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Aktienmärkte: 2020, das verrückteste Börsenjahr aller Zeiten?

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New York Stock Exchange Frontansicht, Symbol der globalen Aktienmärkte

Es vergeht kein Tag, an dem nicht in den Wirtschaftsmedien über die ungewöhnliche Entwicklung der Aktienmärkte berichtet wird. Wie kann es so etwas geben, die Wirtschaftsdaten weisen auf die tiefste Rezession seit Menschengedenken hin und die Börsen nähern sich in Windeseile ihren Hochs aus dem Februar? Es ist wahrscheinlich einer Situation geschuldet, für die es kein historisches Beispiel gibt.

Aktienmärkte – Ein Börsen-V der Superlative

Ende März war es das Tagesthema: Der schnellste Absturz der Börsenindizes in der Geschichte. Im Februar/März stürzten die Börsen in bisher nie dagewesener Geschwindigkeit in einen Bärenmarkt ab. Innerhalb von gut vier Wochen wurden über 26 Billionen Dollar an weltweiter Marktkapitalisierung vernichtet, der S&P 500 – und damit fast zwangläufig auch der MSCI World – stürzten um ein Drittel in die Tiefe, bei unserem exportlastigen Dax waren es sogar fast 40 Prozent. Am 24. April habe ich in einem Beitrag versucht die Börsenphasen zu beschreiben:

20.Februar bis 23.März: Panikphase
24.März bis Mitte April: Erleichterungsphase
Seit Mitte April: Frustrationsphase

Und was folgt jetzt? Realitätsphase oder neue Hoffnungsrally für die Aktienmärkte? So meine Einschätzung. Jetzt Anfang Juni wissen wir es, die unvorstellbaren Summen bei den Rettungspaketen haben die Basis dafür gegeben. Über 9 Billionen Dollar werden über die Notenbanken in die Märkte geschleust, erst am gestrigen Tag wurde das PEPP-Programm (Pandemic Emergency Purchasing Programme) der EZB noch einmal um 600 Milliarden Euro erweitert. Man zertrümmert die Anleihemärkte als Anlageklasse und flutet die Märkte mit Geld, mit Summen, die höher liegen, als die Einbrüche der Unternehmenszahlen. Um wieviel soll die 86,6 Billionen schwere Weltwirtschaft (BIP von 2019) schrumpfen? Um gut drei Prozent und wie hoch sind die Rettungspakete inklusive der Kreditlinien?

Man feuert aus allen Rohren, um eine Rezession abzumildern, für die es kein historisches Beispiel gibt. Mit den Erfolgen bei der Eindämmung von Covid-19 und dem fast überall stattfindenden Ende der Lockdown-Maßnahmen erkennen die Analysehäuser von Goldman Sachs und Co, dass sie zu schwarz gemalt haben. Wer erinnert sich noch an die Horrorzahlen, die noch Ende März für die Konjunktur von einzelnen Länder und für die Weltwirtschaft als Ganzes verbreitet wurden? Und dann die Revisionen von Woche zu Woche. Da liegen bereits Welten dazwischen. Mittlerweile sprechen bereits selbst konservative Institute (ifo-Institut) von Wachstumsraten für 2021, die so hoch liegen, dass die Einbrüche des Jahres 2020 ausgeglichen werden können. Übertrieben? Aktuell lauten die Schätzungen der Institute für die Rezession im Jahr 2020 für Deutschland um die sieben Prozent.

Übertrieben scheint auch der Anstieg des weltweit wichtigsten Index für die Aktienmärkte, des S&P 500 zu sein, der in 50 Börsentagen um nicht weniger als 37 Prozent geklettert ist, eine Kurzzeit-Hausse, die es seit den 1950-ern (seiner Gründung) noch nicht gegeben hat. Und erst der Dax, der Spielball der Auslandsinvestoren. Ein Anstieg von seinem Märztief von 8255 Punkten auf 12500 Punkte in 10 Wochen. Dass es zu einem totalen Prognose-Chaos kommen musste, war aber relativ schnell klar und kaum zu verhindern.

Beispiel: Als am 22. März alle 71800 Restaurants, 35500 Imbissstuben und über 11000 Cafés in der Bundesrepublik staatlich angeordnet geschlossen wurden, war keinem klar, wie viele Wochen und Monate dies so bleiben würde (die Umsätze gingen gen null). Dann wurden im Mai innerhalb weniger Wochen fast alle Betriebe wieder geöffnet und die über eine Million sozialpflichtig Beschäftigten kehrten größtenteils an ihre Arbeitsplätze zurück. Dies ist nur eine von vielen Branchen, aber das ergibt ein Daten-Wirrwarr ohne Ende.

Selbst die deutschen Arbeitsmarktzahlen sind derzeit nicht besonders valide. Es wurden zwar bereits über 10 Millionen Anträge auf Kurzarbeit gestellt, aber Gewissheit darüber, wie viele es tatsächlich waren, wird es erst in ein paar Monaten geben. Die Betriebe haben zwar kurzfristig Kurzarbeit angemeldet, aber die exakte Zahl kommt erst ans Licht, wenn die Firmen mit der Bundesagentur für Arbeit das Kurzarbeitergeld abrechnen.

Covid-19, der zweite entscheidende Faktor

Sollte sich die Entwicklung bei der Eindämmung von Covid-19 in Fernost und zum großen Teil auch in Europa so fortsetzen, ausgenommen Nord- und Südamerika, die noch gewaltig hinterherhinken, so ist nach gut drei Monaten in Sachen Corona schon viel geschehen. Es fällt in der Berichterstattung kaum auf. Wir haben zwar bereits über 6,7 Millionen Infektionen weltweit, die Zahl der Genesenen steigt aber seit ein paar Wochen erheblich schneller als die Zahl der Neuinfektionen

1.Mai: Aktive Fälle – 2,044 Mio. / Genesene – 1,053 Mio.

4.Juni: Aktive Fälle – 3,057 Mio / Genesene – 3,252 Mio.

Selbst in den USA werden wir in ein bis zwei Wochen bereits die Millionengrenze der an Covid-19 Genesenen erreicht haben. Im Übrigen dürfte es in den USA eine gewaltige Dunkelziffer geben, bei dem späten Beginn der Gegenmaßnahmen. Allein in New York könnte diese Zahl bereits in die Millionen gehen. Aber es bleibt dennoch die große Unsicherheit, die lähmende Furcht vor einer zweiten Welle. Obwohl man in Deutschland auch unter Einberechnung der Dunkelziffer noch weit von einer Immunisierung der Bevölkerung entfernt ist, lernen die Gesundheitsbehörden von Woche zu Woche dazu. Corona-Schnelltests, Antikörpertests, Handy-Tracking-Apps, Medikamente, was wird nicht noch alles entwickelt und eingesetzt werden?

Über 400 Gesundheitsämter in Deutschland werden Ausbrüche nicht mehr wie im März ansteigen lassen, man wird regional rasch reagieren und mit allen medizinischen und technischen Maßnahmen ein Superspreading unterbinden. Dabei hat man in Mitteleuropa – Österreich (418 AF), Schweiz (392) und Deutschland (7991) bereits überdeutliche Eindämmungszahlen erreicht. Deutschlands Übersicht:

Covid-19 Chart Deutschland

Fazit

Natürlich ist diese Rallye der Aktienmärkte zu schnell gelaufen, die Börsen den realen Wirtschaftsdaten zu weit enteilt, aber in gewisser Weise folgt ein Extrem auf das andere. Zunächst der extreme Konjunkturpessimismus mit Visionen eines Lockdowns, der sich das ganze Jahr über hinweg ziehen könnte und jetzt der extreme Optimismus, dass die Notenbanken alle Schäden mit Gelddrucken richten werden und die Virusinfektion schneller als erwartet überwunden sein wird. Das schreit nach einer Korrektur zur Sommerzeit, nach einem Schließen der Schere über die Zeit. Allerdings bleibt sowohl das viele Geld als auch die Bedrohung durch Covid-19 erhalten. Das Börsenjahr 2020, obwohl noch ziemlich jung, dürfte als Jahr der Abnormitäten in die Geschichte eingehen.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Tobias

    5. Juni 2020 11:55 at 11:55

    Du schreibst, schreibst und schreibst, aber scheinst die Börse nicht zu begreifen. Das macht traurig, aber so ist das Niveau hier auf der Plattform. Gut schreiben, aber keine Ahnung von der Funktionsweise der Börse.

