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Aktien: Wann beginnt in diesem Jahr das Sommerloch?

Aktien und das Sommerloch

Auch in Zeiten vollautomatisierten Handels, zusätzlich mit Millionen neuen Aktionären, die mit ihrem unverzichtbaren Lebensbegleiter Aktien bei Neo-Brokern kaufen, gibt es eigentlich fast immer ein Sommerloch an den Börsen? Was bedeutet das eigentlich für die Entwicklung von Aktien?

Der Sommer, eine nachrichtenarme Phase – und Aktien

Ob in der Politik oder an den Börsen, im Bereich der großen Urlaubsphase gibt es traditionell weniger Nachrichten, was im Politikbereich zu seltsamen Themenfeldern führt, an den Börsen hat dies für gewöhnlich seltsame Kursbewegungen zur Folge.

Der nachlassende Umsatz an den Handelsplätzen, beginnend von Ende Juni bis Ende August, führt zu manchen Kursausschlägen, zu erhöhter Volatilität, aber auch zu einer oft trendlosen Periode. Kurzum, zu einer Phase, in der Trading bei Aktien angesagt ist, längerfristige Trends entstehen in der Urlaubszeit eher weniger. Bei unserem Dax erreichte im letzten Jahr der Index bereits am 8. Juni ein Hoch mit 12.913 Punkten, um dann bis in den Herbst hinein, in einem 1000 Punkte-Bereich auf- und abzupendeln. Natürlich ist das Jahr 2020 kein Maßstab für irgendeine Periode, aber die Sommerschwingungen sind alles andere als ungewöhnlich, wie folgende Übersicht der Saisonalität beim deutschen Leitindex zeigt.

Saisonalität bei deutschen Aktien

Die Besonderheit des Juni 2021

Die letzte Zeit an den Börsen war von einer großen Thematik geprägt, über die man sich in diesem Monat ein bisschen mehr Ausschlüsse erhofft: Es geht um Inflation, um Kapitalmarktzinsen und vor allen Dingen um die Frage, wann geben die Notenbanken endlich Signale darüber, wann sie mit dem Abbau ihrer Not-Anleihekaufprogramme in Zeiten eines gewaltigen Aufschwungs beginnen werden. Oder zumindest mit der Diskussion darüber. Hierzu gibt es im Monat Juni mehrfach Gelegenheit: Mit den Sitzungen der Bank of England (4. Juni), der Europäischen Zentralbank (10. Juni), der Federal Reserve (16. Juni) und der Bank of Japan (17. Juni).

Fazit

Wenn die vier große Notenbanken ihre Sitzungen abgehalten haben, dürfte erst einmal Ruhe einkehren mit der Diskussion über die Diskussion über ein Tapering.

Gleichzeitig beginnt dann eine umsatzärmere Zeit (hatten wir die nicht gerade die in letzter Zeit?), die naturgemäß zu Schwankungen führt.

Also wann startet dann das Sommerloch für Aktien? Bis zu den nächsten Quartalsberichten ist es noch eine Weile hin, die Inflationsdaten haben derzeit etwas an Schrecken verloren. Denn jeder Investor weiß von der Bedeutung des Basiseffekts zum Jahre 2020. Wie immer an der Börse: Wenn über etwas dauernd berichtet wird, hat es zunächst seinen Schrecken verloren.

Könnte man also mit der letzten Notenbank Sitzung (17. Juni – Bank of Japan) mit einer nachrichtenärmeren und umsatzschwächeren Zeit rechnen?

Was der Finanzindustrie natürlich nicht recht sein kann, ist ein Absacken der Umsätze bei Aktien – was läge da näher als ein paar Gerüchte zu streuen, die für Volatilität und damit Tradingaktivität sorgen? Es wäre nicht das erste Mal.

Auf der anderen Seite wird weiter Geld an die Märkte strömen, denn eine Reduzierung der Anleihenkäufe durch die Notenbanken wird es in Kürze sicherlich nicht geben – und zum andern gibt es den ständigen Zufluss an Anlegergeld in Aktien.

Selbst im Land der Aktien-Muffel, Deutschland, laufen bereits 2,49 Millionen aktive Sparpläne für ETFs, viele auf Dax und MSCI World, Tendenz weiter steigend und unabhängig von der Jahreszeit.



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