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Aktienmärkte: die Zinsfantasie ist weg – was nun?

Wolfgang Müller

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am

Für die Aktienmärkte ist die Zinssenkungsfantasie erst einmal weg! Ungewöhnlich deutlich hat vorgestern Abend US-Notenbank Chef Jerome Powell die künftige Zinspolitik der Notenbank umschrieben: Nach einem erneuten Sicherheitszinsschritt würde es jetzt – keine ungewöhnlichen Ereignisse voraussetzend – erst einmal ein halbes Jahr keine Veränderung bei den Leitzinsen geben. Basierten die Kurssteigerungen der Aktienmärkte in den letzten Wochen allein auf der Zinshoffnung, so müsste es jetzt eigentlich einen deutlichen Abverkauf geben. Ein „Sell on good News“ auf einen „Fait accompli“! Was aber könnte den Märkten weiter Auftrieb geben?

 

Aktienmärkte: neue Allzeithochs, Einstieg oder Gewinnmitnahmen?

Nach vielen Versuchen hatte es der mit Abstand bedeutendste Index der Welt, der S&P 500, geschafft und war in den letzten Tagen über den Widerstand bei 3030 Punkten gesprungen. Ein neues Hoch ist für gewöhnlich ein unglaublich starkes Kaufsignal, allerdings sind die Märkte überkauft und müssten allein schon aus technischen Gründen heiße Luft ablassen. Auch beim Dax, der seit seinem Tief im August 15 Prozent zulegen konnte und bei Fortschreibung des Aufwärtstrends an Weihnachten schon bei 14000 Punkten stünde.

 

Zinssenkungspause, aber QE läuft weiter

Zwar hat die US Notenbank ziemlich deutlich klar gemacht, dass sie im nächsten Halbjahr nicht an der Zinsschraube drehen wird. Aber was ist mit der großen Liquiditätszufuhr über die weiteren Anleihekäufe am kurzen Ende? 60 Milliarden Dollar pro Monat, dazu die laufenden Injektionen am Geldmarkt! Auch die EZB schießt weiter Geld ins System (20 Miliarden € monatlich), so dass der monetäre Unterstützungsfaktor für die Börsen weiter bestehen bleibt. Das Finanzsystem muss (noch) keinen Kollaps trotz wirtschaftlicher Stagnation fürchten. Die Reflationierung der Vermögenspreise könnte noch etwas weiter gehen.

 

Steigende Aktienmärkte: Fondsmanager in Not

Ein entscheidender Punkt für weiter steigende Kurse dürften die Zwänge der Fondsindustrie sein. Wie bereits mehrfach berichtet, liegt die Investitionsquote der aktiven US-Fonds deutlich unterhalb des Durchschnitts, man ist und war also nicht voll dabei, bei steigenden Märkten. Dies vergrößert die Kluft zu den passiven Fonds (ETFs) – das ist ein unglaublicher Druck auf die handelnden Manager, gerade jetzt zum Jahresultimo.

Sollte es jetzt über mehrere Tage zum x-fach angesprochenen Durchbruch beim S&P 500 über die 3065 Punkte kommen, werden diese wohl in den Markt rein müssen „whatever It takes“. Auch wenn es der Logik einer schwäbischen Hausfrau widerspricht: nämlich dann einzusteigen, wenn es teuer wird, aber das ist das Spiel, wenn man anhand seiner Daten den Markt zu timen versucht. Wir haben bereits die „Wall of Worries“, kommt jetzt noch der „Pain Trade“?

 

Aktienrückkäufe

Die „Blackout Period“, also der Zeitraum für Beschränkungen beim Aktienrückkauf, ist zumindest für die Riesenkonzerne vorbei, die „Big Spender aus Eigennutz“ dürfen wieder kaufen. Wie erst kürzlich dargestellt, wartet noch sehr viel Kapital an der Seitenlinie, um es in den letzten 35 Börsentagen des Jahres noch in Aktienückkäufe zu investieren. So haben Apple, Microsoft, Intel, Oracle, Bank of America und weitere noch so hohe Summen ausstehen, dass geschätzt noch mindestens eine dreistellige Milliardensumme in den Markt fließen könnte.

 

Die Signale der Wirtschaft

Klar waren die Einkaufsmanagerindizes in China und in den USA (Chicago Einkaufsmanagerindex 43,2 Punkte, ein Vierjahrestief) jüngst eine kleine Katastrophe, aber noch einmal: Der Konsument in den USA hat seinen Kaufrausch noch nicht beendet (siehe Zahlen von Visa und Mastercard) und er ist mit dem Dienstleistungssektor zu über 80 Prozent für das US-BIP verantwortlich. Die Frage ist nur, wann die Schwäche der Industrie auf den Dienstleistungsbereich überschwappt? Wer hat denn den Aktienmarkt im Oktober hochgehalten? Es sind fünf Unternehmen, die allein schon einen 22-Prozentanteil am S&P 500 aufweisen und sie meldeten mächtige Einnahmen aus dem Dienstleistungsbereich. Dazu die Kursentwicklung im Oktober:

Apple + 10 Prozent

Alphabet + 4 Prozent

Amazon +2 Prozent

Facebook + 11 Prozent

Microsoft + 4 Prozent

All das hauptsächlich basierend auf Einnahmen aus dem Servicessektor. Dennoch blickt man auf die Zahlen des verarbeitenden Gewerbes, von denen der heutige landesweite Einkaufsmanagerindex mit Spannung erwartet wird.

Ein kleines Rätsel stellt auch die Entwicklung des Philadelphia Semiconductor Index, SOX, dar. Dieser ist es kürzlich auf ein Allzeithoch gestiegen und er gilt als Seismograf für die Weltwirtschaft. Sind Daten etwa nicht die neuen Rohstoffe?

 

Aktienmärkte: die Gewinnerwartungen Q4 und der Handelsstreit

Natürlich sind die Gewinnerwartungen für das vierte Quartal bei der Präsentation der aktuellen Zahlen wieder abgesenkt worden und natürlich hat der Handelsstreit das Vermögen die Weltwirtschaft endgültig in den Abgrund zu führen. Aber können das sowohl die USA als auch China in ihrer jetzigen wirtschaftlichen Situation wollen?

 

Fazit

Die Notenbanken der Welt schieben die Anleger weiter in Richtung Risikoinvestments beziehungsweise in die Aktienmärkte, eben weil sie die Zinsen soweit absenken, dass es keine Alternative gibt.

Aktienrückkäufe und ein Window Dressing von unterinteressierten Fonds könnten noch einmal für einen Schub in den letzten Wochen des Jahres bringen – nach einer technischen Korrektur. Worauf die Märkte aber mit Argusaugen blicken, war gestern erkennbar, als der Chicago Einkaufsmanagerindex (43,2 Punkten, erwartet 48,5) für das verarbeitende Gewerbe auf seinem Tief hereinkam. Sofort stürzten die Aktienindizes spürbar in die Tiefe, die Anleiherenditen gaben deutlich nach und die Rezessionsfurcht war urplötzlich wieder da.

Damit wird klar, dass die Alternativlosigkeit der Aktie sofort beendet ist, sollten sich aufgrund äußerer Umstände die Anzeichen für eine Rezession verstärken. Dann müssen viele durch den zu engen Ausgang ins Börsenfreie. Deshalb dürften die weltweiten Wirtschaftsdaten über die weitere Börsenentwicklung jetzt mitentscheiden. Die Zinsgeschichte ist erstmal vom Tisch.

Es spricht aber einiges für eine Jahresendrally, der Hinweis auf den Dezember 2018 ist unpassend, denn da gab es den Powell-Zins- und Bilanzreduzierungsschock – und das Gegenteil wurde soeben verkündet.

Aktuell:

Wie verwirrend die Lage an den Märkten zurzeit ist, zeigt eine Meldung die heute Nacht aus Asien kam: neue Konjunkturdaten aus China haben am Freitag den Asienbörsen einen Schub gegeben. Demzufolge hat sich die Stimmung nach einer Umfrage unter privaten Firmen in der Volksrepublik aufgehellt. Nach diesen Daten soll die dortige Industrie so schnell wachsen, wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr?!

 

Steigen die Aktienmärkte trotz fehlender Zinsfantasie weiter?

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Marko

    1. November 2019 14:52 at 14:52

    Hallo Wolfgang,

    welche Zinssenkungsphantiesie…?

    der ganze Laden, sei es die EZB/FED muss rauf, also die Anleihemärkte ? Vielleicht habe gar nix verstanden, nur eines weiß ich : QE-Progamme sind Marktmanipulationen, vielleicht sehen Sie dies als „ganz normal“ an, na dann…

    wir stehen kurz vor dem „Drehpunkt“, Sie wisen was das bedeutet… ?

    Was wäre wenn die EZB/FED riesengroße QE-Programme, beim DAX/Dow-Jones veranstaltet hätte, dies, wäre „normal“ ?!? Aktienkäufe „bis-zum-geht-nicht-mehr“ ? – Hier wird definitiv mit zweierlei Maß gemessen.. ?

    Ja, und natürlich ist der Bufu bei 170 Punkten „total-gerecht-bewertet“ ;) :D

    Was ich damit sagen will :

    Der Markt wird und muss sich korrigieren… Daran führt kein Weg vorbei… !

    „Wie verwirrend die Lage an den Märkten zurzeit ist,…“

    Echt, Wolfgang…

    • Avatar

      Wolfgang M.

      1. November 2019 15:50 at 15:50

      @Marko. Hallo. Was habe ich denn geschrieben? Dass die Zinsfantasie erst einmal vorbei ist, weil die US-Notenbank für die nächsten Monate ein Stillhalten kommuniziert hat. Also keine Zinssenkungen im Dezember und im März. Und wie oft habe ich eigentlich schon bemerkt, wie manipuliert der Anleihemarkt ist, durch billionenschwere QE-Programme? Wie oft habe ich auf die absurden Unterschiede im KGV der Aktien- und der Anleihemärkte hingewiesen? Wie viele Artikel habe über das BBB- Anleiherisiko verfasst, mit dem Hinweis, welche Gefahr von den Unternehmensanleihen (Zombiefirmen) ausgeht. Ich verstehe ehrlich nicht, was Sie mit Ihrem Kommentar ausdrücken wollen?

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        Hesterberg

        1. November 2019 17:59 at 17:59

        Ich habe mir Markos Kommentar 2x durchgelesen und kann auch nicht erkennen, worüber er sich eigentlich aufregt. Die Lage an den Märkten empfinde ich als weniger verwirrend, als seinen Text.

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    Quintus

    1. November 2019 18:21 at 18:21

    @Wolfgang M.
    Diese Ansammlung von unverständlichen Vorwürfen von Seiten Marko’s können sie geflissentlich ignorieren. Ihre Interpretation der aktuellen Lage(welche schön verwirrend genug ist) ist hinreichend verständlich ausformuliert.
    Hier hat Marko etwas hineininterpretiert, daß so nicht zutrifft und eine Verteidigung ihrerseits somit obsolet werden läßt.
    Warum er ihnen etwas vorwirft, worauf sie schon des Öfteren hingewiesen haben…..🤔
    Ich lese ihre Artikel jedenfalls regelmäßig und bin manches mal different zu ihren Schlußfolgerungen, jedoch möchte ich diese nicht missen, also bitte Weiter so….

