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Aktienmärkte: Alle Hoffnung ruht jetzt auf Japan

Von Markus Fugmann

Eines ist klar: die Eröffnung des Dax-Futures wäre deutlich schwächer ausgefallen, wenn nicht das Mitglied der japanischen Regierungspartei Yamamoto neue Hoffnungen auf geldpolitische Lockerungen geschürt hätte: die Bank of Japan müsse ihr QE ausweiten, um mindestens 10 Billionen Yen. Und das schon auf der nächsten Sitzung der Bank of Japan im Oktober. Die Folge: Dollar-Yen sprang nach oben:

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Und mit dem Dollar-Yen auch der Dow-Future:

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Ohne diese Stütze hätte der X-Dax deutlich schwächer eröffnet – die kurzfristige Rettung kam also aus Japan, wieder einmal. Denn gestern hatte Japans Ministerpräsident Abe angekündigt, die Steuern für Unternehmen zu senken und damit die gestrige Nikkei-Party ausgelöst. Japan, das wird nun klar, wird der Abwertung des Yuan, der heute wieder deutlich unter Druck gekommen ist gegenüber dem Dollar, nicht tatenlos zusehen. Das ist nichts anderes als ein Wettlauf um Abwertung – und Japan ist jetzt der Aktivposten in diesem Kampf.

Zuvor hatte Chinas „Financial News“ versucht die Gemüter zu beruhigen: man brauche keinen großen Stimulus, so der Tenor des heutigen Leitartikels in dem Blatt, das die Ansicht der Regierung wiedergibt. Das hat Asiens Märkte ins Minus rutschen lassen, obwohl diese Aussage eigentlich Optimismus verbreiten wollte: es geht uns nicht schlecht, daher brauchen wir keinen Stimulus – das sollte die Botschaft sein. Aber die Märkte wollen und brauchen den Stimulus – das hat Chinas Regierung noch nicht wirklich realisiert.

Mit dem Dollar-Yen – und japanische Politiker wie Yamamoto wissen das – kann man Einfluß auf die Weltmärkte nehmen. Solange also Dollar-Yen nicht unter Druck kommt, bleiben die Aktienmärkte einigermaßen stabil. Daher war auch die Ausasge Yamamotos so wichtig auch für die Märkte in Europa und den USA..



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