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Aktienmärkte: Auf extreme Angst folgt extreme Gier

Hannes Zipfel

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am

Hoffnungen auf einen Handelsdeal gab es auch vor genau 12 Monaten, als die Trump-Administration die für Mitte Dezember 2018 geplante Zollerhöhung gegen China aussetzte und sich zuversichtlich für eine umfassende Lösung im Handelsstreit zeigte.
Im Brexit-Drama sind wir heute in Sachen Unsicherheit bezüglich eines harten Brexits keinen Schritt weiter als vor einem Jahr und dennoch haussieren die Aktienmärkte, als ob es kein Morgen mehr gibt.

Stimmungsumschwung hat einen eindeutigen Grund

Der zeitliche und kausale Zusammenhang zwischen der Wende in der US-Geldpolitik und dem Wiederanspringen der Aktienmärkte ist kein Zufall, sondern der Schlüssel zur aktuellen Euphorie. Die Fed hat den Anlegern ein stark wirkendes Antidepressivum verabreicht, dass die Aktieninvestoren über alle realen Risiken hinweglächeln lässt.

In diesem Jahr startete die US-Notenbank Fed eine ganze Serie von Zinssenkungen und stellt ein anhaltend niedriges Zinsumfeld in Aussicht, flankiert von dem aggressivsten Gelddruckprogramm seit der großen Finanzkrise. Aber auch weltweit haben die Notenbanken ihre Politik gelockert. Selbst die EZB hat ihre Einlagenzinsen von -0,4 auf -0,5 Prozent noch etwas weiter in den negativen Bereich abgesenkt und ein neues QE-Programm in Höhe von 20 Mrd. Euro pro Monat gestartet. Diese geldpolitischen Maßnahmen waren quasi durch die Lage der Weltwirtschaft (zyklische Abkühlung, Handelskrieg, Überschuldung) und den Druck der Fiskalpolitiker, allen voran durch Präsident Donald Trump, erzwungen worden.

Fazit und Empfehlung

Da sich an den Gründen für die historische Aktienmarkt-Rallye so schnell nichts ändern wird, bleibt auch das Umfeld für Dividendentitel generell positiv. Gleichwohl mahnt die derzeit große Euphorie zur Vorsicht. Da ein breit aufgestelltes Portfolio (siehe Cantillon-Portfolio) bei der Performance sehr gut mithalten konnte und bei Rückschlägen am Aktienmarkt weniger volatil ist, empfiehlt es sich, im kommenden Jahr nicht nur auf die Aktienmärkte allein zu setzen.

Die durch die laxe Geldpolitik ausgelöste Vermögenspreisinflation gewinnt an Breite und verstärkt sich sehr wahrscheinlich im nächsten Jahr weiter. Daher ist es durchaus realistisch anzunehmen, dass eine breite Diversifikation in Anbetracht der extremen Euphorie an den Aktienmärkten im Jahr 2020, wie bereits im Jahr 2018, unter Chance-Risiko-Aspekten vorteilhaft ist.

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Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Lausi

    21. Dezember 2019 01:28 at 01:28

    Ich warte dann auf den Turnaround-Tuesday – dieses mal mit dem Segen vom Christkindel :-) Vielleicht ist es ja dieses Jahr genau umgekehrt wie vergangenes Jahr – da wurde der Tiefpunkt (auch) am Heiligabend erreicht. Man gucke sich nur den momentanen Fear & Greed Index an, der steht kurz vorm Maximun bei 92 Punkten! Wenn da nicht die Jingle-Bells läuten! Merry crisis and a happy new fear! :-)

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

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