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Aktienmärkte: Die US-Präsidenten und die Börsenentwicklung

Wolfgang Müller

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Derzeit gibt es für viele Analysten und ihre Häuser ein großes Thema: Wie wird der Ausgang der US-Wahlen die Entwicklung der Aktienmärkte beeinflussen, durch veränderte Steuern, durch Stimulusprogramme und Weiteres? Dass dies wieder einmal sehr viel „Noise“ bedeuten wird, der in relativ kurzer Zeit seine Wirksamkeit verlieren wird, zeigen historische Zyklen, mit den unterschiedlichen Präsidentschaftskonstellationen.

Aktienmärkte: Kein Präsident regiert gegen die Interessen der Wall Street

Klar ist der Ausgang der Wahlen momentan von überragendem Interesse für die Finanzwelt. Fleißig werden Biden- oder Trump-Depots vorgestellt mit Aktien, die von dem jeweiligen Gewinner profitieren sollten. Dabei gibt es selbst bei Kenntnis des Siegers viele Unwägbarkeiten:

Welche Konstellation ergibt sich im Kongress? Welche seiner Wahlversprechen kann er überhaupt durchsetzen, gegenüber der eigenen Partei, dem Kongress und vor allem gegenüber der Wall Street? Wie werden die Aktienmärkte und ihre Sektoren nach dem Wahltag überhaupt reagieren? Es wird immer unterschätzt, dass der Markt ein selbstreflexives Gebilde darstellt, welches stets ein Ergebnis zu antizipieren versucht. Dazu noch ein Blick in die jüngere Vergangenheit. Als Barrack Obama gewählt wurde, gab es nicht wenige, die einen großen Einbruch an der Wall Street prognostizierten, eben weil die Ideen des neuen Präsidenten so radikal waren. Was folgte war ein langer Bullenmarkt mit weit über 100 Hochs im S&P 500.

Beim Sieg von Donald Trump sprachen einige sogar von einem möglichen Crash der Aktienmärkte. Bis zum 2. September 2020 gab es jedoch nicht weniger als 130 neue Höchststände beim amerikanischen Leitindex.

Kurzum: Der langfristige Trend der Aktienmärkte ist seit vielen Jahrzehnten positiv, egal bei welchem Präsidenten.

Kürzlich lautete ein sarkastischer Kommentar auf FMW: „Auch Nancy Pelosi sitzt auf einem Berg von Aktien“, ergo werden sie und ihre Parteifreunde sich nicht selbst schädigen. Quod esset demonstrandum!

Der langfristige Aufwärtstrend

Hier eine Übersicht über die Präsidentschaftszyklen seit der großen Wirtschaftskrise. Die große Unterschiede ergeben sich zumeist durch externe Faktoren wie Inflation, Zinsen, Kriege oder Terroranschläge.

Die Zuflüsse in die Aktienmärkte

Interessant ist die Höhe der Aktienkursentwicklung unter Berücksichtigung der politischen Gewichtungen im Kongress:

Nach dem Ende der Weltwirtschaftskrise 1933 bis heute, ergaben sich folgende prozentuale Gewinne für die Aktienmärkte:

Kongress demokratisch – Präsident Republikaner: 4,9 Prozent p.a.
Kongress demokratisch – Präsident Demokrat: 9,3 Prozent p.a.
Kongress republikanisch – Präsident Republikaner: 12,9 Prozent p.a.
Kongress republikanisch- Präsident Demokrat: 13,0 Prozent p.a.
Senat republikanisch – Repräsentantenhaus demokratisch – Präsident Republikaner: 13,4 Prozent p.a.
Senat demokratisch – Abgeordnetenhaus republikanisch – Präsident Demokrat: 13,6 Prozent p.a.

Damit wäre für Börsianer aus historischer Sicht ein Sieg Bidens mit einem republikanischen Regulativ im Abgeordnetenhaus nicht der schlechteste Wahlausgang.

Die Einbrüche in den Zyklen

In jedem Präsidentschaftszyklus seit 1933 gab es natürlich zwischenzeitliche Kurseinbrüche.

Erstaunlicherweise fiel dieser beim schwachen Jimmy Carter in seiner kurzen Amtszeit mit minus 17,1 Prozent am moderatesten aus, gefolgt von Bill Clinton mit minus 19,3 Prozent im 8-Jahreszyklus. Die größten Rückschläge musste Franklin Roosevelt hinnehmen, mit minus 54,5 Prozent, bedingt durch den Zweiten Weltkrieg und George W. Bush mit 51,9 Prozent, mit zwei gewaltigen Schocks: Dem 11.September 2001 und der Finanzkrise 2007. Der aktuelle Präsident Trump liegt mit dem Corona-Crash von minus 33,9 Prozent an dritter Stelle, wenngleich die derzeitige Situation schon eine sehr besondere darstellt.

Was beeinflusst die Börsenentwicklung?

Natürlich hat ein US-Präsident in einem demokratischen System eine große Machtstellung. Als oberster militärischer Befehlshaber, durch sein Vetorecht, die Befugnis entscheidende Stellen in der Exekutive, aber auch in der Judikative (Oberster Gerichtshof) nach seinem Gusto zu besetzen. Aber um Gesetze voranzubringen, braucht er den Kongress mit den Mehrheiten und er braucht die Wall Street. Woher kommen die vielen Wahlkampfspenden, die Unterstützung der Gouverneure und Senatoren? Wer hatte von Trumps großer Steuerreform besonders profitiert und wer hat die zugrunde liegenden Regelungen konzipiert (Ex-Goldman-Direktor Mnuchin)?

Die Performance der Aktienmärkte in einem Präsidentschaftszyklus hängt auch davon ab, in welchem Stadium sich ein Wirtschaftszyklus befindet. Manch ein Präsident profitierte von einem langen Bullenmarkt wie Reagan oder Clinton. Bei anderen kommen schwere Kriege und Krisen dazwischen (Roosevelt) oder Bush junior, in dessen Amtszeit der 11. September plus die Finanzkrise fiel.

Langfristig sind die Aktienmärkte immer gestiegen, aber was erwartet den alten oder neuen Präsidenten im kommenden Jahr? Ein Jubeljahr wegen des Sieges über Covid-19 – oder noch ein längerer Kampf gegen die Infektionskrankheit und gegen die Arbeitslosigkeit? Und noch viele weitere Unbekannte, Deflation oder Stagflation oder Inflation, who knows?

Fazit

Wenn man sich die Auswertung der Präsidentschafts- und Börsenzyklen betrachtet, könnte man zu der Ansicht gelangen, dass sich die jetzigen und zugleich hitzigen Diskussionen um die Folgen der US-Wahlen als für die Aktienmärkte langfristig relativ nutzlos herausstellen werden. Was wird der künftige Präsident politisch überhaupt umsetzen können, was machen Zinsen und Inflation und wie reagiert die Wall Street auf das Wahlergebnis mit ihrem überragenden System des Lobbyismus. Bis es soweit sein wird, ist die jetzige Diskussion auch schon wieder vergessen – auch das ist systemisch bedingt.

Was nicht bedeutet, dass man in Bälde nicht doch eine heftige Korrektur der Aktienmärkte sehen könnte. Diese dürfte aber an anderen Faktoren liegen, die zumeist nicht unmittelbar mit der Präsidentschaft zusammenhängen. Ein Präsident hat mit seinem Programm anscheinend nicht den ganz großen Einfluss auf die Börse. Wurde der so beliebte Barrack Obama nicht in seiner zweiten Amtsperiode vom Kongress so sehr kaltgestellt? Und warum gab es zwei große Einbrüche in der Ägide Trumps? Wegen eines starken Zinsanstiegs (2018) und eines externen Schocks (Covid-19), beides aber hatte nichts mit ihm zu tun.

Welchen Einfluß haben US-Präsidenten auf die Aktienmärkte?

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Aktienmärkte: Bringt der dreifache Hexensabbat eine Wende?

Wolfgang Müller

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am

Das Geschäft mit Optionen wird für die Aktienmärkte immer bedeutsamer, speziell in den USA, wo in der jetzigen Euphoriephase die Umsätze bei Call-Optionen geradezu explodieren. Ungeachtet dessen blickt man stets gespannt auf den viermal in einem Jahr, jeweils am dritten Freitag im Montag stattfindenden großen Hexensabbat entgegen. Der Verfall von Terminkontrakte, wie Futures und Optionen sorgt oft im Vorfeld für große Kursschwankungen, weil Marktteilnehmer die Kurse durch Käufe und Verkäufe von Assets so zu bewegen versuchen, dass die Termimkontrakte Gewinne abwerfen. Was wird im Vorfeld zum 18. Dezember an den Märkten geschehen, zu Zeiten größter Call-Euphorie bei gleichzeitig geringen Depotabsicherungen?

Aktienmärkte: Die große Call-Spekulation

Der November des Jahres 2020 hatte es in sich. Der Ausgang der US-Wahlen, der nicht zu einem befürchteten Chaos geführt hat und die Impfstoffentwicklung, beginnend mit der BioNTech/Pfizer-Meldung am 9. November und dem darauffolgenden Wettlauf um den Termin einer Notzulassung.

Das alles führte zu einem Game Changer für die Aktienmärkte mit zahlreichen Konsequenzen: Verkaufoptionen und Leerverkäufe auf Corona-geschädigte Titel wurden in Windeseile eingedeckt (Stichwort Short Squeeze), Nebenwerte und Value-Titel hingegen in großem Umfang gekauft. Obwohl sich die Käufe nach der Monatsmitte wieder beruhigten (bis auf einige Titel wie Tesla oder Impfstofffirmen) schnellte eines gewaltig in die Höhe – der Optimismus der Anleger (FMW berichtete laufend über die heißgelaufenen Indikationen).

Ob ein Angstbarometer wie der Fear&Greed-Index, das ständig im Bereich extremer Gier um die 90 Punkte notiert, US-Aktienindizes weit oberhalb ihrer Aufwärtstrends, oder ein Dow Jones oberhalb der psychologischen Marke von 30.000 Punkten. Die Hausse nährt die Hausse, wieder einmal, und die Gier sorgt im Optionshandel für außergewöhnliche Konstellationen.

Wie Markus Fugmann in einem seiner letzten Videos festgestellt hat, wurden in der letzten Woche in den USA viermal so viele Calloptionen gekauft, wie es im Durchschnitt der Fall ist. 40 Prozent der Umsätze an der New York Stock Exchange waren Optionen. Hierunter aber kaum Put-Optionen, also sichert man sich nicht ab – im Bewusstsein von Rettungsschirmen durch die Notenbanken (Sitzungen am 10. und 16. November vor dem Hexensabbat) und den Stakkato-artig eintrudelnden Meldungen von der Impfstofffront: Wirksamkeitsstudien, Zulassungsanträge und Hinweise auf den Start der Impfungen. Eine selten positive Konstellation von „Good News“ – und dies in der guten saisonale Phase der Aktienmärkte zu Jahresende. Aber was passiert mit den vielen Call-Optionen (35 Millionen allein vor Thanksgiving) in den nächsten Tagen?

Die ungewöhnliche Anzahl an Calls hat die Market Maker gezwungen, über ihr Delta Hedging immer mehr die zugrunde liegenden Titel zu kaufen. Manchmal öffneten die Märkte mit einem Gap, so dass man ständig gezwungen war, Aktien am Markt nachzukaufen. Desto stärker die Hebelwirkung (größeres Delta) bei den Calls, desto größer das Hedging der Gegenseite.

Was passiert aber, wenn die Kurse einen Rücksetzer machen, oder viele Kontrakte am Verfallstag auslaufen? Die Market Maker werden die Werte verkaufen, die sie zum Zwecke der Absicherung gekauft haben und den Abwärtstrend verstärken. Ein Thema, welches noch bedeutsam werden könnte, denn Put-Optionen gibt es kaum, die beim Schließen der Position zum kursstabilisierenden Kauf des Basiswertes führen würden, der bekannten Short Squeeze.

Was werden die Inhaber der Call-Optionen in der letzten Woche vor dem großen Verfall tun? Die Kontrakte verlängern über das Jahresende und die sehr häufig positive Aktienphase hinaus, hinein in einen Monat Januar, der sehr häufig mit Rückschlägen endete?

Übersicht: Keiner hat bald mehr Puts

Dire Aktienmärkte euphorisch, kaum Put-Absicherungen

Grafik: northmantrader.com

Fazit

Der Optimismus der Aktienmärkte ist übergroß und schreit nach einer Korrektur. Eine riesige Herde an Zockern, die mit Kaufoptionen schnell reich werden wollen und die Gegenseite, die Stillhalter, die in die Basiswerte getrieben werden.

Das wird zu Reaktionen führen müssen, Optionen haben ein Verfallsdatum und reagieren auf die implizite Volatilität.