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    Roberto

    1. November 2019 18:23 at 18:23

    @Hesterberg,bei seinen Texten habe ich schon immer Probleme gehabt zu verstehen warum er hinter jedem Satz ein „Fragezeichen “ setzt. Ich bekomme regelrecht kopfschmerzen wenn ich diese Texte lese. Er schreibt ja auch keinen Kommentar, sondern verfasst nur irgendwelche Fragen, die sich im Zusammenhang aber nicht als Frage lesen lassen. Daher habe ich schon seit Monaten aufgehört mir das anzutun.:-)

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      leftutti

      1. November 2019 19:19 at 19:19

      @Roberto, du wolltest doch schon vor einer Viertelstunde zur Geburtstagsfeier. Ist die so langweilig, dass du dich lieber zu Marko äußerst? Zu dem Marko, den du dir seit Monaten nicht mehr antust, aber auf dessen Kommentare du dennoch direkt oder indirekt reagierst? ;)

      Ich wollte dir nur mitteilen, dass ich heute erstmals Daytrading im DOW betreibe um am ATH mit 4 Lot short gegangen bin. Wird natürlich heute noch geschlossen. Bin mal gespannt, wie weit im Minus das Experiment endet…

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      Hesterberg

      1. November 2019 19:22 at 19:22

      @Roberto
      Ja, das war sicher eine gute Entscheidung. Bei so manchen Kommentaren hatte ich auch schon Augenweh bekommen. :-)

    • Avatar

      leftutti

      1. November 2019 22:09 at 22:09

      @Roberto, die Jungs sind tatsächlich zäher als Leder und ähnlich einsichtig. Die eindeutigen Warnsignale des ISM Einkaufsmanagerindex (EMI) im stark rückläufigen bis rezessiven Bereich wurden schlicht und einfach ignoriert. Ich schließe den Trade bei Break-Even und staune lieber weiter von der Seitenlinie aus ;)

  4. Avatar

    Roberto

    2. November 2019 20:29 at 20:29

    @leftutti, erst mal Glückwunsch, das Du kein verlust gemacht hast. Du seihst das man mit short wirklich sehr starke Nerven haben muss. Jedes negative Ereignis hat nur ein drittel soviel kraft wie ein positives Ereignis, oder ein „scheinbar“ positives. Und ja, ich war bei der Geburtstagsfeier….aber habe ich eigentlich eine Uhrzeit genannt ? ich glaube nicht. soviel nur dazu. Und nun ein schönen Samstagabend noch.
    P.S, Die US Märkte haben wie immer Freitagstypisch abgeschlossen. Mal schauen. Ich erwarte auf dailybasis eine Korrektur in den nächsten 14 Tagen bei den Amis.

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Aktienmärkte: Die unheimliche Aktien-Entwicklung einiger Impfstofffirmen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte leben von der Hoffnung und bewerten die Zukunft. Für dieses Prinzip ist das Coronajahr 2020 wieder einmal ein schönes Beispiel. Die monatelangen Spekulationen auf die Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegen Covid-19 scheinen für einige Firmen zur Realität heranzureifen. Aber ist deren Kursentwicklung an den Börsen in allen Fällen gerechtfertigt und lohnt sich jetzt noch ein Einstieg? Eine an sich ständig wiederkehrende Fragestellung bei jedweder innovativer Produkteinführung.

Aktienmärkte und das Das Rennen um den begehrten Impfstoff

Es wurde schon den ganzen Herbst darüber gemutmaßt – es gibt bald einen Impfstoff gegen Covid-19 – und am 9. November preschte BioNTech/Pfizer mit seinem mRNA-Vakzin vor und sprach von einem Antrag auf Notzulassung von BNT162b2, die auch am 20. November für die USA erfolgte. Der US-Rivale Moderna ließ nicht lange auf sich warten, man zog nicht nur mit der Wirksamkeit des Impfstoffes jenseits der 90 Prozent-Marke nach, sondern auch mit dem Antrag für die Zulassung in Europa. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) will ihre Bewertung spätestens bis zum 29. Dezember abschließen. Die EU-Kommission, die eine Marktzulassung in Europa genehmigen muss, versprach innerhalb weniger Tage den Weg für die Impfung freimachen. BioNTech versicherte innerhalb von Stunden, mit der Auslieferung starten zu können.

Es ist angerichtet für den Start der großen Impfaktion, in Deutschland sollen die Impfzentren schon am 15. Dezember einsatzbereit sein.

Nicht zu vergessen die deutsche Firma CureVac, die ebenfalls mit der mRNA-Technik arbeitet, aber noch etwas in Verzug ist mit den klinischen Studien. Allerdings will man ein Präparat präsentieren, welches bei plus 5 Grad im Kühlschrank lagerbar ist. Mit einer Zulassung des eigenen Impfstoffs rechnet Curevac im Frühjahr oder Sommer 2021.

Die Aktien schießen durch die Decke

Die Hoffnungen auf einen Durchbruch haben die Aktienmärkte euphorisiert und zu großen Ausschlägen geführt, allerdings mit dem großen Drang nach oben. Die Performance der aussichtsreichsten Impfstoff-Aktien seit Jahresbeginn:

Der Kurs der sehr volatilen US-Firma Moderna hat eine Versiebenfachung hingelegt, der Wert von BioNTech hat sich fast verfünffacht und der Börsenwert des erst im August an die Börse gegangenen Tübinger BioTech- Unternehmens CureVac ist um knapp 80 Prozent gestiegen. Obwohl BioNTech die erste große Welle mit seiner Meldung am 9. November losgetreten hat, ist der US-Konkurrent Moderna der große Gewinner im November. Plus 100 Prozent gegenüber plus 44 Prozent bei der deutschen Konkurrenz. Neben dem Problem der großen Kühltemperatur von BioNTechs Impfstoff (minus 80 Grad Celsius) hat der US-Hersteller anscheinend die größeren Impfstoffvertröge abgeschlossen und dies anscheinend auch zu höheren Preisen. Nach Angaben der US-Großbank Goldman Sachs verlangt Moderna für die ersten 100 Millionen Impfstoffdosen in den USA 15,25 Dollar, für die nächsten 100 Millionen 16,50 Dollar. In Europa soll das Unternehmen für 160 Millionen Impfdosen 25 Dollar pro Dosis verlangen. Dies würde in der Summe 7,2 Milliarden Dollar Umsatz ergeben, ein Quantensprung umgangssprachlich ausgedrückt, für ein Unternehmen mit bisher knapp 60 Millionen Dollar Umsatz.

Und was ist mit den anderen Konkurrenten, die stets mit genannt wurden?

Der große britische Konzern AstraZenecca brachte seinen Vektor-Impfstoff AZD1222 nicht sehr geschickt in die Öffentlichkeit, sondern ließ mit der Wirksamkeit von 70 Prozent im Gegensatz zu seinen Konkurrenten Zweifel aufkommen. Das Ergebnis ist, dass der Aktienkurs des britischen Pharmakonzerns sogar zwei Prozent unter seinem Kurs von zu Jahresbeginn notiert. Nicht besser ergeht es dem Impfstoffkandidaten Johnson & Johnson, der immer noch fünf Prozent in derselben Periode im Minus liegt und dies obwohl man gerade den Zulassungsprozess in Europa und Kanada vorangetrieben hat. Vorläufige Ergebnisse hätten gezeigt, dass das Vakzin die Produktion von Antikörpern und Immunzellen gegen das Virus auslösen würde. Die Aktienmärkte starfen also jede Form deds leistesten zweifels sofort ab!

Die hohe Bewertung der Impfstoffhersteller

Wer zuerst kommt, malt zuerst. So salopp könnte man formulieren, wenn man sich die Bewertung der Impfstoffkandidaten betrachtet. Die US-Firma Moderna ist aktuell bereits bei über 58 Milliarden Dollar angekommen, BioNTech schon bei über 25 Milliarden Euro und selbst Neuling CureVac bei fast 15 Milliarden Euro. Die Bewertung der großen Pharmafirmen Johnson & Johnson (320 Milliarden Euro), Pfizer (182 Mrd. Euro) und AstraZenecca (116 Mrd. Euro) liegen noch in anderen Dimensionen, allerdings haben diese erheblich größere Produktpaletten.

Deshalb stellt sich die Frage für Anleger, ob es jetzt noch Sinn macht in die „frühen Zwei oder Drei“ einzusteigen? Man hat die Nase vorne, die Kurse sind aber schon weit gelaufen. Viele Analysten suchen nach weiterem Potenzial der Biotech-Aktien. Nicht gerade einfach für Laien.

Das Mainzer Unternehmen BioNTech hat noch weitere Impfkandidaten in der Vorbereitung, gegen HIV, gegen Tuberkulose oder auch gegen Krebs.

Moderna ist Spezialist für mRNA-Impfungen und für alle möglichen Infektionskrankheiten (z.B. das Zika-Virus).

Es ist sicherlich nicht verkehrt in der aktuellen Situation Vorsicht walten zu lassen. Jederzeit können Gewinnmitnahmen der Aktienmärkte einsetzen, wie es an der Wall Street gestern der Fall war, trotz der Zulassung des Impfstoffes von BioNTech/Pfizer in Großbritannien. Jede Impfstoffmeldung könnte zu heftigen Kursausschlägen führen, nur bei welchem Unternehmen? Angesichts der großen Kursgewinne der Aktienmärkte insgesamt und der Impfstoff-Aktien im Besonderen in kurzer Zeit  juckt es vielen Anlegern in den Fingern, um auf den Kauf-Button zu drücken – oder aber auch auf sein rotes Gegenstück.

Fazit

Neben der großen Bedeutung für die Medizin und vor allem für die Gesundheitsvorsorge von Abermillionen von Menschen haben die Aktienmärkte einen Hype entwickelt um ein Produkt, welches sich zu einem kleinen Meilenstein entwickeln könnte. Wer macht das Rennen um das Vakzin mit der mRNA-Technologie, die auf neuartige Weise zur Bildung von Antikörpern anregt? Oder können wirklich viele Unternehmen von dem großen Impfstoffprojekt in der Geschichte der Menschheit profitieren? Oder gilt hier nicht der „First Mover Advantage“ und es reüssieren Nachzügler? Es gibt einmal mehr das Risiko der Einzelanlage, nur hier in besonderer Ausprägung. Wie man bei AstraZenecca gesehen hat, genügt nur eine kleine Meldung über Nebenwirkungen, um einen Kurseinbruch auszulösen. Es wäre schön und in unser aller Interesse, wenn sich diese in Grenzen hielten.

Der Hype der Aktienmärkte um den Impfstoff und die Impfstofffirmen

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Finanznews

Aktienmärkte: Kaufen, kaufen, kaufen! Videoausblick

Inzwischen sind die amerikanischen Aktienmärkte teurer als während der Euphorie von 1929 kurz vor der Weltwirtschaftskrise. Kaufen – kaufen?

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte sind weiter im Modus: es kann nichts schief gehen, also kaufen, kaufen, kaufen! Der Leitindex S&P 500 gestern erneut mit einem Allzeithoch, während der Dax nicht mitzieht (wohl wegen des starken Euros, der über die 1,21er-Marke klettert). Inzwischen sind die amerikanischen Aktienmärkte teurer als während der Euphorie von 1929 (kurz danach brach die Weltwirtschaftskrise aus) – der Glaube an die heilende Wirkung des Corona-Impfstoffs und an die Notenbanken läßt viele glauben, dass Bewertungen keine Rolle mehr spielen würden. Aber aktuelle Bewertungen sind nichts anderes als die Redite-Chanchen der Zukunft! Unterdessen wird auch in den USA die Corona-Lage ernster: Los Angeles verhängt jetzt einen lockdown wie im Frühjahr..

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DAX daily: Der starke Euro drückt auf die Stimmung im Dax

Stefan Jäger

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am

Der Dax kam im gestrigen Handel wieder nicht von der Stelle. Das liegt vor allem an dem immer stärker werdenden Euro, der zunehmend auf die Stimmung der Anleger drückt. Der Euro konnte gegen den US-Dollar auf den höchsten Stand seit 2018 ansteigen, dabei überschritt er erstmals wieder die Marke von 1,21 EUR/USD. Für eine Export-Nation wie Deutschland könnte es nachteilig sein, wenn der hohe Wechselkurs auf die Auslandsnachfrage drückt.

Den Handel beendete der deutsche Leitindex schließlich mit einem Abschlag von 69 Punkten (-0,52%) bei 13.313. Dabei pendelte der Index in einer engen Spanne von nur 87 Punkten hin und her. Sollte sich die Rally im Euro fortsetzen, dann dürfte es für den Dax schwieriger werden das noch offene Gap bei 13.500 zu schließen. Es fehlt derzeit an Impulsen, trotz erfolgter Impfstoff-Zulassung in England, gab es erneut keinen Auftrieb im deutschen Leitindex.

News und fundamentale Daten

Die gestern veröffentlichten ADP Beschäftigungszahlen aus den USA waren im Grunde genommen eine Enttäuschung. Die Daten fielen mit 307 Tsd. Stellen deutlich schwächer als erwartet aus (Prognose 410 Tsd.; vorher 365 Tsd.). Das ist ein bitterer Vorgeschmack auf die Non-Farm Payrolls am Freitag. Heute liegt der Fokus bei den Wirtschaftsdaten auf den Einkaufsmanagerindizes im Dienstleistungssektor. Zuerst erscheinen um 9:55 Uhr die EMI-Daten aus Deutschland. Kurz danach folgen um 10:00 Uhr die Daten aus der Eurozone.

Anschließend sehen wir noch die Daten aus den USA. Spannend wird es ab 15:45 Uhr, wenn zunächst der Einkaufsmanagerindex Dienstleistung veröffentlicht wird und anschließend um 16:00 Uhr der ISM-Index folgt. Dabei gilt die Aufmerksamkeit der Anleger sicherlich dem ISM-Index, dieser gilt nämlich als einer der einflussreichsten Wirtschaftsindikatoren. Zuvor werden um 14:30 Uhr auch noch die wöchentlichen Erstanträge und Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Damit erscheinen wieder jede Menge Daten, besonders die Einkaufsmanagerindizes könnten für Schwung in den US-Indizes und dem Dax sorgen.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Dem Dax fehlt es derzeit an Dynamik, das könnte auch an der sich fortsetzenden Euro-Rally liegen. Vorbörslich notiert der Index etwas schwächer. Um wieder die Aufwärtsrichtung aufzunehmen, muss der Dax zunächst das Nachthoch bei 13.325 überwinden. Beim gestrigen Tageshoch liegt ein weiterer Widerstandsbereich bei 13.359/372. Dort entscheidet sich kurzfristig, ob der Dax nochmal den Widerstand bei 13.430 testet oder wie gestern zurück in die Range fällt. Ein Überschreiten der 13.430 würde den Dax zuerst zum September-Hoch führen und anschließend könnte er das noch offene Corona-Gap bei 13.500 schließen.

Auf der Unterseite hat sich in den letzten Tagen eine Unterstützungszone zwischen 13.270 und 13.235 etabliert. Dort konnte der Dax immer wieder drehen. Durchbricht er allerdings die Zone und rutscht unter die 13.235 dann könnte er zunächst die 13.140 anlaufen. Darunter dürfte der Index erst wieder bei 13.050 oder 13.020 Halt finden.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Ausblick 03.12. - H1-Chart - Euro drückt auf die Stimmung

Heutige Pivot Punkte (PP):

13.455 – Pivot Punkt R2

13.380 – Pivot Punkt R1

13.324 – Pivot Punkt

13.249 – Pivot Punk.t S1

13.194 – Pivot Punk.t S2

Dax Unterstützungen (US):

13.272 – Tagestief 02.12.

13.235 – Tagestief 25.11.

13.137 – Schlusskurs 20.11.

13.054 – Tagestief 20.11.

13.004/020 – Doppelboden (Tief 13.11. / 12.11.)

Dax Widerstände (WS):

13.370 – WS aus dem H1

13.434 – Tageshoch 01.12.

13.460 – September-Hoch

13.500 – offenes Gap vom 21.02.

13.530 – 261,8 % Extension

13.600 – Ausbruchsziel Seitwärtsrange

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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