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Aktienmärkte: Die Depots der Profis – was lernen wir daraus?

Für die Aktienmärkte gilt: Was über ein paar Monate gut gelaufen ist, hat große Chancen auch den Rest des Jahres zu steigen

Aktienmärkte - was machen die Profis?

Die monatliche Umfrage der Bank of America oder die ungeliebten 13F-Filings, was ist für Anleger im Hinblick auf die Entwicklung der Aktienmärkte wertvoller? Die von der US-Börsenaufsichtsbehörde geforderte quartalsmäßige Offenlegung der Investments von Großanlegern ist mit Sicherheit nicht ohne, denn das sind reale Trades. Im Sinne von „Achte nicht auf das was sie sagen, sondern auf dass was sie tun“, daher ist die letzte Veröffentlichung des 13F-Reports sehr aufschlussreich, auch wenn es ein kleiner Blick in den Rückspiegel ist.

Aktienmärkte und die 13F-Report zweites Quartal 2021

Das Spektakuläre machte sofort die Runde, auch FMW meldete die Einzelheiten: Der große Spekulant Michael Burry „Mr. Big Short“ wettet nicht nur gegen Tesla, jetzt hat er es auch auf das Flaggschiff von Cathie Wood, ARK Innovation ETF, abgesehen. Sehr zum Missfallen der großen Gewinnerin des Jahres 2020, die aber in diesem Jahr schon ein Viertel bei ihren Investments einbüßen musste. „Burry habe keine Ahnung von Technologie“ so die Starinvestorin, die sich Werte ins Depot holt, die das Potenzial haben sich in fünf Jahren zu verdoppeln.

Auch erkennbar aus den Depotübersichten: Die Institutionellen haben sich aus China-Aktien zurückgezogen. Dass sich eine Orientierung an den Depots der Großen lohnt, hat die „Welt“ am Mittwoch in einer Grafik aufgezeigt.

Ein Index von Goldman Sachs, GS HedgeFund VIP, der die 50 meistgehaltenen Aktien der Profis enthält, hat seit Anfang 2020 den Überindex MSCI World geschlagen: 57 zu 32 Prozent.

Aus den Depots der Profis ist eindeutig zu entnehmen, dass BigTech nach wie vor das Vertrauen genießt. Nach dem Rückzug aus China wendet man sich wieder den „üblichen Verdächtigen“ aus den USA zu – Alphabet, Amazon, Facebook oder Twitter. Wie die „Welt“ berichtet, war insbesondere Disney großer Favorit der Hedgefonds, auch bei George Soros. Andere Namen dürften hierzulande wenig bekannt sein, anders als die Titel, die sich in den Depots der Großen zum Berichtsultimo befanden:

AirBnB, Coinbase, Snowflake, Spotify, um nur die bekanntesten Namen zu nennen. Ist daraus ein Trend für die Aktienmärkte ablesbar? Ein wenig, denn man engagiert sich im Fintech-Sektor oder auch bei der Elektromobilität, bei Zukunftsaktien, die mit dem Thema Internet zu tun haben, schlicht mit der Digitalisierung.

Auffällig ist der große Ausstieg aus den großen Werten des China Nasdaq Index und Werten wie Alibaba, Baidu oder Tencent Music. Klar, das Vertrauen durch Chinas Markteingriffe hat arg gelitten. Aber bei einer Kurshalbierung des China Nasdaq Index schreit es geradezu nach einem antizyklischen Einstieg, denn es ist kaum anzunehmen, dass die KP-Führung ihre Zukunftsbranchen ausbluten lässt. Allein schon wegen des Ringens mit den USA. Daher könnten schon bald Meldungen über Lockerungsmaßnahmen Chinas über die Ticker laufen – und die Aktienmärkte Chinas stützen.

Nachdem man vorher demonstriert hat, wer im Reich der Mitte das Sagen hat.

Fazit

Sicherlich ist die im Nachhinein-Bekanntgabe keine sichere Informationsquelle für eine Outperformance der Aktienmärkte. Vieles ist bei Veröffentlichung schon wieder Schnee von gestern, aber bei großen Trends sieht dies bereits etwas anders aus. Für die Aktienmärkte gilt: Was über ein paar Monate gut gelaufen ist, hat große Chancen auch den Rest des Jahres zu steigen. Umschichtungen finden oft zum Jahreswechsel statt oder nach einer Jahresendrally. Nicht umsonst sehen es die Profis nicht gerne, wenn man ihnen in die Bücher schaut, eine Outperformance gegenüber der Benchmark ist jedenfalls für die aktive Fondsbranche existenzieller denn je.



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