Was mir aber nicht einleuchtet ist, dass die jetzige Situation immer wieder mit historischen Zyklen verglichen wird. Corona hat eine absolute Sondersituation geschaffen und ein Impfstoff in großer Verfügbarkeit ändert vieles in dem für die Aktienmärkte relevanten Zeitraum. Wie sagte der Chef einer französischen Großbank? Wir haben eine Gesundheitskrise, keine Wirtschaftskrise – sehr optimistisch, aber da ist etwas dran. Für die Aktienmärkte zählen nicht die nächsten vier Wochen oder das neue Quartal. Das Kommende wird immer dann interessant, wenn Fakten präsentiert werden, die die lange Sicht ändern – das Delta zwischen eingepreister und veränderter Erwartung.

Tourismus und Luftfahrt liegen stärker im Minus als in Kriegssituationen, die Maschinen, Hotels und Einrichtungen sind aber nicht zerstört und wenn es in einem halben Jahr eine Impfung der Bevölkerung geben hat, so werden manche Industrien wie Phoenix aus der Asche auftauchen. Die Messung eines aktuellen KGVs ist nicht so bedeutsam, wenn die Aktienmärkte mindestens sechs bis neun Monate in die Zukunft blicken.

Der zweite Fakt ist der monetäre: Wieso sieht man nicht die 35 Billionen Dollar an Anleihen, die real negativ verzinst sind oder die Durchschnittsrendite der 7 bis 10-jährigen Staasanleihen, die noch vor ein paar Wochen 0,18 Prozent Rendite abwarf? Das Dilemma für die Finanzbranche schlechthin. Wieso soll es angesichts weiterer zugesicherter Notenbankkäufe größere Umschichtungen von Aktien in Anleihen geben, auch bei leichten Zinsanstiegen?

Und wieso vergleicht man das KGV der Aktienmärkte von 2020 mit dem KGV von 2000, bei der Dotcom-Bubble? Damals lagen die Zinsen bei über 6 Prozent, das KGV der lang laufenden Anleihen bei 15 – und heute? Jeder spricht über die Euphorie infolge der Impfstoffentwicklung, die eine Pandemie in Monaten beenden kann, mit all den Folgewirkungen. Klar, die Call-Positionierung ist zu hoch und wird abgebaut werden. Wieso aber immer die Geschichte von den überteuren Aktienmärkten? Anleihen sind superteuer dagegen.

Natürlich kann sich die Konstellation Anleihen – Aktien ändern und sie wird sich auch, wenn das billionenschwere Stimulusprogramm der Demokraten in die Tat umgesetzt würde. Aber in der jetzigen Situation? In der „Endphase“ von Corona mit einem nochmaligen Anschwellen der Infektionszahlen und mit den großen Notenbankentscheidungen.

Ein Anspringen der Wirtschaft, ein Anstieg der Inflation und neue Schuldenpakete, das wäre der Stoff für eine Neubewertung der Aktienmärkte.

Bringt der Hexensabbat eine Wnede für die Aktienmärkte?

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Aktienmärkte: 1929, 1999, heute – Geschichte reimt sich! Videoausblick

Markus Fugmann

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Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – und so erinnert die derzeitige Euphorie der Aktienmärkte an die Stimmung von 1929 (Boom kurz vor der Weltwirtschaftskrise) und 1999 (Dotcom-Blase). Die Erwartungen an die Wirtschaft nach der Coronakrise sind immens, eine perfekte Welt ist eingepreist. Gestern aber kurz vor US-Handelsschluß dann ein deutlicherer Rücksetzer, nachdem Pfizer bekannt gab, nur die Hälfte des Impfstoff-Volumens im Dezember liefern zu können. Eigentlich ist das ziemlich unbedeutend – zeigt aber, wie empfindlich die Aktienmärkte reagieren, wenn die Impfstoff-macht-alles-wieder-gut-Euphorie hinterfragt wird. Unterdessen verschärft sich die Coronakrise in den USA weiter mit neuen Rekorden, es drohen immer breitflächigere Lockdowns..