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    Roland

    5. Juni 2020 12:10 at 12:10

    Das wichtigste: das Geld der Notenbanken wird nicht abebben, eher immer wieder aufgestockt. Und es bleibt im Markt. TINA kommt dazu, deshalb werden Aktien die neuen Tulpenzwiebeln werden. Nach unten ist das Netz fester denn je gespannt. Alle wollen mit dabei sein. Deshalb hat z.b. der DAX als Nachzügler gerade erst seinen Anstieg begonnen. Durch die jetzt stattfindende Vermögenspreisinflation dürfte der DAX mittelfristig Richtung 18000 laufen. Immer mit kleinen Rücksetzern, die man nutzen muss, gerade wenn im worst case mal 100-200 Punkte nach unten gehen. Erst mal bringt jetzt das neue ATH ein neues Kaufsignal mit schnellem Run auf 14200. Free lunch…

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    Mike Lohmann

    5. Juni 2020 13:09 at 13:09

    Herrlich herrlich gut dass man in den Institutionen so richtige Schwachköpfe in die Direktionsetagen gewählt hat. Das hat mir nun Millionen eingebracht ohne dass ich dafür wirklich arbeiten musste. Ich habe die ganze Strategie darauf ausgerichtet was wohl Hohlköpfe tun würden und nun mit Millionen Ertrag recht bekommen… aber Respekt vor solchen Leuten habe ich trotzdem keinen mehr.

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    thinkSelf

    5. Juni 2020 14:01 at 14:01

    “… dass die Notenbanken alle Schäden mit Gelddrucken richten werden …”
    Mit Verlaub, das ist Quatsch (neben anderem in dem Artikel). Niemand glaubt das da irgendwas gerichtet wird. Aber das ist auch gar nicht die Frage. Die Frage ist ob die Aktien- und Immobilienmärkte weiter steigen. Und natürlich tun sie das.

    1. Es gibt absolut keine Anlagealternative, außer man findet sich damit ab das das “Gesparte” permanent an Wert verliert. Das bedeutet aber, Vermögensaufbau kann heute AUSSCHLIESSLICH über Aktien und Immobilien erfolgen (Gold will ich hier mal nicht diskutieren).
    2. Steigt die Inflation hebt das auch die Aktienmärkte und zwar noch schneller, da dann noch mehr Leute in Aktien gehen (Geldvermögensvernichtung beschleunigt sich).
    3. Gelegentlich hauen einige ihre Bestände aus einem (vielleicht nur nichtigen) Anlass raus, das verstärkt sich dann, bis es zu einer Bodenbildung kommt. Da es keine Anlagealternative gibt fließt das Geld anschließend wieder in den Aktienmarkt und die Kurse steigen rasch wieder auf das alte Niveau. Dabei wird dann lediglich das Vermögen zwischen den Spielern umverteilt.
    Und ob die Liquidität dabei über die Notenbanken direkt in den Markt gepumpt werden oder einfach wieder über Hebelung, also “normale” Kredite entsteht ist auch egal.

    Gefährlich kann das nur werden, wenn der Zins zurückkehrt. Dazu müssen die Zentralbanken aber die Liquidität aus den Märkten ziehen, indem sie die Kreditvergabe beschränken. Das können sie nicht, da dann das Kartenhaus zusammenbricht.
    Und das bedeutet das der Staat die unteren Einkommensschichten nicht mehr alimentieren kann. Mit den entsprechenden sozialen Folgen. Und wenn unsere Politiker auch wirklich von nichts eine Ahnung haben, DASS verstehen sie.

    Solange die Geldmenge = Schulden weiter steigt (und das wird sie bis zum finalen Knall), so lange werden global gesehen auch die Aktienmärkte und Immobilienpreise weiter steigen. Gelegentliche Einbrüche werden daran nichts ändern.

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US-Berichtssaison: Ende der Seitwärtsrange?

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US-Berichtssaison kann Bewegung in die Wall Street bringen

Manche bezeichnen es als langweilige Kursbewegungen, manch einer als Ruhe vor dem Sturm und andere wiederum als frühes Sommerloch. Die Rede ist von einer Querbewegung an den großen Börsen (Ausnahme Nasdaq), nach dem etwa 40-prozentigen Anstieg und Aufwärtstrend seit dem 23. März bis zur ersten Juniwoche (der große Goldrausch). Wird sich mit dem Beginn der US-Berichtssaison etwas daran ändern, vielleicht auch wegen der ständig steigenden Coronazahlen in Amerika?

Die Großbanken beginnen die US-Berichtssaison

In der neuen Woche nimmt die US-Berichtssaison in den USA für das zweite Quartal Fahrt auf: In den kommenden Tagen berichten 36 Unternehmen aus dem S&P 500-Index, nach PepsiCo (Montag), vor allem die großen US-Banken JPMorgan, Wells Fargo, Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und die Bank of America. Dazu unter unter anderen die Fluggesellschaft Delta Air Lines, der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson und der Filmstreaming-Dienst Netflix (hier die Zahlen von vor drei Monaten).

Die Banken haben in der Coronakrise mächtig gelitten. Die Kurse von JP Morgan und Bank of America liegen 30 bis 40 Prozent im Minus gegenüber Vor-Corona. Damit könnte sehr viel eingepreist sein und die Ergebnisse inklusive Aussichten nicht mehr viel anrichten – eher das Gegenteil? Dabei sollte man einen Blick auf Wells Fargo richten, einer Bank, die besonders viele kleinere Kunden und Firmen als Geschäftspartner hat.

Richtig kursrelevant dürfte es erst bei den Highflyern der letzten Monate werden, die Dickschiffe mit einer Marktkapitalisierung, die sonst ganze Länderindizes nicht aufweisen können (z.B. unser Dax), aus dem Tech-Sektor, aber auch im Pharmabereich. Bei Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet und Co liegen die Erwartungen und die bereits erzielten Gewinne so hoch, so dass es hier am ehesten zu Enttäuschungen oder Gewinnmitnahmen kommen könnte. Auf diese Zahlen müssen wir uns aber noch etwas gedulden.

Die Konjunkturdaten

Die derzeitigen Konjunkturdaten zeichnen ein ziemlich diffuses Bild. Da gibt es Abstufungen durch die großen Wirtschaftsinstitute für die großen Volkswirtschaften 2020, düstere Prognosen für die Exportwirtschaften, zuletzt durch unseren Industrie- und Handelskammertag (DIHK), dafür aber wieder Zeichen von Licht am Ende des Tunnels, wie der starke Anstieg des Ifo-Instituts oder die neuesten Zahlen am Freitag zur Industrieproduktion Italiens und Frankreichs, die trotz tiefer Rezession nicht so schlimm ausfielen wie befürchtet. Und natürlich die Wirtschaftsdaten aus dem Ursprungsland der Virusinfektion China, das mit Daten aufwartet, die zugleich verblüffen, aber auch misstrauisch machen. Der Automarkt Chinas ist im Juni zum ersten Mal seit einem Jahr wieder gewachsen. 1,8 Millionen Fahrzeuge im größten Automobilmarkt der Welt bedeuten 4,9 Prozent mehr Pkw als im Vorjahresmonat, wie der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) letzte Woche in Peking mitteilte.

Ich bleibe dabei: Für Covid-19 gibt es wirtschaftlich keine Blaupause, einen gerade erlebten globalen Lockdown gab es früher in keiner Gesundheitskrise, nicht einmal bei großen Kriegen. Es herrscht auch jetzt zum Start der US-Berichtssaison Unsicherheit über die weitere Ausbreitung von Corona und vor allem über die Reaktionen der Regierungen betroffenerer Regionen mit neuen Lockdowns, aber auch Rätselraten zum Verhalten der Menschen. Wie schnell verfliegt die Angst vor der Pandemie und wie schnell kehren die Konsumenten zu ihrem „alten“ Gewohnheiten zurück? Aber fast überall hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein nochmaliger großer Shutdown die große wirtschaftliche Katastrophe wäre, mit nicht mehr zu kontrollierenden Schäden. Ergo: Man tappt weiterhin im Dunkeln und bewertet die Situation von Monat zu Monat neu.

Was machen die Notenbanken?

Hier scheint sich zur Sommerzeit auch eine Sommerpause in den Aktivitäten anzudeuten. So sprach die EZB-Chefin Christine Lagarde in einem Interview mit der Financial Times von einer Phase des Abwartens: „Wir haben so viel getan, dass wir etwas Zeit haben, die Wirtschaftsdaten sorgfältig zu bewerten.” Damit ist eine weitere Lockerung der Geldpolitik derzeit voraussichtlich nicht zu erwarten. Auch von der Federal Reserve kommt derzeit wenig, ganz im Gegenteil. Bereits seit ein paar Wochen schrumpft die Bilanz der Notenbank etwas. Mit ein Grund, warum die Kurse auch beim S&P 500 sich seit über einem Monat in einer Querbewegung befinden.

Weitere Konjunkturpakete?

Eine weitere Unbekannte ist der Fortgang bei den möglichen Rettungspaketen für die Konjunktur der Staaten, ob der Aufbaufonds in Europa oder die US-Infrastrukturprogramme – bei jeder Verschärfung der Coronakrise wird nachgelegt. Zuletzt warb auch der Herausforderer Joseph Robinette „Joe“ Biden für seinen Job- und Investitionsplan. Er wolle 700 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung von Elektrofahrzeugen und neuer Technologien investieren, um die Nachfrage heimischer Produkte anzukurbeln. Das alte Motto: „Buy American“.

Fazit

Fünf Wochen dauert die Querbewegung der großen Indizes nun schon an. Man oszilliert zwischen einem Boden und einem Deckel – beim Dax in einer Range von etwa 1000 Punkten (11.900 – 12.913 Punkte) und 240 Punkte beim S&P 500 (3.000 – 3.240 Punkte). „Normalerweise“ müsste es jetzt eine weitere Korrektur geben, schließlich sind die Kurse der Realwirtschaft weit vorausgelaufen und die täglichen Coronazahlen aus den USA lassen auf weitere Verzögerungen der Wirtschaftserholung schließen. Viele Anleger haben sich an diese Sommer-Range gewöhnt und handeln innerhalb dieser Zone. Damit dürfte es viele Stopps geben, die bei einem Über- oder Unterschreiten gerissen werden könnten. Wie gesagt „normalerweise“ wäre eine von Vielen herbeigesehnte Korrektur angebracht, aber liegen nicht immer noch fünf Billionen Dollar an Cash an der Seitenlinie, von Fonds, die schon einmal ein Quartal „underperformt“ haben und ist die Zuversicht der großen Anleger eher nicht so ausgeprägt? Nicht die der RobinHood-er, aber können die 3 Millionen Neukunden seit Jahresanfang wirklich Märkte bewegen, in denen Microsoft, Apple und Amazon schon eine Marktkapitalisierung von 4500 Milliarden Dollar aufweisen? Einen Konkurswert wie Hertz kann man schon um ein paar Hundert Prozent in die Höhe spekulieren, aber einen Index mit 25 Billionen Dollar? Es riecht nach einer Kursbewegung, zu leicht konnte man mit Range-Trading über Wochen Geld verdienen. Die US-Berichtssaison könnte hier den entsprechenden Schubs geben.

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Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0?

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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie erleben wir eine regelrechte Flucht in Technologie-Aktien. Insbesondere die Nasdaq eilt seit Wochen von einem Allzeithoch zum nächsten. Zwar profitieren einige Technologie-Werte von der aktuellen Situation während der Pandemie, aber was zurzeit abläuft, grenzt an absurder Euphorie. Man muss sich nur den Chart von Tesla anschauen, hier fehlt nur das Fähnchen, dass man an die Fahnenstange hängen kann. Tesla ist nur eins von vielen Beispielen. Auch Apple hat seit dem März-Tief einen Anstieg von über 80 Prozent hingelegt. Als Info an alle Börsenanfänger – solche Steigerungsraten sind NICHT normal.

