Folgen Sie uns

Indizes

Aktienmärkte: Die Stimmung der Anleger – extrem widersprüchlich

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Stimmung der Aktienmärkte ist derzeit extrem widersprüchlich! Derzeit gibt es kaum einen Börsenbericht, der nicht vor den überteuerten Technologiewerten warnt, vor der umsatzarmen und korrekturanfälligen Jahreszeit und vor dem Spekulationsfieber vieler junger und unerfahrenerer Anleger („Robinhooder“). Alles richtig und völlig nachvollziehbar. Was stutzig macht, ist die Tatsache, dass dies eine allgemeine Meinung darstellt – und die Kurse trotz zahlreicher „Baustellen“ nicht richtig korrigieren.

Warten die Aktienmärkte noch den Super-Thursday mit Apple, Amazon und Alphabet und wie es aussieht, auch noch das verschobene Facebook-Event ab?

Die Sentimentindikatoren sind jedenfalls widersprüchlich wie selten!

Aktienmärkte: Sentimentumfrage der Dax-Investoren

Wenn man glaubt, dass der deutliche Ausbruch des deutschen Leitindex Dax über seine 6-Wochen-Handelsspanne auf über 13300 Punkte eine eindeutige Stimmungslage ergeben hätte, den muss Stephan Heibel, Leiter des Analysehauses AnimusX und Auswerter der wöchentlichen Umfrage unter Dax-Investoren, enttäuschen.

Privatanleger sichern sich gegen fallende Kurse ab – und die Profianleger spekulieren auf steigende Kurse der Aktienmärkte. Abzulesen am Sentiment an der Euwax in Stuttgart, wo der Sentimentindikator zum Zeitpunkt der Umfrage minus 11 anzeigte – ein ziemlicher Extremwert, wie im Frühjahr des Jahres. Die Profis hingegen sind angesichts eines Put/Call-Ratios von 1,0 an der Eurex in Frankfurt vergleichsweise optimistisch positioniert.

Die Stimmung der Anleger ist nach dem Kursrückgang der Aktienmärkte eingebrochen, die Teilnehmer sind auf mittlere Sicht skeptisch geworden. Man ist der Meinung, dass der Rücksetzer keine Kaufgelegenheit sei, sondern eher der Auftakt einer größeren Korrektur. Deshalb ist die Investitionsbereitschaft mit einem Wert von minus 0,7 recht gering. Was bedeutet dies für den Sentimentexperten?

„Das Ganze sieht eher nach Kaufgelegenheit für den Dax aus. Die deutschen Privatanleger, die nach ihren Angaben eher unterinvestiert sind, haben den Glauben daran verloren, noch von der Rally profitieren zu können. Man wähnt sich am Ende der Rally, doch eine solche endet erst, wenn die Privatanleger zumeist als Letzte darauf spekulieren“, so Stephan Heibel.

Und der Blick über den Teich

Selbst in den USA zeigt sich ein gespaltenes Bild. Das Put/Call-Ratio ist eindeutig bullish, die Fondsmanager haben ihre Investitionsquote auf 98 Prozent und damit auf das höchste Niveau des Jahres angehoben.

Die US-Privatanleger sind skeptisch, das Bull/Bear-Ratio steht bei bearishen minus 21. Der Fear&Greed-Index verharrt mit 65 Punkten auf einem Niveau leichter Gier.

Anders hingegen die Euphorie für die Tech-Werte an der Nasdaq oder auch die Spekulationslust der RobinHood-er, aber das ist wohl eine andere Kategorie.

Die Schlussfolgerung des Sentimentexperten aus der Umfrage lautet:

Es gibt ständig kleine Rotationsbewegungen von Gewinnern und Verlierern an den Börsen. Dieses Auf und Ab, auch unterstützt durch staatliche Maßnahmen sorgt für Wechsel und kleine Rücksetzer der Aktienmärkte, aber auch dazu, dass die Privatanleger kein Vertrauen entwickeln können und skeptisch bleiben.

Also keine Euphorie, sondern eine Mixtur aus Zweifel und Hoffnung.

Fazit

Divergenzen in den Anlegerstimmungen – euphorische Stimmung in den USA, pessimistischer Grundton in Deutschland – also eigentlich gute Voraussetzungen für den Dax, die so genannte „Wall of Worry“. Leider hat in der Regel die Weltleitbörse, also der S&P 500, das Sagen. Wenn es dort kracht, kracht es für die Aktienmärkte fast überall.

Die Stimmung der Aktienmärkte ist derzeit extrem widersprüchlich

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktien: Generation Z und die Spekulation! Marktgeflüster (Video)

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht wieder Schlagzeilen und pusht auch heute wieder bestimme Aktien nach oben. Das böse Ende aber wird kommen..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht auch heute wieder Schlagzeilen und pusht wieder Aktien wie Gamestop oder Beyond Meat nach oben. Diese Generation Z wird nicht nur den Klimawandel ausbaden müssen, sondern ahnt auch, dass sie seit langer Zeit die erste Generation sein wird, für die der Kuchen nicht größer, sondern vermutlich kleiner sein wird. Und diese Generation Z wähnt sich nun durch die Fed und andere Notenbanken in einem Casino, in dem man ohne Risiko zocken könne – weil Aktien angeblich immer steigen. Aber an der Börse hat die Mehrheit schon immer verloren, und das wird diesmal nicht anders sein..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage