Die Aktienmärkte wirken auf den ersten Blick robust, doch hinter den glänzenden Kursrekorden des S&P 500 verbirgt sich ein gefährlicher Cocktail aus historisch hohen Bewertungen und einer trügerisch ruhigen Inflationslage. Während Anleger weiter auf Wachstum und Stabilität setzen, warnen Experten vor den langfristigen Risiken eines überhitzten Aktienmarktes. Könnte die Kombination aus überzogenen Erwartungen und schwelenden makroökonomischen Risiken den nächsten Crash einläuten?
Aktienmärkte: Wie hoch ist die Crash-Gefahr?
In dem neuen Video „Das wird nicht gut enden …“ warnt Bravos Research eindrücklich davor, dass der S&P 500 in inflationsbereinigten Daten deutlich über sein langfristiges Bewertungsniveau hinausläuft. Ein Zustand, der historische Vorläufer großer Korrekturen am Aktienmarkt aufweist. Die heutigen Bewertungsniveaus ähneln stark den Hochphasen vor den Crashs von 1929, 1965 und 1999. Alle diese Phasen waren von erheblichen Rückgängen in den realen Renditen begleitet.
Über die letzten 12 Monate hat der S&P 500 nominal rund 40 % zugelegt, doch inflationsbereinigt ist dieser Anstieg deutlich geringer – entsprechend ist die reale Bewertung weitaus höher und mit Vorsicht zu genießen. Bravos Research hebt hervor, dass in allen vergleichbaren historischen Szenarien ein durchschnittlicher realer Verlust von etwa 60 % folgte. Die Analysten sehen somit das Risiko, dass die aktuell hohen Bewertungen nicht nachhaltig sind. Dennoch gebe es keine unmittelbare Crash‑Indikation: Oft dauere es Monate oder gar Jahre, bis überbewertete Aktienmärkte ihren Höhepunkt erreichen und dann crashen.
Die Bewertung der Aktienmärkte ist historisch hoch, was sich unter anderem in dem Buffett-Indikator zeigt. Dieser misst das Verhältnis der gesamten Marktkapitalisierung amerikanischer Aktien zum Bruttoinlandsprodukt der USA und liegt aktuell bei rund 200 Prozent. Damit notiert der Indikator an einem Rekordhoch.
Trügerische Stärke
Ein zentrales Thema ist die Inflation. Zwar ist die US‑Inflationsrate zuletzt moderat geblieben—etwa 2,7 % im Jahresvergleich—doch für ein mögliches Melt‑Up wie in hyperinflationären Umfeldern (z. B. Türkei mit >50 %) wäre ein deutlich höheres Niveau nötig. Dennoch warnt Bravos Research davor, dass jede erneute Inflationswelle oder steigende Inflationserwartungen zu höheren Zinsen und somit zu einem Druck auf den Aktienmarkt führen dürften. Historisch gesehen folgten auf Zeiten hoher Inflation stets deutliche Rückschläge an den Aktienmärkten – etwa in den 1970er-Jahren, als der S&P 500 einmal um 30 % und ein weiteres Mal um 50 % fiel.
Das Bewertungsniveau des S&P 500 steht damit im Spannungsfeld: Niedrige Inflation gepaart mit stabilen Zinsen schaffen kurzfristig bullishe Bedingungen, unterstreichen aber gerade deshalb die Gefahr einer Überhitzung. Die gegenwärtige strukturelle Stärke an den Aktienmärkten könnte sich als trügerisch erweisen, wenn die zugrunde liegenden Fundamentaldaten – etwa Wachstum oder Gewinnmargen – einknicken.
Bravos Research empfiehlt daher eine strategisch abgewogene Positionierung: Einerseits bleibe man auf Sicht moderate Kursrückgänge (z. B. bis etwa 5 % vom Allzeithoch) für Käufe offen; andererseits solle man vorbereitet sein auf stärkere Kurskorrekturen, falls makroökonomische Frühindikatoren schwächeln oder sich die Inflation doch beschleunigt. Die Analyse bleibt nicht dogmatisch bullish – vielmehr wird betont, dass realistische Szenarien einen deutlichen Abschlag bei den derzeit hohen Bewertungen – vor allem bei den Tech-Aktien – rechtfertigen könnten.
Abschließend lautet die Einschätzung: Der S&P 500 ist real betrachtet überbewertet – die Bewertungen sind historisch gesehen ausgesprochen hoch –, während die derzeit moderate Inflation zwar kurzfristig stützt, mittelfristig aber Risiken birgt. Ohne neue Wachstumsimpulse oder eine definitive Senkung der Inflationsgefahr ist das Risiko eines markanten Crashs laut Bravos Research erheblich – wenn auch vielleicht nicht sofort, so doch in nicht allzu ferner Zukunft.
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Ein Schock löst einen Crash aus, nicht irgendwelche theoretischen Risiken. Wenn Trump und Netanjahu den Felsendom abreißen und den Tempelbau beginnen, das wäre ein Schock. Wenn die Türkei diesen 2. arabischen Frühling nutzen, und die gesamte arabische Halbinsel erobern würde, während der Iran US-Stützpunkte angreift…
So ein Crash kann auch schleichend kommen und sich über Jahrzehnte hinziehen. Der Nikkei 225 verlor z.B. über 80 % von seinem Höchststand 1989 (rund 39.000 Punkte) bis zu seinem Tiefpunkt 2009 (unter 8.000 Punkte).
So ein Ding wird das dieses Mal nicht. Auch wenn du hoffst😂
@Simon, du glaubst gar nicht welche Überraschungen der Markt für uns bereit hält. Wenn alles berechenbar und vorhersehbar wäre, würde das ganze System nicht mehr funktionieren, d.h. 90 – 95% der Teilnehmer müssen falsch liegen, damit die restlichen Wenigen abkassieren können. Das sind die, die das „Unmögliche“ denken und die bereit sind Schmerzen auszuhalten. Man sieht ja z.B. wie zäh die momentan beginnende Korrektur startet, was ganz schön Durchhaltevermögen für einen Short braucht. Der Nasdaq-Peak von gestern ist heute schon wieder Geschichte. Da haben sich schonmal Einige ganz schön die Finger verbrannt. Es braucht noch mehr solcher Bewegungen bis der Glaube an „immer nach oben“ verloren geht und ein wenig Panik entsteht. Ist aber schonmal ein guter Anfang.
Es ist keine Prognose, lediglich die logische Schlussfolgerung auf Basis von Zyklenanalysen, welche davon ausgehen lässt, dass die Märkte, sobald sie einmal die Trendwende vollziehen, während mindestens 60 Jahren oder länger in die Krise gehen. Es wird kein Crash werden, dem neue Highs in wenigen Jahren folgen, sondern ein Wechselbad der Gefühle, mit immer wieder aufkeimenden Hoffnungen, nur um danach wieder neue Lows zu erreichen. Das gilt vor allem für die westliche Welt. Für die Länder mit hohen Rohstoff-Produktionsmitteln sieht die Zukunft hingegen eher rosig aus.
@Hansueli Wermelinger, also eher die japanische Variante, langer und nachhaltiger Rückgang. Alleine die Gewinnmitnahmen nach den phantastischen Zahlen der big Techs, können auch schonmal den ersten großen Rutsch auslösen. Es wird für wohl schwierig daran zu glauben, dass die Ergebnisse nochmals getoppt werden können. Seit 1-2 Wochen verkaufe ich jedenfalls immer wieder die Rally. Amazon sehe ich heute Abend eher auf der Abwärtsseite und von Apple erwarte ich mir auch nicht zu viel. Das Abwärtspotenzial insgesamt ist riesig. Bin gespannt ob und wie stark es genutzt wird.
sehr gut, ich würde auch die Techs abbauen und in die Schwäche vermutlich Energie-Aktien kaufen oder am Besten gleich Rohstoffe direkt. Rohöl könnte irgendwann auf 400 gehen!
Wie wir allen wissen, kann niemand einen Crash vorhersagen. Auch keine Frühindikatoren, Kennzahlen oder andere Variablen.
Dazu kommt das wir ein sehr chaotische politische Umfeld in der Welt haben.
Die besten Informationen sind noch die Menschen, die ein enormes Gespür für so was haben.