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DAX daily: Die Wall Street hat ihren Auftritt während der Dax nur zuschaut

Stefan Jäger

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Im Theater der großen Wall Street bleibt dem Dax derzeit nur ein Zuschauerplatz. Während die US-Börsen von Allzeithoch zu Allzeithoch jagen, steht der deutsche Leitindex auf der Stelle und schaut zu. Am gestrigen Handelstag hat sowohl der S&P500, als auch der Nasdaq ein erneutes Rekordhoch erklommen. Währenddessen leidet der Dax unter dem weiter anziehenden Eurokurs, dieser nähert sich allmählich wieder der 1,22 US-Dollar Marke an. Zudem drücken Konjunktursorgen auf die Stimmung der Anleger. Die Wirtschaft muss aufgrund der neuerlichen Lockdown-Maßnahmen in vielen Länder ihren Tribut zahlen. Anders kann man die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes nicht deuten. Diese liegen europaweit deutlich unter einem Wert von 50, was eine schwache Geschäftsentwicklung signalisiert.

Was passiert erst im Dax, wenn die US-Börsen in eine Konsolidierung übergehen? Der Leitindex schafft es ja nicht einmal mehr über die 13.300 anzusteigen, obwohl die Wall Street im Rally-Modus ist. Im gestrigen Handel verlor der Dax 60 Punkte (-0,45%) und schloss schließlich bei 13.252 Zählern. Damit ist das Hoch vom Montag bei 13.445 wieder etwas in die Ferne gerückt. Der Leitindex zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen, zudem ist die nächste Handelswoche aus Sicht der Saisonalität auch keine gute Woche. Es riecht zwar schon nach Korrektur, aber noch ist nichts verloren. Zumindest so lange, wie die Wall Street ihr überschwängliches Schauspiel noch fortsetzt.

News und fundamentale Daten

Am gestrigen Abend hat die Nachricht über die Halbierung des Auslieferungsziels für den Impfstoff von Biontech/Pfizer die Märkte belastet. Probleme in der Lieferkette ermöglichen es nur die Hälfte der angedachten 100 Millionen Impfdosen auszuliefern. Die Aktienkurse von Pfizer (-1,8%) und Biontech (-2,5%) geben daraufhin nach.

Das heutige Highlight sind auf jeden Fall die US-Arbeitsmarktdaten. Um 14:30 Uhr werden die Anleger gespannt auf die Daten der Non Farm Payrolls schauen. Man geht zwar bereits von weniger neu geschaffenen Jobs aus, aber auch die Prognose von 469 Tsd. Stellen könnte unterboten werden. Zeitgleich erscheinen zudem noch die US-Handelsbilanz, die Daten der Exporte und Importe sowie die Auftragseingänge. Den Termin kann man sich somit als Trading-Event in seinem Kalender notieren. Die Volatilität dürfte ansteigen und folglich die US-Börsen und den Dax in Bewegung bringen.

Zuvor sehen wir heute aber auch noch Daten aus Deutschland. Vor wenigen Minuten wurden bereits die Auftragseingänge der Industrie veröffentlicht. Diese sind mit 2,9% deutlich besser wie erwartet ausgefallen (Prognose 1,5%; Vormonat 1,1%). Um 9:30 Uhr erscheint dann noch der IHS Markit Einkaufsmanagerindex für das Bauwesen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Im Vergleich zu den starken US-Indizes ist es ein Trauerspiel, was der Dax diese Woche an Performance abgeliefert hat. Seit Montag geht es in kleinen Schritten abwärts. Von dem Hoch bei 13.445 sind wir heute Nacht im Tief bei 13.180 angekommen. Im frühen Handel notiert der Kurs wieder über der 13.200er Marke. Vielleicht gelingt es den US-Futures den Dax wieder mit hochzuziehen. Um nochmal die Oberseite anzugreifen, muss der Dax zunächst den Widerstand bei 13.270 überwinden. Dadurch würden sich weitere Ziele bei 13.325 und 13.370 ergeben.

Kann der Dax allerdings das gestrige Tagestief bei 13.232 nicht nachhaltig überwinden, dann sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen. Zunächst dürfte er das Nachttief bei 13.180 anlaufen, bevor an der 13.140 ein Unterstützungsbereich wartet. Dort könnte der Dax vorerst wieder drehen. Ansonsten kann es noch eine Etage tiefer gehen, bei 13.050 und 13.020 befinden sich dann die nächsten Unterstützungen.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tagesausblick 04.12. - H1-Chart - Wall Street stark, Dax schwach

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.292 – Pivot Punkt R1

13.236 – Pivot Punkt

13.146 – Pivot Punk.t S1

13.090 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.232 – Tagestief 03.12.

13.180 – Nachttief

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.270 – ehemals US

13.325 – mehrfacher WS

13.370 – WS aus dem H1

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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