Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: Bullenmarkt oder Bärenmarktrally? Widersprüche..

Insiderverkäufe gegen Optimismus der Fondsmanager – wer hat Recht?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Dass es für die Aktienmärkte immer unterschiedliche Einschätzungen zur Entwicklung der zugrundeliegenden Werte gibt, ist normal und Teil des Systems. Sonst käme das tägliche Handelsvolumen gar nicht zustande. Ungewöhnlich ist derzeit aber die Beurteilung der Lage der Aktienmärkte schon, vor allem durch die Großen der Branche.

Aktienmärkte: Großanleger versus Firmeninsider

Die monatliche Umfrage der Bank of America unter großen Fondsmanagern war bis vor einiger Zeit so etwas wie ein Geheimtipp in der Szene. Schließlich geht es um die Dispositionen von Managern, die viele Milliarden bewegen. Bei der aktuellen waren es 203 Vermögensverwalter mit einem Volumen von insgesamt 518 Milliarden Dollar. Allerdings hat die Verwertbarkeit dieser Umfrage in dem Moment stark nachgelassen, als diese Allgemeingut wurde, denn dann verschwindet so einer kleiner Vorteil rasch an der Börse.

Meine persönliche Meinung: Jedes System, jede Quelle, die von einer größeren Zahl von Investoren identifiziert wird, verliert rasch ihren Mehrwert durch rasche Rückkopplung.

Überraschend ist es dennoch, was die Umfrage ergeben hat. Die Großanleger betrachten die aktuelle Marktentwicklung völlig konträr zu vielen Firmeninsidern: Bullenmarkt versus anstehender Korrektur.

Zunächst zum Ergebnis der Umfrage:

  • Nur noch 35 Prozent der befragten Manager glauben, dass es sich bei der Entwicklung am Aktienmarkt um eine Bärenmarktrally handelt, im Mai taten dies noch 65 Prozent der Verwalter. Ergo schätzt die Mehrheit den Trend als Bullenmarkt ein.
    17 Prozent der Manager sind in Aktien übergewichtet, eine Quote wie seit Februar (30 Prozent) vor dem großen Ausbruch von Corona nicht mehr.
  • Der Trend zu europäischen Aktien hat sich weiter verstärkt. Mit einem Anstieg von 17 Prozent gewichtet man diese Titel um ein Drittel höher, als es die Benchmark vorsieht. Nach Ansicht der BofA ganz eindeutig eine Folge der unterschiedlichen Pandemiebekämpfung.
  • Die Emerging Markets werden mit 26 Prozent übergewichtet. Rechnen die Investoren mit einem Sieg Bidens, bei dem die Aktienmärkte in den EM von nachlassenden Handelsstreitigkeiten profitieren würden?
  • Die Übergewichtung der USA beträgt (nur) noch 16 Prozent. Präferiert werden nach wie vor Technologie und Healthcare.
  • 79 Prozent der befragten Manager rechnen damit, dass sich die Wirtschaft im Jahr 2021 besser entwickeln sollte, als in diesem Jahr.

Was aber keine große Prognose darstellt, schließlich gab es heuer einen wochenlangen Komplettstillstand, den man mit aller Macht ein zweites Mal verhindern möchte. Mit dem großen Schwenk der befragten Fondsmanager in Richtung Bullenmarkt, bei dem es trotz zu erwartender Korrekturphasen nicht mehr auf die Märztiefs zurückgehen sollte, ergibt sich aber eine Divergenz zu den Insiderverkäufen diesseits und jenseits des Atlantiks.

Die Insiderverkäufe, also die Verkäufe von Aktien durch die leitenden Manager von Unternehmen (CEOs, CFOs), zeigen schon seit einigen Monaten, dass die Verantwortlichen in den Firmen davon ausgehen, dass die Aktienmärkte die Entwicklung der Firmen schon satt eingepreist haben. Wenngleich vieles mit persönlichen Gründen zu tun haben könnte oder mit der Ausübung von Optionsrechten, ist das Verhalten der Firmenchefs schon signifikant.

Hatten diese Insider ab März noch fleißig in die eigenen Werte investiert, so ging es ab Mai in die andere Richtung. Bereits im Juni verkauften Insider fünf mal so viele Aktien wie sie kauften, eine extremes Verhältnis. Insgesamt stiegen die Verkäufe der Topmanager so schnell wie seit 2016 nicht mehr. Über 50 Milliarden Dollar Aktienverkäufe seit Mai.

Dies ist auch in Deutschland zu verzeichnen, bei den so genannten Director Dealings, meldepflichtige Aktionen von Vorständen und Aufsichtsräten an die BaFin. Hier haben 55 börsennotierte Unternehmen im Juli Aktienverkäufe ihrer Führungskräfte gemeldet, so viele wie seit Juli vergangenen Jahres nicht mehr.

Fazit

Wie soll man die aktuelle Umfrage der Bank of America bewerten? Als Signal für einen weiteren Anstieg der Aktienmärkte, denn ein (signifikant) neues Hoch beim S&P 500 würde tatsächlich ein Kaufsignal ergeben. Allerdings könnte man an diesem erstmal abgeprallt sein, mit der Gefahr eines Doppel-Tops. Oder gelten die Fondsmanager zu Zeiten der Coronakrise, übrigens wie zahlreiche Hedgefondsmanager auch, als Kontraindikator? Schließlich sind diese erst zögerlich in die Aktienmärkte eingestiegen und liefen diesen mit so manchem Pain Trade hinterher. Oder haben die Firmeninsider recht, die schon seit längerer Zeit auf der Seite der Verkäufer stehen und nicht nur ihre Gewinne sicherstellen wollen? Ich denke, wir werden es bald sehen..

Die Aktienmärkte im Spannungsfeld verschiedener Sichtweisen

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Wichtige Botschaften! Videoausblick

Die Aktienmärkte heute aufgrund des US-Feiertags wohl eher ruhig. Aber es gibt heute dennoch sehr wichtige Botschaften für die Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte dürften heute aufgrund des US-Feiertags Thanksgiving einen ruhigen Handelstag vor sich haben. Aber es gibt dennoch sehr wichtige Botschaften, die das größere Bild in den nächsten Tagen und Wochen prägen sollten: so dürfte die Fed Änderungen bei Anleihekäufen vornehmen (operation twist) und denkt bereits über Tapering (Reduzierung des Kaufvolumens) nach. China dagegen will bereits die Stimulus-Maßnahmen zurück fahren. Und Italien will von der EZB einen Schuldenerlass – das ist der Beginn von Forderungen, die ausufernden Schulden einfach zu streichen (aber wer hat dann den Schaden?). Kann der Dax ohne die US-Indizes heute Dynamik entwickeln? Ohne die Aktienmärkte der USA ist Europa aber wohl allein zu Haus – und langweilt sich..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

DAX dailx: Der Dax ist heute auf sich allein gestellt

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Die US-Anleger beschäftigen sich heute eher mit ihrem Truthahn als mit den Märkten, daher dürfte es im Dax eher gemächlich zugehen. Im gestrigen Handel tat sich der deutsche Leitindex erneut schwer die 13.300er Marke nachhaltig zu bezwingen. Zwar gelang es dem Index zur Börseneröffnung kurzzeitig den Widerstand zu überwinden, aber für mehr als einen Fehlausbruch hat es dann doch nicht gereicht. Auch im weiteren Handelsverlauf konnte er die Hürde bei 13.300 nicht mehr überschreiten. Schließlich ist der deutsche Leitindex unverändert zum Vortag bei 13.289 aus dem Handel gegangen.

Von den sonst so euphorischen US-Börsen erhielt der Dax auch keine Unterstützung. Nachdem der Dow Jones am Dienstag erstmals über der Rekordmarke von 30.000 Punkten geschlossen hatte, legte dieser eine Verschnaufpause ein. Wahrscheinlich haben ein paar Anleger ihre Gewinne vor dem verlängerten Wochenende eingesammelt. Am heutigen Tag ist der US-Aktienhandel geschlossen, daher ist mit geringer Volatilität zu rechnen. Schauen wir mal wie sich der Dax heute ohne die Hilfe der US-Börsen schlägt, meist enden solche Handelstage in einer gähnenden Seitwärtsbewegung. Zudem dürfte sich die derzeitige Risikofreude hierzulande aufgrund der Corona-Situation in Grenzen halten.

News und fundamentale Daten

Aufgrund des Thanksgiving Feiertags sind die US-Börsen wie Dow Jones und Nasdaq heute geschlossen, somit können keine US-Aktien gehandelt werden. Die Terminbörsen laufen allerdings auch am Feiertag weiter. Der Handel findet jedoch unter dünnstem Volumen statt, daher ist der Dax heute auf sich allein gestellt.

Bei ein paar institutionellen Anlegern hat der gestern veröffentlichte Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank gegebenenfalls zu Gewinnmitnahmen geführt. In dem Bericht wurde zwar hervorgehoben, dass die Banken heute solider als noch zur Zeit der Finanzkrise aufgestellt seien, aber man dennoch von einer Welle an Firmenpleiten und Kreditausfällen infolge der Pandemie ausgeht. In dem aktuell hohen Kursniveau ist ein derartiges Szenario sicherlich nicht eingepreist.

Datenseitig steht heute auch nicht viel auf dem Programm. Aus Deutschland wurde vor wenigen Minuten der GfK-Konsumklimaindex veröffentlicht. Dieser gilt als Frühindikator für die Verbraucherausgaben und kann zudem konjunkturelle Wendepunkte anzeigen. Der Index notiert wie erwartet weiterhin im negativen Bereich, hat aber sogar die niedrigen Erwartungen mit einem Wert von -6,7 enttäuscht (Prognose -5,0; Vormonat -3,1). Zuletzt konnte der Index im April einen positiven Wert anzeigen. Zur Mittagszeit um 12:30 Uhr erscheint dann noch das EZB Sitzungsprotokoll sowie um 13:30 Uhr der Geldpolitische Begleittext.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im frühen Handel notiert der Dax leicht über der 13.300er Marke. Auch heute stellt sich wieder die Frage, ob ihm der nachhaltige Ausbruch gelingt oder er wieder in die Range zurückfällt. Ein positives Signal wäre, wenn der Dax das gestrige Hoch bei 13.346 überwindet. Dann stehen die Chance gut, dass er auch das außerbörsliche Hoch bei 13.373 rausnimmt. Darüber wäre der Weg frei zur 13.460. Fällt der Dax unter die 13.300, dann befindet sich im Bereich von 13.275 eine erste Unterstützung. Die zweite folgt am gestrigen Tagestief bei 13.235. Weitere Unterstützungen befinden sich bei 13.200 und 13.140. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Dax um den Pivot Punkt bei 13.303 hin und her pendelt.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 26.11. - H1-Chart - Thanksgiving-Handel

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.442 – Pivot Punkt R2

13.371 – Pivot Punkt R1

13.303 – Pivot Punkt

13.232 – Pivot Punk.t S1

13.163 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.270 – M15-Chart

13.192 – Tagestief 24.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.300 – neuralgischer Punkt

13.336 – Nachbörsliches Hoch

13.373 – Nachthoch

13.460 – September-Hoch

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage