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Aktienmärkte: Die Jahresprognosen der Banken – vor Corona und heute

Im Dezember eines jeden Jahres werden von den Großbanken die Prognosen für die Aktienmärkte für das neue Jahr vorgelegt, ja sogar mit Spannung erwartet. Obwohl die Prognosen fast in jedem Jahr heftigst daneben liegen, ist es zum jährlichen Ritual geworden – die Kunden verlangen danach. Im Dezember 2019 ahnte noch kein Analyst etwas von Corona, dementsprechend verwirrend lesen sich manche damalige Vorhersagen im Lichte der gegenwärtigen Ereignisse. Hier noch einmal der Ausblick 2020 sowie ein kleines aktuelles Update der Banken für Silvester 2020.

Jahresausblicke für die Aktienmärkte: Das jährliche Spiel mit der Glaskugel

Betrachtet man die Prognosen über Dax und Co der letzten Jahre mit dem tatsächlichen Eintreffen, so könnte man das Unterfangen juristisch überspitzt so formulieren: Untauglicher Versuch mit untauglichen Mitteln am untauglichen Objekt.

Hier nur einmal der Bankenkonsensus der letzten drei Jahre:

2017 Prognose Dax (Durchschnitt) 11629 – Endstand 12917
2018: Prognose Dax 14008 – Endstand 10599
2019 Prognose Dax: 12431 – Endstand 13249

Und was erwarteten die 20 Großbanken für das Jahr 2020 für Indizes, Zinsen, Währungen und Konjunktur?

Dax: 13920 Punkte
Dow Jones: 28892 Punkte
S&P 500: 3251 Punkte
Gold in $: 1570
Brent Öl in $: 61,47
Euro/Dollar: 1,15
10-jährige Bund: minus 0,33 Prozent
10-jährige US-Treasury: 1,83 Prozent
BIP Deutschland: 0,86 Prozent
BIP USA: 1,64

Und die aktuelle Umfrage, die gestern auf FMW vorgestellt wurde:

Jahresschlusskurs beim Dax von 12.831 Punkten, mit einer gigantischen Prognose-Spanne von 11.500 bis 14.000 Punkten.
Man geht seitens der Banken ein wenig auf Nummer sicher und wählt eine riesige Spanne angesichts der Tatsache, dass der deutsche Leitindex seit seiner Gründung im Jahr 1988 eine durchschnittliche Rendite von knapp acht Prozent einfahren konnte.

Fazit

Jetzt könnte man wieder etwas philosophieren über das Wesen der Aktienmärkte, in dem die handelnden Personen zugleich Beobachter eines Systems sind, welches durch Rückkoppelung jederzeit Änderungen erfahren kann. Was aber nichts anderes heißt, dass es keine Methode geben kann – jenseits jederzeit möglicher Zufallstreffer, Random Walk – Entwicklungen der Aktienmärkte vor allem auf Jahressicht einigermaßen treffsicher vorherzusehen. Nicht einmal heute, Mitte Oktober, wird man in der Lage sein, das Jahresende zu prognostizieren.

Erst recht nicht im Corona- und Wahljahr 2020! Was machen die Infektionszahlen, die US-Wahlen, die trennungsfreudigen Briten, die Impfstoffentwicklung – und vor allem das plötzlich auftretende Unerwartete, von dem heute noch keiner einer Ahnung hat? Amüsant und unterhaltsam sind Prognosen für die Aktienmärkte dennoch, weil der Mensch neugierig ist und in seiner Kognition so etwas wie einen Anker braucht – der aber in Wirklichkeit keinen Halt bietet..

Di Prognosen für die Aktienmärkte durch die Banken sind meist falsch



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1 Kommentar

  1. Die Prognosen sind ein Anker ohne Kette… ;-)

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