Aktienmärkte im großen Umbruch? Gerade erst heute Vormittag sprach der Börsenexperte Andre Stagge davon, dass 2026 das Jahr für Valueaktien werden wird. Fast zeitgleich sieht man nun Aussagen von Michael Hartnett von der Bank of America, einem der führenden Strategen an der Wall Street. Er spricht über die Hinwendung zu Midcap-Aktien, da andere Branchen leiden sollten.
Laut Strategen der Bank of America (BofA) sind US-Small- und Mid-Cap-Aktien vor den Zwischenwahlen die beste Wahl, da Technologie-Schwergewichte an Attraktivität verlieren. Dazu schreibt Bloomberg News: Das Team unter der Leitung von Michael Hartnett erklärte, dass die „aggressiven Eingriffe” von Präsident Donald Trump zur Senkung der Preise für Energie, Gesundheitsversorgung, Kredite, Wohnraum und Strom Sektoren wie Energiekonzerne, Arzneimittelhersteller, Banken und große Technologieunternehmen belasten. Dadurch profitieren kleinere Aktien am meisten vom „Boom” im Vorfeld der US-Zwischenwahlen.
„Wir setzen auf Main Street und gegen Wall Street, bis Trumps Zustimmungsrate aufgrund seiner Politik zur Verbesserung der Erschwinglichkeit steigt”, schrieben die BofA in einer Mitteilung. Investoren haben kürzlich eine Rotation aus Technologieaktien vorangetrieben, da sie sich Sorgen über eine Störung durch künstliche Intelligenz machen. Stattdessen halten sie Ausschau nach Geschäften, die von den Bemühungen der Trump-Regierung zur Senkung der Lebenshaltungskosten profitieren könnten. Eine breite Kategorie von Unternehmen, die empfindlich auf sich verbessernde Wachstumsaussichten reagieren, hat ebenfalls eine Outperformance erzielt.
Der Nasdaq 100 verzeichnete diese Woche mit einem Rückgang von 4,6 % seinen größten Dreitagesverlust seit April. Unabhängig davon liegt der S&P 500 seit Jahresbeginn um 4,2 Prozentpunkte hinter seinem gleichgewichteten Pendant zurück.
Laut BofA deutet der Wechsel von kapitalarmen zu kapitalintensiven Geschäftsmodellen darauf hin, dass die Marktführerschaft der sogenannten „Magnificent Seven”-Technologieaktien „ernsthaft bedroht” ist.
Sie weisen darauf hin, dass die KI-Investitionsausgaben der größten Technologieaktien in diesem Jahr auf etwa 670 Milliarden US-Dollar geschätzt werden, was 96 % des Cashflows entspricht. Im Vergleich dazu sind es 2023 nur 40 %. „Nicht mehr die besten Bilanzen, nicht mehr die größten Aktienrückkäufe”, so die Bank. Hartnetts Präferenz für internationale Aktienmärkte seit Ende 2024 erwies sich als vorausschauend, da die USA hinter ihren globalen Konkurrenten zurückblieben.
FMW/Bloomberg
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken















