In dem neuen Video mit dem Titel „Auch dieses Mal ist es nicht anders“ analysiert Bravos Research die aktuelle Debatte um mögliche Übertreibungen an den Aktienmärkten anhand einer klaren, empirisch fundierten Definition von Vermögensblasen des National Bureau of Economic Research. Demnach liegt eine Aktienblase nur dann vor, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: ein Kursanstieg von mehr als 100 Prozent innerhalb von zwei Jahren, eine Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt von mindestens 100 Prozent im selben Zeitraum sowie eine Fünfjahresrendite von über 50 Prozent. Historische Beispiele wie die Eisenbahnaktien der 1840er-Jahre, der Dow Jones der 1920er oder die Dotcom-Blase in 2000 erfüllten diese Kriterien – mit bekannten, teils verheerenden Folgen. Diesmal ist es keine breite Aktienblase – doch innerhalb der KI-Euphorie entstehen Exzesse.
Aktienmärkte: Keine flächendeckende Blase
Überträgt man diese Maßstäbe auf die heutige Situation, relativiert sich die verbreitete These einer allgemeinen Tech- oder KI-Blase deutlich. Der NASDAQ 100 hat in den vergangenen zwei Jahren lediglich rund 45 Prozent zugelegt, den S&P 500 nur geringfügig übertroffen und weist über fünf Jahre zwar starke, aber nicht extreme Renditen auf. Im Vergleich zur Dotcom-Phase, in der alle Kriterien erfüllt waren, fehlt es somit an zentralen Merkmalen einer breiten Aktienblase an den Aktienmärkten.
Anders stellt sich das Bild jedoch bei Halbleiter-Aktien dar. Diese haben in den letzten zwei Jahren im Zuge des KI-Booms um mehr als 110 Prozent zugelegt, den Gesamtmarkt klar outperformt und über fünf Jahre eine Rendite von rund 275 Prozent erzielt. Damit erfüllen sie sämtliche formalen Kriterien einer Blase. Zwar ist der Sektor gemessen an der Gesamtwirtschaft kleiner als der Technologiesektor zur Jahrtausendwende, doch seine Bedeutung ist strukturell enorm. Halbleiter bilden das Rückgrat der gesamten KI-Infrastruktur – von Rechenzentren über Cloud-Dienste bis hin zu großen Sprachmodellen. Eine Überbewertung in diesem Segment hätte daher weitreichende Folgen für angrenzende Bereiche.
KI-Euphorie heute, Ernüchterung später
Besonders kritisch ist der makroökonomische Hebel der KI-Investitionen. Bereits 2025 flossen rund 375 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur, was etwa 1,2 Prozent des US-BIP entspricht. Für das Folgejahr wird mit einer Verdopplung gerechnet. Durch den sogenannten Multiplikatoreffekt erzeugen diese Investitionen ein Vielfaches an Wirtschaftsleistung. Daten aus Taiwan, dem weltweit wichtigsten Halbleiterexporteur, zeigen eine enge Korrelation zwischen Chip-Exporten und US-Wachstum.
Das Problem liegt jedoch in den Erwartungen. Prognosen, wonach die KI-Investitionen bis 2030 auf sieben Billionen US-Dollar steigen könnten, implizieren eine massive Ausweitung der Wirtschaftsleistung. Gleichzeitig bleiben Produktivitätsgewinne bislang begrenzt. Seit dem Durchbruch generativer KI liegt das Produktivitätswachstum nur leicht über dem früheren Trend, und nur ein kleiner Teil der Unternehmen berichtet von messbaren Effizienz- oder Umsatzgewinnen. Den hohen Infrastrukturkosten stehen bislang überschaubare Erträge aus KI-Software und -Services gegenüber.
Damit ähnelt die Dynamik weniger einer sofort platzenden Aktienblase als vielmehr einer sich aufbauenden Verwundbarkeit. Sollte sich in den kommenden Jahren herausstellen, dass die Renditen die Erwartungen nicht erfüllen, könnte ein Rückgang der Investitionen spürbare Bremsspuren in der Konjunktur hinterlassen. Aus Sicht von Bravos Research liegt das Risiko daher weniger in einem abrupten Kollaps, sondern in einer schrittweisen Ernüchterung – mit weiterem Aufwärtspotenzial für Halbleiter-Aktien im kurzfristigen Euphoriezyklus, aber wachsenden strukturellen Risiken für die kommenden Jahre.
Die Versprechen sind groß, die Belege bislang überschaubar. Auch dieses Mal dürfte es nicht anders sein.
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Mit Genugtuung registriere ich, daß man sich für US-Techriesen Facebook, Instagram und die Amazon Prime Video-App im Zusammenhang mit der Künstliche Intelligenz und den journalistischen Leitplanken des Medienstaatsvertrags unter Berücksichtigung der Tatsache, daß die Rundfunkkommission der Länder nicht alles kann, aussprechen kann, da es hier keine Exzesse gibt. Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil hingegen möchte dies im Rahmen eines künftigen SPD-Grundsatzprogramms zerdeppern.
225 Prozent im Buffet Indikator sprechen eine eindeutige Sprache…da muss mir niemand was erzählen…
Die größte Blase der Weltgeschichte dagegen war Dot Com Peanuts…
Der Halbleiter von selbst nicht stehen kann, erfand der Mensch die ganze Leiter dann.
Den Halbleiter, der seinen Zweck nicht erfüllte, studierte man dann, für was man ihn denn zu gebrauchen wüßte.
Die einen sagten, größer machen, die anderen sagten kleiner machen. Was redet ihr für Blödsinn nur, der Name bleibt für einen anderen Gegenstand, der die Welt verändert, ihr werdet sehen. Kleiner weiter. Am Größten im Kleinsten.