Diesmal ist alles anders

Diesmal ist es aber anders als in der Zeit des „Neuen Markt“. Damals wurde alles gekauft, dass nicht bei drei auf den Bäumen war. Dazu gehörten auch Unternehmen, die übertrieben gesagt, irgendwo in einer Garage an unnützer Software gearbeitet haben. Im Gegensatz dazu, ist es diesmal so, dass sich die Euphorie nicht auf eine große Anzahl von Techwerten konzentriert, sondern nur auf wenige Unternehmen. Hier sind die großen Technologie-Unternehmen zu nennen – Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet, Facebook, Netflix und Nvidia. Diese sieben Unternehmen machen mittlerweile 50 Prozent des gesamten Index aus.

Klumpenbildung der Technologie-Werte

Die Situation ist auch den ETFs geschuldet. Um gute Wachstumsraten für ihre Kunden zu gewährleisten, müssen sie die großen Technologie-Werte übergewichten. Dadurch verstärkt sich der Effekt. Steigen die Kurse der großen Technologie-Unternehmen, dann zieht das mehr und mehr Käufer aus allen Bereichen an – Private, Institutionelle und Fonds. Entsprechend erhöht sich das Risiko einer Klumpenbildung. Kommt es zu einer erneuten Korrektur, wäre das ein Problem, da alle gleichzeitig durch eine kleine Tür rauswollen.

Weltweite Rezession

Es scheint auch fast so, als ob die Investoren vergessen, dass wir uns in einer weltweiten Rezession befinden. Diese Rezession ausgelöst durch die Corona-Pandemie hat nämlich einen Faktor, der derzeit ignoriert wird – Unsicherheit. Damit ist gemeint, dass aktuell niemand voraussagen kann was die tatsächlichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind und wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Auch die Technologie-Unternehmen sind davon betroffen. Apple setzt zum Beispiel weniger Handys ab, Facebook hat weniger Werbeeinnahmen und Teslas Absatz an Automobilen ist alles andere als beeindruckend. Die ab nächste Woche beginnende Berichtssaison wird mehr Aufschluss darüber geben, wie sich die Pandemie tatsächlich auf die Unternehmensgewinne auswirkt.

Aktuelle Entwicklung der Technologie-Unternehmen

In den nachfolgenden Grafiken kann man einerseits die Kursentwicklung der großen fünf Technologie-Unternehmen in dem letzten Monat erkennen sowie die Relation vom Nasdaq zum S&P500. Insbesondere der Chart des Nasdaq in Relation zum S&P zeigt deutlich, dass die Entwicklung der Technologie-Werte auf dem Weg ist eine neue Blase zu bilden. Demnach brauchen wir nicht mehr über Bewertungen zu sprechen. Es wurde mehrfach in anderen Artikeln darauf hingewiesen, dass diese fernab von Gut und Böse sind. Geschuldet ist diese Situation natürlich auch den Geldflutungen und Stimuli von Notenbanken und Staaten. FED-Chef Powell hat zwar vor kurzem betont, dass man durch die Maßnahmen keine Blasenbildung erzeugen möchte, aber genau das ist was gerade passiert. Die Corona-Pandemie wird noch länger Einfluss auf die Märkte haben und Unsicherheit verbreiten. Früher oder später muss Luft aus der Blase abgelassen werden, sonst droht das Platzen.


Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0? Corona

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Aktienmärkte aktuell: Der nächste Corona-Hype durch Remdesivir

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Und die nächste Jubelmeldung über ein Medikament, welches das Coronavirus bekämpfen soll. Remdesivir (der schon wieder) soll laut ganz aktueller Veröffentlichung des Herstellers Gilead Sciences das Todesrisiko bei Patienten um 62 Prozent senken. Hurra, es kann endlich wieder aufwärts gehen an der Börse? Die Aktienmärkte steigen. Der Dow Jones steigt in den letzten Minuten um 150 Punkte, der Dax um 54 Punkte. Wie lange kann diese Euphorieblase dieses Mal die Kurse pushen? Wann folgt die Enttäuschung? Oder ist es dieses Mal wirklich der Durchbruch?

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