Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: 10%-Korrektur an der Wall Street?

Über das vergebliche Warten der Märkte auf Godot – und die Folgen, wenn Godot eben nicht kommt..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Gestern erreichten die Aktienmärkte der Wall Street wieder neue Allzeithochs – der marktbreite S&P 500 stieg dabei erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 3100 Punkten. Es ist eine Mischung vor allem aus zwei Faktoren, die die Hausse trieben: erstens die dovishe Wende der Fed, die noch vor knapp einem Jahr meinte, die Zinsen weiter anheben zu können – und dabei ihre Bilanz auf „Autopilot“ weiter reduzieren wollte. Inzwischen kauft eben diese Fed seit Anfang November kurzlaufende US-Staatsanleihen im Volumen von 60 Milliarden Dollar pro Monat. Und pumpt gleichzeitig täglich 120 Milliarden Dollar in den offenkundig in Schieflage geratenen Repo-Markt. Heute wird Jerome Powell den Stand der Dinge aus Sicht der Fed preisgeben (17Uhr Veröffentlichung des Redetexts, dann Fragen der Abgeordneten des US-Kongresses).

Der zweite Rally-Grund der Aktienmärkte ist die stets neu entfachte Hoffnung auf einen Deal im Handelskrieg zwischen den USA und China. Das alles erinnert doch stark an das Theaterstück „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett: man wartet auf Godot, der aber nie erscheint. In der Zwischenzeit wird viel theoretisiert und spekuliert: man erinnere sich an die unzählungen Meldungen (westlicher Agenturen), wonach ein Deal unmittelbar bevor stehe..

In der Summe führt das zu einer Euphorie, sichtbar in extremen Werten beim Fear & Greed-Index, sichtbar auch an den auf Allzeithoch liegenden Short-Volumina auf den VIX. Weitere auf Anschlag liegende Parameter zeigt (der in der Rally long positionierte) Lance Roberts in seinem luziden  Artikel „Technically Speaking: A Correction Is Coming, Just Don’t Tell The Bulls…Yet.“ Lance Roberts erhöht nun signifikant seine Absicherungspositionen.

Man könnte sagen: die Aktienmärkte brauchen jetzt nur noch eine Nachricht, um die überfällige Korrektur zu starten. Das könnte die Rede Powells sein, das könnte das Nicht-Eintreffen von Godot sei (ergo kein bereits mehrfach eingepreister Handelsdeal), das könnten Entwicklungen um das Impeachment-Verfahren sein (heute beginnen die im US-Fernsehen übertragenen Zeugen-Aussagen) – oder etwas, was noch niemand „auf dem Zeiger“ hat.

Charttechnisch jedenfalls kündigt sich da etwas an, wie ein Analyst beim ansonsten dauerbullischen US-Finanzsender CNBC zeigt:

Selbst ansonsten bullische Vertreter der Wall Street rechnen nun mit einer Korrektur – und argumentieren dabei auch fundamental:

Die Aktienmärkte in den USA sind besonders heiß gelaufen

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    T-Shirt"Nordpol"

    13. November 2019 11:09 at 11:09

    Danke für die Videos, sehr interessant!

  2. Avatar

    pigeon

    13. November 2019 11:21 at 11:21

    Na ja, vielleicht ist Godot in dem heutigen Stück ja auch die Korrektur…

  3. Avatar

    Zimmermann

    13. November 2019 11:32 at 11:32

    Wenn die Perma-Bullen schon mit einer Korrektur rechnen, dann gehts weiter hoch. Weiter “ Strong Long“. Die Big Boys werden sicherlich eine Korrektur jetzt kurz vor Torschluss (Jahresende) nicht zulassen und ihre Jahresbilanz verhageln. Die Märke können ja erst ab S&P 500 bei 3500 und Dow 30000 fallen.

    • Avatar

      Wolfgang

      13. November 2019 12:43 at 12:43

      So ist es…. jetzt schreien wieder alle „Korrektur“ und gehen short (jetzt kommt die Gehirnwäsche über den Medien) … und was wollen die Banken? Geld verdienen!!!

      Also werden die Kurse steigen!

      • Avatar

        Andreas

        13. November 2019 13:42 at 13:42

        @Wolfgang
        Nicht ganz richtig.
        Die Shorties wurden bereits gegrillt. Viele Short-Zertifikate bereits K.O.
        Heute beispielsweise waren die Kleinanleger bis zu diesem Zeitpunkt mehr auf der Longseite unterwegs, bei fallenden Kursen.

        Meine Prognose:
        Die Kurse werden weiter nachgeben und die Kleinanleger werden zu den „Buy-the-Dip“-Käufern mutieren. Umso mehr die Kurse nachgeben umso mehr Longzertifikate werden gekauft. Nachdem diese größtenteils ausgeknockt wurden, gehts wieder hoch.

  4. Avatar

    Koch

    13. November 2019 12:06 at 12:06

    Ich bin,wie fast alle,seit geraumer Zeit an Geldmengendimensionen gewöhnt,welche noch vor einigen Jahren für völlig unglaubwürdig gehalten worden wären!Dass die FED tagtäglich 120 Mrd.Dollar=3,6 Billionen/Monat in den Repomarkt pumpt,sollte aber selbst ihr zu Fed,äh,fett,sein.

  5. Avatar

    barthez72

    13. November 2019 14:19 at 14:19

    Liquidität?? WO ? WAS ? Wie?
    https://www.zerohedge.com/markets/ridiculous-1-trillion-orders-7-billion-chinese-bond

    Trickle,Trickle,Trickle………….

  6. Avatar

    Roberto

    13. November 2019 17:18 at 17:18

    So wie einige hier vor mir geschrieben haben, bin ich auch der Meinung das die Stimmen der Bären aktuell überall zu hören sind. Das ist mir zu viel und ich glaube daher auch nicht an eine Korrektur. Klar ist das Empfinen das die Märkte aufgrund unzähliger fundamentaler Gründe viel zu hoch steht. Aber die Technik lässt die Korrektur leider nicht zu. Auch wenn ich sie lieber gestern als heute hätte. Selbst die Profis wollen diese Korrektur, damit sie wieder billiger einsteigen können. Also kommt sie nicht, sondern klettert immer schön Stück für Stück höher.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Nach oben ist der Deckel drauf! Marktgeflüster (Video)

Normalerweise starten die Aktienmärkte in der Woche vor den US-Wahlen eine impulsive Rally. Aber vieles spricht dafür, dass das in diesem Jahr nicht so ist!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Normalerweise starten die Aktienmärkte der Wall Street in der Woche vor den US-Wahlen eine impulsive Rally. Aber vieles spricht dafür, dass das in diesem Jahr nicht so ist! Denn nach wie vor hält sich das „große Geld“ zurück, so lange nicht klar ist, ob das Ergebnis der Wahl (von Trump) angefochten wird und dann eine lange Periode der Unsicherheit (mit Kursverlusten) droht. Daher ist mit guter Wahrscheinlichkeit bis mindestens zum US-Wahltermin bei jeder Rally der Aktienmärkte „der Deckel drauf“. Der Dax bleibt nach dem gestrigen Abverkauf schwach und angeschlagen – die Gefahr von Lockdowns bleibt in Europa ein dominierendes Thema..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Charttechnik aktuell bei Dax und Dow

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Dax und Dow schaue ich mir in diesem schwächelnden Marktumfeld genauer am Chart an. Im Dow sehen wir sogar den Rutsch unter einen Trendkanal. Was bedeutet das für Trader?

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – gute Ergebnisse interessieren nicht

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die aktuell reinkommenden Quartalszahlen stehen im Fokus seiner heutigen Aussagen. Dazu kommen die US-Wahlen und die Coronakrise.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen