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Aktienmärkte: Die EZB sollte heute besser nicht enttäuschen!

Heute ist ein wichtiger Tag für die Aktienmärkte, denn die EZB entscheidet über ihre weitere Geldpolitik. Dabei darf sie nicht enttäuschen!

Wolfgang Müller

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Heute ist ein wichtiger Tag für die Aktienmärkte, denn die EZB entscheidet über ihre weitere Geldpolitik, zu Zeiten einer zweiten Welle von Covid-19. Selten wurde eine weitere monetäre Unterstützung so zeitnah kommuniziert und von den Märkten vorweggenommen. Deshalb darf sich die Präsidentin Christine Lagarde heute keinen Fehler erlauben, auch keinen kommunikativen.

Aktienmärkte und die Bilanzausweitung der EZB

Corona hat eine Entwicklung noch beschleunigt: Das Anleihekaufprogramm, ständig begründet mit der niedrigen Inflation in der Eurozone, die partout nicht zur avisierten 2-Prozent-Marke laufen will, hatte im Jahr 2015 zu einer EZB-Bilanz von zwei Billionen Euro geführt, die dann bis zum Jahresbeginn von 2020 auf drei Billionen Euro gestiegen war. Dann kam Corona und es gab kein Halten mehr. Die vielen Rettungsmaßnahmen haben die Bilanz bis zum heutigen Tag explodieren lassen, auf 6,923 Billionen Euro.

Wie schon von vielen Volkswirten festgestellt: Die EZB-Strategie kompensiert das Fehlen einer Fiskalunion im Euroraum oder von gemeinsam begebenen Anleihen, indem die Vergemeinschaftung der Schulden praktisch über die Zentralbank geschieht. Damit verhindert sie, dass die Fremdkapitalkosten von hoch verschuldeten Ländern außer Kontrolle geraten. Im Frühjahr wurde das Pandemie-Anleihekaufprogramm PEPP mit 750 Milliarden Euro aufgelegt und im Sommer um 600 Milliarden Euro erweitert. Auf der heutigen Sitzung könnte es auch um eine mögliche Ausweitung des bisherigen Pandemie-Programms gehen (600 Mrd.€?). Von den 1,35 Milliarden Euro sind bisher etwas mehr als die Hälfte, insgesamt 750 Milliarden Euro, ausgegeben. Derzeit investiert die Notenbank rund 20 Milliarden Euro pro Woche, bei der bisherigen Geschwindigkeit würde das Geld noch bis Mitte 2021 reichen.

Wundert sich dabei noch jemand, warum die Zinsen in den Mittelmeerstaaten immer noch fallen? Analysten zufolge könnte die EZB das Programm mindestens um ein halbes Jahr verlängern und die Summe entsprechend aufstocken. Die Märkte – auch die Aktienmärkte – fordern so etwas, denn man hofft angesichts der grassierenden Pandemie auf ein weiteres Signal.

Portugals Zinsen, die Schlagzeile der Woche

Es war in dieser Woche im Wirtschaftsteil vieler Zeitungen zu lesen: Die Rendite der portugiesischen 10-jährigen Staatsanleihe war tatsächlich ins Minus gefallen. Ein Land, welches auf dem Weg zu einer Staatsverschuldung von 140 Prozent zum BIP ist und das im Jahr 2011 noch vor dem Staatsbankrott gerettet werden musste. Die Mitgliedschaft zur EU und der Schutzschirm der europäischen Zentralbank sorgen für diese Anomalie. Die EZB kauft ständig portugiesische Anleihen aus dem normalen Anleihekaufprogramm, dazu noch für 15 Milliarden Euro monatlich aus dem Pandemieprogramm. Damit hält die „Retterin der Eurozone“ bereits ein Viertel aller portugiesischen Schulden. Und ewig klingt: „Whatever it takes…!“

Der hohe Wechselkurs des Euro

Obwohl Notenbanken offiziell keine Währungspolitik betreiben, hat es EZB-Chefvolkswirt Philip Lane doch getan. Bereits im September, als der Euro kurzzeitig die Marke von 1,20 Dollar überschritten hatte, warnte er davor einen längere Zeitraum mit einer zu niedrigen Inflationsrate hinzunehmen.„Eine länger dauernde Phase mit einer noch niedrigeren Inflationsrate zu tolerieren als ursprünglich angenommen, wäre kostspielig und riskant“, sagte der Ire. Denn dann würden auch die Inflationserwartungen fallen und sich sogar auf einem tieferen Niveau festschreiben. Jetzt ist die Inflationsrate im Euro-Raum mittlerweile den vierten Monat in Folge negativ ausgefallen und liegt aktuell bei minus 0,3 Prozent, himmelweit entfernt vom Zielkorridor. Zusätzlich hat der Euro zum Dollar seit Jahresanfang um acht Prozent aufgewertet und liegt bereits einige Tage über der Marke von 1,21. Der Effekt ist natürlich bei dem Importpreisen feststellbar und unangenehm für die EZB ist auch die Geschwindigkeit der Aufwertung.

Was könnte die EZB noch tun?

Bereits im Vorfeld spekulierte man über die Maßnahmen der EZB, um die Export-schädliche Aufwertung des Euro zu stoppen und um die finanzielle Repression im Euroland weiter voranzutreiben. Was natürlich nicht offiziell genannt wird, nämlich der gewünschte Anstieg der Inflation bei gleichzeitig niedrigsten Zinsen. Denn nur eine möglichst große (und tolerierbare) Differenz ermöglicht die relative Entschuldung der Staaten: Bei einem Wachstum des BIPs und der Ankurbelung des Konsums der Geldsparer, bei gleichzeitig niedriger Zinslast für die Staatshaushalte. Vorbild ist das Prozedere in den USA und Großbritannien nach dem zweiten Weltkrieg mit der hohen Kriegsverschuldung.

Eine weitere Leitzinssenkung wird nicht mehr groß diskutiert, der Effekt ist nach den japanischen Erfahrungen zu vernachlässigen.

Aber das Notprogramm PEPP ist nicht so streng reguliert, so dass die EZB auch griechische Staatsanleihen kaufen könnte, die mit ihrem Schrott-Status nicht erworben werden durften. Die EZB könnte den Banken unter die Arme greifen, indem sie die Langfristkredite an die Finanzindustrie (TLTROs) noch einmal attraktiver macht. Zudem könnte der Freibetrag für die Geschäftsbanken erhöht werden, für den sie keine Minuszinsen zahlen müssen.

Wer glaubt, dass die Entwicklung der Impfstoffe und deren zeitnahe Verabreichung an Millionen Menschen die EZB zu Zurückhaltung animieren könnte, hat die Aussagen von Chefvolkswirt Lane überhört. Denn dieser sprach erst kürzlich davon, dass die sukzessive Verimpfung der Bürger bereits Teil des Szenarios der EZB sei.

Fazit

Der Anstieg der Aktienmärkte – oder soll man beim Dax eher von seiner Stabilität sprechen – beruht natürlich zu einem Großteil auf dem ständigen Agieren der Zentralbanken und hier speziell der Europäischen Notenbank. Auch als noch konkret von keiner Impfung die Rede war und von einem Anspringen der Konjunktur im Jahr 2021. Das ständig weiter „nach-unten-Drücken“ der Anleihezinsen in Europa – selbst in hoch verschuldeten Südstaaten, manche nennen es Marktmanipulation – hat zu einer Ausnahmesituation geführt. Angebot und Nachfrage bestimmen normalerweise das Geschehen an den Märkten, insbesondere zwischen den beiden Hauptanlageklassen Anleihmärkte und Aktienmärkte.

Wenn aber selbst eine portugiesische 10-jährige Staatsanleihe im Minus notiert, was bleibt vielen Kapitalsammelstellen dann anderes übrig, als in die Aktienmärkte zu investieren – Bewertung hin oder her. Die Verschuldung der Staaten steigt infolge Corona stetig weiter an, ein Zinsanstieg kann nur durch Zentralbankkäufe verhindert werden. Das ist das ganze Dilemma, kurz zusammen gefasst und deshalb kommt den beiden Notenbanksitzungen im Dezember (10. und 16.12.) eine große Bedeutung zu. Enttäuscht man die Aktienmärkte, könnten sich tatsächlich einige Großanleger daran machen, einige Chips vom Tisch zu nehmen und Gewinne zu realisieren.

Bei einem großen deutschen Nachrichtensender nannte man es so: „Die Aktienmärkte setzen auf ein dickes Weihnachtsgeschenk.“ Santa Claus (Christine Lagarde) darf nicht enttäuschen.

 

Die Aktienmärkte hoffen auf die EZB

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Aktien

Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

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Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

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Aktien

Aktien: Blase? Manches spricht wohl eher dagegen!

Erleben wir derzeit eine große Blase bei Aktien? Warum fallen die Börsen nicht bei den immer wieder aufs Neue präsentierten „Bad News“?

Wolfgang Müller

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Erleben wir derzeit eine große Blase bei Aktien? Derzeit wundern sich viele über die Langlebigkeit der Euphorie an den Märkten bei bestimmten Aktien: bei den ständig zitierten Mode-Aktien, ob im Elektromobil- oder im Wasserstoffbereich, oder bei Pennystocks, die teilweise jenseits von Gut und Böse notieren. Aber auch über unglaubliche Stories bei den wiederentdeckten aus dem Bereich Aktien . Dort ist nicht alles „Dreck“, der nach oben gespült wird. Es gibt hierfür sogar fundamentale Zusammenhänge. Unabhängig von einer bevorstehenden Korrektur, die aufgrund der Hemmungslosigkeit von bestimmten Anlegerkreisen, immer wahrscheinlicher wird.

Aktien und die Mutter aller Kursanstiege

„We are in a bubble, but it’s a rational bubble“, so der sehr geschätzte Pimco-Berater Mohamed-El-Erian kürzlich in einem Interview. Was meint er damit?

Natürlich den großen Einsatz der Notenbanken, der alte Relationen bei Gewinn- und Umsatzdaten von Aktien und Indizes relativiert, deshalb ist es stets etwas verwunderlich, warum man alte Daten als Vergleichsmaßstab für Übertreibungen heranzieht.

Was bereits seit vielen Jahren die Aktienmärkte unterstützt, ist die Marginalisierung der Anlageklasse Anleihen, wie an diesem Chart ersichtlich, der eine Korrelation zwischen Bilanzausweitung der Notenbanken und dem Welt-Aktienindex aufzeigt.

Aktien - eine Blase? Die Bilanzen der Notenbanken

Die Branchenrotation

Als man im Spätsommer 2020 erkannt hat, dass es in absehbarer Zeit eine medizinische Lösung für die Covid-19 Pandemie geben könnte, ist eine Gattung von Aktien angesprungen, die besonders unter den Wirtschaftseinbrüchen gelitten hat und bereits schon ein Jahrzehnt die Wachstumsaktien underperformt – der Sektor der Small Caps. Klar ist der Nebenwerte-Index Russell 2000 sehr schnell gestiegen und manche Branchen wie der Energiesektor haben kleine Fahnenstangen ausgebildet – aber ist das eine Bubble? Wenn man sich die langfristige Performance betrachtet? Ich habe bereits im Herbst in einigen Artikeln darüber berichtet, dass es langfristig immer zu einem Ausgleich zwischen den Großen und den Kleinen und zwischen Value und Growth gekommen ist. Mit Small Caps meine ich natürlich nicht die vielen Pennystocks, die von Neo-Zockern derzeit „gehypt“ werden. Auch diese scheinbare Erfolgsgeschichte wird ein Ende haben. Hier sieht man die großen Zyklen der Auf- und Abschwünge.

Aktien in einer Blase? Small Caps

Zu Zeiten von Corona ein 42-Jahrestief, getrieben durch den Hype um die GAFAM-Titel. Die Small Caps befanden sich vor ein paar Monaten noch auf einem 20-Jahrestief und es ist nicht alles „Dirt“, der nach oben gespült wird.

Value gegen Growth

Wie bereits erwähnt, gibt es seit Jahrzehnten einen Zweikampf zwischen den Wachstums- und den langweiligen Aktien aus dem Bereich Value, bei denen es immer wieder zu einem Ausgleich in der Performance gekommen ist. Was liegt also näher, als dass der technogielastige Nasdaq-Index nach seinen 1100 Prozent Performance seit 2009 sich eine Zeitlang schlechter entwickeln wird, als die Aktien aus dem Bereich Value? Dafür dürften schon allein die Regulationen unter der neuen Regierung Biden sorgen. Deshalb wird die Breite der Kursanstiege zunehmen, weil die Big Seven mit ihren 27 Prozent Marktanteil an Dominanz verlieren könnten. Hier ein langfristiger Chart, der das Auf- und Ab zwischen den Anlageklassen dokumentiert.

Die Vergleiche zwischen Energie- und Finanztiteln und dem S&P 500 und zwischen Gesundheit, Konsumgüterherstellern, Versorgern und dem Leitindex.

Die Entwicklung der Aktien Zykliker und defensive Aktien

Fazit

Warum fallen die Börsen nicht „Stante Pede“ bei den immer wieder aufs Neue präsentierten „Bad News“? Zum einen, weil die oben beschriebene Branchenrotation läuft und weil die Märkte Corona abgehakt haben und aufgrund des zeitlichen Vorlaufs schon auf den Herbst blicken. Unabhängig von den jederzeit möglichen Korrekturen, aufgrund der vielen Anleger, die glauben an den Börsen einen „Free Lunch“ zu bekommen. Bei dem Irrsinn am Optionsmarkt mit kleinen Titeln, die immer wieder „Gamma-Squeezes“ auslösen. Deshalb kann jederzeit ein Washout einsetzen, die Volatilität steigen.

Vergessen wir aber bei all der Zockerei mit den kleinen Aktien nicht. Alle 2000 Werte im Russell zusammen besitzen nicht einmal ein Zehntel der Marktkapitalisierung des Aktienmarktes in den USA. Allein eine Enttäuschung bei einem FAANG-Wert in dieser Berichtssaison wird größere Marktreaktionen zeitigen, wie ein Wert GameStop, auch wenn er auf absurde 10 Milliarden Dollar gepusht wird, es ist nicht einmal ein halbes Prozent von Apple. Die große Gefahr lauert im Nasdaq.

Der Verlauf der Corona-Krise, Beispiel USA: Die Coronainfektionen haben bereits offiziell die schreckliche Zahl von 26 Millionen Bürger (7,7 Prozent der Bevölkerung erreicht). Nimmt man die Dunkelziffer in moderater Form hinzu, dürfte man schon bei 100 Millionen Menschen angelangt sein. Aber wie viele Menschen wurden schon in wenigen Wochen geimpft? Über 22 Millionen und es werden in Kürze mehr als eine Million pro Tag sein, wenn AstraZeneca, Johnson&Johnson, CureVac, Novavax, Inovio, Sanofi und viele andere auch noch auf den Markt drängen (nach BioNTech und Moderna). Die Zahl der Impfstoffprojekte beträgt aktuell 186, 60 davon sind in klinischen Studien. Da scheint das Vorhaben der USA die eigene Bevölkerung bis in den Spätsommer immunisiert zu haben, gar nicht so abwegig zu sein. Nicht so sehr in der EU, die sich beim Ordern der Impfdosen über den Tisch hat ziehen lassen (America und Money First). Darauf blicken die Märkte – aber was das mit Kapitalmarktzinsen, Inflation und Firmenpleiten zu diesem Zeitpunkt macht, das ist das Thema des Herbstes und kann auch heute nicht von den Börsen beurteilt werden.

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Aktien

Andre Stagge über sein Depot, Inflation, Bitcoin und steigende US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Andre Stagge

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) bespricht im folgenden ausführlichen Video fünf Positionen in seinem eigenen Investmentdepot. Aber er spricht auch über wichtige Themen in einem größeren Zusammenhang. Zum Beispiel geht er der Frage nach, ob in 2021 die große Inflation ansteht. Auch schaut er auf die mögliche weitere Entwicklung des Bitcoin, und bespricht die interessante Thematik, welche Auswirkung nachhaltig steigende Anleiherenditen in den USA auf die Märkte haben.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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