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Aktienmärkte: Der plötzliche Auslöser von Gewinnmitnahmen

Die Aktienmärkte haben gestern stark auf die Mutation von SARS-CoV-2 in Großbritannien reagiert. Ist die Jahresendrally damit vorbei?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte haben gestern stark auf die Mutation von SARS-CoV-2 in Großbritannien reagiert. Schnell war wieder die Rede vom Schwarzen Schwan, mittlerweile ein Begriff, den man für plötzliche Ereignisse an den Börsen beinahe schon inflationär verwendet. Dabei sprach der Risikoforscher Nassim Taleb in seinem bekannten Buch von der Macht „höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ – und die Mutation von Covid-19 war bestimmt kein solches Event.

Aktienmärkte: Der Anlass für Gewinnmitnahmen

Wie soll etwas als höchst unerwartetes Ereignis identifiziert werden, wenn eine Virusmutation von Covid-19 in Großbritannien schon Anfang Oktober von heimischen Virologen festgestellt wurde, mit stets zunehmendem Auftreten und selbst bei der Umfrage der Bank of America in ihrer Dezemberumfrage (Global Fund Manager Survey) dieses als größtes Risiko für die Rally bezeichnet wurde? Wer glaubt denn, dass man dies dann nicht auf dem Schirm hatte und sich entsprechend gewappnet hätte. Und dann wurde diese Analyse auch noch millionenfach gelesen. Deshalb noch einmal die Feststellung aus meinem gestrigen Artikel: Märkte reagieren ganz extrem, wenn ein völlig neues Element auftaucht oder eine Nachricht plötzlich extreme Langfristauswirkungen implifiziert.

In der jetzigen Situation wäre das vor allem bei der Meldung der Fall, dass der Impfstoff keine ausreichende Wirkung gegen die Virusmutation besitzt.

Dennoch ist die Nachrichtenlage vom Wochenende für die Aktienmärkte zunächst einmal nicht zu unterschätzen, weil sie auf eine Phase an den Märkten,

  • von extremer Sorglosigkeit,
  • von großer Euphorie mit viel Call-Spekulation,
  • nach großen vorherigen Kursanstiegen und
    fehlender Absicherung trifft.

Nicht zu vergessen die vielen Neulinge (RobinHoodies) an den Börsen diesseits und jenseits des großen Teichs, die von Dopaminen geflutet, immer größere, spekulative Räder drehen.

Deshalb kann eine wirtschaftlich, zumindest kurzfristig sehr negative Meldung, Luftfahrtindustrie und weitere Corona-sensitive Branchen sehr stark treffen, schließlich waren diese auf Monatssicht auch extrem gestiegen.

Die aktuelle Situation

Natürlich ist der Optimismus noch immer sehr groß, Publikums- und Hedgefonds sind hoch investiert, die Cashquote liegt bei niedrigen vier Prozent.

Das so bedeutsame US- Angstbarometer Fear&Greed hat sich aber bereits seit Tagen von seinen Werten von über 90 zu Beginn des Monats sukzessive auf 63 Punkte reduziert. Da sich diese Messlatte aus sieben Einzelindikatoren, wie zum Beispiel Marktbreite, Put/Call-Ratio oder auch dem Volatilitätsindex VIX (aktuell 25 Punkte) zusammensetzt, könnte man von dieser Seite von keinem überbordenden Optimismus sprechen.

Die Reaktion der Aktienmärkte war zunächst sehr deutlich, aber zum Ende des Tages hatte sich Vieles bereits wieder beruhigt.

In den USA beendete der Dow-Jones den Tag mit einem Anstieg von 0,1 Prozent, der Nasdaq mit einem kleinen Minus von 0,1 Prozent und der große S&P 500 mit einem Abschlag von 0,4 Prozent. Und Letzteres war wohl ein wenig dem Abschlag bei Tesla von sechs Prozent geschuldet, am Tag seiner Aufnahme in den S&P 500, da dieser Titel auf Anhieb eine Marktkapitalisierung von 1,69 Prozent im weltgrößten Index einnimmt.

Die Gewinnmitnahmen waren aber fast schon zwingend, nach einem Plus von deutlich über 50 Prozent innerhalb eines guten Monats.

Der deutsche Leitindex reagierte zunächst fast panisch mit einem Test der unteren Begrenzung seiner fünfwöchigen Seitwärtsbewegung und einem Fall auf 13.060 Punkte (ein Abschlag von 570 Punkten gegenüber dem Freitagsschlusskurs), bis zum Tagesschluss hatte man sich aber hierzulande wieder ein wenig beruhigt. Der Kassahandel endete bei 13.246 Punkten, am späten Abend hatte man fast schon wieder die 13.400-Punktemarke im Visier.

Es war wieder einmal ein Tag, an dem man wieder erkennen konnte, dass die Unmöglichkeit Börsenkurse vorauszusehen selbst von langjährigen Börsenprofis immer wieder ignoriert wird. Einhelliger Tenor am Montag Mittag durch Fernsehmoderatoren und manchem Analysten: Die Weihnachtsrally der Aktienmärkte sei vorbei. Kann sein oder auch nicht. Wer kein Depot managen muss, für den ist ein verbaler Fehltritt rasch Makulatur, bei einer aktiven Vermögensverwaltung eher nicht.

Die Zulassung des Impfstoffs in der EU

Eine große Gegenkraft gegen all die Besorgnisse um die Mutation von Covid-19 bildet natürlich der Start der großen globalen Impfaktion. Nachdem es schon seit einiger Zeit in China, Russland, den USA, Kanada, Großbritannien und Saudi-Arabien losging, hat am gestrigen Abend die EU-Kommission den Weg für ihre 27 Mitgliedsstaaten für die Massenimpfung mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff, Handelsname Corminaty, freigemacht. Damit wird noch in diesem Monat in Tausenden von Impfzentren das Vakzin verabreicht werden, in Dimensionen, die die Infektionsrate von Corona deutlich übertroffen, in Großbritannien ist man schon bei über 300.000 Erstimpfungen angelangt, binnen 12 Tagen, die halbe Million wird noch in diesem Monat überschritten.

Was bedeutet das für Deutschland?

Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, sollen am 26. Dezember 151.125 Impfdosen eintreffen, am Sonntag beginnen die Impfungen.

Laut Minister Jens Spahn geht es dann Schlag auf Schlag weiter: Am 28. Dezember mit 521.625 Impfdosen, am 30. Dezember mit 625.750, genauso viele noch einmal in der ersten Kalenderwoche 2021.

Damit könnten im Januar bereits drei bis vier Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Im ersten Quartal rechnet das Ministerium mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen, was für eine Impfung für etwa 5,5 bis 6,5 Millionen Menschen reichen sollte. Insgesamt hat sich Deutschland über einen EU-weiten Schlüssel bisher mehr als 300 Millionen Dosen gesichert, von Biontech und weiteren Impfstoffherstellern.

Als erstes sollen die über 80-Jährigen, Personal und Bewohner von Pflegeheimen sowie auch Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko geimpft werden.

Nach Angaben des RKI liegt das Durchschnittsalter der an oder mit Covid-19-Verstorbenen in Deutschland immer noch über 80 Jahre. Konkret sind 85 Prozent der Coronatoten über 70 Jahre alt und litten zumeist an einer oder mehrer Vorerkrankungen.

Wenn es also zur Umsetzung des deutschen Impfplanes bei Ü80 u.w. im Winter kommen sollte, sind wir zwar noch weit von einer Herdenimmunität entfernt, die Mortalität von Covid-19 hingegen, sollte aber dann signifikant abnehmen.

Fazit

Ob aus der Geschichte mit der Mutation von Covid-19 eine größere Wende für die Aktienmärkte wird, sollte man relativ schnell erkennen können. Denn zum einen werden Virologen und Mediziner rasch analysieren, ob die verfügbaren Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna Wirksamkeitsprobleme haben und zum anderen gibt es noch weiter den kollektiven globalen Kampf gegen die wirtschaftlichen Einbrüche. Staaten und Notenbanken dürften bei einer temporären Verschärfung der Lage monetär sogar noch stärker auf die Tube drücken.

Zur Mutation von Covid-19 noch eine aktuelle Bewertung des BioNTech-Chefs Ugur Sahin: „Wir haben den Impfstoff bereits gegen circa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert. Wir müssen das jetzt experimentell testen. Das wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Wirkungsmechanismus dadurch nicht signifikant beeinträchtigt wird.“

Erlebten die Aktienmärkte gestern nur einen kleine Ausrutscher vor der Jahresendrally?

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DAX daily: Corona-Sorgen verderben dem Dax den Wochenauftakt

Stefan Jäger

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am

Der Dax legt einen schwachen Wochenauftakt hin und verzeichnet dabei deutliche Kursverluste. Neue Corona-Sorgen und ein schwächerer ifo-Index sorgen für einen Abverkauf im deutschen Leitindex. Der Handelstag begann zunächst freundlich, aber am Widerstand bei 13.950 setzten dann erste Verkäufe ein, die anschließend durch den schwächeren ifo-Index noch verstärkt wurden. Diverse schlechte Nachrichten über Virusmutationen, Verzögerungen bei den Impfstofflieferungen sowie weitere Reisebeschränkungen waren letztendlich zu viel für die Bullen. In der Folge ging es für den Dax über 300 Punkte abwärts, erst im Bereich von 13.600 hat er wieder Halt gefunden. Zum Wochenauftakt verbuchte der Dax schließlich ein Minus von 230 Punkten (-1,66%) und schloss bei 13.643 Zählern.

Nicht nur beim deutschen Leitindex ging es kräftig abwärts, sondern auch die anderen europäischen Indizes mussten herbe Abgaben verdauen. Im Gegensatz dazu hielten sich die Verluste bei den US-Indizes in Grenzen. Der S&P500 und der Nasdaq wurden zum Beispiel durch die starken FAANG-Aktien unterstützt. Im gestrigen Handel fiel die Diskrepanz zwischen den Value- und Technologiewerten deutlich auf. Während die Pandemie-Gewinner aufgrund der Corona-Sorgen wieder zulegten, ging es bei den zyklischen Werten bergab. Insbesondere die Tourismus- und Luftfahrtbranche büßten kräftige Kursverluste ein. Der Dax konnte dennoch die Unterstützungszone bei 13.600 Punkten verteidigen. Anleger sollten den Bereich im Blick behalten, ein Rutsch darunter könnte die Korrektur noch ausweiten.

News und fundamentale Daten

Die schlechte Stimmung im Dax hat sich gestern auch in den Daten des Münchner ifo-Instituts widergespiegelt. Das ifo-Geschäftsklima fiel schwächer als erwartet aus, das hat wohl einige auf dem falschen Fuß erwischt. Unter dem Strich zeigt sich einmal mehr, dass die Verlängerung und Verschärfung der Corona-Beschränkungen nicht spurlos an den Unternehmen vorbeigehen. Als wichtigster Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hat der ifo-Index eine große Aussagekraft.

Heute stehen kaum Wirtschaftsdaten auf dem Programm. Einzig das vom Conference Board veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen könnte einen Einblick in den derzeitigen Optimismus der Verbraucher gewähren. Das CB Verbrauchervertrauen erscheint um 16:00 Uhr, anschließend folgen um 22:30 Uhr noch die API-Rohöllagerbestände.

Ungeachtet dessen nimmt die Berichtssaison in den USA richtig an Fahrt auf. Im Laufe des Tages veröffentlichen diverse Value-Unternehmen ihre Daten. Dazu gehören zum Beispiel 3M, American Express, Johnson & Johnson, General Electric, Verizon, LVMH und Starbucks. Aber auch die Technologie-Konzerne AMD, Samsung SDI und Microsoft veröffentlichen ihre Quartalszahlen. Diese Woche ist vollgepackt mit interessanten Unternehmensberichten, morgen folgen dann die Daten von Apple, Facebook und Tesla.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Mit dem gestrigen Abverkauf wurde die vorherige Topbildung bei 13.805 wieder aktiviert. Solange der Dax unter 13.805 handelt, könnte sich die Korrektur entlang der Extensionslevel weiter nach unten auffächern. Schwache Vorgaben aus Asien belasten den Dax zusätzlich heute Morgen. Der Dax notiert vorbörslich nahe seines gestrigen Tagestiefs. Der Unterstützungsbereich von 13.600 bis 13.564 ist nun sehr wichtig für die Bullen. Durchbricht der Leitindex diesen Bereich, dann dürfte sich die Korrektur weiter ausdehnen. Bei 13.530 hätte der Dax noch eine Chance zu drehen. Danach folgt die nächste Unterstützungszone erst bei 13.460/440, dieses Level galt lange als starker Widerstand und fungiert jetzt als Unterstützung. Auch das 100% Extensionslevel fällt in diesen Bereich. Unterhalb von 13.440 dürfte der Abwärtsdruck weiter zunehmen, dann könnte die Marke bei 13.300 angelaufen werden.

Kann der Dax den Bereich bei 13.600 und 13.564 verteidigen, dann könnte es zu einem Erholungsversuch kommen. Die ersten Hürden folgen bei 13.700 und 13.745. Überschreitet der Dax die 13.735 ohne zuvor ein neues Tief zu markieren, dann würde sich an dieser Stelle ein Boden ausbilden.  Folglich könnte ein Test des Punkt 1 des Tops bei 13.804 anstehen. Aber erst ein Tagesschlusskurs über dieser Marke würde das Bild wieder aufhellen. Oberhalb von 13.805 folgt der nächste Widerstand bei 13.870.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

DAX daily: Tagesausblick 26.01. - H1-Chart - Hält die 13.600/564?

Dax Unterstützungen (US):

13.599 – Tagestief 25.01.

13.566 – Tagestief 05.01.

13.460/440 – horizontale US-Zone

13.330 – 138,2 % Extension (14.131)

Dax Widerstände (WS):

13.734 – Punkt 1 einer mögliche Bodenbildung

13.745 – Tiefs vom 22.01.

13.805 – Punkt 1 Topbildung (14.131)

13.958 – 61,8% Retracement (14.131 – 13.672)

14.000 – psychologische Marke

14.029 – 161,8% Extension (13.670)

14.049 – Gap 08.01.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Aktien: Flash Mob – jetzt wird es gefährlich! Marktgeflüster (Video)

Ein Flash Mob, der sich auf social media-Kanälen verabredet, kauft Aktien über Call-Optionen. Warum das für die Märkte gefährlich ist!

Markus Fugmann

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am

Die Dinge werden immer extremer: ein Flash Mob, der sich auf social media-Kanälen wie Reddit verabredet, kauft Aktien über weit aus dem Geld liegende Call-Optionen – und bringt damit sowohl Short-Seller (wie heute Citron im Falle der Aktie Gamestop) unter Druck. Aber auch die Broker, die diese Call-Optionen verkaufen, denn diese müssen sich dann häufig durch den (physischen) Kauf der jeweiligen Aktie absichern: gelingt das nicht, bringt das immense Risiken mit sich, die zum „Aus“ des Brokers (und des Short-Sellers) führen können. War es ein Zufall, dass heute in den USA fast alle Neo-Broker Probleme hatten und phasenweise offline waren? Wohl nicht. Für die Märkte bringen solche Flash Mobs Instabilität und unkalkulierbare Risiken mit sich..

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Rüdiger Born: Charttechnik bei Nasdaq und Gold

Rüdiger Born

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Nasdaq und Gold will ich mir im folgenden Video genauer anschauen. Was sagt die Charttechnik, was ist für uns Trader machbar?

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