, dass die gerade begonnene Dekade „ein verlorenes Jahrzehnt für die Aktienmärkte“ bringen wird! Denn irgendwann ist eben Zahltag – wer eigene Aktien auf Kredit zurück kauft, daher weniger in die Zukunft investiert und seine Verschuldung massiv nach oben schraubt, bekommt dafür irgendwann die Rechnung. Und diese Rechnung wird nicht wohl mehr allzu lange auf sich warten lassen..

Aktien sind keine Spekulation  - aber sind sie langfristig wirklich alternativlos?

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Mitnahmebär

    27. Februar 2020 19:13 at 19:13

    Ich weiss nicht wie gut man lebt mit Aktien auf dem heutigen Niveau,
    wenn in einer Woche gerade einmal 3 Jahresrenditen bachab gehen,
    u.das Kursrisiko 30 bis 40% beträgt.
    Man könnte auch Gewinne mitnehmen u.gut leben bis die Luftnummer 30% billiger zu haben ist.
    Buffett lässt grüssen.

  2. Avatar

    Hesterberg

    27. Februar 2020 20:56 at 20:56

    Die Bullen stecken jetzt in einem furchtbaren Dilemma. Mit ihrer Buy-the-Dip-Strategie haben sie sich in den letzten Tagen die Finger verbrannt und massiv Geld verbraten. Wenn sie jetzt weiter nachkaufen (sofern sie überhaupt noch Geld haben) und auf eine V-förmige Erholung setzen, könnten sie ihre Verluste wieder ausgleichen. Aber bei weiter fallenden Kursen schlittern sie in eine Katastrophe und Not- und Panikverkäufe werden die Fallgeschwindigkeit an den Aktienmärkten dann noch extrem erhöhen. Ein solches Szenario könnte bei einer Verschlimmerung der Pandemie sehr rasch eintreten. Dann wären die Kursrückgänge der letzten Tage nur ein laues Lüftchen.

    Wer ruhig schlafen will, hält sich besser an die sehr vernünftige vorstehende Empfehlung von Mitnahmebär.

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Ballard Power vor gewaltigem Kursrutsch? – Werbung

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Lieber Börsianer,

da stimmen Sie mir sicherlich zu. Die Stimmung an den Börsen hat sich im Oktober eingetrübt. Vor allem das europäische Infektionsgeschehen schlägt uns aufs Gemüt. Auch im Alltag werden wir die Folgen nächstens wieder alle ganz gegenständlich spüren, wenn Deutschland in den Lockdown light geht. Das nämliche Bild bei unseren Nachbarn. In Wien werden derzeit ähnliche Maßnahmen vorbereitet, um die zweite Covid-Welle zu brechen. In Frankreich gelten sogar wieder harte Ausgangssperren. Man darf dort zur Arbeit und zum Einkauf fahren. Ansonsten gilt: Rien ne va plus.

Da überrascht es nicht, dass der DAX südwärts läuft und derweil auf Wochensicht über 8 % eingebüßt hat. Ähnlich wie im vergangenen Februar und März sind auch die Ölpreise wieder massiv rückläufig und verlieren zur Vorwoche rund 9 %. US-Aktien halten sich noch recht wacker, aber auch hier sehe ich Gefahr im Verzug.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich mache jetzt hier nicht den Pessimisten. Gleichwohl halte ich es für ratsam, kurzfristig in unseren Depots die Cashquoten zu erhöhen und den ein oder anderen Titeln zu veräußern, um dann am Ende zu günstigeren Kursen wieder in den Markt zurückzukommen.

Diese Taktik dürfte etwa bei dem Wasserstoff-Titel Ballard Power reizvoll sein, denn hier kündigt sich ein scharfer Ausverkauf an. Schauen wir uns zunächst einmal die letzten Zahlen aus dem zweiten Quartal an. Das kanadische Unternehmen meldete einen Umsatz in Höhe von 25,8 Millionen USD. Das entspricht einem recht vernünftigem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal in Höhe von 9 %. Den Verlust konnte man spürbar eingrenzen, gleichwohl hat das…..

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