Wenn z. B ein Warren Buffet seine Kapitalwerte auflöst und komplett in liquide Mittel geht, dann ist Vorsicht geboten.
Solange Schuldgeld gedruckt wird gibt es Liquidität und die findet ihren Weg an die Börsen, die Kurse werden weiter steigen bis der Schwarze Schwan kommt und die Schuldentürme einstürzen. Habe auch eine Weile gebraucht diesen Zusammenhang zu erkennen.
das stimmt, theoretisch könnte es ja ewig weitergehen – mehr Schulden – höhere Aktienkurse – bis in die Ewigkeit. Aber der Mensch ist, mit und ohne KI einfach auch sehr emotional und die Emotionen der Massen sind zyklisch. Man wird aus irgendeinem vermeintlich unbedeutenden Grund plötzlich auf Panik machen und dann wollen ganz viele gleichzeitig durch ein kleines Nadelöhr……
Das Spiel wird nicht unendlich weitergehen können. Irgendwann steigen die Zinsen an und/oder die Inflation galoppiert davon. Dann kommt es zum Crash und danach geht das Spiel wieder von vorne los, was systembedingt normal ist. Wobei im sehr langfristigen Mittel ein Crash nur eine Zäsur im Chart ist.
Aber das momentane Thema ist einfach die Gewinnmitnahme, weil die Fantasie der Anleger nicht mehr ausreicht, dass sich die jüngsten sehr guten Ergebnisse noch weiter verbessern lassen. Aber auch dieser Glaube wird natürlich immer wieder zurückkehren. Der Mensch ist schließlich vergesslich.
Es gibt unter der Oberfläche technische Datenreihen die wir uns zunutze machen können um herauszufinden, wann Wendepunkte der Fall sind, die Risiko- und Ertragsverschiebung eintreten könnte und in welchem Ausmaß die Liquiditäsdrainage oder auch nur Verschiebung von statten geht. Wenn man diese Datenreihen kennt, ist die Kombination aus technischer Marktanalyse, u.a. das Extrahieren und filtern von Daten aus dem DOM/MarketProfile/Orderflow/Pools und Mikro/Makros eine erhebliche Vereinfachung und Erleichterung bei Cross-Assets, dem Trading bzw. Investment. Es bringt meiner Meinung nichts, Prognosen und Thesen aufzustellen die nicht ausführlich begründet werden können. Es geht beim Trading und Investment um Wahrscheinlichkeiten und mit ein wenig Zeit und Aufwand kann man für einige Sekunden in die Zukunft schauen, bevor das Ereignis eintritt. Dies reicht meistens auch aus, mit der Infrastruktur die wir in Deutschland haben, seine Positionen zu platzieren und zu managen, bevor das große Teppichziehen beginnt und Liquiditätsprovider, Nerobroker, Depotbanken & Co. mit dem Wandel der Ereignisse und aufkommender Stopps und Margin Falls, bei ansteigender Angst und Panik im Marktumfeld, Liquidierungen von Vermögensanlageklassen, konsequenterweise Auslastungsprobleme bzw. Überhitzung der Infrastruktur und diese kurzzeitig zusammenbricht. Wie oft haben wir schon gehört und gelesen (bei Neobrokern aber auch Broker wie z.B
Interactive Brokers, dass Anleger dann keinen Zugang zu ihren Depots haben oder ihre Positionen nicht managen konnten? Ist das dann grundlos? Eher nein. Diese Dienstleister sind an Liquiditätspools und Grossbanken gekoppelt. Sobald alle den Ausgang auf einmal betreten wollen treten selbstverständlich Schwierigkeiten auf. Dass dann auch mal Liquiditätsmangel entsteht wie z.B. Rohöl im Jahr 2020 ist nicht neu sondern sogar vorhersehbar anhand der Kausalitäten. Das ist wiederum die Ursache und die Wirkung im Kontext. Mir ist es daher wichtig, „Exante“, als vor dem Ereignis zu wissen, was passiert und wohin der Hase läuft. Aber ist nur meine professionelle Arbeitsweise und ein Tipp, was, wie und in welcher Art, Form und Weise ich arbeite…